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INDEX SCHWEIZER FILMSCHAFFENDE DER SCHWEIZER FILM

 
 
Die Venus vom Tivoli
1953

Handlung

Der Film erzählt die Geschichte von arbeitslosen oder heimatlosen Schauspielern, die dem Traum folgen, in Südamerika eine neue Bleibe und neue Engagements zu erhalten. Der Manager Osvaldo Curtis gründet kurzerhand mit bunten Ansammlung gescheiterter Künstler die "Bunte Bühne", um ein Sonder-Visum nach Übersee zu beantragen. Zudem kann Osvaldo Curtis auf die bekannte Sängerin und Schauspielerin Anina Wiedt zählen, die sich der Truppe ebenfalls anschliessen will, da auch sie nach Südamerika gehen möchte.

Hilde Krahl

Heinrich Gretler

Ilka Grüning

Um das Sonder-Visum zu erhalten, muss sich die geformte Theatergruppe aber erst in zwei Vorstellungen in der Schweiz beweisen und aufzeigen, dass die Mitglieder als Ensemble funktionieren und den Ansprüchen für die Erteilung des Visums bewähren.

So steht der Plan, dass zuerst eine Theatervorstellung in Chur und anschliessend eine Operette in Schaffhausen aufgeführt werden soll. Die Mitglieder der Truppe freuen sich auf die im Raum stehende Reise nach Südamerika und man macht sich an die Proben.

Paul Hubschmid

Inge Konradi

Gustav Knuth

Doch so eine Premiere kostet auch Geld und als die Aufführung in Chur ein Reinfall wurde, war kein Geld mehr in der Kasse, um die ausstehenden Rechnungen für den Theatersaal, das Hotel und vielen weitere Ausgaben zu begleichen. In dieser präkeren Lage macht sich der Manager Osvaldo Curtis aus dem Staub und überlässt die Truppe ihrem Schicksal.

Walter Richter

evtl. Marianne Kober

Peer Schmidt

Da schaltet sich Anina Wiedt ein und übernimmt die Führung der Bunten Bühne. Nicht nur ihr Verantwortungsgefühl gegenüber ihren Bühnenpartnern und Angestellten hat sie zu diesem Schritt bewegt sondern auch der von ihr geliebter Mann, der bereits in Südamerika auf sie wartet.
Mit neuen Hoffnungen macht sich die Truppe auf nach Schaffhausen, doch die Ernüchterung erfolgt sogleich. Auch hier bleiben die Zuschauer aus, die Schulden werden höher und sie werden vom Betreibungsbeamten Knüsli aufgesucht.

Rudolf Bernhard

Rudolf Rhomberg

Walter Roderer

Als dieser ernüchternd feststellen muss, dass es hier nichts zu holen gab, entschliesst er sich, den von seinem Praktikanten Bölsterli unterbreiteten Vorschlag, die Bunte Bühne selber zu leiten, umzusetzen. Ziel ist es, unter der Obhut der "staatlichen Verwaltung" soviel Geld mit der Truppe zu verdienen, dass die Schulden abbezahlt werden können. Danach würde die Bunte Bühne aufgelöst.

Die Truppenmitglieder nehmen das Ansinnen von Knüsli nicht ernst, doch Anina Wiedt erkennt in ihm einen Realisten, der weiss was er will und eine klare Linie einnimmt. Zudem entdeckt sie hinter seiner rauhen Schale einen weichen Kern und auch Knüsli taut in ihrer Anwesenheit langsam auf.



Heinrich Gretler und Hilde Krahl

Heinrich Gretler und Paul Hubschmid

Hilde Krahl und Rene Magron

Für Bölsterli erfüllt sich mit der neuen Herausforderung einen lang gehegten Wunsch, Bühnenluft atmen zu können. Er hatte bereits heimlich Schauspielunterricht genommen und sieht nun die Chance, einen Traum wahr werden zu lassen. Dass er sich gleichzeitig in die Darstellerin Manci Sipos verguckt hat, verstärkt sein Glücksgefühl zusätzlich.

Knüsli nimmt Kontakt mit den wichtigsten Gläubigern auf und gemeinsam können sie Osvaldo Curtis dazu bewegen, seine Aufgabe als Manager wieder wahr zu nehmen. Und tatsächlich wendet sich alles zum Guten. Die Proben und das Zusammenspiel der Truppe klappt ausgezeichnet.



