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SAOUD AL-FAISAL 
1940

Politiker

Prinz Sa'ud, Sohn des späteren Königs Faisal ibn Abd al-Aziz und dessen einflussreicher Ehefrau Effat Al-Thuniyyan, studierte Wirtschaftswissenschaften an der Princeton University und schloss dieses Studium 1964 mit einem Bachelor of Science (B.Sc.) ab. An der Princeton University war er Mitglied des exklusiven The Ivy Club.

Nach seiner Rückkehr nach Saudi-Arabien wurde er zunächst Wirtschaftsberater im Ministerium für Erdöl und Mineralische Ressourcen und danach Leiter der Abteilung für Erdölbeziehungen bei PETROMIN, der Dachorganisation für Erdöl und Mineralische Ressourcen. Am 22. Februar 1970 wurde er erst Stellvertretender Gouverneur für Planungsangelegenheiten von PETROMIN und anschließend am 15. Juni 1971 Stellvertretender Minister für Erdöl und Mineralische Ressourcen und damit engster Mitarbeiter des langjährigen Ministers Ahmed Zaki Yamani.

Am 13. Oktober 1975 wurde er durch Dekret von König Chalid ibn Abd al-Aziz zum Außenminister ernannt und übt dieses Amt seitdem aus. Er ist damit der am längsten amtierende Außenminister der Welt und diente nach König Chalid auch den Königen Fahd ibn Abd al-Aziz sowie Abdullah ibn Abd al-Aziz.

In einem Interview mit der Financial Times äußerte er sich im März 1998 zum Friedensprozess zwischen Israel und Palästina sowie zur Situation im Irak und zu den Beziehungen Saudi-Arabiens zu den USA

Auf Einladung der Körber-Stiftung sprach er im November 2007 vor Mitgliedern des Deutschen Bundestages sowie Vertretern des Bundeskanzleramtes, des Auswärtigen Amtes und ausgewählter Think Tanks über Saudi-Arabiens Rolle im Nahen und Mittleren Osten und die regionalen Konflikte.

Einen Tag nach der Rede an die islamische Welt von US-Präsident Barack Obama am 4. Juni 2009 in Kairo gab Prinz Sa'ud seine Einschätzung zu dieser Rede in einem Interview gegenüber dem amerikanischen Nachrichtenmagazin Newsweek.

Original-signierte Fotomappe (Format etwas grösser als A5)    Price in Euro 30.-


YIGAL ALLON
1918 - 1980

berühmter israelischer Politiker / Famous Israeli politician

Jigal Allon war ein israelischer Politiker der Arbeitspartei. Er war von 1974 bis 1977 der vierte Außenminister Israels. Nach ihm ist der Allon-Plan benannt.

Allon war Mitglied des Kibbuz Ginnossar am See Genezareth und studierte Landwirtschaft. Später wurde er an der Hebräischen Universität in Jerusalem und am St Antony's College in Oxford ausgebildet.

Seine militärische Karriere begann er als Jugendlicher in der Hagana, später wurde er Kommandeur des Palmach und kämpfte im Zweiten Weltkrieg auf Seiten der Briten.

Nach der Gründung des Staates Israel trat er in die Armee als Generalmajor ein und kämpfte im Israelischen Unabhängigkeitskrieg für sein Land. 1954 kam er als Abgeordneter der sozialistischen „Achdut haAvoda“ in die Knesset. Aus der Fusion von Achdut Haavoda und Mapai entstand 1968 die Arbeitspartei.

Er war ein langjähriger politischer Gegenspieler Mosche Dajans.

Hohe politische Funktionen:

    * Arbeitsminister (1961-1967) in der Regierung Ben Gurion,
    * Stellvertretender Ministerpräsident (1967-1974),
    * Einwanderungsminister (1967-1969),
    * Bildungsminister (1969-1974)
    * Außenminister (1974-1977) und stellvertretender Ministerpräsident

Er war 1969 nach dem Tod Levi Eschkols auch kurze Zeit geschäftsführender israelischer Ministerpräsident.

Jigal Allon war ein Befürworter eines territorialen und politischen Ausgleichs mit den Arabern. Jigal Allon starb am 29. Februar 1980 in Afula.

original-signiertes Foto (Postkartenformat)
Price in Euro 35.--

JAMSHID AMOUZEGAR 
1923

Premierminister Iran

Jamshid Amuzegar (auch Amouzegar; war Premierminister im Iran. Amuzegar war mit einer deutschstämmigen Frau verheiratet. Aus der Ehe gingen keine Kinder hervor.

Jamshid Amuzegar wurde am 26. Juni 1923 in Teheran geboren. Seine Mutter war eine der ersten jungen Mädchen, die eine öffentliche Schule besuchte. Sein Vater, ein Journalist, machte Karriere in der Politik. In der 1951 nur zwei Monate im Amt befindlichen Regierung von Hossein Ala wurde er Kultusminister. Später war sein Vater Mitglied des Senats.

Jamshid besuchte die Grundschule und später das Iranshahre-Gymnasium in Teheran. Nach seinem Abitur ging er an die Universität Teheran und besuchte Kurse in Rechts- und Politikwissenschaften sowie in Ingenieurwissenschaften. Nach zwei Jahren ging er in die USA an die Cornell-Universität und schloss dort sein Studium mit einem Bachelor in Politikwissenschaften ab. An der George Washington Universität belegte er Kurse im Bereich Bauingenieurwesen und beendete sein Studium mit einem Master in Bauingenieurwesen.

1951 kehrte Jamshid Amuzegar in den Iran zurück und begann für das Point IV Programm zu arbeiten. In nur 18 Monaten baute er 48 Brunnen und entwarf die Wasserversorgung und Abwasserentsorgung für 25 Städte. Mit 32 Jahren wurde Jamshid Amuzegar leitender Mitarbeiter im Gesundheitsministerium und war maßgeblich an der Ausrottung der Malaria im Iran beteiligt. 1958 übernahm Amuzegar das Arbeitsministerium im Kabinett von Manouchehr Eghbal. Für die folgenden 18 Jahre sollte Jamshid Amuzegar nahezu bis zum Ende der Regentschaft von Mohammad Reza Schah mehrere Ministerien leiten. So übernahm er nach dem Arbeitsministerium das Landwirtschaftsministerium. Als Landwirtschaftsminister war er für die Ausarbeitung der Reformgesetze zur Landreform zuständig. Im Kabinett von Hassan Ali Mansour übernahm Amuzegar das Gesundheitsministerium.

Auch im Kabinett von Premierminister Amir Abbas Hoveyda blieb Amuzegar zunächst Gesundheitsminister. Nach einer Kabinettsumbildung wurde Amuzegar Finanzminister. In seiner Eigenschaft als Finanzminister war Amuzegar 1975 als Vertreter des Iran an den Verhandlungen über die Erhöhung der Ölpreise durch die OPEC beteiligt, als es zu der OPEC-Geiselnahme durch die Gruppe um Ilich Ramirez Sanchez, genannt Carlos der Schakal, kam. Carlos teilte die Geiseln in drei Kategorien ein: die Liberalen, die Neutralen und die Kriminellen, wobei der iranische Finanzminister Amuzegar und der Saudische Ölminister Yamani an der Spitze der Liste der Kriminellen standen. Angeblich bezahlten der Iran und Saudi-Arabien Carlos $ 20 Mio. für die Freilassung von Amuzegar und Yamani.

1976 wurde Amuzegar Vorstandsmitglied und später Generalsekretär der Rastakhiz-Partei (Auferstehungspartei), der von Mohammad Reza Schah neu gegründeten Einheitspartei. Im Juli 1977 übernahm Jamshid Amuzegar das Amt des Premierministers. Seine Amtszeit sollte allerdings nur 13 Monate dauern. Premierminister Amuzegar hatte dem Land ein Sparprogramm verordnete, um die überhitze Wirtschaft wieder auf normale Wachstumsraten zurückzuführen. Seit dem sprunghaften Anstieg der Öleinnahmen zu Beginn der 70er Jahre hatte der Iran ein durchschnittliches Wirtschaftswachstum von 25%. Nachdem die Öleinnahme gegen Ende der 70er Jahre wieder abnahmen, kam es zu einer ernsthaften Wirtschaftskrise. Amuzegars Sparmaßnahmen, die die Krise noch verschärften, waren höchst unpopulär und führten zu massiver Kritik an der Regierung.

Der meist diskutierte Vorfall in der Regierungszeit von Jamshid Amuzegar ist ohne Zweifel der Brandanschlag auf das Cinema Rex in Abadan am 19. August 1978, bei dem 477 Menschen ums Leben kamen. 

Die Protestmärsche gegen die Regierung nahmen gewalttätige Formen an. Am 19. August, nach iranischem Kalender am 28. Amordad, dem 25. Jahrestag des Sturz der Regierung Mossadegh, brannten 28 Kinosäle in ganz Iran. Über 400 Toten waren in Abadan zu verzeichnen. Chomeini sowie Mehd? B?zarg?n und Karim Sanjabi, führende Mitglieder der Nationalen Front, beschuldigten die Regierung für die Brände verantwortlich zu sein, um die Opposition in „schlechtes Licht zu setzen“. Nach heutigem Wissen war für die Planung und Durchführung ein Verwandter von Seyyed Ali Chamene'i verantwortlich. Chomeini hatte schon vor längerer Zeit eine Fatwa gegen koloniale Programme und westliches Kino ausgesprochen.

Mohammad Reza Schah sprach anlässlich des Brandanschlages von der Großen Angst, die im Iran bald herrschen würde, wenn die Opposition an die Macht käme. Er wollte damit den Unterschied gegenüber seiner Zukunftsvision für den Iran, der Großen Zivilisation, deutlich machen. Die Regierung unter Premierminister Jamshid Amuzegar wirkte wie gelähmt. Schahbanu Farah Pahlavi wollte sich umgehend nach Abadan begeben, um die Familien der Opfer zu besuchen und ihnen ihr Beileid auszusprechen. Premierminister Amuzegar hielt es aber für besser, erst einmal die Ermittlungsergebnisse abzuwarten. Die Folge waren weitere Demonstrationen im ganzen Land. In Deutschland, Belgien, Dänemark und den Niederlanden besetzten iranische Studenten die iranischen Botschaften. Nachdem am 26. August die Demonstranten in Teheran den Rücktritt von Mohammad Reza Schah forderten, trat Amuzegar am 27. August vom Amt des Premierministers zurück und verließ kurze Zeit später das Land.

Oben: Original-signiertes Passfoto    Price in Euro 30.-
Unten: Original-signierter Brief (Format A4)    Price in Euro 35.-


GIULIO ANDREOTTI

1919

berühmter italienischer Politiker / Famous Italian politician

Andreotti stand während der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts im Zentrum der italienischen Politik. Er war auf verschiedenen Ministerposten an insgesamt 33 Regierungen (von 59 nach 1945 - Stand 2004) beteiligt und dabei sieben Mal italienischer Ministerpräsident. Andreotti war Mitglied der Verfassungsgebenden Versammlung und seit 1948 Abgeordneter im italienischen Parlament, das Mandat endete 1991. Er wurde vom italienischen Staatspräsidenten Francesco Cossiga 1992 zum Senator auf Lebenszeit ernannt.

Während des Zweiten Weltkriegs schrieb Andreotti Artikel für die Rivista del Lavoro, einer Publikation der faschistischen Propaganda. Er war Redakteur der im Untergrund erscheinenden Il Popolo.

Im Laufe eines Studiums der Rechtswissenschaften begann Andreotti seine politische Karriere und knüpfte zahlreiche Kontakte zu Vertretern katholischer Zusammenschlüsse, darunter Aldo Moro. 1944 wurde er in die Nationalversammlung der Democrazia Cristiana gewählt. Nach dem Ende des Krieges in Italien war er für die Jugendarbeit der Partei verantwortlich. 1946 wurde er Mitglied der verfassunggebenden Versammlung. 1947 wurde er für den Wahlbezirk Rom-Latina-Viterbo-Frosinone erstmalig zum Mitglied der Deputiertenkammer gewählt.

Seit 1944 war er enger Mitarbeiter des späteren Ministerpräsidenten Alcide De Gasperi. Zwischen den beiden gab es große charakterliche und methodische Differenzen, sodass Indro Montanelli formulierte, „wenn sie zusammen in die Kirche gingen, sprach De Gasperi mit Gott, Andreotti mit dem Priester“.[1] Andreotti neigte eher zum Pragmatismus und konkreten politischen Zielen.

1947 bis 1954 war Andreotti zweiter Staatssekretär in der vierten Regierung unter De Gasperi. Es folgten zahlreiche weitere Regierungsbeteiligungen.

Im August 1958 war er als Finanzminister in den Giuffrè-Skandal verwickelt, wurde jedoch im Dezember desselben Jahres von allen Anschuldigungen freigesprochen. Dagegen wurde er von einer parlamentarischen Untersuchungskommission 1961-62 aufgrund von Unregelmäßigkeiten beim Bau des Flughafens Rom-Fiumicino gerügt.

Als Staatssekretär unter Amintore Fanfani sammelte er eine Gruppe von rechtsgerichteten Geistlichen um sich, die bereits 1952 mit Billigung des Vatikans versucht hatten, in den Senat einzuziehen. Sie begannen eine Pressekampagne, die Piero Piccioni, den Sohn des Außenministers Attilio Piccioni, mit dem Mord an Wilma Montesi in Verbindung brachte. Die entstehende Affäre führte zum Rücktritt Piccionis. Auf diese Art verdrängten Andreotti und seine Leute die Anhänger De Gasperis aus der Parteiführung und konnten mit der entstehenden innerparteilichen Mehrheit Amintore Fanfani vom Posten des Parteisekretärs und Ministerpräsidenten entheben.

Am 20. November 1958 setzte die Nationalversammlung des COMI Andreotti in Einstimmigkeit als Präsident des Organisationskomitees der Olympischen Sommerspiele 1960 in Rom ein.

Während seiner Zeit als Verteidigungsminister gab es 1964 Planungen für einen neofaschistischen Staatsstreich (Piano Solo) durch Giovanni De Lorenzo und weitere Mitglieder des Geheimdienstes SIFAR, die belastende Akten über insgesamt 157.000 Bürger und Politiker angelegt hatten. Andreottis Ministerium wurde nach einer entsprechenden Gesetzesänderung mit der Beseitigung der Akten beauftragt, sie wurden jedoch fotokopiert und an die Freimaurerloge Propaganda Due unter Licio Gelli geschickt und ins Ausland gebracht, entgegen der Anordnung des parlamentarischen Untersuchungsausschusses, nach welcher sie in einer Müllverbrennungsanlage in Fiumicino beseitigt werden sollten.

1972 bis 1973 war Andreotti erstmalig Ministerpräsident. In seiner Außenpolitik vermittelte er zwischen den verschiedenen Strömungen innerhalb der DC und bemühte sich um den Aufbau intensiver Beziehungen im Sinne einer Entspannungspolitik. Er verteidigte einerseits die Idee der NATO und etablierte andererseits Beziehungen mit den Ländern des Mittelmeerraums und der arabischen Welt. Nach Unterzeichnung der Schlussakte von Helsinki, die eine weitere Demokratisierung der Länder des Ostblocks versprach, nutzte Andreotti die Gelegenheit für die Etablierung wirtschaftlicher Beziehungen zwischen Italien und der Sowjetunion.

