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                              . Biographie von Alfred Koella

Der Maler, Zeichner und Werbegraphiker Alfred Koella wurde am 20. August 1913 in Zürich geboren. Er bekam sozusagen das künstlerische Gen in die Wiege gelegt. Ein Urahn von ihm war der Stäfner Maler Johannes Kölla (1740-1778).

Bereits als Schüler zeichnete er gerne (siehe Kapitel "Zeichnungen"), und das Zeichnen blieb sein Leben lang seine liebste Beschäftigung. Ölbilder gibt es von ihm nur wenige; für das Malen zog er wasserlösliche Deckfarben (Gouache, später Acryl) vor, wobei sein liebstes Motiv Figurenstudien nach dem lebenden Modell waren. Seine künstlerische Tätigkeit perfektionierte er später beim Zeichner Walter Roshardt (1897-1966), bevor er schliesslich an der Modeklasse der Gewerbeschule Zürich selber Zeichenunterricht zu erteilen begann.

Erste künstlerische Aktivitäten von Alfred Koella lassen sich auf das Jahr 1935 zurückdatieren, als er das Bühnenbild zum Stück „Von der Kindheit Jesu“ (35) entwarf, welches von der Gesellschaft „Jung-Zollikon“ aufgeführt wurde. In einem Zeitungsartikel wurde sein Mitwirken lobend erwähnt. "Jung-Zollikon" war für den in Zollikerberg aufgewachsenen jungen Mann von grosser Bedeutung. Hier fand er viele gute Freunde und kulturelle Anregungen aller Art.

Seine Ausbildung zum Werbegraphiker erfolgte in Zürich, Basel und Paris. In Zürich war sein Lehrmeister Carl Annen (1882-1948), der im Seefeld ein "Graphisches Atelier für Reklame" betrieb. In Paris bildete er sich 1933/34 im "atelier 26  photographie arts et industrie" weiter, und in Basel besuchte er seit 1934 die Grafikerklasse an der Kunstgewerbeschule. Nach seiner Rückkehr nach Zürich eröffnete er sein erstes eigenes Atelier für Reklamegraphik. Es befand sich erst im Gebäude des Schauspielhauses (Hottingerstrasse 4), dann am Zeltweg und schliesslich an der Hofackerstrasse, über dem Hegibachplatz.

 1944 wurde Alfred Koella zu einem Wettbewerb der Firma Oscar Weber eingeladen. Sein Entwurf belegte dabei den 2. Platz und wurde mit CHF 1'300.- honoriert. In der Folge erhielt er viele weitere Aufträge zur Gestaltung von Plakaten, aber auch von  Prospekten und Inseraten. Um alle eingehenden Aufträge erfüllen zu können, musste er, wie ein Stelleninserat aus dem Jahr 1962 zeigt, nach einiger Zeit Mitarbeiter einstellen. Zu ihnen gehörte Katharina Anderegg (1922-2012), die 1948 für das Atelier Koella ein weiteres Plakat für "Oscar Weber" entwarf, sowie der Künstler Ernst Steiner (1935), der später nach Wien emigrierte.

Zu den zahlreichen Plakaten von Alfred Koella gehören  „Weber Zigarren“ (39), „Schuhe Hug“ (40), „BP Motorenöl“ (ca. 42), „Radion“ (48), „Unterwasser“ (49), „Urania Zürich“ (50), „Urtrüb“ (55), „Vivi-Kola“ (56), „Weber Zigarren“ (56), „Paper Mate“ (ca. 57), „Weisflog“ (58), „Fremo Apfelsaft“ (60), Abstimmungsplakat „Zahntechnikerinitiative“ (60), Abstimmungsplakat „Den Müttern zuliebe“ (72), „REKA“ (76), „Blumen zum Feste“ (76), „Tonhalle-Gesellschaft“ (77), „Tonhalle-Gesellschaft“ (88). Zu seinen Auftraggebern zählten ferner so bedeutende Firmen wie Mövenpick, Steinfels und Swissair, und seit 1950 arbeitete er auch immer wieder für die Bierindustrie.

