| HOME | INDEX
STUMMFILM |
..
Vorwort: Als der Regisseur Karel Lamac 1938 Deutschland verlassen musste, war dies der Beginn einer langjährigen Rastlosigkeit, während der er in einigen europäischen Ländern vorübergehend Zuflucht fand. Unter anderem kam er anfangs der 40er Jahre nach England, wo er in London
seine Filmlaufbahn als Regisseur fortsetzten konnte und drei Filme realisierte.
Karel Lamac liess am Anfang des Films einen Prolog von Jan Masaryk (1886-1948) - dem Sohn des ersten Präsidenten der Tschechoslowakei - einfügen. In der Besetzungsliste des Films finden sich einige interessante Namen,
darunter einen blutjungen Richard Attenborough, der hier erst zum zweiten
Mal vor der Kamera stand und später eine grosse Laufbahn als Schauspieler
und Regisseur einschlagen sollte.
Inhalt: Der Schauspieler Lloyd Pearson wurde für
die Titelrolle engagiert und die Komödie erzählt die Geschichte
von Josef Schweik, der einen Geheimauftrag erhält, in den Besitz einer
Spielkarte zu kommen, welche es ermöglichen soll, die Position der
deutschen Munitionslager zu lokalisieren und Schweik übernimmt eine
Stelle als Diener beim Gestapochef in Prag. Dabei muss Lloyd Pearson alias
Schweik viele brenzlige Situationen überstehen und es wird die Gelegenheit
genutzt, um sich in der Geschichte über die Nazis lustig zu machen.
Nachwort: Die Buchvorlage stammte vom Schriftsteller Jaroslav Hasek (1883-1923). Die Erlebnisse rund um die Figur des braven Soldaten Schweik wurde im Laufe der Jahre viele Male verfilmt. Die erste Verfilmung geht noch in die Stummfilmzeit zurück, in der Hauptrolle Karel Noll, der diese Figur gleich in vier Filmen verkörperte: "Dobry vojak Svejk" (26), "Svejk na fronte" (26), "Svejk v ruskem zajeti" (27) und "Svejk v civilu" (27). Weitere Verfilmungen folgten mit "Dobry vojak Svejk" (31) mit Sasa Rasilov, "Dobry vojak Svejk" (57) mit Rudolf Hrusinsky, "Die Abenteuer des braven Soldaten Schwejk" (58) mit Heinz-Leo Fischer, "Poslusne hlasim" (58) mit Rudolf Hrusinsky, "Der brave Soldat Schwejk" (60) mit Heinz Rühmann, "Schwejks Flegeljahre" (65) mit Peter Alexander, "The Good Soldier Schweik" (65) mit John Collin, die Serie "Kunnon sotamies Svejkin seikkailuja" (68) mit Matti Varjo, "De aventuren van de brave soldaat Schwejk" (68) mit Luc Philips, "Svejk i anden verdenskrig" (70) mit Henning Moritzen, die Serie "Die Abenteuer des braven Soldak Schwejk" (72) mit Fritz Muliar, "Schweik na Segunda Guerra Mundial" (75) mit Raul Solnado, "Svejk toisessa maailmansodassa" (79) mit Ulf Törnroth und "Osudy dobreho vojaka Svejka" (86) mit Petr Hanicinec. Jaroslav Hasek selbst war ein ungewöhnlicher Schriftsteller und
Zeitgenosse. Er verwendete in seinen Geschichte die vulgäre Sprache
der Strasse, was ihm die Ignoranz der Literaturszene einbrachte.
Als er seine Stelle verlor, verdiente er sich mit dem Hundehandel, wo er selbst angefertigte und somit gefälschte Stammbäume seinen Vierbeinern zuordnete. Ab 1920 begann er, die Abenteuer des braven Soldaten Schwejk zu schreiben.
Im Zivilleben war die Romanfigur Schwejk ein Hundehändler. Durch Tuberkulose
gezeichnet und durch Alkoholmissbrauch verstarb Jaroslav Hasek jedoch bereits
1923 im Alter von nur 39 Jahren. Er konnte in seinen letzten Jahren drei
Bücher über Schwejk vollenden, das Vierte blieb unvollendet.
|
| Back |