Als Verteidigungsminister gab er 1974 ein berühmtes Interview mit Massimo Caprara, in welchem der institutionelle Schutz des Hauptbeschuldigten Guido Giannettini im Prozess um das Bombenattentat an der Piazza Fontana von 1969 enthüllt wurde. Andreotti wurde 1982 von der Anschuldigung der Inschutznahme Giannettinis freigesprochen.

1976 verlor die Regierung unter Aldo Moro die Unterstützung durch die Sozialisten im Parlament, sodass eine vorgezogene Neuwahl veranstaltet werden musste, aus der die Kommunistische Partei Italiens (Partito Comunista Italiano, PCI) unter Enrico Berlinguer gestärkt hervorging. Die DC blieb stärkste Kraft, jedoch mit nur wenigen Stimmen Abstand. Aufgrund der guten Wahlergebnisse forderte Berlinguer im Sinne des Historischen Kompromisses eine Regierungsbeteiligung, die auf Seiten der DC von Aldo Moro stark befürwortet wurde.

Andreotti wurde mit der Bildung einer Regierung beauftragt, die im Juli 1976 zustande kam. Die Regierung zerfiel 1978. Wenige Tage vor seiner Entführung durch die Roten Brigaden drang Aldo Moro auf eine neue Regierung unter Andreotti, einer Minderheitsregierung, die durch fast alle Parteien (mit Ausnahme von MSI, PLI und SVP) toleriert werden sollte. Die Möglichkeit dazu äußerte sich in einer positiven Vertrauensfrage. Nach der Entführung Moros kam die Minderheitsregierung Nationale Solidarität zustande, obwohl Andreotti nicht alle Forderungen der PCI umsetzen wollte, was in der Partei Unzufriedenheit auslöste. Er lehnte jegliche Verhandlungen mit den Terroristen ab und vertrat eine „Linie der Härte“. Die Ermordung Moros im Mai 1978 gab ihm genug Rückhalt, um einschneidende Gesetze durchzusetzen, wie beispielsweise eine Gesundheitsreform. Das Gesuch der Kommunisten, stärker an der Regierung beteiligt zu werden, wurde von der DC abgelehnt. Als Konsequenz darauf trat Andreotti im Januar 1979 zurück.

Bei der Bildung von Regierungskoalitationen vertrat Andreotti eine „Strategie der zwei Öfen“ (strategia dei due forni), nach der er sich für eine relative Mehrheit entweder an die kommunistische PCI oder die sozialistische PSI wandte, je nachdem, welche von beiden „den Preis des Brotes am günstigsten macht“. Dies führte lange Zeit zu Verstimmungen mit Bettino Craxi (PSI): Es erniedrigte ihn, dass Andreotti 1979 den Termin für vorgezogene Neuwahlen in Italien auf eine Woche vor den ersten Europawahlen festgelegt hatte (einen Antrag der PSI missachtend, die ein Zusammenfallen der Termine für günstiger hielten), und die Beziehungen waren gänzlich erschüttert, als die illegale Finanzierung von gegen Craxi gerichteten innerparteilichen Strömungen von diesem auf das Umfeld von Andreotti zurückgeführt wurde. Craxi legte daraufhin Veto bei allen Regierungsbildungen der folgenden Legislaturperiode ein – es handelte sich damit neben der Zeit von 1968 bis 1972 um die wenigen Jahre der ersten Republik, in denen Andreotti keinen Regierungsposten innehatte.

Von 1979 bis 1983 war Andreotti Vorsitzender des Ausschusses für auswärtige Angelegenheiten. 1983 wurde er in der ersten Regierung Craxi zum Außenminister ernannt, einen Posten, den er in folgenden Regierungen bis 1989 behalten sollte. Aufbauend auf seine jahrzehntelangen Erfahrungen als Politiker vermittelte er im Dialog zwischen den USA und der UdSSR. Innerhalb der Regierung kam es zu mehreren Zusammenstößen mit Craxi, bei der pro-arabischen Außenpolitik waren sich jedoch beide einig, und sie traten zusammen für eine Verhandlungslösung der Entführung des Schiffes Achille Lauro ein.

Aufgrund dieser Entwicklungen wurde er dann zum Vermittler zwischen Craxi und der DC, deren Beziehungen alles andere als gut waren. Zusammenstöße zwischen dem charismatischen Sozialistenführer und dem christdemokratischen Generalsekretär Ciriaco de Mita waren an der Tagesordnung. Zeitungen sprachen schließlich vom Dreieck CAF (Craxi-Andreotti-Forlani). Als diese 1989 in gemeinsamer Absprache De Mita die Ministerpräsidentschaft entzogen, wurde Andreotti ein letztes Mal dieses Amt zugetragen, das er bis 1992 innehatte. In diese Zeit fiel auch der Gladio-Skandal, als Giulio Andreotti am 3. August 1990 im Rahmen einer Parlamentsanfrage öffentlich die Existenz dieser paramilitärischen Geheimorganisation bis in die späten 70er sowie die Beteiligung der NATO bestätigte.

1992 wurde Andreotti als einer der Kandidaten für das Amt des Staatspräsidenten gehandelt. Diese Kandidatur kam allerdings durch den Mord am italienischen „Mafia-Jäger“ Giovanni Falcone in Palermo nie zustande, nachdem zwei Monate vorher bereits Salva Lima durch die Mafia umgebracht worden war. Andreotti und seinen Anhängern, die man immer wieder der Verwicklungen mit der Mafia verdächtigte, wurde Unfähigkeit in der Bekämpfung der organisierten Kriminalität vorgeworfen.

Aufgrund einer schweren Korruptionsaffäre in Mailand, der sogenannten Tangentopoli, lösten sich DC und PSI 1994 im Zuge der juristischen Untersuchungen Mani pulite auf. Die Partei nannte sich zurück in Partito Popolare Italiano (PPI), aus der sie in den 1940ern hervorgegangen war.

Nach den Parlamentswahlen in Italien 2006, die von Romano Prodis Parteienbündnis L’Unione knapp gewonnen wurde, sprachen sich einige Mitglieder der Mitte-Rechts-Parteien für eine Senatspräsidentschaft Andreottis aus, da dieser als Mittler in der zunehmenden Spaltung zwischen linken und rechten Kräften fungieren könne. Im April 2006 bewarb sich Andreotti für das noch regierende Parteienbündnis Casa delle Libertà von Ministerpräsident Berlusconi um das Amt des Senatspräsidenten. Er erhielt im ersten Wahlgang 140 Stimmen und damit nicht die erforderliche absolute Mehrheit; jedoch fiel auch sein Gegenkandidat Franco Marini von den Linken mit 157 Stimmen zunächst durch, schließlich wurde letzterer aber dann doch gewählt.

Andreotti konnte achtundzwanzigmal die Aufhebung seiner parlamentarischen Immunität abwehren, erst der 29. Versuch führte zu ihrer Aufhebung. 1993 gab es erste Prozesse wegen Andreottis angeblicher Mafiabegünstigungen. Der erste Prozess um die Ermordung des Journalisten Mino Pecorelli am 20. März 1979 endete im September 1999 nach drei Jahren mit einem Freispruch. In zweiter Instanz wurde Andreotti zusammen mit dem Mafia-Boss Gaetano Badalamenti am 17. November 2002 zu 24 Jahren Haft verurteilt. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass Andreotti den Auftrag zum Mord gegeben hatte. Dieses Urteil wurde in der Berufungsverhandlung am 2. Mai 2003 wegen Mangels an Beweisen aufgehoben.[3] Im selben Jahr wurde Andreotti aufgrund zwischenzeitlich eingetretener Verjährung der Tat vom Vorwurf der Verbindung zur Mafia freigesprochen. Andreotti soll weiterhin - vergeblich - im Jahr 1976 versucht haben, mit den Schecks einer von der Mafia betriebenen Finanzierungsgesellschaft den Zusammenbruch des Bauunternehmens seiner Freunde, der Brüder Caltagirone, zu verhindern. Gaetano Caltagirone hatte in den Jahren zuvor hohe illegale Wahlkampfzuschüsse an die Andreotti-Gruppierung gezahlt. Dies soll dann den Skandal um die Italcasse ausgelöst haben. Auch soll er sich mit Michele Sindona getroffen haben, als dieser bereits polizeilich gesucht wurde.

Es wird behauptet, dass Andreotti in seiner Zeit als führender italienischer Politiker Kontakte zur sizilianischen Mafia hatte. So soll er sich im Jahr 1980 mit dem Mafiaboss Stefano Bontade getroffen haben, um gegen die Ermordung seines Parteifreundes Piersanti Mattarella zu protestieren; im Jahr 1987 soll ein Treffen mit Salvatore Riina, dem damals mächtigsten sizilianischen Mafioso, stattgefunden haben, der zu diesem Zeitpunkt seit anderthalb Jahrzehnten flüchtig war und für etwa 1000 Morde verantwortlich sein soll.

Im Urteil des Berufungsgerichts vom 15. Oktober 2004 wurde später festgestellt, dass es keinen Beweis für ein Treffen Andreottis mit Salvatore Riina gebe. Die entsprechenden Aussagen des Kronzeugen Baldassare „Balduccio“ Di Maggio seien „konfus und widersprüchlich“.

Original-signiertes Grossfoto (leichte Knitter) im Format A4 (sehr selten in dieser Qualität)
Price in Euro 65.--

HANS APEL 
1932 - 2011

Politiker

Nach dem Abitur 1951 auf dem Gymnasium Uhlenhorst-Barmbek in Hamburg absolvierte Apel zunächst eine Lehre als Im- und Exportkaufmann in Hamburg. Danach begann er 1954 ein Studium der Wirtschaftswissenschaften in Hamburg, welches er 1960 mit der Promotion zum Dr. rer.pol. abschloss. Von 1958 bis 1961 war er Sekretär der Sozialistischen Fraktion im Europäischen Parlament. Ab 1962 war Apel dann Beamter beim Europäischen Parlament in Straßburg, wo er als Abteilungsleiter zuständig für die Wirtschafts- und Finanzpolitik sowie für die Verkehrspolitik war.
1993 wurde er zum Honorar-Professor im Fachbereich Wirtschaftswissenschaften der Universität Rostock ernannt.

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ANTHONY ASHLEY-COOPER 
1801 - 1885

Politiker

Anthony Ashley-Cooper gehörte zu den populärsten britischen Politkern des 19. Jahrhunderts. 
Zu seinen Leistungen gehören die Erstellung des "Factory Acts" (1847 und 1853), des "Lunacy Acts" (1845) und des "Coal Mines Acts" (1842). 
Er setzte sich für das Wohl der Kinder ein und war Vorsitzender der "Ragges School Union". Er gehörte zu den Unterstützern von Florence Nightingale, die sich für die moderne westliche Krankenpflege einsetzte.
 

Biographie in englisch (aus Wikipedia):
Lord Ashley, as he was styled until his father's death in 1851, was educated at Manor House school in Chiswick (1809–1813), Harrow School (1813–1816) and Christ Church, Oxford, where he gained first class honours in classics in 1822, took his MA in 1832 and appointed DCL in 1841 Ashley's early family life was loveless, a circumstance common among the British upper classes, and resembled in that respect the fictional childhood of Esther Summerson vividly narrated in the early chapters of Charles Dickens's novel Bleak House G.F.A Best in his biography Shaftesbury writes that: "Ashley grew up without any experience of parental love. He saw little of his parents, and when duty or necessity compelled them to take notice of him they were formal and frightening. This difficult childhood was softened by the affection he received from his housekeeper Maria Millis, and his sisters. Millis provided for Ashley a model of Christian love that would form the basis for much of his later social activism and philanthropic work, as Best explains: "What did touch him was the reality, and the homely practicality, of the love which her Christianity made her feel towards the unhappy child. She told him bible stories, she taught him a prayer. Despite this powerful reprieve, school became another source of misery for the young Ashley, whose education at Manor House from 1808 to 1813 introduced a "more disgusting range of horrors" Shaftesbury himself shuddered to recall those years, "The place was bad, wicked, filthy; and the treatment was starvation and cruelty."

He was elected as the Tory Member of Parliament for Woodstock (a pocket borough controlled by the Duke of Marlborough) in June 1826 and was a strong supporter of the Duke of Wellington After George Canning replaced Lord Liverpool as Prime Minister, he offered Ashley a place in the new government, despite Ashley having been in the Commons for only five months. Ashley politely declined, writing in his diary that he believed that serving under Canning would be a betrayal of his allegiance to the Duke of Wellington and that he was not qualified for office

Before he had completed one year in the Commons he had been appointed to three parliamentary committees. The fourth, the Select Committee On Pauper Lunatics in the County of Middlesex and on Lunatic Asylums, he was appointed to in June 1827

The majority of lunatics in London were kept in madhouses kept by Dr Warburton. The Committee examined many witnesses concerning one of his madhouses in Bethnal Green, called the White House. Ashley visited this on the Committee's behalf. The patients were chained up, slept naked on straw, and went to toilet in their beds. They were left chained from Saturday afternoon until Monday morning when they were cleared of the accumulated excrement. They were then washed down in freezing cold water and one towel was allotted to 160 people, with no soap. It was overcrowded and the meat provided was "that nasty thick hard muscle a dog could not eat". The White House had been described as "a mere place for dying" rather than curing the insane and when the Committee asked Dr MacMichael whether he believed that "in the lunatic asylums in the neighbourhood of London any curative process is going on with regard to pauper patients", he replied: "None at all"

The Committee recommended that "legislative measures of a remedial character should be introduced at the earliest period at the next session", and the establishment of a Board of Commissioners appointed by the Home Secretary possessing extensive powers of licensing, inspection and control When in February 1828 Robert Gordon, Liberal MP for Cricklade, introduced a Bill to put these recommendations into law, Ashley seconded this and delivered his maiden speech in support of the Bill. He wrote in his diary: "So, by God's blessing, my first effort has been for the advance of human happiness. May I improve hourly! Fright almost deprived me of recollection but again thank Heaven, I did not sit down quite a presumptuous idiot". Ashley was also involved in framing the County Lunatic Asylums (England) Act 1828 and the Madhouses Act 1828. Through these Acts fifteen commissioners were appointed for the London area and given extensive powers of licensing and inspection, one of the commissioners being Ashley.

In July 1845 Ashley sponsored two Lunacy Acts, ‘For the Regulation of lunatic Asylums’ and ‘For the better Care and Treatment of Lunatics in England and Wales’. They originated in the Report of the Commissioners in Lunacy which he had commended to Parliament the year before. These Acts consolidated and amended previous lunacy laws, providing better record keeping and more strict certification regulations to ensure patients against unwarranted detention. They also ordered, instead of merely permitting, the construction of country lunatic asylums with and establishing an ongoing Lunacy Commission with Ashley as its chairman.

In support of these measures, Ashley gave a speech in which he claimed that although since 1828 there had been an improvement, more still needed to be done. He cited the case of a Welsh lunatic girl, Mary Jones, who had for more than a decade been locked in a tiny loft with one boarded-up window with little air and no light. The room was extremely filthy and was filled with an intolerable smell. She could only squat in a bent position in the room and this had caused her to become deformed.

