HOME INDEX
STUMMFILM
MAIL

 

..
Schweik's New Adventures / It Started At Night (1943)

Produzent: Walter Sors, Edward G. Whiting
Musik: Clifton Parker (1905-1989)
Kamera: Robert LaPresle
Ton: Cecil Mason

Regie: Karel Lamac
Drehbuch: Karel Lamac, Con West

Schauspieler: 
Lloyd Pearson (1897-1966) - Josef Schweik
Maggie Rennie - Madame Lidia Karova
Julien Mitchell (1888-1954) - Gestapo-Chef
Richard Attenborough (1923) - Eisenbahn-Arbeiter
George Carney (1887-1947) - Polizist
Ernest Butcher (1885-1965) - Paravitz
Leslie Dwyer (1906-1986) - Gefangener
Charles Farrell (1900-1988) - Tschechischer Nazi
Muriel George (1883-1965) - Mrs. Millerova
Walter Gotell (1924-1997) - Gefangener Resistance-Anhänger
Anthony Holles (1901-1950) - Opern-Manager
Eliot Makeham (1882-1956) - Prof. Jan Borski
Barry Morse (1918-2008) - SA Gefangener
Hay Petrie (1895-1948) - Gestapo-Mann im Gasthaus
John Slater (1916-1975) - A4
Arty Ash (1893-1954)
Noel Dainton (1894-1959)
Tony Etienne
Lionel Gadsden (?-1965)
Gerhard Kempinski (1904-1947)
Stan Paskin
Charles Paton (1874-1970)
Harry Welchman (1886-1966)
Dennis Wyndham (1887-1973)


 

 
 

Vorwort:

Als der Regisseur Karel Lamac 1938 Deutschland verlassen musste, war dies der Beginn einer langjährigen Rastlosigkeit, während der er in einigen europäischen Ländern vorübergehend Zuflucht fand.

Unter anderem kam er anfangs der 40er Jahre nach England, wo er in London seine Filmlaufbahn als Regisseur fortsetzten konnte und drei Filme realisierte.
Nebst "They Met in the Dark" (43) und "It Happened One Sunday" (44) realisierte er auch die Verfilmung der tschechischen Literaturfigur von Schweik mit "Schweik's New Adventures/It Started at Night" (43).

Karel Lamac liess am Anfang des Films einen Prolog von Jan Masaryk (1886-1948) - dem Sohn des ersten Präsidenten der Tschechoslowakei - einfügen.

In der Besetzungsliste des Films finden sich einige interessante Namen, darunter einen blutjungen Richard Attenborough, der hier erst zum zweiten Mal vor der Kamera stand und später eine grosse Laufbahn als Schauspieler und Regisseur einschlagen sollte.
Weitere bekannte Namen sind Charles Farrell, Barry Morse und Harry Welchman.
 

Inhalt:

Der Schauspieler Lloyd Pearson wurde für die Titelrolle engagiert und die Komödie erzählt die Geschichte von Josef Schweik, der einen Geheimauftrag erhält, in den Besitz einer Spielkarte zu kommen, welche es ermöglichen soll, die Position der deutschen Munitionslager zu lokalisieren und Schweik übernimmt eine Stelle als Diener beim Gestapochef in Prag. Dabei muss Lloyd Pearson alias Schweik viele brenzlige Situationen überstehen und es wird die Gelegenheit genutzt, um sich in der Geschichte über die Nazis lustig zu machen.
 

Nachwort:

Die Buchvorlage stammte vom Schriftsteller Jaroslav Hasek (1883-1923). Die Erlebnisse rund um die Figur des braven Soldaten Schweik wurde im Laufe der Jahre viele Male verfilmt.

Die erste Verfilmung geht noch in die Stummfilmzeit zurück, in der Hauptrolle Karel Noll, der diese Figur gleich in vier Filmen verkörperte: "Dobry vojak Svejk" (26), "Svejk na fronte" (26), "Svejk v ruskem zajeti" (27) und "Svejk v civilu" (27).

Weitere Verfilmungen folgten mit "Dobry vojak Svejk" (31) mit Sasa Rasilov, "Dobry vojak Svejk" (57) mit Rudolf Hrusinsky, "Die Abenteuer des braven Soldaten Schwejk" (58) mit Heinz-Leo Fischer, "Poslusne hlasim" (58) mit Rudolf Hrusinsky, "Der brave Soldat Schwejk" (60) mit Heinz Rühmann, "Schwejks Flegeljahre" (65) mit Peter Alexander, "The Good Soldier Schweik" (65) mit John Collin, die Serie "Kunnon sotamies Svejkin seikkailuja" (68) mit Matti Varjo, "De aventuren van de brave soldaat Schwejk" (68) mit Luc Philips, "Svejk i anden verdenskrig" (70) mit Henning Moritzen, die Serie "Die Abenteuer des braven Soldak Schwejk" (72) mit Fritz Muliar, "Schweik na Segunda Guerra Mundial" (75) mit Raul Solnado, "Svejk toisessa maailmansodassa" (79) mit Ulf Törnroth und "Osudy dobreho vojaka Svejka" (86) mit Petr Hanicinec.

Jaroslav Hasek selbst war ein ungewöhnlicher Schriftsteller und Zeitgenosse. Er verwendete in seinen Geschichte die vulgäre Sprache der Strasse, was ihm die Ignoranz der Literaturszene einbrachte.
Seine blühende Fantasie, die er in seinen Geschichten anwenden konnte, transportierte er allerdings auch in die reale Welt. So arbeitete er kurzzeitig für die Zeitschrift "Svet zvirat - Welt der Tiere" und beschrieb darin von ihm selbst erfundene neue Tierarten, die zum Teil grosses Aufsehen in der Fachwelt auslösten - bis die Schwindeleien durch immer grössere Übertreibungen aufflog. Zuletzt beschrieb Jaroslav Hasek gar, wie man am besten Werwölfe aufzieht.

Als er seine Stelle verlor, verdiente er sich mit dem Hundehandel, wo er selbst angefertigte und somit gefälschte Stammbäume seinen Vierbeinern zuordnete.

Ab 1920 begann er, die Abenteuer des braven Soldaten Schwejk zu schreiben. Im Zivilleben war die Romanfigur Schwejk ein Hundehändler. Durch Tuberkulose gezeichnet und durch Alkoholmissbrauch verstarb Jaroslav Hasek jedoch bereits 1923 im Alter von nur 39 Jahren. Er konnte in seinen letzten Jahren drei Bücher über Schwejk vollenden, das Vierte blieb unvollendet.
 
 

Das hier publizierte Drehbuch stammt aus dem Nachlass von Karel Lamac und ist mit einigen handschriftlichen Notizen versehen, wohl von Lamac selbst.

Ein herzliches Dankeschön an die Familie Geicke für die Überlassung des Drehbuches. 


 
Back