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(1961)
Die grosse Hoffnung

Barack ObamaAls der Afroamerikaner Barack Obama 2009 zum Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt wurde, war dies eine Sensation und stellte einen Meilenstein in der amerikanischen Geschichte dar.

Sein Vater, der Kenianer Barack Hussein Obama und seine Mutter, die Amerikanerin Stanley Ann Dunham lernten sich an der Universität von Hawaii in Manoa kennen, wo beide als Studenten lebten. Die beiden heirateten 1961 auf Hawaii zu einer Zeit, als es noch nicht in allen amerikanischen Staaten erlaubt war, dass Weisse und Schwarze eine Ehe miteinander schlossen.

Die Ehe hielt jedoch nur bis 1964 und nach 1971 hatte der junge Barack Obama keinen Kontakt mehr zu seinem Vater.

Mit seiner Mutter zog er 1967 nach Jakarta, wo er bis 1971 lebte, ehe er wieder nach Hawaii zurückkehrte und bei seinen Grosseltern lebte.

1979 ging er in die USA, wo er zunächst am Occidental College in Los Angeles studierte, danach folgte ein Studium an der Columbia University in New York City, wo er 1983 in Politikwissenschaft abschloss.

1988 ging er an die Harvard Law School, um Rechtswissenschaft zu studieren. Dort lernte er im gleichen Jahr seine zukünftige Ehefrau Michelle Robinson kennen.

Als er 1992 nach Chicago ging, betätigte er sich erstmals politisch aktiv als Wahlhelfer für den Präsidentschaftskandidaten Bill Clinton.

1996 wurde Obama in den Senat von Illinois gewählt und er legte damit den Grundstein seiner eigenen politischen Karriere.
In den Jahren seiner Tätigkeit im Senat von Illinois setzte er sich immer wieder für die schwache Bevölkerung ein, sei es im Gesundheitswesen oder für die Rechte von Schwulen und Lesben.

Als er 2004 überraschend die internen Vorwahlen bei den Demokraten gewann, schaffte er anschliessend den Sprung in den US-Senat mit dem beeindruckenden Ergebnis von 70 % und galt ab sofort als neuer Shooting-Star der Demokraten.

Im Februar 2007 kündigte Barack Obama seine Präsidentschaftskandidatur an. Nachdem im Laufe der Zeit ein demokratischer Kandidat nach dem anderen ausschied, blieben am Schluss nur noch er und Hillary Clinton im Vorwahlkampf übrig. Erst im Juni 2008 zog Hillary Clinton ihre Kandidatur zurück, nachdem ihre Gewinnaussichten als zu gering eingeschätzt wurden.

Als offizieller Präsidentschaftskandidat unternahm Barack Obama auch Reisen ins Ausland,u.a. Afghanistan, Irak, Israel und Westeuropa.

Am 16. November 2008 war es dann amtlich. Barack Obama wurde mit seiner Wahlkampagne "Yes We Can" als erster Afroamerikaner zum Präsidenten der USA gewählt.
Am 20. Januar 2009 wurde Barack Obama vereidigt und galt als Hoffnungsträger für ein neues und offeneres Amerika, um das negative Bild der USA zu korrigieren, welches sein Vorgänger George W. Bush hinterliess.

Vor allem auch das Ausland begrüsste die Wahl von Barack Obama was sich unter anderem in der (übereilten) Verleihung des Friedensnobelpreises für Obama im gleichen Jahr widerspiegelte. Diese Verleihung stiess auf grosse Kritik, da ein Leistungsausweis Obamas für den Frieden noch gar nicht bestand.

Zu Beginn seiner Amtszeit zeigte Obama seine Absicht, die getroffenen Wahlversprechen umzusetzen und setzte Verordnungen von George W. Bush zur Prüfung aus, liess das skandalöse Gefangenenlager Guantanamo Bay juristisch überprüfen und untersagte Folter an Häftlingen.
Auch der Rückzug der Armee aus dem Irak wurde vorangetrieben, die gezielte Bekämpfung von Terroristen setzte er aber fort. Er förderte die sogenannten Drohenangriffe, denen in Pakistan und Afghanistan viele Menschen zum Opfer fielen, darunter auch Zivilisten (Frauen, Kinder).
Einen grossen Triumph konnte er am 1. Mai 2011 feiern, als der meistgesuchte Mann der Welt Osama bin Laden erschossen wurde.

In seine Amtszeit fiel auch der Arabische Frühling, der international zu Entspannungen führte, in den jeweils betroffenen Ländern jedoch Desorientierung auslöste.
Die USA und Europa mischten sich nur oberflächlich ein und liessen die Revolution ihren Weg nehmen. Erst bei Massakern an der Zivilbevölkerung wurde der Ton jeweils schärfer.

Doch obwohl die aussenpolitische Entwicklung eher für Barack Obama für eine Wiederwahl sprach, war die nicht enden wollende Finanzkrise, die in den USA selbst grosse Arbeitslosigkeit nach sich zog, eine enorme Hypothek.
Die Mentalität, dass neue Besen besser kehren, konnte sich aber bei der Wahl nicht durchsetzen und Barack Obama wurde für die zweite Amtszeit wiedergewählt.

Was sich bei der Wahl deutlich abzeichnete, war der Graben zwischen verschiedenen Komponenten - ähnlich dem Schweizer Röschti-Graben zwischen der deutschsprachigen und der französischsprachigen Schweiz. Der amerikanische Tutti-Frutti-Graben zeigte grosse Unterschiede im Wahlverhalten zwischen Schwarzen und Weissen, zwischen Frauen und Männern, zwischen jung und alt und zwischen den Küstenstaaten und den Staaten im Inneren.

Das oben abgebildete Autogramm wurde von Barack Obama anlässlich seiner Teilnahme am NATO Gipfeltreffen 2009 in Strassburg unterschrieben.