In early 1858 a Select Committee was appointed over concerns that sane persons were detained in lunatic asylums. Lord Shaftesbury (as Ashley had become upon his father's death in 1851) was the chief witness and opposed the suggestion that the certification of insanity be made more difficult and that early treatment of insanity was essential if there was to be any prospect of a cure. He claimed that only one or two people in his time dealing with lunacy had been detained in an asylum without sufficient grounds and that commissioners should be granted more not fewer powers. The Committee's Report endorsed all of Shaftesbury's recommendations except for one: that a magistrate's signature on a certificate of lunacy be made compulsory. This was not put into law chiefly due to Shaftesbury's opposition to it. The Report also agreed with Shaftesbury that unwarranted detentions were "extremely rare".

In July 1877 Shaftesbury gave evidence before the Select Committee on the Lunacy Laws, which had been appointed in February over concerns that it was too easy for sane persons to be detained in asylums. Shaftesbury feared that because of his advanced age he would be taken over by forgetfulness whilst given evidence and was greatly stressed in the months leading up to his giving evidence: "Shall fifty years of toil, anxiety and prayer, crowned by marvellous and unlooked-for success, bring me in the end only sorrow and disgrace?" When "the hour of trial" arrived Shaftesbury defended the Lunacy Commission and claimed he was now the only person alive who could speak with personal knowledge of the state of care of lunatics before the Lunacy Commission was established in 1828. It had been "a state of things such as would pass all belief". In the Committee's Report, the members of the Committee agreed with Shaftesbury's evidence on all points.

In 1884 the husband of Mrs Georgina Weldon tried to have her detained in a lunatic asylum because she believed that her pug dog had a soul and that the spirit of her dead mother had entered into her pet rabbit. She commenced legal action against Shaftesbury and other lunacy commissioners although they failed. In May Shaftesbury spoke in the Lords against a motion declaring the lunacy laws unsatisfactory but the motion passed Parliament. The Lord Chancellor Selborne supported a Lunacy Law Amendment Bill and Shaftesbury wanted to resign from the Lunacy Commission as he believed he was honour bound not to oppose a Bill supported by the Lord Chancellor. However Selborne implored him not to resign so Shaftesbury refrained. However when the Bill was introduced and it contained the provision which made it compulsory for a certificate of lunacy to be signed by a magistrate or a judge, he resigned. The government fell, however, and the Bill was withdrawn and Shaftesbury resumed his chairmanship of the Lunacy Commission.

Shaftesbury's work in improving the care of the insane remains one of his most important, though less well known, of his achievements. He wrote: "Beyond the circle of my own Commissioners and the lunatics that I visit, not a soul, in great or small life, not even my associates in my works of philanthropy, has any notion of the years of toil and care that, under God, I have bestowed on this melancholy and awful question".

In March 1833 Ashley introduced the Ten Hours Act 1833 into the Commons, which provided that children working in the cotton and woollen industries must be aged nine or above; no person under the age of eighteen was to work more than ten hours a day or eight hours on a Saturday; and no one under twenty-five was to work nights. However the Whig government, by a majority of 145, amended this to substitute "thirteen" in place of "eighteen" and the Act as it passed ensured that no child under thirteen worked more than nine hours, insisted they should go to school, and appointed inspectors to enforce the law.

In June 1836 another Ten Hours Bill was introduced into the Commons and although Ashley considered this Bill ill-timed, he supported it. In July one member of the Lancashire committees set up to support the Bill wrote that: "If there was one man in England more devoted to the interests of the factory people than another, it was Lord Ashley. They might always rely on him as a ready, steadfast and willing friend".[18] In July 1837 he accused the government of ignoring the breaches of the 1833 Act and moved the resolution that the House regretted the regulation of the working hours of children had been found to be unsatisfactory. It was lost by fifteen votes.

In 1842 Ashley wrote twice to the Prime Minister, Sir Robert Peel, to urge the government to support a new Factory Act. Peel wrote in reply that he would not support one and Ashley wrote to the Short Time Committees of Chesire, Lancashire and Yorkshire who desired a Ten hours Act:

    Though painfully disappointed, I am not disheartened, nor am I at a loss either what course to take, or what advice to give. I shall preserver unto my last hour, and so must you; we must exhaust every legitimate means that the Constitution afford, in petitions to Parliament, in public meetings, and in friendly conferences with your employers; but you must infringe no law, and offend no proprieties; we must all work together as sensible men, who will one day give an account of their motives and actions; if this course is approved, no consideration shall detach me from your cause; if not, you must elect another advocate. I know that, in resolving on this step, I exclude myself altogether from the tenure of office; I rejoice in the sacrifice, happy to devote the remainder of my days, be they many or be they few, as God in His wisdom shall determine, to an effort, however laborious, to ameliorate your moral and social condition.

In March 1844 Ashley moved an amendment to a Factory Bill limiting the working hours of adolescents to ten hours after Sir James Graham[disambiguation needed] had introduced a Bill aiming to limit their working hours to twelve hours. Ashley's amendment was passed by eight votes, the first time the Commons had approved of the Ten Hour principle. However in a later vote his amendment was defeated by seven votes and the Bill was withdrawn.[20] Later that month Graham introduced another Bill which again would limit the employment of adolescents to twelve hours. Ashley supported this Bill except that he wanted ten hours not twelve as the limit. In May he moved an amendment to limit the hours worked to ten hours but this was lost by 138 votes.

In 1846 whilst he was out of Parliament, Ashley strongly supported John Fielden's Ten Hours Bill, which was lost by ten votes. In January 1847 Fielden reintroduced his Bill and it finally passed through Parliament to become the Ten Hours Act.

Ashley introduced the Mines and Collieries Act 1842 in Parliament to outlaw the employment of women and children underground in coal mines. He made a speech in support of the Act and the Prince Consort wrote to him afterwards, sending him the "best wishes for your total success". At the end of his speech, his opponent on the Ten Hours issue, Cobden, walked over to Ashley and said: "You know how opposed I have been to your views; but I don't think I have ever been put into such a frame of mind in the whole course of my life as I have been by your speech".

Ashley was a strong supporter of prohibiting the employment of boys as chimney sweeps. Many climbing boys were illegitimate who had been sold by their parents. They suffered from scorched and lacerated skin, their eyes and throats filled with soot, with the danger of suffocation and their occupational disease—cancer of the scrotum. In 1840 a Bill was introduced into the Commons outlawing the employment of boys as chimney sweeps, and strongly supported by Ashley. Despite being enforced in London, elsewhere the Act did not stop the employment of child chimney sweeps and this led to the foundation of the Climbing-Boys' Society with Ashley as its chairman. In 1851, 1853 and 1855 Shaftesbury introduced Bills into Parliament to deal with the ongoing use of boy chimney sweeps but these were all defeated. He succeeded in passing the Chimney Sweepers Regulation Act 1864 but like its predecessors it remained ineffectual. Shaftesbury finally persuaded Parliament to pass the Chimney Sweepers Act 1875 which ensured the annual licensing of chimney sweeps and the enforcement of the law by the police. This finally eradicated the employment of boys as chimney sweeps.

After Shaftesbury discovered that a boy chimney sweep was living behind his house in Brock Street, London, he rescued the child and sent him to "the Union School at Norwood Hill, where, under God's blessing and special merciful grace, he will be trained in the knowledge and love and faith of our common Saviour".[27]

In 1844 Ashley became president of the Ragged School Union that promoted ragged schools. These schools were for poor children and sprang up from volunteers. Ashley wrote that "If the Ragged School system were to fail I should not die in the course of nature, I should die of a broken heart".[28]

Shaftesbury's interest in the Jews has become a major area of study in light of Donald Lewis' recent work The Origins of Christian Zionism (CUP, 2010). Shaftesbury was an early proponent of the Restoration of the Jews to the Holy Land, providing the first proposal by a major politician to resettle Jews in Palestine. The conquest of Greater Syria in 1831 by Muhammad Ali of Egypt changed the conditions under which European power politics operated in the Near East. As a consequence of that shift, Shaftesbury was able to help persuade Foreign Minister Palmerston to send a British consul to Jerusalem in 1838. A committed Christian and a loyal Englishman, Shaftesbury argued for a Jewish return because of what he saw as the political and economic advantages to England and because he believed that it was God's will. In January 1839, Shaftesbury published an article in the Quarterly Review, which although initially commenting on the 1838 Letters on Egypt, Edom and the Holy Land (1838) by Lord Lindsay, provided the first proposal by a major politician to resettle Jews in Palestine:

    The soil and climate of Palestine are singularly adapted to the growth of produce required for the exigencies of Great Britain; the finest cotton may be obtained in almost unlimited abundance; silk and madder are the staple of the country, and olive oil is now, as it ever was, the very fatness of the land. Capital and skill are alone required: the presence of a British officer, and the increased security of property which his presence will confer, may invite them from these islands to the cultivation of Palestine; and the Jews', who will betake themselves to agriculture in no other land, having found, in the English consul, a mediator between their people and the Pacha, will probably return in yet greater numbers, and become once more the husbandmen of Judaea and Galilee. 

    Napoleon knew well the value of an Hebrew alliance; and endeavoured to reproduce, in the capital of France, the spectacle of the ancient Sanhedrin, which, basking in the sunshine of imperial favour, might give laws to the whole body of the Jews throughout the habitable world, and aid him, no doubt, in his audacious plans against Poland and the East. His scheme, it is true, proved abortive; for the mass of the Israelites were by no means inclined to merge their hopes in the destinies of the Empire—exchange Zion for Montmartre, and Jerusalem for Paris. The few liberal unbelievers whom he attracted to his views ruined his projects with the people by their impious flattery; and averted the whole body of the nation by blending, on the 15th of August, the cipher of Napoleon and Josephine with the unutterable name of Jehovah, and elevating the imperial eagle above the representation of the Ark of the Covenant. A misconception, in fact of the character of the people has vitiated all the attempts of various Sovereigns to better their condition ; they have sought to amalgamate them with the body of their subjects, not knowing, or not regarding the temper of the Hebrews, and the plain language of Scripture, that ' the people shall dwell alone, and shall not be reckoned among the nations.' That which Napoleon designed in his violence and ambition, thinking ' to destroy nations not a few,' we may wisely and legitimately undertake for the maintenance of our Empire.

Later in 1839 he published an article in the Times under the title «The State and the rebirth of the Jews». In it he urged the Jews to return to Palestine in order, according to him, to seize the lands of Galilee and Judea.

The lead-up to the Crimean War (1854), like the military expansionism of Muhammad Ali two decades earlier, signalled an opening for realignments in the Near East. In July 1853, Shaftesbury wrote to Prime Minister Aberdeen that Greater Syria was “a country without a nation” in need of “a nation without a country... Is there such a thing? To be sure there is, the ancient and rightful lords of the soil, the Jews!" In his diary that year he wrote “these vast and fertile regions will soon be without a ruler, without a known and acknowledged power to claim dominion. The territory must be assigned to some one or other... There is a country without a nation; and God now in his wisdom and mercy, directs us to a nation without a country." This is commonly cited as an early use of the phrase, "A land without a people for a people without a land" by which Shaftesbury was echoing another British proponent of the restoration of the Jews to Israel, (Dr Alexander Keith.)

Original-signierter Briefumschlag (ca. Postkartenformat), Glasgow 1867    Price in Euro 69.- (sehr selten)
(Foto ist nicht Bestandteil des Angebots)
Anthony Ashley-Cooper signierte seine Briefe etc. oftmals schlicht mit Shaftesbury.

MARTIN BANGEMANN 
1934

Politiker

Nach dem Abitur 1955 absolvierte Bangemann ein Studium der Rechtswissenschaft in Tübingen und München, das er nach dem ersten und 1962 zweiten juristischen Staatsexamen 1962 mit der Promotion zum Dr.jur. mit der Arbeit Bilder und Fiktionen in Recht und Rechtswissenschaft beendete. Seit 1964 ist er als Rechtsanwalt zugelassen.

Am 1. Juli 2000 wurde Bangemann Mitglied im Vorstand des spanischen Telefon-Konzerns Telefonica und im Juli 2001 Mitglied des Aufsichtsrats der Hunzinger Information AG.

Martin Bangemann ist verheiratet und hat fünf Kinder.

Partei [Bearbeiten]

Seit 1963 ist Bangemann Mitglied der FDP. Von 1969 bis 1974 war er Stellvertretender Vorsitzender und dann bis 1978 Landesvorsitzender der FDP in Baden-Württemberg. Von 1974 bis 1975 war er auch Generalsekretär der FDP. Von 1985 bis 1988 war er dann Bundesvorsitzender der FDP

1972 wurde Bangemann erstmals in den Deutschen Bundestag gewählt.

Seit 1973 gehörte er auch dem Europäischen Parlament an. Er wurde dann auch 1979 bei der ersten Direktwahl wieder Mitglied des Europäischen Parlaments und schied deshalb mit Ablauf der Legislaturperiode 1980 aus dem Deutschen Bundestag aus.

Im Europäischen Parlament war er dann von 1979 bis 1984 Vorsitzender der Liberalen und Demokratischen Fraktion. 1984 scheiterte dann die FDP bei den Wahlen zum Europa-Parlament an der Fünf-Prozent-Hürde.

Von 1987 bis 1988 war er dann erneut Mitglied des Deutschen Bundestages.

Am 27. Juni 1984 wurde Bangemann als Bundesminister für Wirtschaft in die von Bundeskanzler Helmut Kohl geführte Bundesregierung berufen. Anfang 1989 wechselte er als Mitglied in die EG-Kommission mit Zuständigkeit für den Binnenmarkt. 1993 wurde er dann EU-Kommissar für Industriepolitik, Informationstechnik und Telekommunikation. Dieses Amt behielt er bis zum geschlossenen Rücktritt der EU-Kommission 1999.

Als EU-Kommissar war Bangemann in Brüssel für den Kommunikationsbereich zuständig. Der Rat der Europäischen Union hatte mit Beschluss vom 9. Juli 1999 gegen Bangemann ein Verfahren vor dem Europäischen Gerichtshof angestrengt, um ein mögliches dienstliches Fehlverhalten, im Zusammenhang mit dessen Wechsel zum Telefónica Konzern, prüfen zu lassen. Unter anderem nach Bangemanns Zusicherung sich in der Zeit von Juli 1999 bis Juni 2001 beurlauben zu lassen, bevor er eine dritte Partei gegenüber den EU-Organen vertreten würde, wurde das Verfahren eingestellt.

Diesen Wechsel eines Kommissionsmitgliedes in ein Unternehmen, dessen Geschäftsfeld zuvor in das Aufgabengebiet des Kommissars fiel, nahm die EU-Kommission zum Anlass, einen Verhaltenskodex nebst Ethikkommission einzusetzen.

Original-signiertes Foto (etwas grösser als Postkartenformat)    Price in Euro 7.-

RAINER BARZEL
1924 - 2006

Politiker

Er war von 1962 bis 1963 Bundesminister für gesamtdeutsche Fragen, von 1964 bis 1973 Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, von 1971 bis 1973 Bundesvorsitzender der CDU, von 1982 bis 1983 Bundesminister für innerdeutsche Beziehungen und von 1983 bis 1984 der 8. Präsident des Deutschen Bundestages.

1955 wurde er Berater und Redenschreiber des Ministerpräsidenten Nordrhein-Westfalens, Karl Arnold, (CDU). Nach Arnolds Sturz durch SPD, FDP und ZENTRUM ließ er sich 1956 beurlauben und wurde hauptamtlicher Mitarbeiter der CDU. Seit 1973 arbeitete er in einer Rechtsanwaltskanzlei.
 

