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Fritz Lang Thea von Harbou Gustav Fröhlich Brigitte Helm Alfred Abel Rudolf Klein-Rogge Theodor Loos Heinrich George Fritz Alberti Olaf Storm Fritz Rasp Erich Pommer

 

METROPOLIS

Ansicht der Stadt MetropolisDer Film "Metropolis" aus dem Jahre 1926 stellte einen neuen Massstab in der Geschichte des Films dar. Dabei war die Realisierung des Stoffes gar nicht so einfach, zumal sich horrende Kosten für die Umsetzung der Geschichte abzeichneten. 
Die Kosten beliefen sich letztendlich auf zwei Millionen Mark, doppelt so viel wie vorgesehen. Alleine für die Dekoration und die Beleuchtung wurde über eine halbe Million ausgegeben, dazu kamen noch 150 Schauspieler und unzählige Komparsen, rund 500'000 Meter Negativ wurden verbraucht. 
Trotz dieser immensen Beträge wurde der Film dennoch ein Riesenerfolg für die UFA bzw. stellte einen gewaltigen Prestigegewinn dar, wenn auch ein teuer erkaufter. 
 

Die Macher hinter diesem Film waren der Produzent Erich Pommer, die geniale Drehbuchautorin und Schriftstellerin Thea von Harbou sowie der Regisseur Fritz Lang.
Fritz Lang hielt sich aufgrund einer Einladung einer grossen Filmgesellschaft in Amerika auf. Bei diesem Besuch hinterliess vor allem die Einfahrt in den New Yorker Hafen und die aus dem Meer empor steigenden Wolkenkratzer den stärksten Eindruck. In Fritz Lang reifte die Absicht, dies in seinem nächsten Filmprojekt als Schwerpunkt mit einzubeziehen. 
Er besprach seine Absicht mit seiner Frau Thea von Harbou und Erich Pommer. Dieser hegte jedoch Bedenken über die Möglichkeit einer Realisierung eines solch gigantischen Projektes. Selbst die UFA sei nicht in der Lage, solche Wolkenkratzer für das Filmstudio zu bauen, dies käme eindeutig zu teuer. Doch Fritz Lang wusste seine Bedenken zu zerstreuen. Ihm war bekannt, dass der Kameramann Eugen Schüfftan ein Verfahren entwickelt hatte, welches erlaubte, durch einen komplizierten Ablauf von Spiegelung und Gegenspiegelung (dem sogenannten Schüfftan-Verfahren) Modelle so ins Bild zu rücken, dass sie wie riesige Bauten aussahen. Das Verfahren wurde während den Dreharbeiten perfektioniert. 
Nun stand der Realisierung des Films nichts mehr im Wege.
 

Der Inhalt:
Metropolis ist eine riesige Industriestadt, die aufgeteilt ist in die obere und untere Stadt. In den unteren, von Sonnenlicht kaum je erreichten Niederungen, leben und arbeiten die mittellosen Menschen, die riesige Maschinen bedienen, um die Stadt mit der nötigen Energie zu versorgen. In der oberen Stadt leben die reichen Bonzen in unermesslichem Luxus. Die Konstellation der beiden Seiten erinnert stark an die Pharaonen und deren Sklaven, die im Schatten ihrer Herrscher ein trostloses Dasein fristeten. Doch der Pöbel mobilisiert seine Kräfte und übt den Aufstand gegen die Unterdrücker. Um der Geschichte die nötige Würze zu geben, stellt sich Freder, der Sohn des mächtigsten Grossindustriellen, auf die Seite der rebellierenden Arbeiter. Neben Freder, dargestellt von dem damals noch unbekannten Schauspieler Gustav Fröhlich, spielt Brigitte Helm, die ihren Einstand mit diesem Film feiert, die Rolle der Maria, die versucht, die Arbeiter davon zu überzeugen, ihren Widerstand aufzugeben und sich mit den Mächtigen zu vertragen. Denn ihre Philosophie ist, dass es nur auf die "Einigung von Herz und Gehirn" ankommt, dann kommt alles gut. Freder verliebt sich in Maria und gemeinsam versuchen sie, die drohende Eskalation in kontrollierte Bahnen zu lenken.

Doch Freders Vater Joh. Fredersen, gespielt von dem unvergleichen Schauspieler Alfred Abel, hat andere Pläne. Er belauscht eine Rede von Maria und betrachtet sie als kompetente Gefahr für das bestehende System. Er fasst den Plan, einen künstlichen Menschen, der genau wie Maria aussieht, herstellen zu lassen, um durch diese künstliche Maria eine Gewalttat der Arbeiter zu provozieren. Dadurch hätte er die Möglichkeit, gegen die Aufständigen vorzugehen und die Revolution blutig nieder zu schlagen. Um diesen teuflischen Plan verwirklichen zu können, beauftragt er den ebenso genialen wie verrückten Erfinder Rotwang, dargestellt von Rudolf Klein-Rogge, der in fast allen Filmen von Fritz Lang mitwirkte. Doch der Plan hat einen Hacken. Rotwang hegt einen tiefen Groll gegen Fredersen. Dieser schnappte ihm seinerzeit jene Frau weg, die er so innig liebte, doch stattdessen wurde sie die Frau von Joh. Fredersen.
Doch die Pläne der beiden schlagen fehl. Die Roboter-Maria entwickelt eigene Instinkte und wiegelt schliesslich die Arbeiter dazu auf, die grossen Maschinen zu vernichten. Schleusen werden geöffnet und eine riesige Flutwelle ergiesst sich über die untere Stadt. Unzählige Kinder und Erwachsene drohen zu ertrinken. Der Aufstand gerät ausser Kontrolle und artet in eine blutige Revolution aus.
In diesem allgemeinen Chaos sieht Rotwang die Chance, Rache an Joh. Fredersen und seinem Sohn zu nehmen und verschleppt die echte Maria. Bald schon bemerkt Freder, dass die aufwiegelnde Maria nicht die gleiche Person sein kann, die er kennt. Er kommt Rotwang auf die Schliche und nimmt die Verfolgung auf. Dieser steigt mit der bewusstlosen Maria auf einen Kirchturm, wo er von Freder gestellt wird. Ein Kampf auf Leben und Tod entbrennt. 
Joh. Fredersen sieht dem Geschehen machtlos vom Fusse der Kirche aus zu. Er gerät ob der gefährlichen Situation seines Sohnes derart in Aufregung, dass sein Haar von einem Moment auf den anderen schneeweiss wird. Schliesslich stürzt der Bösewicht Rotwang in die Tiefe und Maria und Freder kommen gerade noch rechtzeitig, um die ausbordende Situation zu retten. Die Roboter-Maria wird verbrannt, übrig bleibt lediglich ein Stahlgerippe.
Der Industrielle Joh. Fredersen versöhnt sich wieder mit seinem Sohn, mit Maria und dem Anführer der Arbeiter. 
 

Der Film Metropolis ist in verschiedenster Hinsicht äusserst bemerkenswert. 
Nebst den gewaltigen Kulissen, die bis zu einer Höhe von zwei Metern gebaut wurden, einige, wie zum Beispiel die gigantische Herzmaschine für die Herstellung der Energie, das Sportstadion für die Jugend oder das Laboratorium des Erfinders Rotwang wurden in Lebensgrösse hergestellt.
Anstelle von Autos zeigt der Film Lufttaxis, die wie Flugzeuge durch die Strassenschluchten fliegen, zur damaligen Zeit ein utopisches Zukunftsbild. 
Joh. Fredersen am BildtelefonSogar eine Anspielung auf das bevorstehende Zeitalter des Fernsehens wurde in jener Szene gezeigt, in der Fredersen mit dem Werkmeister telefoniert und ihn dabei gleichzeitig sieht. Bei dieser Szene wurde zum ersten Mal überhaupt die Rückprojektion angewendet und quasi für diese Szene so nebenbei erfunden.
Auch bei der Herstellung des künstlichen Menschen griff Fritz Lang tief in die Trickkiste. Faszinierende elektronische Ringe, Heiligenscheinen gleich, glitten am Roboter auf und ab und zauberten ein gespenstisches Szenario auf die Leinwand.
 

Bei der Herstellung des Films verlangte Fritz Lang sechstausend Komparsen, welche zudem auch noch kahlgeschoren daherkommen und aussehen sollten wie Zuchthäusler. Die Aufnahmeleiter eilten zu den Filmbörsen, doch die Komparsen dachten nicht im Traum daran, sich für ein paar Mark derart entstellen zu lassen. Morgen oder Übermorgen würde sie ein anderer Regisseur ablehnen, weil ihr Äusseres nicht ins Konzept passt. Doch Fritz Langs Problem liess sich lösen. In dieser Zeit gab es viele Arbeitslose in Berlin. Diese sind auch bereit, sich kahlscheren zu lassen, schliesslich galt es, für Frau und Kinder den Unterhalt zu besorgen. Pommer gewährte Fritz Lang allerdings "nur" tausend Statisten, da seiner Meinung nach es möglich sein sollte, tausend Menschen wie sechstausend Menschen wirken zu lassen. Die engagierten Menschen hatten nun im Film genau das Gegenteil zu tun, was sie im wirklichen Leben waren, nämlich Arbeiter, die unsäglich schufteten, bis zum umfallen.
Bis alle Szenen zu Fritz Langs Zufriedenheit im Kasten waren, kam manch Statist wirklich ins Schwitzen.
Poster zu MetropolisEinem weiteren Härtetest wurden sie unterzogen, als die Szene mit den geöffneten Schleusen an die Reihe kam. Obwohl im Film diese Sequenz lediglich 10 Minuten dauern, zogen sich die Dreharbeiten dafür über sechs Wochen hinweg. In kaltem Wasser schlotterten die Statisten und glichen so beinahe den Figuren im Film, mit Fritz Lang als ihr Unterdrücker.
Auch unzählige Kinder wurden für die Massenszene eingesetzt. Diese mussten unterernährt aussehen. Die Produktionsleiter strömten durch Berlin auf der Suche nach solchen Kindern und fanden genug von ihnen, mehr als genug, allzu viele.
 

Der Film kam Anfang 1927 heraus. Bei der Premiere war alles dabei, was Rang und Namen hatte. Die gesamte Regierung und selbst der alte Reichspräsident Paul von Hindenburg liessen sich dieses Ereignis nicht entgehen.
Nach der Vorstellung liess von Hindenburg verlauten, wie stark ihn dieser Film beeindruckt hatte. Böse Zungen allerdings behaupteten, dass er gerade bei den spannendsten Stellen sanft im Sessel geschlummert habe.
Als Fritz Lang und Brigitte Helm vor den Vorhang traten, tobten die Menschen eine gute halbe Stunde lang. Später konnte Fritz Lang einen weiteren Triumph feiern, als Metropolis in Amerika die Kassen füllte. Amerika wollte den Film zu Beginn gar nicht übernehmen, doch dann stellte sich heraus, dass Langs Werk nicht nur fast amerikanisch war, sondern amerikanischer als die meisten amerikanischen Filme selbst.
 

