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DER DEUTSCHE
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Camilla Spira


Foto: Siegmund Labisch (1863-1942)

1906 - 1997

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Die Schauspielerin Camilla Spira besuchte mit 13 Jahren die Reinhardt-Schauspielschule und hatte ihr ersten Engagement am Wallner-Theater. Danach ging sie nach Wien ans Theater in der Josefstadt, kehrte aber alsbald schon wieder nach Berlin zurück, wo sie mit dem Stück "Annemarie" tanzend und singend ihr Talent aufzeigen konnte.

1924 debütierte sie im Filmbusiness mit dem Film "Mutter und Sohn" (24), dem in den nächsten Jahren Stummfilme wie "Brennende Grenze" (26), "Der Stolz der Kompanie/Die Perle des Regiments" (26) und "Wir sind vom k.u.k. Infanterie-Regiment" (26) folgten.

Den grossen Durchbruch schaffte sie jedoch 1930 mit dem Bühnenstück "Im weissen Rössl" und feierte grosse Erfolge.

Auch der Film wurde immer wichtiger in ihrer Karriere. In den 30er Jahren spielte sie in "Mein Leopold" (31), "Gehetzte Menschen" (32), "Morgenrot" (33), "Das Testament des Dr. Mabuse" (33) und "Sprung in den Abgrund" (33), ehe ihre verheissungsvolle Karriere jäh durch den Nationalsozialismus unterbunden wurde.
Als Halbjüdin durfte sie fortan nicht mehr auf deutschen Bühnen spielen, lediglich Auftritte auf der Bühne des jüdischen Kulturbundes waren ihr noch gestattet.

1938 emigrierte sie mit ihrem Mann und zwei Kindern nach Amsterdam, doch die ganze Familie wurde 1943 ins KZ Westerbork deportiert. Nur dank eines Meineides ihrer Mutter, dass der jüdische Schauspieler Fritz Spira nicht ihr Vater sei, verhalf ihr wieder zur Freiheit.

Die schlimme Zeit des 2. Weltkriegs überstanden, konnte Camilla Spira 1947 wieder nach Berlin zurückkehren, wo sie ihre Theaterkarriere wieder aufnehmen konnte.

Auch der Film meldete sich wieder bei der erfahrenen Schauspielerin. In den kommenden 20 Jahren spielte sie in unzähligen Produktionen mit, darunter findet man so erfolgreiche Filme wie "Pension Schöller" (52), "Emil und die Detektive" (54), "Des Teufels General" (54), "Der letzte Mann" (55), "Der tolle Bomberg" (57) und "Rosen für den Staatsanwalt" (59).
In den 60er Jahren spielte sie in "Das Mädchen und der Staatsanwalt" (62), "Affäre Blum" (62), "Picadilly Null Uhr zwölf" (63) und in den Fernsehserie "Der Kommissar: Das Ungeheuer" (69).

Das Markenzeichen der Camilla Spira war ihr herzliches Lachen, das sie sich bis ins hohe Alter bewahrte, und durch ihr fröhliches Temperament konnte sie die schlimmsten Jahre deutscher Geschichte überstehen.
 

Weitere Filme mit Camilla Spira:
Das Herz am Rhein (25) Die dritte Eskadron (26) Die versunkene Flotte (26) Wie einst im Mai (26) An der Weser (27) Liebeskarneval (28) Sechzehn Töchter und kein Papa (28) Meine Schwester und ich (29) Die lustigen Musikanten (30) Die Faschingsfee (31) Grün ist die Heide (32) Skandal in der Parkstrasse (32) Die elf Schill'schen Offiziere (32) Ja, treu ist die Soldatenliebe (32) Die Nacht im Forsthaus (33) Der Judas von Tirol (33) Die Buntkarierten (49) Dr. Semmelweis (50) Epilog/Das Geheimnis der Orplid (50) Die lustigen Weiber von Windsor (50) Der fröhliche Weinberg (52) Drei Tage Angst (52) Roman eines Frauenarztes (54) Himmel ohne Sterne (55) Vatertag (55) Zwei blaue Augen (55) Liebe (56) Fuhrmann Henschel (56) Made in Germany (56) Das Herz von St. Pauli (57) Der Czardas-König (58) Freddy, die Gitarre und das Meer (58) Nachtschwester Ingeborg (58) Vater, Mutter und neun Kinder (58) Freddy unter fremden Sternen (59) Vertauschtes Leben (61) Mamselle Nitouche (63) Serie "Grosser Mann, was nun?" (67) Serie "Motiv Liebe: Goldener Käfig" (72) Serie "Die Powenzbande" (73)


 
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