Rainer Barzel starb am 26. August 2006 nach langer, schwerer Krankheit in München. Er war seit einer stationären Krankenhausbehandlung zwischen Januar und Mai 2006 auf den Rollstuhl angewiesen.

Original-signiertes Foto (Postkartenformat)    Price in Euro 15.-

DIDIER BURKHALTER
1960

Schweizer Bundesrat / Swiss politican

Burkhalter war von Mai 1988 bis September 1990 in der Gemeinde Hauterive politisch tätig. Zwischen Juli 1991 und Juni 2005 amtete er in der Stadtregierung von Neuchâtel, daneben war er zwischen Mai 1990 und Mai 2001 im Kantonsparlament des Kantons Neuenburg. Vom Dezember 2003 bis Dezember 2007 war er im Nationalrat, danach im Ständerat. Seit 2005 war er Vizepräsident der FDP-Liberalen Fraktion der Bundesversammlung, zudem präsidierte er deren Ständeratsgruppe von 2007 bis zu seinem Amtsantritt als Bundesrat.

Burkhalter gehört weder zum rechten noch zum linken Flügel der FDP, befürwortet wirtschaftliche Liberalisierung und eine offene Aussenpolitik und stimmt auch sonst in den meisten Punkten mit der Linie seiner Partei überein. Er ist jedoch kein typischer Wirtschaftsvertreter. Auch tritt er stark für Integration ein, befürwortet beispielsweise das Stimm- und Wahlrecht für Ausländer auf Gemeindeebene.

Burkhalter wurde von seiner Partei zusammen mit dem rechtsliberalen Genfer Nationalrat Christian Lüscher für die Bundesratswahl 2009 nominiert. Die CVP portierte einen eigenen Kandidaten, den Freiburger Ständerat und Fraktionspräsidenten Urs Schwaller. Nachdem Lüscher nach dem dritten Wahlgang seinen Verzicht erklärt hatte, erreichte Burkhalter im vierten Wahlgang das absolute Mehr mit einem Vorsprung von 23 Stimmen auf Schwaller. Als Nachfolger Pascal Couchepins übernahm Burkhalter auch dessen Vorsitz im Departement des Innern. Didier Burkhalter hat nach der symbolischen «Schlüsselübergabe» vom 30. Oktober das Amt als Bundesrat offiziell am 1. November 2009 angetreten. Er sagte, die Krankenversicherung stehe ganz oben auf seiner Traktandenliste.

Der studierte Ökonom ist verheiratet, lebt in Neuenburg und hat drei Kinder.

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MICHELINE CALMY-REY
1945

Schweizer Bundesrätin / Swiss politican

Micheline Calmy-Rey wurde am 8. Juli 1945 in Chermignon im Wallis geboren. 1968 machte sie am Institut universitaire de Hautes Etudes Internationales in Genf das Lizentiat. Sie ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und führte während 20 Jahren eine KMU, die im Buchvertrieb tätig war.

1979 trat Micheline Calmy-Rey in die Sozialdemokratische Partei Genfs ein, die sie während zwei Amtsperioden präsidierte. Als Vertreterin im Grossen Rat widmete sie sich vor allem den öffentlichen Finanzen. Es war daher nahe liegend, dass sie 1998 das Finanzdepartement übernahm, nachdem sie 1997 in die Genfer Regierung gewählt worden war. Innert vier Jahren strukturierte sie ihr Departement nachhaltig um. Zudem leitete sie die erfolgreiche Sanierung der Genfer Kantonalbank, die zu viele Kreditrisiken eingegangen war.

Am 4. Dezember 2002 wurde Micheline Calmy-Rey in den Bundesrat gewählt, wo sie das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) übernahm. Hier setzt sie sich engagiert für eine aktive Aussenpolitik ein, bei der Friedensförderung, Völkerrecht, Menschenrechte und Armutsbekämpfung im Zentrum stehen - eine Politik, die Sicherheit und Wohlstand der Schweizerinnen und Schweizer sichern soll.

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KARL CARSTENS 
1914 - 1992

Politiker

Karl Carstens (* 14. Dezember 1914 in Bremen; † 30. Mai 1992 in Meckenheim) war ein deutscher Politiker (CDU). Er war von 1976 bis 1979 Präsident des Deutschen Bundestages und von 1979 bis 1984 Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland.

Carstens wurde in der Fitgerstraße 36 des Bremer Stadtteils Schwachhausen geboren. Er war der Sohn des gleichnamigen Karl Carstens, Oberlehrer und Studienrat an der Handelsschule in Bremen (Oberrealschule), der kurz vor seiner Geburt in Frankreich gefallen war. Seine Patentante war die Bremer Kindermalerin Agnes Sander-Plump.

Nachdem er 1933 das Abitur am Alten Gymnasium in Bremen erlangt hatte, absolvierte Carstens ein Studium der Rechtswissenschaft und der Politikwissenschaft in Frankfurt am Main, Greifswald, Dijon, München, Königsberg und Hamburg, welches er 1936 mit dem ersten und 1939 mit dem zweiten juristischen Staatsexamen beendete. 1938 schloss er seine Promotion zum Dr. jur. ab. Er wurde Referendar am Landgericht Bremen. Von 1939 bis 1945 nahm er dann als Soldat bei der Flakartillerie, zuletzt als Leutnant, am Zweiten Weltkrieg teil.
Als Staatssekretär 1963 im Gespräch mit US-Präsident Kennedy

Nach Kriegsende wurde er in Bremen als Rechtsanwalt zugelassen und begann seine Tätigkeit in der Kanzlei Ahlers & Vogel. Er war zudem vom Juni 1945 bis 1947 ganz oder zeitweise für Bürgermeister und Justizsenator Theodor Spitta tätig und wirkte auch an der Erstellung der Bremer Verfassung mit. [1] 1948 begann Carstens ein Studium an der Yale-Universität in New Haven (Connecticut), welches er 1949 mit dem Grad eines Masters of Laws (LL.M.) beendete.

Von 1949 bis 1954 war er Rechtsberater des Bremer Senats und Bevollmächtigter Bremens beim Bund. Ab 1950 hatte er einen Lehrauftrag an der Universität zu Köln, wo er sich 1952 habilitierte. 1954 trat er dann in den Auswärtigen Dienst der Bundesrepublik Deutschland ein. Bis 1955 war er Ständiger Vertreter der Bundesrepublik Deutschland beim Europarat in Straßburg und war danach im Auswärtigen Amt in Bonn tätig, wo er als Experte für Europafragen zum Stellvertreter des Bundesaußenministers aufstieg und 1958 die Leitung der Abteilung „West I Europa“ übernahm. 1960 erfolgte seine Berufung zum Professor für Staats- und Völkerrecht an der Universität Köln. Von 1970 bis 1972 leitete er das Forschungsinstitut der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik in Bonn.

1944 heiratete Carstens Veronica Prior (* 1923). Veronica Carstens wurde später Fachärztin für Innere Medizin. Die Ehe blieb kinderlos. Das Ehepaar gründete 1982 die Karl und Veronica Carstens-Stiftung mit dem Ziel der Förderung von Naturheilkunde und Homöopathie.

Carstens war seit 1934 Mitglied im Sturm 5/75 der SA. Von 1940 bis 1945 war er Mitglied der NSDAP. Den Aufnahmeantrag von 1937 soll er als Referendar auf Veranlassung des Landgerichtspräsidenten und unter der Androhung beruflicher Nachteile gestellt haben. Aufgrund seiner Zugehörigkeit zur NSDAP mobilisierte ein Bündnis aus kommunistischen und sozialistischen Organisationen, Gewerkschaften und Einzelpersonen – darunter Hanne Hiob – am 23. Mai 1979 zu einer Demonstration auf Grundlage des Brecht-Gedichts Der anachronistische Zug oder Freiheit und Democracy.[2] Seit 1955 war er Mitglied der CDU.

Von 1972 bis 1979 war er Mitglied des Deutschen Bundestages. Hier war er von Mai 1973 bis Oktober 1976 Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und Oppositionsführer. Nach der Bundestagswahl 1976 wurde Carstens am 14. Dezember 1976 zum Präsidenten des Deutschen Bundestages gewählt.

Karl Carstens ist 1972 über die Landesliste Schleswig-Holstein und 1976 als direkt gewählter Abgeordneter des Wahlkreises Ostholstein in den Bundestag eingezogen.

Von Juli 1960 bis Dezember 1966 war er Staatssekretär im Auswärtigen Amt, in der Zeit der Großen Koalition von Dezember 1966 bis 1968 Staatssekretär im Bundesministerium der Verteidigung. Von 1968 bis 1969 war er dann als Staatssekretär Chef des Bundeskanzleramtes bei Bundeskanzler Kiesinger.

Bei der Wahl des deutschen Bundespräsidenten 1979 wählte ihn die Bundesversammlung am 23. Mai 1979 zum 5. Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland. Er löste damit Walter Scheel ab. Carstens war während seiner Amtszeit bekannt als der „Wanderpräsident“, wegen seiner Vorliebe für das Wandern. Er nutzte diese Wanderungen zur Begegnung mit sehr vielen Menschen, von denen er sich gern streckenweise begleiten ließ und mit denen er unterwegs einkehrte. Aus Altersgründen verzichtete er auf die Kandidatur für eine zweite Amtszeit und schied damit am 30. Juni 1984 aus dem Amt.

Original-signiertes Foto (Postkartenformat)    Price in Euro je 19.-

PAUL DEROULEDE
1846 - 1914

Berühmter Politiker / Famous politician

Déroulède hoffte zunächst auf eine Karriere als Dramatiker und verfasste z.B. 1869 das Stück Juan Strenner. 1870 wurde er Soldat im Deutsch-Französischen Krieg und kämpfte im Mai 1871 auf Seiten der französischen Regierungstruppen bei der Niederschlagung der Pariser Kommune, wobei er verwundet wurde.

Nach seiner Genesung entwickelte er sich angesichts der französischen Kriegsniederlage und des Verlustes von Elsass-Lothringen zum Nationalisten und Revanchisten, der zur Rache an Deutschland aufrief und eine geistig-moralische Wende in Frankreich predigte, das er von Atheismus, Gleichgültigkeit, Willenlosigkeit und einem korrumpierenden Parlamentarismus zersetzt sah.

In diesem Sinne verfasste er martialische und patriotische Gedichte, die er in den Bänden Chants du soldat (Lieder des Soldaten, 1872) und Nouveaux chants du soldat (1875) publizierte, denen er 1881 Marches et sonneries (Märsche und Klänge) und 1888 Refrains militaires (Militärreime) folgen ließ. Neben seiner Aktivität als Lyriker versuchte er sich mit allerdings geringerem Erfolg auch als Dramatiker mit den Stücken L'Hetman (1877) und La Moabite (1881).

Nachdem ihm seine Lyrik bei der politischen Rechten den Ehrentitel "le poète national" eingebracht hatte, entwickelte Déroulède auch politischen Ehrgeiz. 1882 gründete er die chauvinistische und antiparlamentarische Ligue des Patriotes (Bund der Patrioten). Diese unterstützte 1888/1889 den revanchistischen General und Ex-Kriegsminister Georges Boulanger ("le Général Revanche") und rief zum bewaffneten Staatsstreich gegen die 1871 neu etablierte parlamentarische Demokratie auf, wenn die Notwendigkeit dies erfordere. Bei den Wahlen Anfang 1889, für die Boulanger in fünf Wahlkreisen zugleich kandidierte und gewählt wurde, schaffte auch Déroulède als boulangistischer Abgeordneter den Sprung ins Parlament. Als der General jedoch weder die parlamentarische Mehrheit erreichte, noch einen Umsturzversuch unternahm, sondern vor dem Haftbefehl der Regierung nach Belgien flüchtete (wo er 1891 Selbstmord beging), zog Déroulède sich 1892 für einige Zeit aus der Politik zurück.

1894 publizierte er Chants du paysan (Lieder des Landmanns), ein Lob des "echten", bodenständigen und erdverbundenen Frankreichs, und 1895 ein Drama über den mittelalterlichen Nationalhelden Bertrand du Guesclin, der im Hundertjährigen Krieg die Engländer besiegt und die von ihnen besetzten Gebiete für die französische Krone zurückerobert hatte.

Als 1898 die Dreyfus-Affäre Frankreich polarisierte, wurde auch Déroulède wieder aktiv, in für ihn naheliegender Weise als nationalistischer und antisemitischer "Anti-Dreyfusard". Nachdem er erneut zum Abgeordneten gewählt worden war, versuchte er 1899, nach dem plötzlichen skandalumwitterten Ableben des Staatspräsidenten Félix Faure, das französische Militär zum Putsch gegen das parlamentarische Regime aufzuwiegeln. Er scheiterte jedoch und wurde zu zehn Jahren Verbannung verurteilt, allerdings nach sechs Jahren Exil in Spanien 1905 begnadigt.

1906 kandidierte Déroulède noch einmal bei den Parlamentswahlen, wurde jedoch nicht gewählt, u.a. weil seine Ligue des Patriotes inzwischen durch die Action française von Charles Maurras starke Konkurrenz aus dem eigenen ideologischen Lager erhalten hatte. Hiernach nahm seine Bedeutung als Politiker rasch ab. Auch seine Lyrik erschien nunmehr sogar rechtsstehenden Lesern als hohltönend-pathetisch und vorgestrig.

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Price in Euro 5.-

ALFRED DREGGER
1920 - 2002

Politiker

Nach dem Besuch des humanistischen Marien-Gymnasiums in Werl (seit 1937 Deutsche Oberschule für Jungen) wurde Dregger 1939 zur Wehrmacht einberufen. Bis Kriegsende diente er als Soldat, zuletzt als Hauptmann und Bataillonskommandeur. Dregger begann 1946 ein Studium der Rechts- und Staatswissenschaften, das er in Tübingen und Marburg absolvierte und das er 1949 mit dem Ersten Juristischen Staatsexamen abschloß. 1953 machte er die Zweite Juristische Staatsprüfung. Schon 1950 war er zum Dr. jur. promoviert worden. Von 1954 bis 1956 arbeitete er dann als Referent in Verbänden. Von 1970 bis 1983 war er Vorstandsmitglied bei einem Energieversorgungsunternehmen in Osthessen.

Alfred Dregger wurde in Münster als Sohn eines Verlagsdirektors geboren. Seine Jugend verbrachte er auf dem mütterlichen Bauernhof in Werl-Westönnen. Sein Bruder wird seit dem Zweiten Weltkrieg an der Ostfront vermisst.

Dregger war Mitglied der CDU und von 1967 bis 1982 deren Landesvorsitzender in Hessen.

Als solcher war er insgesamt viermal Spitzenkandidat seiner Partei, konnte sich aber weder gegen Albert Osswald (1970 und 1974) noch gegen Holger Börner (1978 und 1982) durchsetzen.

1969 wurde er außerdem Mitglied im Bundesvorstand und war von 1977 bis 1983 Stellvertretender Bundesvorsitzender der CDU.

Dregger war der prominenteste Vertreter des nationalkonservativen Flügels der CDU.

Von 1962 bis 1972 war er Mitglied des Hessischen Landtages.

Von 1972 bis 1998 war Alfred Dregger Mitglied des Deutschen Bundestages. Hier wurde er sofort Mitglied im Vorstand der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. 1976 wurde er zum Stellvertretenden Vorsitzenden und nach der Wende in Bonn im Oktober 1982 als Nachfolger des zum Bundeskanzler gewählten bisherigen Amtsinhabers Helmut Kohl zum Vorsitzenden der CDU/CSU-Bundestagsfraktion gewählt. Dieses Amt behielt er bis zum November 1991. Sein Nachfolger wurde der bisherige Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble.