Heute ist "Metropolis" leider nicht mehr vollständig vorhanden. Lediglich eine um ein Drittel gekürzte Fassung der Paramount ist zugänglich. In den letzten Jahren wurden allerdings immer wieder einzelne Abschnitte in anderen Filmarchiven entdeckt, manchmal handelte es sich nur um wenige Meter. Doch jeder Schnipsel wurde mit grosser Sorgfalt in den bestehenden Film integriert, manchmal wurden sogar Studiofotos  von nicht mehr auffindbaren Szenen mit eingebaut.
 

Einen neuerlichen Höhepunkt erlebte "Metropolis" bei der Premiere 1984 mit der Neuvertonung durch Giorgio Moroders Songs. Der Schauspieler Gustav Fröhlich war persönlich bei der Aufführung der Berliner Filmfestspiele 1986 anwesend und bezeichnete die Arbeit als laut aber sehr schön.

Im Jahre 2001 wurde "Metropolis" als einziger Film in das Unesco-Register "Memory of the World" aufgenommen. Vier Jahre später folgte die nächste Schlagzeile, als ein Original-Filmplakat, von denen nur noch vier Stück existieren, zum Rekordpreis von 398'000 englische Pfund versteigert wurde.
 
 


Einige wichtige Figuren des Films
 
Copyright Schulze-Mittendorf

 
 

Besetzungsliste 
Maria/Der Maschinenmensch Brigitte HELM
Freder Gustav FROEHLICH
Joh. Fredersen Alfred ABEL
Rotwang Rudolf KLEIN-ROGGE
Der Schmale Fritz RASP
Josaphat/Joseph Theodor LOOS
Groth Heinrich GEORGE
kreativer Mensch Fritz ALBERTI
Jan Olaf STORM
Georg (Nr. 11811)  Erwin BISWANGER
Marinus Hanns Leo REICH
Zeremonienmeister Heinrich GOTHO
Frau im Wagen  Margarete LANNER
Doktor Jaro FÜRTH
Arbeiterfrauen Grete BERGER, Olly BOEHEIM, Ellen FREY, Lisa GRAY, Helene WEIGEL, Rose LICHTENSTEIN
Arbeiter Max DIETZE, Georg JOHN, Walter KUEHLE, Erwin VATER, Arthur REINHARD
Frauen im ewigen Garten Beatrice GARGA, Anny HINTZE, Hilde WOITSCHEFF, Helen von MÜNCHOFEN
Regie Fritz LANG
Drehbuch  Thea von HARBOU, Fritz LANG
Produzent Erich POMMER
Kamera Karl FREUND, Günther RITTAU
Filmmusik Gottfried HUPPERTZ
Ausstattung Otto HUNTE, Erich KETTELHUT, Karl VOLLBRECHT
Set Designer Edgar G. Ulmer
Kostüme Aenne Willkomm


BRIGITTE HELM
1906 - 1996

Signiertes Foto von Brigitte HelmDer Gang zum Film ging eigentlich nicht von Brigitte Helm (mit bürgerlichem Namen Brigitte Eva Gisela Schittenhelm) selber aus, sondern wurde von ihrer Mutter voran getrieben.
Als Fritz Lang den Film "Die Nibelungen" drehte, schrieb Brigitte Helms Mutter an Thea von Harbou, in der sie ihr nahelegte, wie talentiert ihre Tochter sei. Solche Briefe erreichten die Filmemacher zu Tausenden und landeten regelmässig im Briefkorb. Doch bei diesem Brief löste das beigelegte Foto bei Thea von Harbou etwas aus. Eine Einladung folgte. Brigitte Helm wusste nichts von der Aktion ihrer Mutter und stand ziemlich unvermittelt im Filmatelier, wo sie nun Fritz Lang etwas vorspielen sollte.
Zwar wurde Brigitte Helm nicht für "Die Nibelungen" engagiert, doch die Weichen für ihren ersten Filmauftritt in "Metropolis" wurden gestellt. Dieser Film stellte gleichzeitig auch der Höhepunkt ihrer Karriere dar. Sie spielte darin eine Doppelrolle, deren Personen sich rein äusserlich nicht unterschieden. So war ein differenziertes Spiel von Nöten, die einmal die gute Maria und einmal die falsche Maria unterstrich.
Brigitte Helm schloss mit der UFA einen Zehnjahres-Vertrag ab und spielte von Beginn weg fast ausschliesslich Hauptrollen.
Beim Uebergang zum Tonfilm knüpfte sie nahtlos an die vorangegangenen Erfolge an, spielte nebenbei auch in Frankreich und England, wo sie unter anderem auch in ausländischen Versionen ihrer deutschen Filme mitspielte. Es war zu jener Zeit üblich, dass man international erfolgreiche Filme in verschiedenen Sprachversionen drehte, teilweise auch mit anderer Besetzung, je nach Fremdsprachenkenntnisse der Darsteller.
In den folgenden Jahren drehte sie erfolgreich viele Filme. Doch im Jahre 1935, als ihr Vertrag mit der UFA zu Ende ging, verlängerte sie diesen nicht. Nach einer Unterredung mit dem damaligen Produktionschef Ernst Hugo Corell, der sie umzustimmen versuchte, blieb es bei der Entscheidung von Brigitte Helm. Sie wollte heiraten und keine Filme mehr drehen. Mit ein Grund für ihren Entscheid dürften die negativen Berichte gewesen sein, die damals in den Zeitungen kursierten, nachdem sie mehrere Verkehrsunfälle verursachte und sogar eine kurze Gefängnisstrafe absitzen musste.
1935 heiratete sie den Industriellen Hugo Kunheim und lebte bis zu ihrem Tod zurückgezogen im Schweizerischen Ascona. 

Trotz ihrer Absenz vom Film seit mehr als 50 Jahren antwortete sie immer wieder auf Autogrammwünsche und ihre Unterschrift ziert so manche Sammlung.

Alle Filme mit Brigitte Helm (die frendsprachigen Versionen wurden nicht speziell aufgeführt):
Metropolis (1926) Am Rande der Welt (27) Die Liebe der Jeanne Ney (27) Alraune (1928) Abwege (1928) Die Yacht der sieben Sünden (1928) Geld! Geld!! Geld!!! (1929) Manolescu - Der König der Hochstapler (1929) Skandal in Baden-Baden (1929) Die wunderbare Lüge der Nina Petrowna (1929) Alraune (1930) Die singende Stadt (1930) Gloria (1931) Im Geheimdienst (1931) Die Gräfin von Monte Christo (1932) The Blue Danube (1932) Eine von uns (1932) Die Herrin von Atlantis (1932) Hochzeitsreise zu dritt (1932) Inge und die Millionen (1933) Der Läufer von Marathon (1933) Die schönen Tage von Aranjuez (1933) Spione am Werk (1933) L'étoile de Valencia (1933) Gold (1934) Fürst Woronzeff (1934) Die Insel (1934) Vers l'abime (1934) Ein idealer Gatte (1935) 

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GUSTAV FRÖHLICH
1902 - 1987

Signiertes Foto von Gustav FröhlichGustav Heinrich Fröhlich wuchs bei Pflegeeltern auf. Im 1. Weltkrieg leistete er Freiwilligendienst im besetzten Brüssel bei der Presseüberwachung. Seine schriftstellerischen Fähigkeiten zeigten sich in der Niederschrift von zwei Folgen einer Groschenheft-Serie namens "Heinz Brandt, der Fremdenlegionär".
Nach einigen Auftritten in einem Variété unter dem Künstlernamen Gustav Geef nimmt Fröhlich Schauspielunterricht in Heilbronn. In den folgenden Jahren tritt er auf den verschiedensten deutschen Bühnen auf.
Im Film debütierte er in "Paganini" aus dem Jahre 1922 in der Rolle des Komponisten Franz Liszt.
Bei "Metropolis" wurde Fröhlich zu Beginn lediglich als einer der Arbeiter vorgesehen, doch vier Wochen nach Drehbeginn beförderte ihn Fritz Lang zum neuen Hauptdarsteller dieses Films, nachdem Thea von Harbou ihren Mann auf ihn aufmerksam gemacht hatte. Ein neuer Star war geboren. Fröhlich spielte in den nächsten Jahren in einigen namhaften Produktionen mit, ehe er 1930 von Warner Bros. nach Hollywood geholt wurde, wo er in verschiedenen deutschen Versionen amerikanischer Filme mitspielte (u.a. Die heilige Flamme (1930) und Kismet (1931).
Durch sein unbeschwertes Auftreten war er schon bald auf smarte Kavaliere abonniert. Nur selten konnte er andere Charakteren mimen.
Einer seiner grössten Erfolge wurde seine Rolle in "Oberwachtmeister Schwenke" (1934), wo er den hilfsbereiten, sympathischen Freund und Helfer darstellte. 

Von 1931 - 1935 war Gustav Fröhlich mit der Schauspielerin Gitta Alpar verheiratet, später lebte er mit der Schauspielerin Lida Baarova zusammen, mit der er auch einige Filme gemacht hatte. Es grassierte das Gerücht, dass Fröhlich, nachdem er Lida Baarova an den Propaganda-Minister Joseph Goebbels verloren hatte, mit diesem einen heftigen Streit hatte, der in einer Ohrfeige für Goebbels gipfelte.
Ab 1941 musste Fröhlich Dienst bei der Wehrmacht leisten, welcher zwischenzeitlich durch Dreharbeiten unterbrochen wurde.
Als Gustav Fröhlich einen Ausbruch aus der Schublade des charmanten Gentleman mit der tragischen Rolle eines todgeweihten Malers in "Die Sünderin" (1950) versuchte, ging dieser Versuch im Chaos des Skandals, den der Film mit einem kurzen Nacktauftritt von Hildegard Knef auslöste, unter. 

Gustav Fröhlich zog sich langsam vom Film zurück, das Fernsehen engagierte ihn nur selten. 
Seit 1956 lebte Gustav Fröhlich in der Schweiz in der Ortschaft Brissago am Lago Maggiore. 1987 schloss er für immer die Augen.

