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Die Malerin Clara von Rappard wurde am 19. Mai 1857 in Wabern geboren. Ihr Vater war der Jurist und Besitzer des Hotel Griessbach am Brienzer See Conrad von Rappard (1805-1881), ihre Tante die Schriftstellerin Juliane Engell-Günther, eine Schwester ihrer Mutter Albertine Engell.

In einer gutsituierten Familie aufwachsend reiste sie schon als Kind durch zahlreiche Länder in Europa und sie zeigte ein grosses Interesse an der Kunst, was sich auch in ihrem Zeichentalent widerspiegelte.

Es folgten zeitlich begrenzte Kunstausbildungen, da es Frauen in diesen Jahren nicht gestattet war, an offiziellen Kunststudien teilzunehmen. So reiste sie während vielen Jahren zwischen verschiedenen Städten hin und her und nahm als Kind Unterricht bei Döme Skutzesky in Venedig 1866 und in späteren Jahren bei Heinrich Franz-Dreber und Heinrich Gerhardt in Rom, bei Eduard Lürssen, Carl Constantin Steffeck und Antonie Volkmar in Berlin, bei Friedrich Kaulbach in Hannover und Porträtmalerei bei Anna Susanne Fries.
Daneben studierte sie auch in der Damenklasse an der Kunstgewerbeschule in Berlin bei Karl Gussow.

Anschliessend erweiterte sie ihr künstlerisches Wissen an der Eliteschule für Künstlerinnen bei Christoph H. Roth in München und sie studierte bei Ludwig von Gleichen-Russwurm die Technik der Radierung.

Clara von Rappard avancierte schnell zu einer bekannten Schweizer Malerin, die Gemälde mit Landschaften sowie Porträts auf die Leinwand zauberte. Daneben realisierte sie auch Zeichnungen, zahlreiche Skizzen aber auch Wandgemälde, z.B. für das Treppenhaus von Dr. Gans in Frankfurt.

Ihre Werke wurde in zahlreichen Ausstellung im In- und Ausland präsentiert und umfasste Europa wie auch die USA.

Mehrfach wurden ihre Arbeiten ausgezeichnet. So erhielt sie 1891 die 2. Goldene Medaille auf der German Exhibition in London und 1900 die grosse Goldene Medaille auf der International Women's Exhibition in London. Weitere internationale Ausstellung hatte sie in Berlin, Paris und Chicago.

Neben ihren zahlreichen Gemälden fertige sie auch eindrückliche Illustrationen an, die sie zu Novellen und Märchen zeichnete. 1897 veröffentlichte sie das Mappenwerk "Studien und Phantasien" mit 16 Werken.

Ihr künstlerischer Werdegang wurde immer wieder von Schicksalsschlägen gebremst. So verstarb 1876 ihr Verlobter Raul von Leeden, fünf Jahre später verstarb ihr Vater und schliesslich litt Clara von Rappard selbst ab ca. 1893 an Multipler Sklerose, was zu einem Rückenmarkleiden führte.

Sie gehörte 1909 zu den Mitbegründern der "Gesellschaft Schweizerischer Malerinnen, Bildhauerinnen und Kunstgewerblerinnen.

Im Jahre 1912 zog sich Clara von Rappard eine Lungenentzündung zu, an deren Folgen sie am 12. Januar 1912 im Alter von nur 54 Jahren im Viktoriaspital in Bern verstarb.

Auf der Homepage zu Clara von Rappard findet man weitere Informationen und zahlreiche Abbildungen ihrer Arbeiten.

Zudem wird ein kingkunst.de eine ausführliche Biographie von Clara von Rappard beschrieben.

Die oben abgebildete Skizze wurde 1957 anlässlich der Gedenkausstellung zum 100. Geburtstag von Clara von Rappard in Interlaken ausgestellt. Veranstalter war Jakob Streit.



Galerie der Arbeiten von Clara von Rappard



Henry Gustav Simon

Conrad von Rappard

Conrad von Rappard

Selbstporträt

Trachtenfrau

Miss Hardy 1883

Mutter Albertine von Rappard 1886

Park Villa Rugen

Jungfraujoch 1888

Seele Brahmane 1885

Tante Julie Engell-Günther 1890

Sibyllen 1890

Frau Fabrice 1885

Für sein Buch "Vreneli - Ein Alpenmärchen" verwendete der Autor Jakob Streit einige eindrückliche Illustrationen von Clara von Rappard von ca. Mitte der 1880er Jahre.

1882

1889

1889


 
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