Alfred Dregger war bei der Bundestagswahl 1972 noch über die Landesliste Hessen und danach stets als direkt gewählter Abgeordneter des Wahlkreises Fulda in den Deutschen Bundestag eingezogen. Zuletzt erreichte er bei der Bundestagswahl 1994 55,1 % der abgegebenen Erststimmen.

Von 1956 bis 1970 war er Oberbürgermeister von Fulda.

Das wichtigste politische Ziel Alfred Dreggers war die persönliche Freiheit des Individuums. Dem sollten alle anderen dienen. So trat er nachdrücklich für die Atlantische Vertragsgemeinschaft ein, die diese für das deutsche Volk sichern sollte. Der freien Entfaltung der Persönlichkeit sollten die Europäischen Gemeinschaften dienen, in denen Deutschlands Prosperität wachsen und gedeihen sollte. Innerhalb derer forderte er eine „Europäische Sicherheitsunion“ als starken europäischen Pfeiler der NATO. Die von ihm formulierte Sicherheitspolitik diente der Erhaltung des Friedens mit immer weniger Waffen, schloss also gleichgewichtige Abrüstungspolitik ein. Insbesondere wandte er sich gegen atomare Sonderbedrohungen der Bundesrepublik Deutschland, weil „Deutschland atomar nicht verteidigt, aber zerstört“ werden könne. Er drängte deshalb auf die Abrüstung sowohl der sowjetischen Mittelstreckenraketen, wie auf den Verzicht Frankreichs auf die Kurzstreckensysteme Hades und Pluton, in beiden Fällen mit Erfolg.

Dregger wurde häufig Uneinsichtigkeit und historische Ignoranz vorgeworfen, vor allem in Bezug auf die Rolle der Wehrmacht im Nationalsozialismus. Auf Alfred Dregger geht der Slogan Freiheit statt Sozialismus zurück, mit dem die CDU bei der Bundestagswahl 1976 in den Wahlkampf zog und die absolute Mehrheit mit 48,6 % nur knapp verfehlte. In den 1970er-Jahren war er ein vehementer Befürworter der Durchsetzung des Radikalenerlasses; andernfalls war nach seiner Auffassung ein Verbot der DKP geboten. Dregger war einer der Unterzeichner des von den Journalisten Klaus Rainer Röhl, Heimo Schwilk und Ulrich Schacht sowie dem Historiker Rainer Zitelmann initiierten Aufrufs „Gegen das Vergessen“ am 8. Mai 1995, u.a. neben Jörg Haider, Gerhard Frey und Franz Schönhuber.

Dregger setzte sich stark für die Freilassung deutscher Soldaten des Zweiten Weltkriegs ein. Ende der 1980er-Jahre machte er sich für die Freilassung des ehemaligen SS-Hauptsturmführers Ferdinand Hugo stark. Dregger wurden auch Kontakte zur rechtsextremen Vereinigung „Stille Hilfe“ nachgesagt, allerdings nie bewiesen. Die Wanderausstellung „Die Verbrechen der Wehrmacht 1941-1944“ nannte er einen Angriff auf Deutschland.

In Fulda als einer der ersten Städte wurden während seiner Zeit als Oberbürgermeister Sozialhilfeempfänger zu gemeinnütziger Arbeit verpflichtet, zu einem Stundenlohn von unter zwei DM. Der „Stern“ deckte in den 70er Jahren auf, dass der Garten von Dreggers Dienstwohnung auf diese Weise gepflegt wurde.

Friedrich Merz sagte in der Traueransprache: „Alfred Dregger war ein Mann fester Überzeugungen und klarer Worte. Nur wenige haben sich über Jahrzehnte der politischen Linken in Deutschland so klar und deutlich entgegengestellt wie Alfred Dregger.“

Original-signiertes Foto (Postkartenformat)   Price in Euro 15.-

ALEXANDER DUBCEK
1921 - 1992

Politiker
Alexander Dubcek (* 27. November 1921 in Uhrovec; † 7. November 1992 in Prag) war ein tschechoslowakischer Politiker und Leitfigur des Prager Frühlings von 1968.

Dubcek lebte mit seinen Eltern von 1925 bis 1938 in der Sowjetunion, von 1924 bis 1933 lebten sie in der Stadt Bischkek (ab 1926 Frunse) im sowjetischen Kirgisien, von 1933 bis 1938 in Zentralrussland. In dieser Zeit erlernte er den Beruf des Maschinenschlossers.

1939 wurde er Mitglied der Kommunistischen Partei der Slowakei (KPS) und nahm 1944 am Slowakischen Nationalaufstand teil. Ab 1949 bekleidete er verschiedene Parteiämter: 1949 wurde er Parteifunktionär, 1953 Parteisekretär in Banská Bystrica. 1955 ging Dubcek zum Studium an die Moskauer Parteihochschule, 1958 kam er wieder zurück in die Tschechoslowakei. In Moskau erlebte er zum ersten Mal, wie offen über Stalins Politik diskutiert wurde. Bisher war er es nicht gewohnt, dass man über diese Dinge offen sprach, da in seinem Land der Stalinismus noch immer eisern weitergeführt wurde.

In Bratislava wurde er Parteisekretär und er wurde auch in das Zentralkomitee der KPS gewählt.

1959 wurde Dubvek zum Sekretär für Industriefragen ins ZK der KP? berufen, wo er für das Hüttenwesen, die Werkzeug- und Maschinenindustrie, die chemische Industrie und die Bauindustrie zuständig war.

Als in der UdSSR die Rehabilitierung von Parteigenossen vollzogen wurde, stellte Dub?ek die Frage der Rehabilitierung von slowakischen Widerstandskämpfern, die 1951–1953 hingerichtet worden waren, zur Diskussion. Es kam zu innerparteilichen Auseinandersetzungen zwischen Dub?ek und Novotný. In der Folge unterlag Dubvek, der zum Sekretär eines slowakischen Kraj degradiert wurde.

Auf dem 12. Parteitag kehrte er jedoch wieder ins ZK zurück und konnte bewirken, dass sich eine Kommission (Kolder-Kommission) mit der einstigen Säuberung und Rehabilitierung beschäftigte.

1963 war der Bericht der Kommission fertig, und Dubcek forderte die Rehabilitierung von Husák und Clementis. Er schaffte es auch, Erster Sekretär des ZK der KPS zu werden und wurde dadurch gleichzeitig Vollmitglied des ZK der KP?. Unter Dub?ek vollzog sich in der Slowakei eine leichte Öffnung zur Meinungsfreiheit, während im tschechischen Teil der <vSSR alles beim Alten blieb.

Innerhalb der Partei begann eine Konfrontation zwischen Dub?ek und Novotný. Dubvek forderte bei einer zweitägigen Plenartagung des ZK die Selbstkritik in der Partei. Man solle nicht nur Kritik an den Bezirks- und Regionalebenen vornehmen, sondern ganz oben beginnen. Dies spaltete beide noch mehr. Doch konnte Novotný den Sieg von Dubvek nicht verhindern.

Am 5. Januar 1968 löste Dub?ek Novotný als Ersten Sekretär der KP? ab. Durch seinen Einsatz für einen Sozialismus mit menschlichem Antlitz wurde Dub?ek zum Repräsentanten eines reformkommunistischen Kurses in der Tschechoslowakei, der als Prager Frühling bezeichnet wurde.

Nach der Zerschlagung der Reformbewegung musste Dubcek am 17. April 1969 als Parteichef der KP? zurücktreten und übernahm bis September 1969 den Vorsitz in der Nationalversammlung, dem Parlament der CSSR. Darauf war er für kurze Zeit Botschafter in der Türkei. Im Juni 1970 wurde er aus der Partei ausgeschlossen und musste fortan seinen Lebensunterhalt als Beschaffungsinspektor der Forstverwaltung von Bratislava verdienen.

Am 13. November 1988 erhielt Dub?ek im Rahmen ihrer 900-Jahres-Feier die Ehrendoktorwürde für politische Wissenschaften der Universität Bologna. Sie wurde ihm verliehen, weil er sich über viele Jahre hinweg für die Menschenrechte in Ländern eingesetzt habe, in denen "schwere Verletzungen der demokratischen Prinzipien üblich" seien. Die Ehrung erfolgte auch auf Drängen des Generalsekretärs der Kommunistischen Partei Italiens, Alessandro Natta. In seiner Dankesrede verzichtete Dub?ek auf scharfe Kritik an der Politik in der ?SSR; sein Redetext war jedoch bereits einen Tag zuvor von der Presse in voller Länge veröffentlicht worden. Nachdem Dub?ek von den Prager Behörden erst in letzter Minute die Ausreise nach Italien genehmigt worden war, fürchtete er, Schwierigkeiten bei seiner Rückkehr zu bekommen, wenn er sich im Westen zu offen zur politischen Situation in seiner Heimat äußerte. In seiner Rede ging Dubcek dann aber doch auf die Ereignisse von 1968 ein: Die Prager Reformbewegung wäre ohne das gewaltsame Eingreifen der Sowjetunion sicherlich erfolgreich gewesen, ihre Ziele ähnelten denen der Reformpolitik Michail Gorbatschows. Noch immer jedoch würden Menschen, die so dächten wie er, in der CSSR verfolgt.

Im Zuge der Reformpolitik ab 1989 wurde Dubcek rehabilitiert und am 28. Dezember 1989 zum Parlamentspräsidenten des tschechoslowakischen Parlaments gewählt.

Alexander Dub?ek verstarb an den Folgen eines am 1. September 1992 nahe Humpolec in Mähren erlittenen Autounfalls. Er wurde auf dem Prominentenfriedhof Slávi?ie údolie in der slowakischen Hauptstadt Bratislava beigesetzt.

Nach seinem Tod wurden Stimmen laut, die an der offiziellen Version eines einfachen Autounfalls zweifelten und stattdessen an einen gezielten Anschlag auf Dubceks Leben glaubten. Ende 1999 wurde auf Drängen der Tschechischen Sozialdemokratischen Partei (?SSD) vom Innenministerium eine erneute Untersuchung von Dubceks Tod eingeleitet. Diese kam jedoch, wie auch frühere Untersuchungen, zu dem Schluss, der Unfall sei auf Aquaplaning aufgrund von überhöhter Geschwindigkeit zurückzuführen, und Hinweise auf einen Anschlag lägen nicht vor.

Der Platz vor dem slowakischen Parlament südwestlich der Burg in Bratislava heißt Alexander-Dub?ek-Platz (Námestie Alexandra Dub?eka), auf dem sich zur Würdigung des berühmten Slowaken ein Denkmal mit seiner Büste befindet.

Original-signierte Karte (Postkartenformat)   Price in Euro 29.-

HORST EHMKE
1927

Politiker

Er war 1969 Bundesminister der Justiz, von 1969 bis 1972 Bundesminister für besondere Aufgaben und Chef des Bundeskanzleramtes sowie von 1972 bis 1974 Bundesminister für Forschung und Technologie und Bundesminister für das Post- und Fernmeldewesen.

Ehmke besuchte zunächst das Gymnasium in Danzig und bestand – nach der Flucht in den Westen – 1946 das Abitur in Flensburg. Er studierte Rechtswissenschaft und Volkswirtschaftslehre in Göttingen, sowie von 1949 bis 1950 Politologie und Geschichte in Princeton (USA). Sein Studium beendete Ehmke 1951 mit dem ersten und das Referendariat 1956 mit dem zweiten juristischen Staatsexamen. 1952 erfolgte seine Promotion zum Dr. jur. Von 1952 bis 1956 war er wissenschaftlicher Assistent des Bundestagsabgeordneten Adolf Arndt (SPD). Danach war er bis 1960 wissenschaftlicher Mitarbeiter der Ford Foundation in Köln und Berkeley (USA). Nach seiner Habilitation 1960 wurde er 1961 zum außerordentlichen Professor an der Universität Freiburg im Breisgau berufen. Ab 1963 war er ordentlicher Professor und Inhaber des Lehrstuhls für Öffentliches Recht an dieser Universität. Seit 1974 ist er als Rechtsanwalt zugelassen.

Ehmke widmet sich nach seinem Ausstieg aus der aktiven Politik dem Schreiben von Kriminalromanen, die im politischen Umfeld spielen.

Seit 1947 gehört Ehmke der SPD an. Von 1973 bis 1991 war er Mitglied im SPD-Parteivorstand.

Von 1969 bis 1994 war Ehmke Mitglied des Deutschen Bundestages. Hier war er von 1977 bis 1990 stellvertretender Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion. Horst Ehmke war zuletzt (12. Wahlperiode 1990) über die Landesliste Nordrhein-Westfalen in den Deutschen Bundestag eingezogen.

Vom 2. Januar 1967 bis 26. März 1969 war Ehmke Staatssekretär im von Gustav Heinemann geführten Bundesministerium der Justiz. Nach dem Rücktritt von Heinemann wegen dessen Kandidatur zum Amt des Bundespräsidenten wurde Ehmke am 26. März 1969 als Bundesminister der Justiz in die von Bundeskanzler Kurt Georg Kiesinger geführte Bundesregierung der Großen Koalition berufen.

Nach der Bundestagswahl 1969 wurde er in der nun von Bundeskanzler Willy Brandt geführten Regierung am 22. Oktober 1969 Bundesminister für besondere Aufgaben und Chef des Bundeskanzleramtes. Nach der Bundestagswahl 1972 übernahm er am 15. Dezember 1972 die Leitung des Bundesministeriums für Forschung und Technologie sowie des Bundesministeriums für das Post- und Fernmeldewesen. Nach dem Rücktritt Willy Brandts im Zuge der Guillaume-Affaire schied auch Ehmke am 7. Mai 1974 aus der Bundesregierung aus.

Original-signiertes Foto (Postkartenformat)    Price in Euro 9.-


JEAN AUGUSTIN ERNOUF
1753 - 1827

bekannter französicher General der Revolution und von Napoleon I
Famous French general of the revolution and of Napoleon I

Er war bis 1810 Generalkapitän und Napoleons Gouverneur in Guadeloupe.

Ernouf reçut une éducation distinguée et embrassa avec ardeur la carrière des armes. Jean Ernouf s’engage comme simple soldat dans l’armée révolutionnaire au début de la Révolution française qui, ayant aboli les privilèges, lui permet de monter très rapidement en grade.

Affecté, en qualité de lieutenant d’infanterie, au 1er bataillon de volontaires de l’Orne, le 24 septembre 1791, capitaine le 22 mars 1792, et le 5 mai 1793 aide-de-camp du général Barthel à l'armée du Nord, il obtint le 30 juillet suivant le grade d'adjudant-général chef de bataillon, après les affaires de Rosbruge et d'Ost-Cassel, dans la Flandre maritime.

Nommé parles Représentants du peuple commandant du camp de Cassel, le 16 septembre de la même année, pendant qu'il était occupé à fortifier ce poste important, le duc d'York mettait le siège devant Dunkerque et bloquait la ville de Bergues, alors dépourvue de garnison. Ernouf parvint à jeter un millier d'hommes dans la place, rejoignit Houchard, qui marchait au secours de Dunkerque, instruisit ce général de la force et de la direction de l'ennemi, puis, se mettant à la tête d'une colonne, il fit lever le camp britannique qui cernait Bergues. Le pouvoir exécutif, appréciant la part qu'Ernouf avait prise au succès, l'éleva, le 21 septembre 1793, au grade de général de brigade, et le nomma, le 30 du même mois, chef d'état-major de l'armée du Nord.