Alle Filme mit Gustav Fröhlich:
Paganini (1923) Die Frau mit dem schlechten Ruf (1925) Schiff in Not (1925) Friesenblut (1925) Metropolis (1926) Die Frau, die nicht "Nein" sagen kann (1926) Die leichte Isabell (1927) Der Meister von Nürnberg (1927) Jugendrausch (1927) Gehetzte Frauen (1927) Ihr letztes Liebesabenteuer/Ich heirate meine Frau (1927) Die Pflicht zu schweigen (1927) Die elf Teufel (1927) Schwere Jungen - leichte Mädchen (1927) Jahrmarkt des Lebens (1927) Fremdenlegionär/Wenn die Schwalben heimwärts ziehen (1928) Die Rothausgasse (1928) Heimkehr 81928) Angst (1928) Hurrah! Ich lebe! (1928) Das brennende Herz (1929) Asphalt (1929) Hochverrat (1929) Der unsterbliche Lump (1930) Brand in der Oper (1930) Zwei Menschen (1930) Liebeslied (1930) Die heilige Flamme (1930) Kismet (1931) Voruntersuchung (1931) Solang' noch ein Walzer vom Strauss erklingt (1931) Gloria (1931) Liebeskommando (1931) Mein Leopold (1931) Unter falscher Flagge (1932) Die verliebte Firma (1932) Gitte entdeckt ihr Herz (1932) Ein Lied, ein Kuss, ein Mädel (1932) Ich will nicht wissen, wer Du bist (1932) Ein Mann mit Herz (1932) Was Frauen träumen (1933) Die Nacht der grossen Liebe (1933) Sonnenstrahl (1933) Rund um eine Million (1933) Rakoczy-Marsch (1933) Der Flüchtling aus Chicago (1934) Abenteuer eines jungen Herrn in Polen (1934) Oberwachtmeister Schwenke (1934) Barcarole (1935) Nacht der Verwandlung (1935) Leutnant Bobby, der Teufelskerl (1935) Stradivari (1935) Liebesleute (1935) Es flüstert die Liebe (1935) Die Entführung (1936) Die unmögliche Frau (1936) Die Stunde der Versuchung (1936) Inkognito (1936) Stadt Anatol (1936) Gleisdreieck (1936) Alarm in Peking (1937) Gabriele, eins, zwei, drei (1937) Es leuchten die Sterne (1938) Die kleine und die grosse Liebe (1938) Frau Sixta (1938) In geheimer Mission (1938) Renate im Quartett (1939) Alarm auf Station III (1939) Ihr Privatsekretär (1940) Alles Schwindel (1940) Herz modern möbliert (1940) Herz geht vor Anker (1940) Der grosse König (1942) Clarissa (1941) Sechs Tage Heimaturlaub (1941) Mit den Augen einer Frau (1942) Tolle Nacht (1943) Familie Buchholz (1943) Neigungsehe (1943) Der grosse Preis (1944) Das Konzert (1944) Eine alltägliche Geschichte (1945) Der grosse Fall (1945) Leb' wohl, Christina (1945) Sag' die Wahrheit (1946) Wege im Zwielicht (1948) Das verlorene Gesicht (1948) Diese Nacht vergess' ich nie (1949) Der Bagnosträfling (1949) Dieser Mann gehört mir (1950) Die Lüge (1950) Die Sünderin (1950) Stips (1951) Torreani (1951) Abenteuer in Wien/Gefährliches Abenteuer (1952) Haus des Lebens (1952) Ehe für eine Nacht (1953) Von Liebe reden wir später (1953) Die kleine Stadt will schlafen gehen (1953) Rosen aus dem Süden (1954) Ball der Nationen (1954) Der erste Frühlingstag (1956) Vergiss, wenn Du kannst (1956) ...und keiner schämte sich (1960) Der neue Talar (1961) Die Dubarry (1963) Laubenkolonie (1968) Der lachende Apfel (1976) Pommi Stern (1981) Serie "Die Laurents" (1982) 

Regie:
Rakoczy-Marsch (1933) Abenteuer eines jungen Herrn (1934) Leb' wohl, Christina (1945) Wege im Zwielicht (1948) Der Bagnosträfling (1949) Die Lüge (1950) Torreani (1951) Seine Tochter ist der Peter (1955) 

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ALFRED ABEL
1879 - 1937

Signiertes Foto von Alfred AbelAlfred Abel hatte seinen ersten Theaterauftritt bereits um die Jahrhundertwende und seine Karriere führte ihn bald schon nach Berlin, der Theatermetropole Deutschlands. 1913 spielte er unter der Regie von Max Reinhardt im Film "Eine venezianische Nacht" und feierte seinen Einstand als Filmschauspieler. Alfred Abel gehörte zu den feinfühligen Schauspielern, die schon früh erkannten, dass beim Film nicht wildes Gestikulieren sondern ein dezentes Spiel der Gestik gefragt war, um eine glaubhafte Charaktere zu gestalten. Zu Beginn des Stummfilms war es vielen Darstellern anzusehen, dass ihre Wurzeln beim Theater lagen, wo eine Ueberzeichnung der Figuren angebracht war, im Film jedoch befremdend wirkte - dem setzte Alfred Abel sein Einfühlvermögen entgegen.
Es zeigte sich schon bald, dass Abel für jede Rolle einsetzbar war. Sein variantenreiches Spiel wurde von Regie-Grössen wie Ernst Lubitsch, Fritz Lang und F. W. Murnau eingesetzt.
Mit dem Aufkommen des Tonfilms wurde er vermehrt auf die Rolle des feinen Herrn festgelegt. Er galt in Berlin als einer der bestangezogenen Männer und äusserte sich auch gerne über Modefragen.
Nebst der Schauspielerei trat Alfred Abel auch bei vier Filmen als Regisseur in den Vordergrund. Bereits 1921 führte er bei "Der Streik der Diebe" Regie und nahm auf diesem Stuhl letztmals 1935 Platz.
Nach längerer Krankheit verstarb der sympathische Schauspieler in Berlin. Er hinterliess nebst seiner Frau auch eine Tochter namens Ursula, die versuchte, in die Stapfen ihres Vaters zu treten, wurde jedoch 1935, weil sie für ihren Vater den Arier-Nachweis nicht erbringen konnte, mit einem Berufsverbot belegt.

Alle Filme mit Alfred Abel:
Eine venezianische Nacht (1913) Die Geschichte der stillen Mühle (1914) Lache, Bajazzo! (1914) Das Laster (1915) §51 StGB/Der Weg zum Guten (1915) Das Spiel ist aus (1916) Peter Lump (1916) Ernst ist das Leben (1916) Das Geständnis der grünen Maske/Der grüne Dämon (1916) Wenn Menschen reif zur Liebe werden (1916) Der Seele Saiten schwingen nicht (1917) Ein Blatt im Sturm (1917) Es werde Licht!, Teil 4: Sündige Mütter (1918) Drohende Wolken am Firmament (1918) Colomba (1918) Lola Montez (1918) Tanzendes Gift (1918) Die Dame, der Teufel und die Probiermamsell (1918) Lucas, Kapitel 15/Der verlorene Sohn (1918) Die rote Herzogin (1919) Taumel (1919) Rausch (1919) Eine junge Dame aus guter Familie (1919) Kameraden (1919) Die Geächteten/Der Ritualmord (1919) Die Frau ohne Seele (1920) Der schwarze Graf (1920) Die Frau im Himmel (1920) Der Ruf aus dem Jenseits (1920) Fakir der Liebe (1920) Wenn der junge Kaktus blüht (1920) Mord...die Tragödie des Hauses Garrick (1920) Die Präriediva (1920) Der Streik der Diebe (1921) Irrende Seelen/Sklaven der Sinne (1921) Die grosse und die kleine Welt (1921) Das Opfer der Ellen Larsen (1921) Mann über Bord (1921) Der Schrecken der roten Mühle (1921) Grausige Nächte (1921) Sappho (1921) Die rote Mühle (21) Die Geschichte des grauen Hauses, Teil 1: Der Mord aus verschmähter Liebe (1921) Die im Schatten gehen (1921) Lotte Lore (1921) Die Intrigen der Madame de la Pommeraye (1921) Menschenofper (1922) Der brennende Acker (1922) Die Jagd nach der Frau (1922) Dr. Mabuse, der Spieler (1922) Zwischen Tag und Traum (1922) Scheine des Todes (1922) Die Flamme (1922) Phantom (1922) Bigamie (1922) Der falsche Dimitry (1922) Die Prinzessin Suwarin (1923) Arme Sünderin (1923) Buddenbrooks (1923) Das Spiel der Liebe (1923) Im Rausch der Leidenschaft (1923) Das Laster des Spiels (1923) Die Finanzen des Grossherzogs (1923) Dudu, ein Menschenschicksal/Menschen (1923) Das Spiel mit dem Schicksal/Die Frau in Versuchung/Wer das Scheiden hat erfunden (1924) Mensch gegen Mensch (1924) Die Frau im Feuer (1924) Die Feuertänzerin (1925) Der Herr Generaldirektor (1925) Der Bankkrach unter den Linden (1925) Der Gardeoffizier (1925) Tragödie einer Ehe (1926) Metropolis (1926) Menschen untereinander (1926) Eine Dubarry von heute (1926) Die lachende Grille (1926) Die Tragödie eines Verlorenen (1926) Laster der Menschheit (1927) Ein Tag der Rosen im August...da hat die Garde fortgemusst (1927) Das tanzende Wien (1927) Das Geheimnis von Genf (1927) Jahrmarkt des Lebens (1927) Wer das Scheiden hat erfunden (1928) Eine Nacht in Yoshiwara (1928) Heut' spielt der Strauss/Der Walzerkönig (1928) Prinzessin Olala (1928) Rasputins Liebesabenteuer (1928) Ariane im Hoppegarten (1928) Mein Herz ist eine Jazzband (1928) Geld! Geld!! Geld!!! (1928) Narkose (1929) Graf Cagliostro (1929) Giftgas (1929) Ehe in Not/Ehen zu dritt (1929) Sei gegrüsst, Du mein schönes Sorrent (1929) Dolly macht Karriere (1930) Das Schicksal der Renate Langen (1930) 1914, die letzten Tage vor dem Weltbrand (1930) Mary/Sir John greift ein (1930) Das Ekel (1931) Meine Frau, die Hochstaplerin (1931) Der Herzog von Reichstadt (1931) Der Kongress tanzt (1931) Der Herr Bürovorsteher (1931) Die Koffer des Herrn O.F. (1931) Johnny stiehlt Europa (1932) Das schöne Abenteuer (1932) Das Mädel vom Montparnasse (1932) Spione im Savoy-Hotel (1932) Der weisse Dämon (1932) Kampf (1932) Salon Dora Green (1933) Manolescu, der Fürst der Diebe (1933) Brennendes Geheimnis (1933) Die kleine Schwindlerin (1933) Wege zur guten Ehe (1933) Die Liebe siegt (1934) Eine Siebzehnjährige (1934) Viktoria (1935) Kater Lampe (1936) Ein seltsamer Gast (1936) Maria, die Magd (1936) Spiel an Bord (1936) Und Du, mein Schatz, fährst mit (1936) Das Hofkonzert (1936) Skandal um die Fledermaus (1936) Millionenerbschaft (1937) Unter Ausschluss der Oeffentlichkeit (1937) Sieben Ohrfeigen (1937) Millionäre/Ich möcht' so gern mit Dir allein sein (1937) Frau Sylvelin (1938)

Regie:
Der Streik der Diebe (1921) Narkose (1929) Glückliche Reise (1933) Alles um eine Frau (1935)



