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(1919) AK47 - Berühmt und berüchtigt |
Der
mit allen Ehren Russlands ausgezeichnete Generalleutnant Michail Timofejewitsch
Kalaschnikow gehört zu den bekanntesten Figuren der ehemaligen Sowjetunion,
dessen Name mit seiner Entwicklung des vollautomatischen Gewehrs AK-47
(Awtomat Kalaschnikowa obrasza 47).
Unter Stalins Macht wurde Michail Kalaschnikow und seine Familie (mit
insgesamt 18 Kindern) 1930 nach Tomsk deportiert.
Bereits in seiner Jugend verfasste er erste Gedichte und man erwartete,
dass er als Poet Karriere machen würde. Er schrieb sechs Bücher,
wählte aber eine andere berufliche Ausrichtung. Doch seiner Passion
blieb er treu und schrieb bis ins hohe Alter Gedichte.
Nach Abschluss der schulischen Ausbildung absolvierte er eine technische Ausbildung bei der Tukestan - Sibirischen Eisenbahn und arbeitete anschliessend als Techniker.
Als er mit 19 Jahren zur Roten Armee eingezogen wurde, teilte man ihn aufgrund seiner Ausbildung bei der Instandhaltung der Panzer ein.
Als im 2. Weltkrieg die Deutschen in Russland einfielen, war Kalaschnikow als Panzerkommandant beteiligt und wurde im Herbst 1941 in der Schlacht bei Brjansk an der Schulter schwer verletzt.
Im Lazarett traf er auf Soldaten der Infanterie, die sich immer wieder
über die schlechte Funktion der russischen Gewehre beschwerten.
Dies stachelte den Ehrgeiz des Technikers in Kalaschnikow an und er
entwarf erste Pläne für die Konzeption eines neuen Gewehres.
Schon bald erkannte auch die Militärführung die Fähigkeiten
von Kalaschnikow und ernannten ihn zum führenden Waffenkonstrukteur
der UdSSR.
Nach verschiedenen Vorgängermodellen wurde der Prototyp des Sturmgewehrs
AK-47 1947 erstmals vorgestellt und 1949 (andere Quellen 1956) als offizielle
Waffe bei der Sowjetarmee eingeführt. Eine modernere Version entstand
1959 unter dem Kürzel AKM.
Michail Kalaschnikow hätte nicht in den kühnsten Träumen
erwartet, dass seine Waffe nicht nur bei der russischen Armee ihre Dienste
tätigen würde, sondern in den nächsten Jahrzehnten den Weltmarkt
erobern könnte.
Doch genau dies passierte. Es entstanden unzählige Nachbauten
mit einzelnen Modifizierungen und fanden vor allem in den kommunistisch
orientierten Ländern Verbreitung. Schon bald nannte man die Waffe
einfach nur noch "Kalaschnikow".
Man schätzt, dass weltweit rund 80 Millionen dieser Gewehre gebaut
wurden. Damit ist die "Kalaschnikow" Russlands erfolgreichster Exportschlager.
Mosambik hat gar die "Kalaschnikow" in ihrem Wappen verewigt, aber auch
die RAF in Deutschland.
Die Sowjetunion zeichnete Michail Kalaschnikow für seine Verdienste mehrfach aus, darunter verlieh man ihm zweimal den Titel "Held der sozialistischen Arbeit" in den Jahren 1958 und 1976, einmal als "Held der Russischen Föderation" 2009, den Stalinpreis 1949 und die Lenin Medaille 1964.
Weitere Ehrungen folgten auch noch im hohen Alter, u.a. wurde ihm von Boris Jelzin 1994 der Orden "Für hervorragende Dienste für das Vaterland, 2. Klasse" verliehen und gleichzeitig zum Generalmajor befördert, fünf Jahre später wurde er zum Generalleutnant ernannt.
Heute lebt Michail Kalaschnikow in Ischewsk und äusserst sich auch sehr kritisch über die missbräuchliche Nutzung seines Gewehres weltweit und den Schrecken, der mit seinem Namen verbunden ist.
Wie viele Waffenkonstrukteure vor und nach ihm (u.a. auch die Erbauer
der Atombombe wie Leo Szilard, der die Anwendung der Atombombe 1945 aufs
Schärfste kritisierte) äusserte sich Kalaschnikow über die
Ambition für die Herstellung der Waffe mit einer positiven Antwort:
"Mein Anliegen ist es, der Menschheit im Gedächtnis zu bleiben.
Und zwar als ein Mensch, der Waffen geschaffen hat, um die Grenzen seines
Landes zu schützen. Anders darf es nicht sein. Ich hätte nie
gedacht, dass meine Waffen in internationalen Konflikten."