Ce fut encore par ses conseils que le général en chef, Jourdan, ayant trouvé le prince de Cobourg par derrière le bois de Wattignies, le contraignit à repasser la Sambre et à lever le siège de Maubeuge : ce service important lui valut sa promotion au grade de général de division, le 23 frimaire an II pour ses faits d’armes à la bataille d’Hondschoote. Mais Jourdan, demeuré dans l'inactivité, par suite du mauvais état des chemins, fut rappelé par le Comité de salut public, et Ernouf partagea la disgrâce de son général.

Il est suspendu pour motif d’incivisme en 1793 mais réintégré l’année suivante avec la fin de la Terreur. Il est nommé chef d’état-major de l’armée de la Moselle puis de l’armée de Sambre-et-Meuse, par ordre des représentants Gilet et Guyton, du 16 messidor an II.

L'envahissement de Charleroi, le passage de la Sambre, et la victoire de la bataille de Fleurus, furent dus en partie au général Ernouf. Dans ces différentes circonstances, il seconda parfaitement le général en chef Jourdan, et pendant la retraite de l'armée de Sambre-et-Meuse il sauva le parc d'artillerie qui avait pris une fausse direction. Nommé, le 26 fructidor an V, directeur du dépôt de la guerre, auquel on réunit le cabinet topographique et historique, presque alors attaché au Directoire, il fit, à la même époque, partie du comité militaire, chargé de tracer la nouvelle ligne de défense des frontières du Rhin à la Meuse. Il quitta la direction du dépôt, le 22 vendémiaire an VII, pour aller occuper les fonctions de chef d'état-major à l'armée du Danube, qu'il commanda au départ du général en chef, et dont il dirigea la retraite vers la Kintzing, où il prit position jusqu'à l'arrivée de Masséna. Alors envoyé à l'armée des Alpes pour opérer son incorporation dans l'armée d'Italie, il devint inspecteur des troupes d'infanterie dans cette contrée, fut en la même qualité employé dans l'Ouest, au commencement de l'an VIII, puis, après le traité de Lunéville, il alla au même titre à Turin, à Gênes, à Milan et à Naples, et revint à Paris, le 17 ventôse an XI. Légionnaire, le 15 pluviôse an XII, grand officier de l'Ordre le 25 prairial suivant, le premier Consul le nomma, vers cette époque, capitaine général de la Guadeloupe et des Îles sous le Vent.

La plus affreuse anarchie régnait alors dans cette colonie ; les nègres marrons y commettaient de nombreux assassinats, et les hommes de couleur, en insurrection permanente contre les blancs, les chassaient de leurs propriétés ; cette situation se compliqua par la rupture du traité d'Amiens, qui appela de nouveau la guerre dans ces contrées. En 1804, il est fait grand-officier de la Légion d'honneur.

En moins d'une année, le général Ernouf rétablit l'ordre, remit l'agriculture en vigueur, et releva les batteries des côtes ; mais si son administration fut sage et habile, il ne put échapper à l'accusation d'avoir commis quelques dilapidations.

Quelque temps après, il se rendit maître de l'île suédoise de Saint-Barthélemy, où les rebelles de Saint-Domingue faisaient commerce, et, de 1809, de nombreux corsaires sortirent des ports de la colonie. La totalité des navires pris sur l'ennemi s'éleva à 134, et le produit de leur vente à 80 millions. La guerre avec l'Espagne et la prise de la Martinique fut un signal de mort pour la Guadeloupe ; bloquée de tous côtés par les forces maritimes des Britanniques, elle vit tomber successivement en leur pouvoir les petites îles de sa dépendance et se trouva bientôt réduite à la plus affreuse misère. La majeure partie des troupes avaient péri, et les habitants désespérés parlaient chaque jour de se rendre; dans ces circonstances, 11 000 hommes de troupes britanniques, commandés par le général Becwith, opérèrent une descente sur les côtes de la Capestère, et attaquèrent le général Ernouf par trois côtés à la fois ; celui-ci battit l'ennemi sur deux points, mais ayant perdu la moitié de son monde, il fut contraint de signer, le 6 février 1810, une capitulation, par suite de laquelle lui et ses compagnons furent conduits en Grande-Bretagne.

Atteint d'une maladie déclarée mortelle, il obtint l'autorisation de rentrer en France, après un échange de prisonniers entre Britanniques et Français, débarqua le 27 avril 1811 à Morlaix, et obtint son échange quelques mois après. Napoléon Ier, irrité de la perte de la Guadeloupe, avait rendu, le 18 juillet 1811, un décret prononçant la mise en accusation du général Ernouf comme accusé d'abus de pouvoir, de concussion et de trahison. Le résultat de la commission d'enquête, présidée par le maréchal Moncey, fut envoyé au comte Regnault-Saint-Jean-d'Angely, procureur général de la haute Cour impériale qui, aux termes de la constitution, avait le droit exclusif de juger les capitaines généraux ; mais les conclusions du procureur général furent, que la haute Cour n'était pas suffisamment organisée pour entamer une procédure. On renvoya donc l'affaire devant la Cour de cassation pour assigner une juridiction au général, et le ministère public conclut à son renvoi devant le tribunal de première instance. Cette nouvelle procédure n'eut aucune suite, et cette affaire, qui retint vingt-trois mois le général Ernouf en captivité, eut pour premier résultat son exil à cinquante lieues de la capitale, sans pouvoir obtenir qu'un conseil de guerre prononçât sur son sort.

À la Restauration, Louis XVIII, à son retour en France, rendit une ordonnance, où il était dit qu'en considération des difficultés immenses qu'on éprouvait à recueillir les témoignages, et en raison surtout des services rendus par le général Ernouf à sa patrie, la procédure dirigée contre lui serait annulée. Louis XVIII suspend la procédure à son encontre et obtient son ralliement aux Bourbons.

Créé chevalier de Saint-Louis, le 20 août de la même année, et nommé inspecteur général d'infanterie, le 3 janvier 1815, il se rendit en cette qualité à Marseille. En mars 1815, il reçoit un commandement dans le 1er corps d’armée du duc d'Angoulême.

Il se trouvait à Marseille lors du débarquement de Napoléon à Cannes. Une défection d'une partie de ses troupes et la nouvelle de la capitulation du duc d'Angoulême à La Palud l'obligèrent, le 11 avril, à les licencier. Il revint alors à Marseille, où les dispositions prises par le maréchal Masséna, en faveur de la cause impériale, le déterminèrent à se rendre à Paris. Destitué par un décret impérial du 15 avril 1815. Il est révoqué pendant les Cent-Jours pour avoir tenté de s’opposer au retour au pouvoir de Napoléon. Il vit mettre le séquestre sur son hôtel à Paris et les scellés sur ses papiers; mais au retour des Bourbons une ordonnance le rétablit dans ses droits et dans ses propriétés.

Louis XVIII lui accorda, le 3 mai 1816, le titre de baron avec la croix de commandeur de l'ordre de Saint-Louis, et lui conféra, le 11 novembre de la même année, le commandement de la 3e division militaire (Metz), dont le territoire était presque entièrement occupé par les troupes alliées, et où il sut par ses efforts entretenir la bonne harmonie entre les habitants et les soldats étrangers.

Vers la même époque il accompagna le duc d'Angoulême lors de la reprise de Thionville par les troupes françaises. Il avait été envoyé à la Chambre des députés par le département de l'Orne, en 1815. Élu par le département de la Moselle, en 1816, il obtint en 1818 l'autorisation de venir siéger à la Chambre des députés, et quitta le commandement de la 3e division lors de son admission à la retraite, le 22 juillet 1818. Il est mort à Paris, le 12 septembre 1827.

On a donné son nom à une caserne de sa ville natale.

handschriftlicher Brief von 1794 (2 Seiten) im Format 19.5 x 30 (sehr selten)
handwritten letter from 1794 (2 Pages) (7.8 x 12) (very rare)
Price in Euro 360.--

Fotoporträt ist nicht Bestandteil des Verkaufs.


VENKATA GIRI
1894 - 1980

Indischer Staatspräsident

V. V. Giri (Varahagiri Venkata Giri; * 10. August 1894 in Brahmapur; † 24. Juni 1980 in Madras, Tamil Nadu) war indischer Staatspräsident von 1969 bis 1974.

Giri studierte in Irland Recht und wurde dort Mitglied der irischen Unabhängigkeitsbewegung Sinn Féin. 1916 nach dem Osteraufstand wurde er nach Indien ausgewiesen. Dort arbeitete er in der Gewerkschaftsbewegung und für die Unabhängigkeit Indiens. Nach der Unabhängigkeit Indiens war er 1947 bis 1951 Hochkommissar in Sri Lanka (damals Ceylon) und später Gouverneur in Uttar Pradesh (1957-1960), Kerala (1960-1965) und Mysore (1965-1967). 1967 wurde er zum Vizepräsidenten Indiens gewählt. 1969 nach dem Tod Zakir Hussains wurde er in das Amt des indischen Staatspräsidenten gewählt.

original-signiertes Foto (ca. Postkartenformat)
Price in Euro 45.--

MICHAIL GORBATSCHOW
1931

Politiker, Friedensnobelpreisträger

1952 trat er im Alter von 21 Jahren in die Kommunistische Partei der Sowjetunion (KPdSU) ein und agierte von da an 22 Jahre lang als Apparatschik im heimatlichen Stawropol. 1966, im Alter von 35 Jahren machte er seinen Abschluss als Agrarbetriebswirt am Landwirtschaftlichen Institut. Mit seiner Karriere ging es steil aufwärts, 1970 wurde er zum Ersten Sekretär für Landwirtschaft berufen. Im folgenden Jahr wurde er Mitglied des Zentralkomitees. 1972 führte er eine sowjetische Delegation nach Belgien und zwei Jahre später, 1974, wurde er Repräsentant des Obersten Sowjets und Vorsitzender der Ständigen Kommission für Jugendpolitik. Er wurde 1979 befördert und kam ins Politbüro. Nach nur einjähriger Kandidatenzeit nahm ihn das Politbüro 1980 als Vollmitglied auf. Während seiner Tätigkeit im Politbüro lernte er Juri Andropow, den Chef des KGB, kennen, der ebenfalls aus Stawropol kam und der Gorbatschow in den kommenden Jahren in seiner Karriere im Parteiapparat unterstützte.

Durch seine Position in der Partei wurde ihm erlaubt, auch das westliche Ausland zu bereisen, was seine politischen und sozialen Ansichten stark beeinflusste. 1975 besuchte er mit einer Delegation die Bundesrepublik Deutschland, 1983 führte er eine sowjetische Kommission nach Kanada, um sich mit Pierre Trudeau, dem damaligen Premierminister, und Mitgliedern des kanadischen Parlaments zu treffen. 1984 reiste er nach Großbritannien und traf sich mit Premierministerin Margaret Thatcher. Diese war die erste Politikerin im Westen, die den neuartigen Politikstil Gorbatschows erkannte und ihn insbesondere beim misstrauischen US-Präsidenten Ronald Reagan empfahl: "I like Mr. Gorbachev. We can do business together." (17. Dezember 1984 in einem Interview der BBC).
Parteiführer der KPdSU

Nach dem Tod des damaligen Generalsekretärs der KPdSU, Konstantin Tschernenko, wurde Gorbatschow am 11. März 1985 mit 54 Jahren zum zweitjüngsten Generalsekretär in der Geschichte der Kommunistischen Partei gewählt. Er war nach 21 Jahren, in denen die KPdSU von Breschnew und den schwerkranken, nur kurzzeitig amtierenden Andropow und Tschernenko regiert worden war, ein Vertreter einer völlig neuen Generation. Er startete die größte Anti-Alkohol-Kampagne die es jemals in der UDSSR gab. Als de facto-Herrscher der Sowjetunion führte er die Konzepte Glasnost (Offenheit) und Perestroika (Umstrukturierung) in die politische Arbeit ein. Dieser Prozess begann während des 27. Parteitages der KPdSU im Februar 1986.

1988 wurde Gorbatschow Vorsitzender des Präsidiums des Obersten Sowjets und löste damit Andrei Gromyko als Staatpräsident ab.

1988 verkündete Gorbatschow, dass die Sowjetunion die Breschnew-Doktrin aufgeben würde, was den osteuropäischen Staaten erlaubte, ihre Staatsform selbst zu bestimmen. Die neue Freiheit führte 1989 zu einer Reihe überwiegend friedlicher Revolutionen in Osteuropa. Dies beendete den Kalten Krieg und ermöglichte die Deutsche Wiedervereinigung, an der Gorbatschow zusammen mit Helmut Kohl, George H. W. Bush und François Mitterrand maßgeblich beteiligt war. Gorbatschow erhielt 1990 den Friedensnobelpreis.

Am 14. März 1990 wurde Gorbatschow auf einem Sonderkongress der Volksdeputierten zum Präsidenten der UdSSR gewählt, wobei er 59,2 % der Stimmen erhielt. Allerdings führte die Demokratisierung der UdSSR und Osteuropas zu einer massiven Machtverminderung der Kommunistischen Partei und letztendlich zum Zusammenbruch der Sowjetunion und des gesamten Ostblocks. 1991 versuchten einige konservative Politiker zusammen mit einem Teil des Militärs einen Putsch, auch bekannt als Augustputsch, in Moskau, währenddessen Gorbatschow, seine Frau Raissa und die Leibwache drei Tage unter Hausarrest in einer Datscha im Krimgebiet stand.

Am 25. Dezember 1991 trat Gorbatschow als Präsident der Sowjetunion zurück.

Oben: Original-signiertes Foto (Format ca. A5)    Price in Euro 159.-
Unten: Original-signiertes Buch   Price in Euro 199.--
Autogramm wurde jeweils anlässlich von Green Cross in Lausanne persönlich gesammelt 
Schönes Autogramm von einem der bedeutendsten Politikern des 20. Jahrhunderts.

PIERRE GRABER
1908 - 2003

Schweizer Bundesrat / Swiss politican

Pierre Graber (* 6. Dezember 1908 heimatberechtigt in Langenbruck und La Chaux-de-Fonds; † 19. Juli 2003) war ein Schweizer Politiker.

Er studierte Rechts-, Handels- und Verwaltungswissenschaften an der Universität in Neuenburg und wurde 1933 Rechtsanwalt in Lausanne. Er übte seinerzeit die folgenden politischen Mandate aus:

1934–1945: Gemeinderat (Legislative von Lausanne) 
1937–1946: Kantonsrat 
1946–1949: Stadtpräsident von Lausanne 
1949–1962: Städtischer Finanzdirektor 
1962–1970: Staatsrat, Chef des kantonalen Finanzdepartementes 
1942–1969: Nationalrat 
1966: Nationalratspräsident 
Er wurde am 10. Dezember 1969 in den Bundesrat gewählt. Am 31. Januar 1978 trat er zurück. Er gehörte der Sozialdemokratischen Partei (SP) an. Während seiner Amtszeit stand er dem Politischen Departement vor. Er war Bundespräsident im Jahre 1975 und Vizepräsident im Jahre 1974.