RUDOLF KLEIN-ROGGE
1885 - 1955

Signiertes Foto von Rudolf Klein-RoggeRudolf Klein-Rogge debütierte 1909 am Stadttheater Halberstadt. 1915 kam er nach Nürnberg, wo er einer der wichtigsten Schauspieler am Theater wurde. Rudolf Klein-Rogge war mit der Drehbuchautorin und Schriftstellerin Thea von Harbou verheiratet (1914 - 1921). Er verdiente in Nürnberg gute 12'000 Mark im Jahr als Star des Nürnberger Stadttheaters, seine Frau verdiente mit ihren Romanen bis zu 100'000 Mark, doch könnte es noch mehr sein, wenn sie in Berlin leben würde. So ging das Ehepaar nach Berlin, wo Klein-Rogge am Lessing-Theater beschäftigt wurde und Thea von Harbou ihre Karriere erfolgreich vorantreiben konnte. Berlin erwies sich für Klein-Rogge als härteres Pflaster im Vergleich zu Nürnberg und seine Karriere stagnierte. Schliesslich zerbrach die Ehe, doch blieben beide gute Freunde. Als Thea von Harbou mit Fritz Lang eine der fruchtbarsten Verbindungen der deutschen Filmgeschichte einging, konnte Rudolf Klein-Rogge dank seiner Verbindung zu ihr in den meisten zukünftigen Filmen von Lang mitspielen (bis 1932), wovon nicht wenige Filmgeschichte schrieben.
Ab 1919 spielte Klein-Rogge in zunächst kleineren Rollen mit. Durch seine gedrungene Gestalt wurde er schon bald für zwielichte Charakteren eingesetzt, u.a. als Dr. Mabuse, als König Etzel oder der verrückte Erfinder Rotwang.
Bei den Dreharbeiten zu "Die Nibelungen" war sich Klein-Rogge nicht zu schade, für Paul Richter (der den Siegfried mimte) als Double einzuspringen, als dieser sich weigerte, jene Szene zu spielen, in der er nackt im Blut des soeben getöteten Drachens badet. Klein-Rogge genierte sich nicht, seine Rückseite unbedeckt der Kamera zu zeigen.
Ab 1928 wurde Klein-Rogge öfters auch in Frankreich engagiert, wo er in einem der ersten grossen französischen Tonfilme mitspielte - "Le Requin" (1929) von Henri Chomette.
Der Tonfilm hielt am Rollenklischee fest, nur selten kam es vor, dass er in komödiantischen Rollen eingesetzt wurde (Das Hofkonzert (1936), Die göttliche Jette (1937). 
Zu Beginn der 40er Jahre zog sich Rudolf Klein-Rogge völlig vom Film zurück. Er war in zweiter Ehe (nach anderen Quellen in dritter Ehe) mit der schwedischen Schauspielerin Mary Johnson verheiratet. Als er 1955 in Graz verstarb, war er von der Oeffentlichkeit weitgehend vergessen.

Alle Filme mit Rudolf Klein-Rogge:
Das Licht am Fenster (1919) Flitter Dörtje (1919) Die Schreckensnacht im Irrenhaus Ivoy (1919) Morphium (1919) Die Launen eines Milliardärs (1919) Der schwarze Graf (1920) Wildes Blut (1920) Das wanderne Bild (1920) Kämpfende Herzen (1921) Die Nächte des Cornelius Brouwer (1921) Der müde Tod (1921) Zirkus des Lebens (1921) Dr. Mabuse, der Spieler (1922) Der steinerne Reiter (1922) Die Nibelungen (1924) Die Prinzessin Suwarin (1923) Pietro, der Korsar (1925) Der Mann seiner Frau (1925) Der rosa Diamant (1925) Metropolis (1926) Mädchenhandel (1926) Die lachende Grille (1926) Der Herr der Nacht (1926) Der Zigeunerbaron (1927) Die letzte Nacht (1926) Casanova (1927) Die raffinierteste Frau Berlins (1927) Das Mädchen aus Frisco (1927) Die Sandgräfin (1927) Tingel-Tangel/Das Mädel vom Tingel-Tangel/Trommelfeuer der Liebe (1927) Spione (1928) Eine Nacht in Yoshiwara (1928) Die schönste Frau von Paris (1928) Wolge - Wolga (1928) Mädchenschicksale (1928) La faute de Monique (1929) Le requin (1929) Tarakanova, die falsche Zarentochter (1929) Tu m'appartiens! (1929) Der weisse Gott (1931) Das Testament des Dr. Mabuse (1933) Der Judas von Tirol (1933) Elisabeth und der Narr (1933) Die Welt ohne Maske (1934) Hanneles Himmelfahrt (1934) Grenzfeuer (1934) Gern hab' ich die Frau'n geküsst (1934) Der Fall Brenken (1934) Zwischen Himmel und Erde (1934) Die Frauen vom Tannhof (1934) Der alte und der junge König (1935) Der Kosak und die Nachtigall (1935) Das Einmaleins der Liebe (1935) Der Ammenkönig (1935) Der Kaiser von Kalifornien (1936) Ein seltsamer Gast (1936) Die Stunde der Versuchung (1936) Moral (1936) Intermezzo (1936) Die un-erhörte Frau (1936) Truxa (1936) Das Hofkonzert (1936) Der Herrscher (1937) Die göttliche Jette (1937) Madame Bovary (1937) Streit um den Knaben Jo (1937) Die gelbe Flagge (1937) Der Katzensteg (1937) Ab Mitternacht (1937) Die Frau und der Tod/Abenteuer in Marokko (1937) Zwei Frauen (1938) Menschen vom Variété (1939) Parkstrasse 13 (1939) Schneider Wibbel (1939) Robert Koch, der Bekämpfer des Todes (1939) Kennwort Machin (1939) Rheinische Brautfahrt (1939) Das Herz der Königin (1940) Die unvollkommene Liebe (1940) Hochzeit auf Bärenhof (1942)



FRITZ RASP
1891 - 1976

Signiertes Foto von Fritz RaspDer Schauspieler Fritz Rasp war eine sehr auffällige Erscheinung und prädestiniert, zwielichte Typen im Film zu verkörpern.
Er wurde als 13. Kind einer Grossfamilie in Bayreuth geboren. Bereits 1909 erhielt er sein erstes Engagement am Schauspielhaus in München im Stück "Jugend". Als er später zum Reinhardt-Ensemble stiess, konnte er wertvolle Kontakte mit anderen Schauspieler-Kollegen knüpfen. 1915 kam er schliesslich erstmals mit dem Medium Film in Kontakt. Der Titel ist heute nicht mehr nachzuweisen, höchstwahrscheinlich handelte es sich um den Film "Zucker und Zimt" von Regisseur Ernst Matray. Im folgenden Jahr spielte er unter der Regie des legendären Regisseurs Ernst Lubitsch in "Schuhpalast Pinkus". Waren zu Beginn seiner Karriere die Rollen eher im komödiantischen Bereich festgelegt, verschob sich diese bereits in den 20er Jahren zu schurkenhaften, verschlagenen Charakteren.
G.W. Pabst, ebenfalls ein wichtiger Regisseur der frühen Jahre, schrieb später über Rasp: "Von den Schauspielern in meinem Film "Die Liebe der Jeanne Ney" von 1927 gefiel mir am besten Fritz Rasp. Er sah wie ein veritabler Schurke aus. Als er das Mädchen in den Arm biss und die Bissstelle gleich darauf mit einem Dollar statt einem Wundpflaster bedeckte, vergass ich, dass ein Schauspieler vor mir stand".
Fritz Lang setzte Fritz Rasp in mehreren Filmen ein, meist gewichtige Nebenrollen.
Der Tonfilm konnte der Karriere von Fritz Rasp nichts anhaben. Er spielte bereits in den 30er Jahren in einigen Edgar-Wallace-Filmen mit, welche in Deutschland äussert populär waren. Vor allem in den 50er und 60er Jahren kamen Neuverfilmungen dieses Schriftstellers ganz gross heraus und lockten unzählige Zuschauer in die Kinos. Natürlich wurde Rasp auch in diesen späten Jahren wieder als einer der Verdächtigen vor die Kamera geholt (u.a. "Die seltsame Gräfin" von 1961). 
Während und nach den ersten Kriegsjahren blieben Engagements eine Seltenheit. Erst ab Mitte der 50er Jahre konnte Rasp an seine früheren Erfolge wieder anknüpfen, nicht zuletzt mit den oben erwähnten Edgar-Wallace-Filmen. 
Auch im Fernsehen wurde Rasp eingesetzt. Seinen letzten grossen Triumph gelang ihm in der TV-Prodution "Lina Braake" aus dem Jahre 1974 an der Seite der grossen Charakterdarstellerin Lina Carstens.

Alle Filme mit Fritz Rasp:
Schuhpalast Pinkus (1916) Hans Trutz im Schlaraffenland (1917) Jugend (1922) Time is Money (1923) Der Mensch am Wege (1923) Zwischen Abend und Morgen/Der Spuk einer Nacht (1923) Schatten (1923) Arabella (1924) Komödianten (1924) Die Puppe vom Lunapark (1924) Ein Sommernachtstraum (1925) Menschen am Meer (1925) Das Haus der Lüge (1925) Götz von Berlichingen zubenannt mit der eisernen Hand (1925) Qualen der Nacht (1926) Metropolis (1926) Der Liebe Lust und Leid (1926) Überflüssige Menschen (1926) Die Waise von Lowood (1926) Kinderseelen klagen an (1927) Die Liebe der Jeanne Ney (1927) Der geheimnisvolle Spiegel (1927) Der letzte Walzer (1927) Schinderhannes (1928) Spione (1928) Die Carmen von St. Pauli (1928) Frau im Mond (1929) Der Hund von Baskerville (1929) Tagebuch einer Verlorenen (1929) Frühlings Erwachen (1929) Die Drei um Edith (1929) Die grosse Sehnsucht (1930) Dreyfus (1930) Tropennächte (1930) Der Mörder Dimitri Karamasoff (1930) Die Drei-Groschen-Oper (1931) Der Zinker (1931) Die Pranke (1931) Emil und die Detektive (1931) Die Vier vom Bob 13 (1931) Der Hexer (1932) Die grausame Freundin (1932) Der sündige Hof (1933) Der Judas von Tirol (1933) Der Schuss am Nebelhorn (1933) Altgermanische Bauernkultur (1934) Grenzfeuer (1934) Charleys Tante (1934) Klein-Dorrit (1934) Lockvogel (1934) Lockspitzel Asew (1934) Onkel Bräsig (1936) Die Leuchter des Kaisers (1936) Der Hund von Baskerville (1936) Togger (1937) Einmal werd' ich Dir gefallen (1937) Nanu, Sie kennen Korff noch nicht! (1938) Es war eine rauschende Ballnacht (1939) Frau im Strom (1939) Leidenschaft (1940) Alarm (1941) Paracelsus (1943) Irgendwo in Berlin (1946) Skandal in der Botschaft (1950) Haus des Lebens (1952) Hokuspokus (1953) Die Mühle im Schwarzwälder Tal (1953) Magic Fire - Frauen um Richard Wagner (1955) Die Bauernpassion (1955) Squirrel (1955) Der Cornet (1955) Madame Aurélie (1955) Kopf in der Schlinge (1955) Der Revisor (1955) Gottes Utopia (1955) Die Heiratskomödie (1955) Ein Weihnachtslied in Prose (1955) Das Abschiedsgeschenk (1956) Oberst Chabert (1956) Wo war David Preston? (1956) Zwölftausend (1956) Don Carlos (1957) Der öffentliche Kläger (1958) Vor Himmelskörpern wird gewarnt (1959) Der Frosch mit der Maske (1959) Johanna von Lothringen (1959) Land, das meine Sprache spricht (1959) Das mittlere Fenster (1959) Eine Dummheit macht auch der Gescheiteste (1959) Kasimir und Karoline (1959) Der rote Kreis (1960) Der Mann, der Donnerstag war (1960) Am grünen Strand der Spree (1960) Bezaubernde Julia (1960) Gericht über Las Casas (1960) Die Bande des Schreckens (1960) Das schwarze Schaf (1960) Die seltsame Gräfin (1961) Das Rätsel der roten Orchidee/Gangster in London (1962) Der Zinker (1963) Maria Stuart (1963) Herodes und Marianne (1964) Eurydike (1964) Dr. med. Hiob Praetorius (1964) Volpone (1966) Der Prozess der Jeanne d'Arc zu Rouen 1431 (1967) Die Verspätung (1969) Serie "Tatort: Frankfurter Gold (1971) Die Weber (1971) Serie "Der Kommissar: Tod eines Ladenbesitzers (1971) Pero und Jovo (1972) Lina Braake (1975) Dorothea Merz (1976)



THEODOR LOOS
1883 - 1954

Signiertes Foto von Theodor LoosTheodor Loos wurde in Zwingenberg/Hessen geboren. Nach ersten beruflichen Erfahrungen in Musikhandel und Kunstgewerbe ergriff er in Leipzig den Beruf eines Schauspielers. Über das Theater von Frankfurt kam er 1912 nach Berlin, wo er von Max Reinhardt ans Deutsche Theater engagiert wurde. 
In diese Zeit fiel auch Theodor Loos' Debüt beim Film. Bereits 1913 trat er im Film "Das goldene Bett" auf, dem bald weitere filmische Werke wie "Homunculus" (1916), "Es werde Licht!" (1918) und "Nachtgestalten" (1919).