Hilde Krahl und Ilka Grüning

Hilde Krahl

Ilka Grüning

Als der Tag der Aufführung in Schaffhausen näher rückt, fällt der Hauptdarsteller Erich Kube krankheitshalber aus und Bölsterli springt in die Presche. Er überwindet seine Nervosität und besteht die grosse Prüfung auf der Bühne. Die Aufführung wird ein grosser Erfolg, Bölsterli erfüllt sich den Traum als Schauspieler und die Schulden können beglichen werden.



Inge Konradi und Paul Hubschmid

Gustav Knuth und Walter Richter

Gustav Knuth

Nur Knüsli schaut betrübt der positiven Entwicklung entgegen, denn sobald die Schulden bezahlt sind, wird sich die Truppe nach Südamerika aufmachen, um eine neue Herausforderung anzugehen. Nur Knüsli bleibt zurück und kehrt in seinen Alltagstrott zurück. Doch zumindest erkennt er durch die Zusammenarbeit mit den Schauspielern, dass diese Künstler wertvolle Menschen sind, die hart für ihren Erfolg arbeiten.

Als Erinnerung an das Abenteuer "Bunte Bühne" erhält Knüsli einige Zeit später ein Foto der gesamten Truppe, die vom Schiff winken, welches sie nach Südamerika bringt.



Peer Schmidt, Ilka Grüning und Inge Konradi

Gustav Knuth und Inge Konradi

Walter Richter

Hintergrund

Die Geschichte "Die Venus vom Tivoli" wurde ursprünglich für die Bühne geschrieben und wurde 1931 in Baden uraufgeführt.
In einer positiven Kritik der "Neue Zürcher Zeitung" wurde Peter Haggenmacher als Autor genannt und gleichzeitig gefragt, wer dieser Haggenmacher sei. Der Name war bis dato unbekannt und man vermutete ein Pseudonym eines erfahrenen Autors.



Fredy Scheim, Rudolf Bernhard und Ruedi Walter

Fredy Scheim und Walter Richter

Rudolf Bernhard, Fredy Scheim und Ruedi Walter

Doch das Rätsel bleibt bis heute bestehen. Der Name Haggenmacher blieb nach "Die Venus vom Tivoli" ein unbeschriebenes Blatt . Zwar wurde in einem Artikel der "Zürcher Post" von 1934 der Jakob Welti als Autor des Stückes genannt, eine Bestätigung insbesondere von Jakob Welti selbst blieb jedoch aus.

Wer auch immer der Autor war, mit "Die Venus vom Tivoli" schuf er einen der grössten Schweizer Theatererfolge der 30er Jahre und war auch ein Jahrzehnt später bei der Wiederaufführung erneut äusserst populär.


Der spätere Filmschaffende Philippe Dériaz trat in "Die Venus vom Tivoli" als Statist auf und hat nachstehenden Erfahrungsbericht seiner Drehtage verfasst:

 Es geschah an meinem allerersten Drehtag, im Januar 1953. Damals studierte ich noch an der Eidgenössischen Technischen Hochschule. Aus dem Zürcher Filmklub kannte ich einige Filmschaffende. So sprach ein Aufnahmeleiter mich und ein paar Kommilitonen wegen Statisterie an. Wir wurden im Rosenhof-Atelier bestellt. Es ging um "Die Venus im Tivoli". Davon hatte ich nur gehört, dass Eugen Schüfftan an der Kamera stand: Ich hatte schon "Quai des Brumes" gesehen und "Menschen am Sonntag", war dementsprechend heiss auf das Erlebnis.

Was ich von der Atelierarbeit (und überhaupt vom Dreh) wusste, stammte aus wenigen Büchern und vielem Nachdenken nach zahlreichen Filmvorführungen. Ich war nicht wenig erstaunt. Der Meister berührte den Apparat gar nicht, schaute nie durch. Er fragte, "Was hast Du drin", und erhielt eine Zahl als Antwort, dann, "Schwenkst Du? – Nein." Er führte seine Eieruhr längs der grauen (und grauenhaften) Atelierwände, machte merkwürdige Zeichen, murmelte merkwürdige Anweisungen, mass wieder. Ich stand daneben, verständnislos, ratlos.