Here is a rare original signed picture 3.5 x 5.5 (Format A6)    Price in Euro 25.-


GIOVANNI GRONCHI
1887 - 1978

3. Präsident von Italien 1955 - 1962

Giovanni Gronchi (* 10. September 1887 in Pontedera; † 17. Oktober 1978) war der dritte Präsident der Republik Italien von 1955 bis 1962.

Gronchi war von 1948 bis 1955 Präsident des italienischen Abgeordnetenhauses und wurde am 29. April 1955 zum Präsidenten Italiens gewählt. Das Amt trat er am 11. Mai des gleichen Jahres an.

Giovanni Gronchi was a Christian Democratic Italian politician who became the third President of the Italian Republic in 1955, after Luigi Einaudi. His presidency lasted until 1962 and was marked by a controversial and failed attempt to bring about an “opening to the left” in Italian politics.

He was born at Pontedera, Tuscany, and was an early member of the Christian Movement founded by the Catholic priest don Romolo Murri in 1902. He obtained his first degree in literature and philosophy at the Scuola Normale of Pisa. Between 1911 and 1915 he then worked as a high-school teacher of classics in several Italian towns (Parma, Massa di Carrara, Bergamo and Monza).

He volunteered for military service in the First World War and when it was over he became in 1919 one of the founding members of the Catholic Italian Popular Party. He was elected to represent Pisa in both the parliamentary elections of 1919 and 1921. A trade-union leader in the Italian Confederation of Christian Workers, in 1922–1923 he served in the first government of Benito Mussolini as Under-secretary for Industry and Commerce. In April 1923, however, a national meeting of the Popular Party held in Turin decided to withdraw all PPI representatives from the government. He then went back to his role in the leadership of the Catholic trade unions, and tried to face the daily violence brought against them by the fascist squads.

In 1924, after Luigi Sturzo had resigned as Secretary of the PPI, Gronchi became leader of the party, together with two other "triumvirs", (Spataro and Rodinò). Re-elected to Parliament in the same year, he joined the anti-fascist opposition of the so-called Aventine movement (from the hill in Rome where the opposition withdrew from Parliament). In 1926 he was expelled from Parliament by the new regime.

In the years between 1925 and 1943 he thus interrupted his political career. In order to avoid having to become a member of the Fascist Party, he also resigned his position as a schoolteacher, and earned his living as a successful businessman, first as a salesman and then as an industrialist.

In 1943–1944 he was a co-founder of the new Christian-Democratic party (DC), and became a leader of its left-wing faction, together with men like Giorgio La Pira, Giuseppe Dossetti and Enrico Mattei (the future boss of ENI, the Italian government-owned petrochemical giant). He was also a member of the Comitato di Liberazione Nazionale, the multi-party committee of the Italian Resistance, as a representative of his party.

Although often in conflict with his party’s majority and its Secretary Alcide De Gasperi, he served as Industry minister in 1944–1946 and as a member of the Constituent Assembly in 1946. In 1947, as the Cold War began, he vehemently opposed his party’s decision to expel the Italian Communist and Socialist parties from the national government. From 1948 to 1955 he was elected President of the Italian Chamber of Deputies (the lower branch of Parliament).

In 1955 Luigi Einaudi’s term as first President of the Italian Republic came to an end, and Parliament had to choose his successor. The new Secretary of the DC, Amintore Fanfani, was promoting for the job the liberal Cesare Merzagora, who was then President of the Senate. However the extreme right-wing of the party – led by Giuseppe Pella, Guido Gonella, Salvatore Scoca and Giulio Andreotti – joined hands with the trade-unionist left – led by Giovanni Pastore, Giorgio Bo and Achille Marazza – in an “uprising” against the party leadership, in order to get Giovanni Gronchi (“Parliament’s man”) elected instead. The move had the support of the Communist and Socialist parties, and also of the monarchic and neo-fascist right. After a bitter battle and the final crumbling of the centrist front, on April 29, 1955 Gronchi was elected President of the Republic with 658 votes out of 883. He was the first Catholic politician to become Head of the Italian State.

His period in office lasted until 1962. It was marked by the ambition to bring about a gradual “opening to the left”, whereby the Socialists and the (still Stalinist) Communist Party would be brought back into the national government, and Italy would abandon NATO, becoming a non-aligned country. There was however stiff parliamentary opposition to this project, particularly by the small Italian Liberal Party, which was deemed a necessary ingredient of any viable majority.

In an attempt to escape the deadlock, in 1959 Gronchi appointed as Prime Minister a trusted member of his own Catholic left-wing faction, Fernando Tambroni, sending him to Parliament with a “President’s government” but no pre-arranged majority. However Tambroni found himself surviving in Parliament only thanks to neo-fascist votes. This unforeseen “opening to the right” had serious consequences. In 1960 there were bad riots in several towns of Italy, particularly at Genoa, Licata and Reggio Emilia, where the police opened fire on demonstrators, killing five people. The Tambroni government thus ended in ignominy; forced to resign, it was followed by an all-DC government, with a traditionally centrist parliamentary majority.

The unhappy Tambroni experiment tarnished Gronchi’s reputation for good, and until the end of his period of office he remained a lame-duck President. In 1962 he attempted to get a second mandate, with the powerful help of Enrico Mattei, but the attempt failed and Antonio Segni was elected instead. As he ceased to be Head of State, he became a life senator by right, according to the Italian Constitution. He died in Rome on October 17, 1978 at the age of 91.

For an overall historical assessment of his presidency it must certainly kept in mind the Tambroni failure, with its suggestion of an authoritarian approach. Yet an “opening to the left” of sorts did in fact happen soon after his mandate was over. Indeed, the first center-left coalition was formed by Aldo Moro as soon as 1964, when the Socialists (but not the Communists) entered the government. In the 1970s, the Christian Democrats and Communists made efforts toward what was called the Historic Compromise. On this basis he might be credited with some important foresight and a lasting influence.

Still, it is hard to maintain that his political project had really very much to do with the center-left governments that followed each other between 1964 and 1992. During most of this period the Communists were isolated even more tightly than before, due to the loss of their former Socialist allies and the bitter conflict that followed with them, particularly after Bettino Craxi became the Socialist leader. Outside influences were later revealed to be at work as well. A 2000 Parliament Commission report concluded that the strategy and operations by the clandestine, US-supported, "stay-behind" Gladio was designed to "stop the PCI, and to a certain degree also the PSI [Italian Socialist Party], from achieving executive power in the country". In any case, Italy kept its socio-economic structure as a market economy and its foreign policy alignment.

original-signierte Karte von 1960  im Postkartenformat
original signed card 4 x 6
Price in Euro 35.-- (selten)


GREGOR GYSI
1948

Politiker

Er ist seit 2005 Fraktionsvorsitzender der Linksfraktion im Bundestag. Zuvor war er von 1990 bis 1998 Vorsitzender der Bundestagsgruppe der PDS und von 1998 bis 2000 der PDS-Bundestagsfraktion. Von 1989 bis 1993 war er Vorsitzender der SED-PDS beziehungsweise PDS. 2002 war er Bürgermeister und Senator für Wirtschaft, Arbeit und Frauen des Landes Berlin.

1966 erwarb Gysi sein Abitur auf einer Erweiterten Oberschule (EOS), auf der er gleichzeitig ab 1962 zum Facharbeiter für Rinderzucht ausgebildet worden war. Danach absolvierte er ein Studium der Rechtswissenschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin, welches er 1970 als Diplom-Jurist beendete. Ab 1971 war Gysi einer der wenigen freien Rechtsanwälte in der DDR. In dieser Funktion verteidigte er auch Systemkritiker und Ausreisewillige, darunter bekannte Personen wie Robert Havemann, Rudolf Bahro, Jürgen Fuchs, Bärbel Bohley und Ulrike Poppe. 1976 erfolgte seine Promotion zum Dr. jur. mit der Arbeit Zur Vervollkommnung des sozialistischen Rechtes im Rechtsverwirklichungsprozeß.

Von 1988 bis 1989 war er Vorsitzender des Kollegiums der Rechtsanwälte in Ost-Berlin und gleichzeitig Vorsitzender der 15 Kollegien der Rechtsanwälte in der DDR. Am 12. September 1989 war er zusammen mit dem Ost-Berliner Rechtsanwalt Wolfgang Vogel in Prag, um die DDR-Flüchtlinge in der deutschen Botschaft zur Rückkehr in die DDR aufzufordern. Im Herbst 1989, vor der politischen Wende in der DDR, setzte Gysi sich als Anwalt für die Zulassung des oppositionellen Neuen Forums ein.

Von August 2002 bis zu seiner Wiederwahl als Abgeordneter des Bundestages im Jahre 2005 war er wieder als Rechtsanwalt tätig.

Seit 1967 war Gysi Mitglied der SED. Als er 1989 in den Blickpunkt der Öffentlichkeit trat, arbeitete er an einem Reisegesetz mit. Am 4. November 1989 sprach Gysi vor 500.000 Menschen auf der Massenkundgebung auf dem Berliner Alexanderplatz und forderte ein neues Wahlrecht sowie ein Verfassungsgericht. Seine Eloquenz und rhetorische Begabung ließen ihn schnell zu einem der Medienstars des Herbstes werden. Ab dem 3. Dezember 1989 gehörte er dem Arbeitsausschuss zur Vorbereitung des außerordentlichen Parteitages der SED an und zum Vorsitzenden eines parteiinternen Untersuchungsausschusses. Auf dem Sonderparteitag am 9. Dezember 1989 wurde Gysi mit 95,3 Prozent der Delegiertenstimmen zum Vorsitzenden der SED gewählt. Am 16. Dezember 1989 sprach er sich auf dem Sonderparteitag der SED-PDS für eine Zusammenarbeit beider deutscher Staaten bei voller Wahrung ihrer Souveränität aus. Im Winter 1989/90 war Gysi als Parteivorsitzender der damaligen SED-PDS daran beteiligt, dass die Partei nicht aufgelöst wurde und das Parteivermögen sowie Arbeitsplätze innerhalb der Partei erhalten blieben.

Den Parteivorsitz der PDS hatte Gysi bis zum 31. Januar 1993 inne. Danach wirkte er zunächst als stellvertretender Parteivorsitzender, dann als Mitglied im Parteivorstand weiter mit, bis er im Januar 1997 endgültig aus dem Parteivorstand ausschied.

Am 23. Dezember 2005 wurde er auch Mitglied der WASG, ebenso wie Oskar Lafontaine auch Mitglied in der Linkspartei.PDS wurde. Damit machten beide demonstrativ von der Möglichkeit einer Doppelmitgliedschaft in der Linkspartei und in der WASG Gebrauch. Seit dem 16. Juni 2007 ist Gysi Mitglied der Partei Die Linke.

Auf dem Sonderparteitag der SED vom 8./9. und 16./17. Dezember 1989 unterstützte Gregor Gysi den Fortbestand der SED unter neuem Namen („SED-PDS“) unter anderem mit dem Argument, eine Auflösung und Neugründung würde juristische Auseinandersetzungen um das Parteivermögen nach sich ziehen und sei eine ernste wirtschaftliche Bedrohung für die Partei. Später wurde ihm seitens der Unabhängigen Kommission zur Überprüfung des Vermögens der Parteien und Massenorganisationen der DDR vorgeworfen, er sei aktiv an der Verschleierung des SED-Parteienvermögens beteiligt gewesen und habe im Putnik-Deal versucht, mit Hilfe der KPdSU SED-Gelder ins Ausland zu verschieben, um sie vor dem Zugriff staatlicher Stellen zu sichern.[3] Der Untersuchungsausschuss des Deutschen Bundestages 1998 zum Verbleib des SED-Parteienvermögens gab an, dass Gysi bei seiner Befragung geschwiegen und damit zusammen mit weiteren PDS-Funktionären dessen Arbeit behindert habe.

Von März bis Oktober 1990 war Gysi Abgeordneter der ersten frei gewählten Volkskammer der DDR. Am 3. Oktober 1990 wurde er Mitglied des Deutschen Bundestages, aus dem er am 1. Februar 2002 ausschied, um das Amt des Wirtschaftssenators in Berlin anzutreten. Er war von 1990 bis 1998 Vorsitzender der PDS-Bundestagsgruppe, dann bis zum 2. Oktober 2000 Vorsitzender der PDS-Bundestagsfraktion.

Von 2001 bis 2002 war er Mitglied des Abgeordnetenhauses von Berlin.

Für die Bundestagswahl 2005 kehrte er als Spitzenkandidat der Linkspartei zurück. Er war Direktkandidat für den Wahlkreis Treptow-Köpenick und führte die Landesliste der Linkspartei Berlin an. Bei der Wahl konnte er sich gegen seinen Konkurrenten Siegfried Scheffler von der SPD durchsetzen und gewann das Direktmandat für den Deutschen Bundestag im Wahlkreis 85 Berlin-Treptow-Köpenick mit 40,4 Prozent der abgegebenen Stimmen. Neben Oskar Lafontaine wurde er als Fraktionsvorsitzender der Linksfraktion gewählt.

Bei der Bundestagswahl 2009 konnte er sein Erststimmen-Ergebnis im seinem Wahlkreis Berlin-Treptow-Köpenick auf 44,4 Prozent verbessern und zog wieder mit einem Direktmandat in den Bundestag ein. Nach dem Verzicht Oskar Lafontains wurde Gysi am 9. Oktober 2009 zum alleinigen Fraktionsvorsitzenden der Bundestagsfraktion der Linken wiedergewählt.

Am 17. Januar 2002 wurde Gysi Bürgermeister und Senator für Wirtschaft, Arbeit und Frauen des Landes Berlin in dem vom Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit geführten Senat.

Am 31. Juli 2002 trat er im Rahmen der Bonusmeilen-Affäre von allen Ämtern zurück.

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Price in Euro 12.--

GUS HALL
1910 - 2000

Berühmter US-Politiker / Famous politician

Here is a rare original signed picture Format A5    Price in Euro 19.--


GUSTAV HEINEMANN
1899 - 1976

Bundespräsident von 1969 bis 1974

1899 Geboren am 23. Juli in Schwelm (Westfalen)
1917 – 1918 Soldat
1919 – 1923 Studium der Rechtswissenschaften, Volkswirtschaft und Geschichte in Münster, Marburg, München Göttingen und Berlin. 1921 Promotion zum Dr. rer. Pol. in Marburg. 1929 Promotion zum Dr. jur. in Münster
1929 1926 Rechtsanwalt in Essen
1928 – 1936 Als Rechtsanwalt zugleich Justitiar und Prokurist der Rheinischen Stahlwerke in Essen
1936 – 1949 Vorstandsmitglied der Rheinischen Stahlwerke in Essen
1946 – 1949 Oberbürgermeister in Essen
1947 – 1948 Justizminister in Nordrhein-Westfalen
1949 – 1950 Innenminister der ersten Bundesregierung unter Konrad Adenauer
1957 Mitglied des deutschen Bundestages
1966 – 1969 Bundesminister der Justiz in der Regierung Kiesinger / Brandt
1969 – 1974 Bundespräsident
1976 Gustav Heinemann stirbt am 7. Juli.