Die 20er Jahre waren geprägt von grossartigen Theaterrollen und Engagements in einigen der wichtigsten Stummfilme der deutschen Filmgeschichte. Theodor Loos faszinierte am Theater mit seiner natürlichen Sprechkunst, beim Film beeindruckte er mit seinem
markanten Gesicht und den ausdrucksstarken Augen, die sein Spiel vor der Kamera noch intensivierten.
Nebst "Metropolis" konnte man ihn in diesem Jahrzehnt in Filmklassikern wie "Lady Hamilton" (1921), "Die Nibelungen" (1924) und "Manon Lescaut" (1927) bewundern.

Mit dem Aufkommen des Tonfilms konnte Theodor Loos auch seine Stimme mit in die Filme einbringen und agierte bis 1939 in vielen Filmen wie "M - Eine Stadt sucht einen Mörder" (1931), "Das Testament des Dr. Mabuse" (1933), "Der Student von Prag" (1935) und "Der Herrscher" (1937), um nur einige zu nennen.
Erst der Ausbruch des 2. Weltkriegs beeinträchtigte die vielfältige Schaffenskraft des grossen Mimen. In Filmen trat er nur noch selten auf, u.a. auch im berüchtigten Propagandafilm "Jud Süss" (40), daneben widmete er sich vermehrt wieder dem Theater zu, wo er ab
1945 am Staatstheater in Stuttgart bis zu seinem Tod engagiert war.
 

 Das goldene Bett (1913) Die Eisbraut (1913) Sein einziger Bruder (1913) Das Haus ohne Tür (1914) Im Schützengraben (1914) Der Sohn des Ministers (1915) Der zwölfjährige Kriegsheld (1915) Die Rache der Thora West (1815) Doch die Liebe fand den Weg (1915) Maria Niemand und ihre zwölf Väter (1915) Der geheimnisvolle Wanderer (1915) Frau Eva (1916) Homunculus (1916) Abseits vom Glück (1916) Das Haus der Leidenschaften (1916) Das letzte Spiel (1916) Die Richterin von Solvigsholm (1916) Friedrich Werders Sendung (1916) Das Gewissen des Anderen (1917) Die schwarze Lo (1917) Das Licht in der Nacht (1917) Christa Hartungen (1917) Das Buch des Lasters (1917) Edelsteine (1917) ...und führe uns nicht in Versuchung (1917) Es werde Licht! (1918) Nach dem Gesetz (1919) Nachtgestalten (1919) Die Launen eines Milliardärs (1919) Dämmernde Nächte (1920) Das Wüstengrab (1920) Der zeugende Tod (1920) Die Geheimnisse von New York (20) Die Nacht der Prüfung (20) Geschwister Barelli (20) Sehnende Liebe (20) Der Menschheit Anwalt: Das Wunder der Zeiten (1920) Kurfürstendamm (1920) Christian Wahnschaffe: Weltbrand (1920) Steuermann Holk (1920) Der Reigen - Ein Werdegang (1920) Lady Hamilton (1921) Das Haus in der Dragonergasse (1921) Der Schatz der Azteken (1921) Der rätselhafte Tod (1921) Das Gelübde (1921) Die kleine Dagmar (1921) Die Schuldige (1921) Das blinde Glück (1922) Der Kampf ums Ich (1922) Jugend (1922) Schuld und Sühne (1922) Es leuchtet meine Liebe (1922) Hanneles Himmelfahrt (1922) Macht der Versuchung (1922) Othello (1922) Friedrich Schiller (1923) Der Aufstieg der kleinen Lilian (1923) Claire (1924) Soll und Haben (1924) Die Nibelungen: Kriemhilds Rache (1924) Die Nibelungen: Siegfried (1924) Wunder der Schöpfung (1925) Der erste Stand (1925) Götz von Berlichingen zubenannt mit der eisernen Hand (1925) Der tanzende Tod (1925) Was Steine erzählen (1925) Der Herr der Nacht (1926) Frauen der Leidenschaft (1926) Das Lebenslied (1926) Liebeshandel (1926) Zopf und Schwert (1926) Manon Lescaut (1926) Der Veilchenfresser (1926) Bigamie (1927) Metropolis (1927) Die Weber (1927) Prinz Louis Ferdinand (1927) Notschrei hinter Gittern (1927) Luther (1927) Die Hochstaplerin (1927) Petronella (1927) Anastasia, die falsche Zarentochter (1928) Die Sache mit dem Schorrsiegel (1928) Sensationsprozess (1928) Königin Luise (1928) Heimkehr (1928) Atlantik (1929) Diane (1929) Ludwig der Zweite, König von Bayern (1929) Die Nacht des Schreckens (1929) Napoleon auf St. Helena (1929) Vertauschte Gesichter (1929) Blutschande - § 173 St.G.B. (1929) Die große Sehnsucht (1930) Das Flötenkonzert von Sans-souci (1930) Rasputin, Dämon der Frauen (1930) Boykott (1930) Zwei Menschen (1930) 1914, die letzten Tage vor dem Weltbrand (1930) Die andere Seite (1931) Ariane (1931) Im Geheimdienst (1931) Der Fall des Generalstabsoberst Redl (1931) M - Eine Stadt sucht einen Mörder (1931) Ich geh' aus und du bleibst da (31) Yorck (1931) Acht Mädels im Boot (1932) Die elf Schill'schen Offiziere (1932) Das Geheimnis des blauen Zimmers (1932) Schuß im Morgengrauen (1932) Die unsichtbare Front (1932) Grün ist die Heide (1932) An heiligen Wassern (1932) Tod über Shanghai (1932) Marschall vorwärts (1932) Goethe - Gedenkfilm (1932) Was wissen denn Männer (1932) Das Testament des Dr. Mabuse (1933) Ein gewisser Herr Gran (1933) Der Judas von Tirol (1933) Wege zur guten Ehe (1933) Höllentempo (1933) Eion gewisser Herr Gran (1933) Die blonde Christl (1933) Die Freundin eines großen Mannes (1934) Hanneles Himmelfahrt (1934) Ein Mädchen mit Prokura (1934) Wilhelm Tell (1934) Die Spork'schen Jäger (1934) Der Student von Prag (1935) Der alte und der junge König (1935) Der grüne Domino (1935) Das Mädchen Johanna (1935) Das Mädchen vom Moorhof (1935) Viktoria (1935) Stradivari (1935) Schlußakkord (1936) Der Abenteurer von Paris (1936) Die Stunde der Versuchung (1936) Verräter (1936) Weiße Sklaven (1936) Der Herrscher (1937) Monika (1937) Die gläserne Kugel (1937) Das Geheimnis um Betty Bonn (1937) Geheimzeichen LB 17 (1938) Kameraden auf See (1938) Schatten über St. Pauli (1938) Der Maulkorb (1938) Robert Koch, Bekämpfer des Todes (1939) Roman eines Arztes (1939) Parkstrasse 13 (1939) Jud Süß (1940) Falschmünzer (1940) Alarm (1941) Kora Terry (1941) Heimaterde (1941) Andreas Schlüter (1942) Rembrandt (1942) Die Entlassung/Schicksalswende (1942) Die Sache mit Styx (1942) Reise in die Vergangenheit (1943) Gabriele Dambrone (1943) Titanic (1943) Philharmoniker (1944) Shiva und die Galgenblume (1945) Der Fall Molander (1945) Geld ins Haus/Der Millionär (1947) Mordprozeß Dr. Jordan (1949) Die Gefangene des Maharadscha (1953) Sterne über Colombo (1953)

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HEINRICH GEORGE
1893 - 1946

Signiertes Foto von Heinrich GeorgeDer Vater von Heinrich George (sein bürgerlicher Name ist eigentlich Heinrich Georg Schulz) war Marineoffizier und später Beamter in Stettin. Der junge Heinrich George, der schon als Kind etwas untersetzt war, lebte nur für sein Geigenspiel. Er wurde später beim Stettiner Magistrat in die Lehre gesteckt. Doch Georges Traum war, ein grosses Orchester zu dirigieren. Nach ständigen Beschwerden seines Magistraten schickte ihn sein Vater nach Berlin. Dort kam George erstmals mit dem Theater in Berührung, als er Gelegenheitsjobs als Statist annahm. Sein neuer Traumjob nahm Gestalt an: Die Schauspielerei. Sein Vater war alles andere als begeistert, doch seine Mutter unterstützte sein Vorhaben. Dann ging es Schlag auf Schlag in Georges Leben. Mit 19 wurde er für 35 Mark im Monat in Kolberg engagiert. Ein halbes Jahr später ging er zu einem Zirkus, weitere 3 Monate später spielte er im Stadttheater in Bromberg. Im Alter von 20 schloss er einen Vertrag mit dem Hoftheater in Neustrelitz ab. Mit 21 wurde er in den Krieg eingezogen, wo er 1915 schwer verwundet und 1917 als Dienstuntauglich aus dem Dienst entlassen wurde. Weitere kurz aufeinander folgende Engagements folgten, bis schliesslich der grosse Max Reinhardt den jungen Heinrich George nach Berlin verpflichtete. 
Dort etablierte er sich schon bald als vielschichtiger Charakterdarsteller. Es war nur eine Frage der Zeit, bis der Film bei ihm anklopfte. 
Zu Beginn betrachtete er den Film lediglich als Nebenbeschäftigung, doch mit seiner Teilnahme an "Metropolis" erhielt er erstmals eine Rolle, die ihn über die Gage hinaus interessierte.
 Seine stärksten Momente im Film hatte er, wenn er ganze Passagen an einem Stück spielen konnte. Die ständigen Unterbrüche bei Filmaufnahmen lagen ihm weniger. 
Durch seinen grossen Erfolg in Deutschland wurde er 1931 nach Hollywood engagiert, wo er in zwei deutschsprachigen Versionen amerikanischer Filme mitspielte. 
Nach seiner Rückkehr heiratete er die Schauspielerin Berta Drews, aus deren Ehe der Schauspieler Götz George hervorging, ein ebenfalls sehr erfolgreicher Darsteller, der der Ausdruckskraft eines Heinrich George sehr nahe kommt. 

