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Die Illustratorin und Graphikerin Mathilde Ade wurde als Matild Ade am 8. September 1877 in Sarbogard/Ungarnd in eine wohlhabende Familie geboren. Sie studierte zunächst Malerei in Budapest und ab 1892 in München an der Kunstgewerbeschule. Anschliessend ging sie 1893 an die Müncher Damenakadieme, wo sie von Friedrich Fehr und Gerhard Unger unterrichtet wurde. Mit dem Abschluss ihrer Ausbildung konnte sie sich ab 1894 als Illustratorin bei den Meggendorfer Blättern in Szene setzen, wo sie in den kommenden zwei Jahrzehnten über 600 zeichnerische Beiträge beisteuerte.
Ebenfalls bei den Meggendorfer Blättern konnte sie auch als Texterin arbeiten und sie schrieb Witze und Reime, eine Tätigkeit, die sie später beim Schreiben eigener Kinderbücher fortsetzte. Ab 1902 entstanden mehrere Bücher, die sie schrieb und illustrierte. Dazu gehören Bücher wie "Überkinder-Buch" (02), "Die lachende Psyche", „Fröhliche Kinderzeit“ mit Beiträgen weiterer Künstler, "Guck in die Welt" mit Bildern von anderen Künstlern, „Stenographen-Fibel“ (12) von Gustav Richter und „Kinder-Simplicissimus – Eine Erinnerung für Erwachsenwerden“ (25). 1904 wurde eine Neuausgabe von „Überkinder-Buch“ unter dem Titel „Ein lustiges Bilderbuch“ in entschärfter Version zum Original herausgegeben. Grosse Bekanntheit erlangte sie zudem mit ihren zahlreichen Exlibris, wovon sie rund 300 verschiedene Motive entwarf. Zu ihrer Kundschaft gehörten auch Persönlichkeiten jener Zeit wie der Bühnendarsteller Ernst von Possart, der Stummfilmstar Bruno Kastner und der Naturforscher Ernst Haeckel. Weitere künstlerische Arbeiten erschienen als Postkarten, Werbeanzeigen und Visitenkarten. 1921 zog sie von München nach Passau und sie wandte sich der Glasmalerei zu, später verfasste sie vornehmlich Texte für die Dachauer Heimatzeitung. Ein Jahr später ging sie nach Dachau, wo sie bis zum ihrem Lebensende lebte. In Dachau verfasste sie vornehmlich Texte für die Dachauer Heimatzeitung und sie schrieb Gedichte. Ihre künstlerische Arbeiten fanden nicht mehr den gleichen Anklang wie zu ihren Zeiten in München. Da sie sich dort aufgrund ihres Augenleides nicht mehr der Illustration zuwenden konnte, ging sie langsam in Vergessenheit. Ausstellungen entstanden in diesen Jahren an der Grafikausstellung des Nationalen Salons in Budapest, wo sie bis Mitte der 30er Jahre noch Arbeiten von sich ausstellte. 1932 schrieb Mathilde Ade über ihre schwierige Zeit des Erwachsenwerdens. Die Eltern liessen sich scheiden und ihre Mutter ging mit ihren drei Kindern nach München. Dort hatte sie ein Verhältnis mit einem jungen Studenten, den sie finanziell aushielt. Da eine solche Beziehung ein Skandal gewesen wäre, wurde ihr Liebhaber als Verlobter von Mathilde Ade ausgegeben, was diese entsprechend belastete. Schliesslich heiratete der Student ihre jüngere Schwester, was im Vorfeld zu Streitigkeiten mit der Mutter führte. Diese Umstände führte Mathilde Ade als Ursache für ihre Depressionen an, die sie ein Leben lang begleiteten. Ein weiteres belastendes Erlebnis folgte 1921 mit einer unglücklich endenden Verlobung. Schliesslich verlor die Familie durch die Weltwirtschaftskrise ihr Vermögen, was sie dazu veranlasste, 1922 nach Dachau zu ihrer Schwester zu ziehen. Doch die Beziehung der Schwestern verschlechterte sich um Laufe der Jahre, da Mathilde Ade vermehrt finanzielle Unterstützung einforderte, gegen die sich ihre Schwester wehrte. Schliesslich trennten sich 1932 die Wege der Geschwister. Mathilde Ade lebte die letzten Jahre alleine in Dachau und wurde eine Art Original für die Bevölkerung. Eine aufkommende Augenkrankheit schränkte sie jedoch in den kommenden Jahren vermehrt ein, künstlerisch tätig zu bleiben. Mathile befand sich gerade auf Reisen, als sie am 7. Juni 1953 vermutlich in Deutenhofen verstarb. Quelle: Wikipedia.org "Die Illustratorin und Exlibriskünstlerin Mathilde Ade" von Dr. Hans Grobe für die Amperland-Zeitschrift Fejér megyei életrajzi lexikon |