Gedreht wurde eine Szene zwischen Hilde Krahl (sie sagte mir nichts, denn ich hatte "Liebe 47" noch nicht gesehen) und Walter Richter. Regie führte Leonhard Steckel, gewiss ein grosser Theatermann, sowohl als Schauspieler wie als Regisseur. Die Kamera hielt die Unterhaltung in einer Zweiereinstellung (im Hintergrund, an der Wand gelehnt, befleissigte ich mich um intensives wie innerliches Spiel – ich hatte noch den Ehrgeiz zu spielen). An einem Punkt des Dialogs angekommen, bestand Steckel darauf, den Zwischenschnitt sofort zu drehen: ein Blatt auf dem Schreibtisch unterhalb der Bildkante. Schüfftan nickte dazu. Der Schwenker sagt erst recht nichts. Also wurde das Stativ etwas gerückt, die Optik gewechselt, die Kamera geneigt, paar Scheinwerfer bewegt, gemessen, das Schriftstück mit den Fingern des Hauptdarstellers aufgenommen. Und dann zurück in die Zweier für die Fortsetzung des Dialogs!

Dieses Verfahren kam mir, angehendem Ingenieur, im höchsten Grade widersinnig vor – reine Zeit- und Arbeitskraftverschwendung. Drei Jahre später, Diplom in der Tasche, stand ich wirklich im Filmberuf. Die negative Regielektion habe ich nie vergessen, die Geduld von Schüfftan, dem wahren Meister, auch nie.

© Philippe Dériaz



Gustav Knuth, Inge Konradi und Paul Hubschmid

Rudolf Bernhard und Heinrich Gretler


Peer Schmidt, Hilde Krahl, Rudof Rhomberg, Inge Konradi, Heinrich Gretler und Gustav Knuth

 


Ruedi Walter und Walter Richter

Szenenfoto

Rudolf Rhomberg, Inge Konradi, Paul Hubschmid, Hilde Krahl, Gustav Knuth, Ilka Grüning und Walter Richter


 
Darsteller:

Hilde Krahl als Anina Wiedt
Paul Hubschmid als Bölsterli
Heinrich Gretler als Knüsli
Gustav Knuth als Hermann Schninkat
Inge Konradi als Manci Sipos
Walter Richter als Osvaldo Curtis
Rudolf Rhomberg als Leopold Gerzner
Peer Schmidt als Erich Kube
Ilka Grüning als Frau Stransky
Heinrich Trimbur als Konsul

Rudolf Bernhard als Schubiger
Ruedi Walter als Hunziker
Fredy Scheim als Benziger
Walburga Gmür als Wirtin
Anja Steckel als Sekretärin
Marianne Kober als Serviertochter
René Magron als Vorhangzieher

Walter Roderer als Zimmerli

Mitarbeiterliste:

Regie:
Regie-Assistent:
Produzent:
Produktionsleitung:
Drehbuch:
Kamera:
Kamera-Assistent:

Musik: 
Filmausstattung:
Filmausstattung-Assistent:

Requisiten:
Aufnahmeleitung:
Aufnahmeleitung-Assistent:

Schnitt:
Schnitt-Assistentin:
Schnitt-Aufsicht:
Kostüme:

Maske:
Maske-Assistent:
Beleuchtung:

Ton:
Ton-Assistenten:
Script:
Bauleitung:

.

Leonard Steckel
Ettore Cella
Oscar Dübi
Max Dora
Friedrich Torberg
Eugen Schüfftan
Robert D. Garbade, Georges Miklachevsky und
Christian Manz
Walter Baumgartner
Werner Schlichting
Ambrosius Humm
Ernst Wettstein
Wolf Farbstein
Georges Schellenbaum

René Martinet
Hedy Schacher
Hermann Haller
Robert Gamma

Jonas Müller
Bruno de Vizzi und Heidy Deplaz
Ernst Bolliger und Peter Meienberger

Kurt Hugentobler und Rolf Epstein
Bruno Kohler und Hans Schuler
Gertrud Bantli
Adolf Rebsamen


 

Die Macher im Hintergrund:

 

Ettore Cella - Regie-Assistent

Oscar Düby - Produzent

Walter Baumgartner - Filmkomponist


 

Ein herzlicher Dank geht an Herrn Gassmann für die Zuverfügungstellung des Archivs. Copyright: Praesens Film AG