Als sich die politische Lage in Deutschland zuspitzte, gehörte George nicht zu jenen Schauspielern, denen Politik unwichtig erschien. Heinrich George hatte bestimmte politische Bindungen und stand dem Kommunismus nahe. Er bevorzugte Stücke und  Filme, in denen radikale Ideen verwendet wurden.  Doch George liess sich schon bald von den neuen Machthabern einvernehmen. So kam es, dass man ihn vermehrt an Versammlungen der Nazis antraf. Er, der früher den Namen Hitler verachtete, sprach nun von seinem Führer.  In der UFA-Produktion “Hitlerjunge Quex” spielte er 1933 einen Kommunisten, der sich zum Nationalsozialismus bekehren lässt, weitere Propagandafilme folgten und George wurde einer der führenden Darsteller dieser NS-Filme. Diese Filme sollten sich als folgenschwer für Heinrich George erweisen. 
Nach Kriegsende wurde er 1946 verhaftet und in Hohenschönhausen und später in Sachsenhausen interniert, wo er den Schikanen der russischen Offiziere ausgesetzt war. Der einstmals stattliche Heinrich George magerte ab und musste aufgrund verdorbener Nahrungsmittel am Blindarm operiert werden. Die Behandlung wurde jedoch solange hinausgezögert, bis der Eingriff zu spät kam. Zwei Tage nach der Operation verstarb Heinrich George.
 

Alle Filme mit Heinrich George:
Der Roman der Christine von Herre (1921) Lady Hamilton (1921) Kean (1921) Die Perlen der Lady Harrison (1922) Lucrezia Borgia (1922) Das fränkische Lied (1922) Lola Montez, die Tänzerin des Königs (1922) Erdgeist (1923) Fridericus Rex (1923) Die Sonne von St. Moritz (1923) Der Mensch am Wege (1923) Quarantäne (1923) Steuerlos (1924) Soll und Haben (1924) Zwischen Morgen und Morgen (1924) She/Mirakel der Liebe (1925) Metropolis (1926) Das Panzergewölbe (1926) Überflüssige Menschen (1926) Die versunkene Flotte (1926) Das Meer (1927) Orientexpress (1927) Bigamie (1927) Die Ausgestossenen (1927) Die Leibeigenen (1927) Die Dame mit der Maske (1928) Song/Schmutziges Geld (1928) Das letzte Souper/Der Schuss in der grossen Oper (1928) Das letzte Fort (1928) Rutschbahn (1928) Der Mann mit dem Laubfrosch (1928) Kinder der Strasse (1928) Manolescu (1929) Der Sträfling aus Stambul (1929) Sprengbagger 1010 (1929) Der Andere (1930) Dreyfus (1930) Menschen im Käfig (1930) 1914, die letzten Tage vor dem Weltbrand (1930) Der Mann, der den Mord beging/Nächte am Bosporus (1930) Menschen hinter Gittern (1931) Wir schalten um auf Hollywood (1931) Berlin - Alexanderplatz (1931) Goethe lebt...! (1932) Das Meer ruft (1933) Schleppzug M 17 (1933) Hitlerjunge Quex (1933) Reifende Jugend (1933) Hermine und die sieben Aufrechten (1934) Das Mädchen Johanna (1935) Nacht der Verwandlung (1935) Stützen der Gesellschaft (1935) Die grosse und die kleine Welt (1936) Wenn der Hahn kräht (1936) Stjenka Rasin (1936) Ball im Metropol (1937) Versprich mir nichts! (1937) Unternehmen Michael (1937) Ein Volksfeind (1937) Der Biberpelz (1937) Es leuchten die Sterne (1938) Frau Sylvelin (1938) Heimat (1938) Das unsterbliche Herz (1939) Sensationsprozess Casilla (1939) Pedro soll hängen (1939) Der Postmeister (1940) Jud Süss (1940) Friedrich Schiller (1940) Schicksal (1942) Hochzeit auf Bärenhof (1942) Der grosse Schatten (1942) Wien 1910 (1942) Andreas Schlüter (1942) Der Verteidiger hat das Wort (1944) Die Degenhardts (1944) Solistin Anna Alt/Wenn die Musik nicht wär' (1944) Kolberg (1944) Frau über Bord/Das Mädchen Juanita (1945) 

Unvollendet blieben die Filme "Das Leben geht weiter" (1945) und "Dr. phil. Döderlein" (1945)



FRITZ ALBERTI
1877 - 1954

Signiertes Foto von Fritz AlbertiDer Schauspieler Fritz Alberti begann seine Filmkarriere 1921 mit dem Film "Menschen im Rausch" (21). In den kommenden Jahren wurde er ein vielbeschäftigter Darsteller in meist grösseren Nebenrollen.
Zu seinen bedeutendsten Filmen der 20er Jahre gehören "Die Nibelungen" (24), "Die Prinzesin und der Geiger" (25), "Brennende Grenze" (26), "Der Student von Prag" (26), "Metropolis" (26), "Der Adjutant des Zaren" (28) und "Manolescu - Der König der Hochstapler" (29).

Mit dem Aufkommen des Tonfilms neigte sich seine Laufbahn langsam dem Ende entgegen. Dennoch agierte er in einigen bedeutenden Produktionen wie "Dreyfus" (30), "Mary/Sir John greift ein! (30) von Alfred Hitchcock, "Der Mörder Dimitri Karamasoff" (31) und "Die Finanzen des Grossherzogs" (34).

Filme mit Fritz Alberti:
In seiner Karriere spielte er in Filmen wie Menschen im Rausch (21) Die Nibelungen: Kriemhilds Rache (1924) Die Nibelungen: Siegfried (1924) Die Andere (1924) Die Prinzessin und der Geiger (1925) Friesenblut (25) Hanseaten (25) Ich liebe Dich (25) Schiff in Not (25) Wenn die Liebe nicht wär'! (25) Brennende Grenze (26) Herbstmanöver (26) Des Königs Befehl (26) Kampf der Geschlechter (26) Kreuzzug des Weibes (26) Mädchenhandel (26) Der Seekadett (26) Die Sporck'schen Jäger (26) Wien - Berlin (26) Der Student von Prag (1926) Die Schwester vom Roten Kreuz - Ein Lebenslauf (1926) Metropolis (1926) Cafe Elektrik (1927) U 9 Weddigen (1927) Die elf Teufel (27) Die drei Niemandskinder (27) Die Hochstaplerin (27) Der König der Mittelstürmer (27) Liebe geht seltsame Wege (27) Die raffinierteste Frau Berlins (27) Der Adjutant des Zaren (28) Die Dame und ihr Chauffeur (28) Der fesche Husar (28) Majestät schneidet Bubiköpfe (28) Dornenweg einer Fürstin (1928) Flucht aus der Hölle (1928) Fünf bange Tage (1928) Rasputins Liebesabenteuer (1928) Der Tanzstudent (1928) Das Schiff der verlorenen Menschen (1929) Indizienbeweis (1929) Manolescu - Der König der Hochstapler (1929) Narkose (1929) Vererbte Triebe (1929) Erlebnisse einer Nacht (29) Verirrte Jugend (29) Zwischen vierzehn und siebzehn (29) Dich hab ich geliebt (1930) 1914, die letzten Tage vor dem Weltbrand (1930) Dreyfus (1930) Ihre Majestät die Liebe (1930) Liebling der Götter (1930) Mary/Sir John greift ein! (1930) Der weiße Teufel (1930) Eine Freundin so goldig wie Du (1931) Meine Frau, die Hochstaplerin (1931) Der Mörder Dimitri Karamasoff (1931) Liebeslied (31) Die vom Niederrhein (1933) Drei Kaiserjäger (1933) Die Finanzen des Großherzogs (1934) 

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OLAF STORM
1894 - 1931

Signiertes Foto von Olaf StormDer Schauspieler Olaf Storm feierte sein Filmdebüt 1919 mit "Der Erbe vom Lilienhof", es folgten Filme wie "Begierde" (20) und "Ratten der Grossstadt" (20). In den nächsten Jahren folgten nur wenige weitere Filme, die den talentierten Schauspieler in meist einprägsamen Nebenrollen zeigten.

Zu seinen bekanntesten Filmen der 20er Jahre gehören "Fräulein Julie" (21), "Dr. Mabuse, der Spieler" (22), "Der letzte Mann" (24) mit Emil Jannings, "Die vom anderen Ufer" (26), "Metropolis" (26) und "Verbotene Liebe" (27).

Filme mit Olaf Storm:
Der rätselhafte Tod/Mungos (20) Ferréol (20) Ein nettes Früchtchen (20) Der Riesenschmugel (20) Madame Bovary (20) Was tat ich dir? (21) Aus den Akten einer anständigen Frau (21) Deines Bruders Weib (21) Die Fremde aus der Elstergasse (21) Die Minderjährige (21) Die Königin von Whitechapel (22) Zwischen Nacht und Sünde (22) Die Tochter des Wucherers (22) Wem nie durch Liebe Leid geschah (24) Das Strassenmädchen von Berlin (22) Die Stimme des Herzens (24) Falsche Scham (26) Der Meineidbauer (26) Wochenendzauber (27) Die Studentengräfin (27)



FRITZ LANG
1890 - 1976

Signiertes Foto von Fritz LangEiner der wichtigsten Vertreter des deutschen Stummfilms war zweifellos Fritz Lang. Bereits sehr früh zeigte sich das künstlerische Talent. Er besuchte die Akademie der Graphischen Künste in Wien und lebte 1913/1914 als Maler in Paris.
Bei Ausbruch des ersten Weltkriegs meldete er sich freiwillig in Österreich und wurde an den Fronten von Russland, Rumänien und Italien eingesetzt, wo er mehrmals verwundet wurde. Er erhielt verschiedene Auszeichnungen und Tapferkeitsmedaillen. Während er die Zeit im Lazarett verbrachte, schrieb er erste Drehbücher, wovon das erste höchstwahrscheinlich für die Stuart-Webbs-Reihe des Regisseurs Joe May umgesetzt wurde. Ab 1917 verfilmte Joe May mehrere Drehbücher des jungen Fritz Lang, sowohl in der Nachfolgeserie Joe Deebs als auch Melodramen wie "Hilde Warren und der Tod" (1917). 
1918 traf Fritz Lang den grossen Filmproduzenten Erich Pommer, der ihn nach Berlin engagierte, wo Lang weitere Drehbücher schrieb und als Schauspieler auftrat. 
Sein Regiedebüt gab Fritz Lang 1919 mit dem Film "Halbblut" und setzte seine neue Karriere erfolgreich fort mit "Die Spinnen", der eine sehr grosse Ähnlichkeit hat mit den Indiana-Jones-Filme der 80er Jahre.
1920 lernte Fritz Lang die Autorin Thea von Harbou kennen und lieben, die beiden heirateten schliesslich 1922. Das Duo zeichnete sich bis 1933 verantwortlich für viele unvergessliche Höhepunkte des frühen Kinos. Lang genoss in Berlin den Ruf eines Grandseigneurs, das Monokel schien ein fester Bestandteil seines Gesichts zu sein, durch sein äusseres Erscheinen und seinen Erzählungen galt er als bezwingender Gesellschafter. Seine Mitarbeiter kannten allerdings auch den anderen Lang, jener, der um sieben in der Früh im Atelier stand und bis elf Uhr abends arbeitete, manchmal auch später. Er war todunglücklich, wenn eine Szene nicht genau so heraus kam, wie er es sich vorgestellt hatte, entsprechend trieb er die Schauspieler zu Höchstleistungen und Präzision an.
Nach einer Reise nach Amerika drehte Fritz Lang 1925/1926 sein wohl berühmtestes Werk "Metropolis". Wie schon in früheren Filmen zeigte er sich auch hier als äusserst strenger Regisseur, der von seinen Schauspielern alles abverlangte. Etliche Wiederholungen von einzelnen Szenen waren keine Seltenheit. Fritz Lang "genoss" schon bald den Ruf eines Tyrannen. Doch um solche Filme, wie er sie drehte, realisieren zu können, war eine konsequente Hand auch von Nöten. 