Als Illustrator gestaltete Alfred Koella Broschüren und Bücher wie „Hans und die Laute“ (42), „Jürg Padrun“ (44), „Zwischen Morgen und Abend“ (50), „50 Jahre Linoleum Giubiasco“ (56), „Kurs 502 Fernost“ (62), „So kocht man mit Dampf/Mein Duromatic“ (62), „25 Jahre Oscar Brandenberger“ (70), „Wo liegt Zürich?“ (70), „100 Jahre Jura-Cement-Fabriken“ (82) und „Ein Vorgeschmack vom Paradies“ (90). Auch zwei Schulbücher, „Rechnen 3. Klasse“ (72) und „Neue Blockflötenschule, Heft 1“ (74), illustrierte er, und schon 1958 hatte er den Auftrag erhalten, ein Schulwandbild zum Thema „Musik in der Familie“ zu schaffen.

1982 kreierte Alfred Koella die 40-Rappen-Briefmarke zum Thema „100 Jahre Heilsarmee“, und von ihm stammt auch der farbige Umschlag eines neuen Zürcher Stadtplans (62). Besondere Aufmerksamkeit schenkte er im Alter dem exakten zeichnerischen Erfassen historischer Bauten, für das er meist Feder und Tusche benutzte. So bannte er z.B. 1988 für das 6. Dübendorfer Neujahrsblatt ein ehemaliges Bauernhaus auf das Papier, und noch heute verwendet das bekannte Zürcher Restaurant Zeughaus ein Tischset mit einem Architekturmotiv von ihm.

Im Alter begann sich Alfred Koella auch mit der Lithographie zu beschäftigen. Diesen Blättern liegen oft Photographien  zugrunde, die er mit seiner Rolleiflexcamera festgehalten hatte. Häufige Motive sind Stadtansichten und Strassenszenen, die ihm von den Zürcher Zünften in Auftrag gegeben wurden. Diese Blätter erfreuten sich weitherum grosser Beliebtheit. Als 1980 die Zunft Witikon gegründet wurde, gehörte Alfred Koella zu deren ersten Mitgliedern, und trotz fortgeschrittenem Alter genoss er es, an den einmal im Jahr stattfindenden Sechseläutenumzügen mitzulaufen. Für den Zunftsaal im Restaurant Elefant schuf er einen grossformatigen Bilderzyklus zum Thema Sechseläuten. Er arbeitete aber auch für andere Zürcher Zünfte. So malte er für die Zunft Riesbach kleine Porträts der Zünfter, während er für andere Gesellschaften Einladungs- und Menukarten entwarf. mitzulaufen.

Alfred Koella war in erster Ehe ab 1940 mit Vera Emma Galli verheiratet. Aus dieser Ehe stammen die Kinder Peter, Rudolf und Annemarie. Eine zweite Ehe ging er 1950 mit Johanna Damm ein, die ihm eine Tochter namens Verena Johanna schenkte. Gelebt hat er bis zu seinem Tod in Zürich-Witikon, an der Waserstrasse 81. Seine Ferien verbrachte er mit Vorliebe in Unterwasser (Toggenburg), wo ihm der Architekt Justus Dahinden (1925-2020) ein Haus in Pyramidenform baute.

Alfred Koella verstarb am 10. Juni 2007 im Alter von 93 Jahren im Spital Zollikerberg.



Hinweis:
Alle abgebildeten Zeichnungen auf dieser und den nachfolgenden Seiten des Künstlers Alfred Koella mit freundlicher Genehmigung der Familie (B. Rohrbach/R. Koella).
Die Abbildungen der Werke von Alfred Koella dienen ausschliesslich der Illustration der Arbeiten des
Künstlers. Die Verwendung von Dritten ist ohne Erlaubnis der Rechteinhaber nicht zulässig.