Mit dem Tonfilm eröffneten sich Fritz Lang neue Möglichkeiten, sich auszudrücken. Sein erster Tonfilm mit dem schlichten Titel "M" von 1931 wurde ebenfalls ein Riesenerfolg; der Hauptdarsteller Peter Lorre ein Star. Der Film stiess zusätzlich auf grosses Interesse, da Deutschland durch den Fall der Massenmörder Kürten und Haarmann auf dieses Thema besonders sensibilisiert war.

1933 wurde Fritz Lang zu einem Gespräch mit Propaganda-Minister Goebbels eingeladen. Dieser bot ihm die Führung des deutschen Film an. Lang zögerte seine Antwort hinaus und fuhr noch am selben Abend nach Paris. Seine Ehe mit Thea von Harbou - sie lebten seit 1931 getrennt - wurde geschieden. 
In Frankreich drehte Lang mehrere Filme, kam dann über London nach Amerika, wo er mit anderen die Anti-Nazi-League gründete. Sein erster Hollywood-Film war "Fury" (1936). Seine Karriere ging in Amerika nahezu nahtlos weiter. Er inszenierte viele grossartige Filme, u.a. "Auch Henker sterben" (1942) "Die Frau im Fenster" (1944) "Gardenia - Eine Frau will vergessen" (1953) und "Heisses Eisen" (1953). 
Ende der 50er Jahre kehrte Lang nach Deutschland zurück, wo er versuchte, mit "Das indische Grabmal" (1959) oder "Die tausend Augen des Dr. Mabuse" (1960) an frühere Erfolge anzuknüpfen und scheiterte.

1976 starb Fritz Lang, fast völlig erblindet, in seinem Haus in Beverly Hills.

Alle Filme von und mit Fritz Lang

1. Regie:
Halbblut (1919) Der Herr der Liebe (1919) Die Spinnen (1919) Harakiri (1919) Das wandernde Bild (1920) Kämpfende Herzen (1921) Der müde Tod (1921) Dr. Mabuse, der Spieler (1922) Die Nibelungen (1924) Metropolis (1926) Spione (1928) Frau im Mond (1929) M (1931) Das Testament des Dr. Mabuse (1931) Liliom (1934) Fury - Raserei (1936) You Only Live Once - Du lebst nur einmal/Gehetzt (1936) You and Me - Du und ich (1938) The Return of Frank James - Rache für Jesse James (1940) Western Union (1940) Man Hunt - Menschenjagd (1941) Hangmen Also Die - Auch Henker sterben (1942) Ministry of Fear - Ministerium der Angst (1944) The Woman in the Window - Gefährliche Begegnung/Die Frau im Fenster (1944) Scarlet Street - Strasse der Versuchung (1945) Cloak and Dagger - Im Geheimdienst/Mantel und Dolch (1946) Secret Beyond the Door - Geheimnis hinter der Tür (1947) House By the River - Das Haus am Fluss (1949) American Guerrilla in the Philippines - Der Held von Mindanao (1950) Rancho Notorious - Engel der Gejagten/Die Gejagten (1951) Clash By Night - Vor einem neuen Tag (1952) The Blue Gardenia - Gardenia, eine Frau will vergessen (1953) The Big Heat - Heisses Eisen (1953) Human Desire - Lebensgier (1954) Moonfleet - Das Schloss im Schatten (1955) While the City Sleeps - Die Bestie (1955) Beyond a Reasonable Doubt - Jenseits allen Zweifels (1956) Der Tiger von Eschnapur (1959) Das indische Grabmal (1959) Die tausend Augen des Dr. Mabuse (1960)

2. Drehbuch:
Die Peitsche (1916) Die Hochzeit im Excentricclub (1917) Hilde Warren und der Tod (1917) Die Rache ist mein (1919) Bettler GmbH (1919) Halbblut (1919) Wolkenbau und Flimmerstern (1919) Totentanz (1919) Die Spinnen (1919) Die Pest in Florenz (1919) Die Frau mit den Orchideen (1919) Lilith und Ly (1919) Das wandernde Bild (1920) Kämpfende Herzen (1921) Das indische Grabmal (1921) Spione (1928) M (1931) Liliom (1934) Fury - Raserei (1936) Hangmen Also Die - Auch Henker sterben (1942) Der Tiger von Eschnapur (1959) Das indische Grabmal (1959) Die tausend Augen des Dr. Mabuse (1960) 

3. Schauspieler:
Hilde Warren und der Tod (1917) Der Herr der Liebe (1919) Le mépris - Die Verachtung (1963) 

4. Produzent:
Spione (1928) Frau im Mond (1929) You and Me - Du und ich (1938) Hangmen Also Die - Auch Henker sterben (1942) Scarlet Street - Strasse der Versuchung (1945) Secret Beyond the Door - Geheimnis hinter der Tür (1947)



THEA VON HARBOU
1888 - 1954

Signiertes Foto von Thea von HarbouThea von Harbou begann schon früh, schriftstellerisch tätig zu sein. Bereits als junges Mädchen schrieb sie verschiedene Tiergeschichten für die Provinzzeitungen. 1902 veröffentlichte sie im Selbstverlag erste Gedichte, der erste Roman folgte 1905 in der "Berliner Deutschen Zeitung" unter dem Titel "Wenn's Morgen wird". 
Mit 18 kam Thea von Harbou erstmals als Schauspielerin mit dem Theater in Kontakt. Bei einem ihrer Engagements lernte sie den Schauspieler Rudolf Klein-Rogge kennen und heiratete ihn 1914.
Nachdem Thea von Harbou ihre ersten grossen literarischen Erfolge mit "Die nach uns kommen" (1910) und "Der Krieg und die Frauen" feiern konnte, zog sie sich von der Schauspielerei zurück und konzentrierte sich vollumfänglich der Schreibkunst. 
Harbou und Klein-Rogge zogen 1918 nach Berlin, wo sich die Bücher der Harbou besser vermarkten liessen. 1919 entstand dann schliesslich ihr erstes Drehbuch für Joe May. Bei Vorbereitungsarbeiten zum Film "Das indische Grabmal" lernte sie den Regisseur Fritz Lang kennen. Nach der Scheidung von Klein-Rogge heirateten die beiden. Sie wurden zum schillernden Paar des Berlins der 20er Jahre. 
Aus dieser neunjährigen Ehe gingen unzählige deutsche Filmklassiker hervor, ehe sich die beiden 1933 scheiden liessen. Fritz Lang emigrierte ins Ausland, Thea von Harbou führte ihre Karriere in Deutschland weiter und wurde eine der meistbeschäftigten Drehbuchautoren des dritten Reiches.

Nach Kriegsende wurde sie für kurze Zeit von der britischen Besatzung interniert, später schrieb sie Synchronbücher für die "Deutsche London Film" (Der dritte Mann, Der Dieb von Bagdad). 
In den 50er Jahren konnte sie noch drei eigene Drehbücher realisieren und schrieb Fortsetzungsromane in deutschen Zeitungen.
1954 wurde einer ihrer ersten Filme - "Der müde Tod" von 1921 - in Berlin nochmals aufgeführt. Thea von Harbou war als Ehrengast ebenfalls anwesend. Beim Verlassen des Kinos glitt sie jedoch so unglücklich aus, dass sie einige Tage später an den Folgen des Sturzes starb.

Alle Filme von Thea von Harbou:

1. Drehbuch:
Die heilige Simplicia/Die Legende von der heiligen Simplicia (1919) Das wandernde Bild (1920) Die Frauen vom Gnadenstein (1920) Kämpfende Herzen (1921) Der müde Tod (1921) Das indische Grabmal (1921) Der brennende Acker (1922) Dr. Mabuse, der Spieler (1922) Phantom (1922) Die Prinzessin Suwarin (1923) Die Austreibung - Die Macht der zweiten Frau (1923) Die Finanzen des Grossherzogs (1923) Die Nibelungen (1924) Zur Chronik von Grieshuus (1924) Michael (1924) Metropolis (1926) Spione (1928) Frau im Mond (1929) M (1931) Das erste Recht des Kindes (1932) Der Läufer von Marathon (1933) Das Testament des Dr. Mabuse (1933) Hanneles Himmelfahrt (1934) Was bin ich ohne dich! (1934) Prinzessin Turandot (1934) Der alte und der junge König (1935) Ein idealer Gatte (1935) Der Mann mit der Pranke (1935) Ich war Jack Mortimer (1935) Die unmögliche Frau (1936) Eine Frau ohne Bedeutung (1936) Der Herrscher (1937) Versprich mir nichts! (1937) Der zerbrochene Krug (1937) Mutterlied (1937) Jugend (1938) Verwehte Spuren (1938) Die Frau am Scheidewege (1938) Hurra! Ich bin Papa! (1939) Lauter Liebe (1940) Wie konntest Du, Veronika! (1940) Am Abend auf der Heide (1941) Annelie (1941) Mit den Augen einer Frau (1942) Gefährtin meines Sommers (1942) Die Gattin (1943) Eine Frau für drei Tage (1944) Via Mala (1944) Fahrt ins Glück (1945) Es kommt ein Tag (1950) Dr. Holl (1951) Dein Herz ist meine Heimat (1953) 

2. Regie:
Elisabeth und der Narr (1933) Hanneles Himmelfahrt (1934)



ERICH POMMER
1889 - 1966

Signiertes Foto von Erich PommerErich Pommer zählte zu den wichtigsten Grössen des deutschen Stummfilms und war massgebend am weltweiten Erfolg beteiligt. Kein anderer Produzent hat die deutsche Filmgeschichte derart geprägt wie Erich Pommer. 
Pommer begann seine Filmkarriere als Filmvertreter bei der Gaumont-Filiale in Wien, ab 1912 bei der Film- und Kinematographen GmbH Eclair. Als die Wiener Eclair unter dem Namen Wiener-Autoren-Film begann, Filme zu produzieren, wurde Erich Pommer deren Produktionsleiter. Dies kennzeichnete den Start einer einmaligen Karriere. 
1914 wurde Pommer an die Westfront eingezogen und wurde ab 1916 nach einer Verwundung als Rekrutenausbilder eingesetzt. 1917 wechselte er zum Bild- und Filmamt, wo er Wochenschauen und Dokumentarfilme bearbeitete.
Bereits 1915 gründete er die Decla-Film Gesellschaft, deren Leitung während seiner Abwesenheit von seinem Bruder Albert Pommer und von Erich Morawsky wahrgenommen wurde. Die Produktionsgesellschaft florierte und fusionierte schliesslich 1920 mit der Deutschen Bioscop AG (Decla-Bioscop AG). In dieser Zeit entstanden etliche Kinoklassiker und Erich Pommer festigte seinen Ruf als ambitionierter Produzent. 1923 wurde er in den Vorstand der Ufa gewählt und hatte nun die wichtigsten Fäden der deutschen Filmproduktion in seinen Händen. 
Viele international erfolgreiche aber auch kostenintensive Filme entstanden, u.a. "Die Nibelungen" (1922) "Der letzte Mann" (1924) und "Metropolis" (1926). Vor allem Metropolis übertraf kostenmässig alles bisher dagewesene. Dies war mit ein Grund, dass der Vertrag Pommers bei der Ufa nicht verlängert wurde.
Pommer ging nach Amerika, wo er zwei Filme für Paramount mit der Schauspielerin Pola Negri produzierte, ehe er 1927 wieder bei der Ufa unter Vertrag genommen wurde. 
Mit dem Beginn des Tonfilms erzielte Pommer einen Überraschungserfolg mit "Der blaue Engel" (1930), durch den Marlene Dietrich ihre Karriere startete. Aber auch die Filme " Die Drei von der Tankstelle" (1930) und "F.P.1 antwortet nicht" (1932) setzten neue Massstäbe. 

1933 - das Jahr, in dem die Nationalsozialisten an die Macht kamen - wurden bei der Ufa die Verträge mit den jüdischen Mitarbeitern aufgelöst, auch jener von Erich Pommer. Pommer emigrierte nach Paris, wo er einige Filme produzierte, anschliessend gelangte er nach Hollywood, wo der Film "Music in the Air " (1934) entstand. 
Doch nicht Amerika, sondern England wurde das Land seiner Wahl, wo er eine neue Produktionsgesellschaft, zusammen mit Schauspieler Charles Laughton, gründete. Zwischen 1937 und 1939 entstanden Filme wie "Vessel of Wrath" (1938) und "Jamaica Inn" (1939), jeweils mit Laughton als Hauptdarsteller. 
Als der 2. Weltkrieg ausbrach, befand sich Pommer gerade in New York und entschloss sich dazu, in Amerika zu bleiben. Nach einigen Filmen erkrankte Pommer 1941 schwer, sein Vertrag bei RKO wurde nicht mehr verlängert. 1944 erhielt er die amerikanische Staatsbürgerschaft. Pommer geriet in wirtschaftliche Schwierigkeiten, so dass er und seine Frau in einer Porzellanmanufaktur arbeiten mussten.

Nach Kriegsende kehrte Erich Pommer als oberster Filmoffizier nach Deutschland zurück mit dem Auftrag, die deutsche Filmproduktion neu zu organisieren.
1951 gründete er die Intercontinental Film GmbH in München, wo er einige bemerkenswerte Filme realisieren konnte - "Nachts auf den Strassen" (1951) "Kinder, Mütter und ein General" (1955). Doch die Restriktionen, die er aufdiktiert bekam führten 1956 zu seiner Rückkehr nach Kalifornien. Gesundheitlich stark angeschlagen - ihm wurde ein Bein amputiert und war dadurch an den Rollstuhl gefesselt - war seine Karriere als Produzent beendet.
1966 verstarb Erich Pommer im Motion Picture Hospital in Woodland Hills, LA.

Alle Filme von Erich Pommer: (es werden jeweils alle Filme der Produktionsgesellschaft aufgeführt, bei der Erich Pommer als Produzent oder Produktionsleiter verantwortlich war, unabhängig davon ob er persönlich daran beteiligt war - da dies rückblickend nicht mehr nachvollziehbar ist)
Das Geheimnis der Lüfte (13) Tabak und Liebe (13) Zwischen zwei Feuern (13) Ein Schritt vom Wege (13) Der Todesritt auf dem Riesenrad (14) Der Herr ohne Wohnung (15) Berlin im Kriegsjahr (15) Wien in Kriegszeiten (15) Der Glaube siegt (15) Brot! (15) Die Masuren (15) Carl und Carla (15) Der deutsche Sport (15) Der Barbier von Filmersdorf (15) O diese Männer! (15) Die Goldquelle (15) Ein Schrei in der Nacht (15) Ein unbeschriebenes Blatt (15) Das Gewissen (15) Die Stimme des Toten (16) Dynamit (16) Der Weg der Tränen (16) Streichhölzer, kauft Streichhölzer! (16) Papa soll nicht heiraten (16) Das Licht im Dunkeln (16) Der Thug (16) Das Geheimnis des Sees (16) Komtesse Hella (16) Das Lied des Lebens (16) Der Tod des Erasmus (16) Der Schwur der Renate Rabenau (16) Die Spinne (17) Dummy sucht seinen Verstand (17) Wer küsst mich? (17) Der Königssee (17) Wenn die Lawinen stürzen (17) Die Glaswand/Der Klub der Neun (17) Das Hochzeitsgeschenk (17) Das Goldfischchen (17) Der Mann im Havelock (17) Das Defizit (17) Die Faust des Schicksals (17) Das Mädel von nebenan (17) Das Buch des Lasters (17) Der Jubiläumspreis (17) Zwei blaue Jungen (17) Die Fremde (17) Harry lernt Radfahren (17) Das Spiel vom Tode (17) Komtesse Hanne (17) Und wen ich lieb', nimm Dich in Acht! (17) Tot und lebendig (17) Die Königstochter von Travankore (17) Harry als Badeengel (17) Harry will energisch werden (17) Baronesschen auf Strafurlaub (17) Die Tochter der Gräfin Stachowska (17) Die gute Partie (17) Die Kraft des Michael Argobast (17) Heide-Gretel (18) Genie und Liebe (18) Harry wird Familienvater (18) Lebendig tot (18) Der Volontär (18) Das verwunschene Schloss (18) Das Glück der Frau Beate (18) Inge (18) Harry wird Millionär (18) Harry als Detektiv (18) Harry lernt Gruseln (18) Die Sünde (18) Der Cowboy (18) Die fromme Helene (18) Baronesse und Vetter Fritz (18) Hanne und ihre sieben Freier (18) Frau Gräfin (18) Harry als Wachsfigur (18) Harry lernt Billardspielen (18) Harry Glücksschirm (18) Clown Charly (18) Der Weg, der zur Verdammnis führt (18) Die Krone des Lebens (18) Arme Lena! (18) Der Wilderer (18) Bergfrühling (18) In den wilden Schroffen des Hochgebirges (18) Die Frauen des Josias Grafenreuth (18) Das Lied der Mutter (18) Hotel Wasserhose (18) Marionetten des Hasses (18) Das bemooste Haupt (18) Die Rache ist mein (19) Bettler-G.m.b.H. (19) Die sieben Schwaben (19) Halbblut (19) Wolkenbau und Flimmerstern (19) Die Insel der Glücklichen (19) Das ewige Rätsel (19) Der falsche Schein (19) Die Frau mit den Orchideen (19) Die Spinnen (19) Pesst in Florenz (19) Die blonde Loo (19) Harakiri (19) Die Ehe der Frau Mary (19) Opfer (19) Das Cabinet des Dr. Caligari (20) Frauenruhm (20) Johannes Goth (20) Das Blut der Ahnen (20) Tötendes Schweigen (20) Die Frau im Himmel (20) Toteninsel (20) Sieger Tod (20) Genuine (20) Maulwürfe (20) Der siebente Tag (20) Die Augen der Maske (20) Die Jagd nach dem Tode (20) Der Richter von Zalamea (20) Die Tophar-Mumie (20) Die Nacht der Königin Isabeau (20) Die sieben Todsünden (20) Das Haupt des Juarez (20) Das Zeichen des Malayen (20) Die Kwannon von Okadera (20) Das Geheimnis von Bombay (20) Die Dreizehn aus Stahl (20) Kämpfende Herzen (21) Irrende Seelen (21) Die treibende Kraft (21) Hazard (21) Schloss Vogelöd (21) Der Erbe der van Diemen (21) Um den Sohn (21) Das Spiel mit dem Feuer (21) Das Mädchen, das wartete (21) Die schwarze Pantherin (21) Der Roman der Christine von Herre (21) Der müde Tod (21) Violet (21) Der ewige Fluch (21) Zirkus des Lebens (21) Der Mord in der Greenstreet (21) Die Intrigen der Madame de la Pommeraye (21) Dr. Mabuse, der Spieler (22) Bardame (22) Phantom (22) Der steinerne Reiter (23) Ein Glas Wasser (23) Die Prinzessin Suwarin (23) Die Nibelungen (23) Tatjana (23) Der Evangelimann (23) Die Austreibung (23) Seine Frau, die Unbekannte (23) Der verlorene Schuh (23) Die Finanzen des Grossherzogs (23) Der Sprung ins Leben (23) Zur Chronik von Grieshuus (24) Michael (24) Komödie des Herzens (24) Der letzte Mann (24) Dekameron-Nächte (24) Der Turm des Schweigens (24) Pietro, der Korsar (25) Die Frau mit dem schlechten Ruf (25) Die gefundene Braut (25) Die Prinzessin und der Geiger (25) Blitzzug der Liebe (25) Tartüff (25) Liebe macht blind (25) Das Mädchen mit der Protektion (25) Varieté (25) Der rosa Diamant (25) Ein Walzertraum (25) Herrn Filip Collins Abenteuer (25) Metropolis (26) Manon Lescaut (26) Der Geiger von Florenz (26) Die Brüder Schellenberg (26) Die drei Kuckucksuhren  (26) Faust (26) Hotel Imperial (26) Barbed Wire - Stacheldraht (27) Heimkehr (28) Ungarische Rhapsodie (28) Asphalt (29) Die wunderbare Lüge der Nina Petrowna (29) Melodie des Herzens (29) Liebeswalzer (30) Der blaue Engel (30) Liebling der Götter (30) Die Drei von der Tankstelle (30) Einbrecher (30) Der Mann, der seinen Mörder sucht (30) Voruntersuchung (31) Bomben auf Monte Carlo (31) Der Kongress tanzt 831) Stürme der Leidenschaft (31) Der Sieger (32) Quick (32) Ein blonder Traum (32) Ich bei Tag und Du bei Nacht (32) F.P.1 antwortet nicht (32) Ich und die Kaiserin (33) On a volé un homme - Der gestohlene Millionär (34) Liliom (34) Music in the Air (34) Fire Over England - Feuer über England (36) Farewell Again (37) Vessel of Wrath (38) St. Martin's Lane (38) Jamaica Inn - Riff-Piraten  (39) Dance, Girl, Dance (40) They Knew What They Wanted (40) Nachts auf den Strassen (51) Illusion in Moll (52) Eine Liebesgeschichte (54) Kinder, Mütter und ein General (55)


 
 

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