Gustav Heinemann war evangelisch. 1926 heiratete er Hilda Odemann aus Bremen. Aus der Ehe gingen 4 Kinder hervor.
Seit seinen Studienjahren war Gustav Heinemann bewusster Demokrat. Als 30-jähriger zum aktiven Christen geworden, trat er in Staat und Kirche für eine Abkehr von überliefertem Obrigkeitsdenken ein. Demokratischen Zielen verpflichtet, bekämpfte er gegenläufige Tendenzen. Als viele Deutsche im Kalten Krieg nur noch auf militärische Sicherheit bedacht waren, strebte er einen friedlichen Ausgleich an. Während viele ihre Freizeit nur dazu nutzten, ihren Besitz zu sichern, hielt er am Gedanken einer Sozialverpflichtung des Eigentums fest.
Als Bundespräsident suchte er demokratische Bewegungen in der deutschen Geschichte aufzuspüren und nahm sich Minderheiten an, die die Gesellschaft an den Rand drängte. Ganz besonders kümmerte er sich immer um alle, die im Schatten der Wohlstandsgesellschaft lebten, deren Reichtum auch damals zu ungleich verteilt war. „Es sind die, die den einseitig auf Leistung bedachten Forderungen der Wirtschaftsgesellschaft am wenigsten entsprechen: die alten Menschen, die Kinder, die Behinderten und die Nichtanpassungsfähigen und Nichtanpassungsgeeigneten“.
Gustav Heinemann war glaubwürdig und prinzipientreu, er verbarg weder seinen christlichen Glauben noch seine politische Überzeugung. Er wurde zu einer moralischen und politischen Autorität, weil er höchste Ansprüche zuerst an sich selber stellte.
Das Zusammenführen gesellschaftlicher Gruppen, die Integration der am Ende der sechziger Jahre auseinanderdriftenden Generationen war ein Kennzeichen seiner Präsidentschaft.
Gustav Heinemann ließ sich 1974 aus gesundheitlichen Gründen nicht zu einer Wiederwahl bewegen. Als er sein Amt verließ, genoss er großes Ansehen und Respekt bei der überwiegenden Mehrheit der Deutschen, und er hatte unserem Land neue Freunde bei unseren Nachbarn und Partnern in der Welt gewonnen.
Wenn wir uns an ihn erinnern, steht vor uns das Bild eines Mannes, der Politik als Dienst an den Menschen verstanden hat mit dem Ziel, soviel Freiheit und soviel Gerechtigkeit wie irgend möglich zu verwirklichen.

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Price in Euro 69.--


CHAIM HERZOG
1918 - 1997

6. Präsident von Israel 1983 bis 1993

Herzog wurde in Belfast (heutiges Nordirland) als Sohn des angesehenen Rabbis Yitzhak HaLevi Herzog geboren (dieser wurde später aschkenasischer Oberrabbiner Israels). Er wanderte 1935 nach Palästina aus und diente während des arabischen Aufstands von 1936–1938 in der Vorgängerorganisation der israelischen Armee, der Hagana.

In England machte Herzog einen Abschluss in Jura und nahm dann als Soldat der britischen Armee am Zweiten Weltkrieg teil. Hier wurde er vornehmlich in Deutschland eingesetzt. Am Ende des Krieges wurde er Chef der Aufklärung in Norddeutschland. Außerdem war er an der Befreiung mehrerer Konzentrationslager beteiligt (beispielsweise der von Bergen-Belsen am 15. April 1945).

Sofort nach dem Krieg kehrte Herzog nach Palästina zurück, um die Gründung eines Staates zu unterstützen. Nachdem der UN-Teilungsplan von 1947 die Schaffung eines Staates möglich gemacht hatte, kämpfte Herzog im israelischen Unabhängigkeitskrieg als Offizier im Kampf um Latrun.

Seine Erfahrungen auf dem Gebiet der Aufklärung, die er im Zweiten Weltkrieg erworben hatte, wurden als unschätzbarer Gewinn gesehen; deshalb wurde Herzog schließlich Chef des Militärgeheimdienstes Aman der israelischen Streitkräfte. Diese Position hatte er 1948 bis 1950 und noch einmal von 1959 bis 1962 inne. Zwischenzeitlich war er Militärattaché bei der israelischen Botschaft in den USA (von 1950 bis 1954) und von 1954 bis 1957 der kommandierende Offizier des Bezirkes Jerusalem. Als er 1962 die Armee verließ, hatte er den Rang eines Generalmajors.

Nach seinem Rückzug aus der Armee arbeitete Herzog in den nächsten zwei Jahrzehnten als Geschäftsmann und als Anwalt für Privatrecht (er war in dieser Zeit Manager eines Industrieentwicklungskonzerns und Seniorpartner in einer Tel Aviver Anwaltskanzlei). Während des Sechstagekrieges und des Jom-Kippur-Krieges trat er jedoch erneut als Militärkommentator für die israelischen Radionachrichten in der Öffentlichkeit in Erscheinung. Seine Berichte standen im Ruf, die Moral der Bevölkerung zu stärken. Seine Erfahrungen aus den erlebten Kriegen schrieb er in mehreren Büchern nieder (u.a. „Entscheidung in der Wüste“, 1975; „Kriege um Israel“, 1984 und „Entscheidung in der Wüste. Die Lehren des Jom-Kippur-Krieges“, 1984). Nach dem Sechstagekrieg wurde er der erste Militärgouverneur im Westjordanland. Im Jahre 1975 wurde er zum Botschafter Israels bei der UNO ernannt; dieses Amt hatte er bis 1978 inne.

Im Jahre 1981 betätigte sich Herzog erstmals auf dem Gebiet der Politik und gewann als Mitglied der israelischen Arbeitspartei einen Sitz in der Knesset.

Am 22. März 1983 wurde er von der Knesset für eine fünfjährige Amtsperiode zum sechsten Präsidenten Israels gewählt. In diesem Amt wurde er 1988 bestätigt (zwei Amtszeiten waren damals die maximal mögliche Amtszeit des Präsidenten). Herzog sah sich als Präsident „aller Israelis“ und besuchte sowohl die arabischen und drusischen Minderheiten, als auch die Siedler in den besetzten Gebieten. Er unternahm unzählige Reisen und war das erste israelische Staatsoberhaupt, das Deutschland (April 1987) und China besuchte.

Herzog nahm auch zu kontroversen Themen Stellung. Er forderte die Einschränkung der Rechte politischer Gruppierungen, die zur Gewalt aufriefen, und nutzte das präsidentielle Begnadigungsrecht in umstrittenen Fällen. Im Jahre 1993 zog er sich aus dem politischen Leben zurück.

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Price in Euro 39.--


MICHAEL HESELTINE
1933

Englischer Politiker / British politician

Michael Heseltine wurde als Sohn eines Oberst geboren, erfuhr an der Shrewsbury School seine Ausbildung und studierte am Pembroke College (Oxford) Geschichte, Philosophie und Politik. In dieser Zeit wurde er Präsident des renommierten britischen Debattierclubs Oxford Union. Aus dieser Zeit stammt die Anekdote, er habe auf der Rückseite eines Umschlags aufgeschrieben: 25 Millionär, 35 Kabinettsmitglied, 45 Parteivorsitzender, 55 Premierminister. Als gelernter Buchprüfer wurde er nach seinem Militärdienst Herausgeber, ab 1966 Mitinhaber und Verleger der Firma Haymarket Publishing und verdiente Millionen durch die Herausgabe von Magazinen, u.a. Management Today und bevor er 40 Jahre alt war, war er bereits Kabinettsmitglied.

1966 wurde er für den Wahlkreis Tavistock in Devon erstmals Abgeordneter des britischen Unterhauses, den er bis 1974 vertrat. Als bei den allgemeinen Wahlen 1970 die Conservative Party einen Sieg errang, berief ihn Premierminister Edward Heath in das Kabinett bis 1972 als Staatssekretär im Transportminister, danach als Minister für Luft- und Schifffahrt. Während der Oppositionszeit 1974 bis 1979 gehörte er dem Schattenkabinett als Schattenindustrieminister an. Während dieser Zeit betrieb die Labour-Regierung die Verstaatlichung der Werften und Luftfahrtindustrie. In der Unterhausdebatte wurde Heseltine durch folgende legendäre Episode bekannt: Die Schilderungen, was exakt passierte, variieren, doch die farbigste zeichnete Heseltine, den Zeremonienstab des Unterhauses (ceremonial mace) greifend und gegen die Linken der Labour Party schwingend, sein langes blondes Haar um ihn wirbelnd, als diese ihren Sieg in der Abstimmung durch Absingen der Hymne „Rote Flagge“ feierten. Seitdem erhielt Heseltine den Spitznamen „Tarzan“.

Er wurde von Margaret Thatcher 1979 zum Umweltminister ernannt. Bei den Gewaltexplosionen in den britischen Innenstädten, die den Auseinandersetzungen in Brixton und Toxteth Anfang der 1980er Jahre folgten, wurde Heseltine als troubleshooter entsandt, um die Gewalt einzudämmen. Vom 6. Januar 1983 bis zum 9. Januar 1986 diente er in Margaret Thatchers Kabinett als Verteidigungsminister. In dieser Zeit betrachtete er die Kontrolle der Rüstungsausgaben und die Verteidigung der britischen Atombewaffnung gegen die Kritik der Friedensbewegung und der Labour-Opposition als seine wichtigsten Aufgaben. Er trat für den NATO-Doppelbeschluss und ein SDI-Abkommen mit den USA ein. Im Zusammenhang mit der Westland-Helicopters-Krise kam es zu einer für ihn bitteren Kabinettsdebatte: Heseltine war für eine europäische Lösung des letzten kriselnden britischen Hubschrauberherstellers eingetreten und hatte dessen Fusion mit dem italienischen Hersteller Agusta betrieben, während die Premierministerin und der Industrieminister Leon Brittan für eine Fusion Westlands mit dem amerikanischen Hersteller Sikorsky Aircraft Corporation eingetreten waren. Nach verlorener Kabinettsabstimmung trat Heseltine vor die versammelte Presse und gab seinen Rücktritt bekannt, bei dem er Margaret Thatcher blamierte, in dem er ihr Uneinsichtigkeit vorwarf. Zwei Wochen später musste Brittan zurücktreten, weil offenkundig wurde, dass er ein kritisches Memo eines Beamten über Heseltine der Presse hatte zukommen lassen.

Der Vorfall wurde als Anfang vom Ende der Ära Thatcher eingeschätzt. Heseltine zog sich auf die Hinterbänke des Unterhauses zurück und wurde zunehmend kritischer gegenüber der Premierministerin. Er forderte Margaret Thatcher im November 1990 als Parteivorsitzende heraus, die darauf gar nicht vorbereitet war. Neben Heseltine, der sich zu früh aus der Deckung gewagt hatte, kandidierte auch Douglas Hurd und schließlich John Major, der letztlich gewann. Heseltine kehrte in das Kabinett als Umweltminister mit spezieller Verantwortung für den Ersatz der von Margaret Thatcher so energisch durchgesetzten poll tax zurück. Später wurde er Handelsminister und Stellvertretender Premierminister. Er war einer der Hauptanhänger des Bau des Millennium Domes.

Nach dem Labour 1997 die Wahl gewann, konnte er wegen gesundheitlicher Probleme nicht für den Parteivorsitz der Conservative Party kandidieren. Aber er befürwortete aktiv gemeinsam mit Tony Blair, Gordon Brown und Robin Cook die parteiübergreifende Kampagne zum Beitritt Großbritanniens zur gemeinsamen europäischen Währung Euro.

In seinem Wahlkreis Henley-on-Thames, den er seit 1974 vertrat, trat er zu den Unterhauswahlen 2001 nicht mehr an und überließ den Wahlkreis seinem Nachfolger Boris Johnson, aber blieb der britischen Politik erhalten. Durch seine Erhebung im selben Jahr zu einem Life Peer als Baron Heseltine of Thenford im County of Northamptonshire gehört er dem House of Lords an.

Im Dezember 2002 löste Heseltine eine Kontroverse aus, als er verlangte, den glück- und farblosen Parteivorsitzenden Iain Duncan Smith durch das dream-team Kenneth Clarke als Vorsitzenden und Michael Portillo als seinen Stellvertreter zu ersetzen. Ohne die Abwahl Duncan Smith habe die Partei „nicht den Schimmer einer Chance, die nächsten Wahlen zu gewinnen“, erklärte er. Er schlug die Abstimmung in der Fraktion anstelle des satzungsmäßig eigentlich zuständigen Parteitags vor. Tatsächlich wurde Duncan Smith im November 2003 abgelöst, allerdings von Michael Howard, der die Unterhauswahlen 2005 gegen Tony Blair verlor.

original-signiertes Foto im Format 15 x 20 cm       Price in Euro 15.--


PATRICK HILLERY
1923 - 2008

6. Präsident von Irland 1976 bis 1990

Patrick John Hillery (irisch: Pádraig Seán Ó hIrighile, * 2. Mai 1923 in Spanish Point, Miltown Malbay, County Clare; † 12. April 2008 in Dublin) war ein irischer Politiker und von 1976 bis 1990 der sechste Präsident von Irland (irisch: Uachtarán na hÉireann).

„Paddy“ Hillery studierte Medizin und arbeitete danach, wie vor ihm sein Vater, als Arzt in seinem Heimatort. Gleichzeitig engagierte er sich politisch in der konservativen Partei Fianna Fáil. 1951 wurde er gemeinsam mit Éamon de Valera Teachta Dála gewählt und vertrat in den folgenden 20 Jahren das County Clare im Dáil Éireann. In dieser Zeit war er von 1959 bis 1965 Bildungsminister, von 1965 bis 1969 Minister für Industrie und Handel (gleichzeitig ab 1966 Arbeitsminister) und von 1969 bis 1973 Außenminister Irlands.

Hillery war einer der Verhandlungsführer in den Vorbereitungen zu Irlands Beitritt zur Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft und wurde 1973 erster irischer Kommissar der EWG, zuständig für Arbeit und Soziales. Nach dem überraschenden Rücktritt des irischen Präsidenten Cearbhall Ó Dálaigh wurde Hillery 1976 zu dessen Nachfolger ernannt.

Hillery amtierte bis zum Antritt seiner Nachfolgerin 1990 zwei volle Legislaturperioden als Präsident Irlands. 2002 setzte sich der im Ruhestand befindliche Politiker für das Referendum zum Vertrag von Nizza ein.

Hillery starb am 12. April 2008 nach kurzer schwerer Krankheit.

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original signed picture 4 x 6
Price in Euro 25.--


HENRYK JABLONSKI
1909 - 2003

berühmter polnischer Politiker / Famous Polish politician

Er studierte Geschichte und wurde 1931 Mitglied der Polnischen Sozialistischen Partei (PPS). Während des Zweiten Weltkriegs kämpfte er unter anderem bei Narvik und unterstützte aktiv die französische Résistance. Nach Kriegsende trat er bald für die Vereinigung von PPS und PPR zur PVAP ein und wurde 1947 Abgeordneter im Sejm (bis 1972). Von 1948 bis 1981 war er Mitglied des ZK der PZPR, von 1971 bis 1981 auch des Politbüros. Regierungen gehörte er von 1965 bis 1966 als Hochschulminister und von 1966 bis 1972 als Minister für Bildung und Hochschulwesen an. In dieser Funktion unterzeichnete er den Erlass zur Relegierung demonstrierender Studenten von den Universitäten nach den Märzunruhen 1968. Auf Initiative Edward Giereks wurde Jab?o?ski 1972 zum Staatsratsvorsitzenden der Volksrepublik Polen ernannt und behielt dieses Amt über die Brüche der Jahre 1980/1981 hinweg bis 1985, als er durch Wojciech Jaruzelski ersetzt wurde. Quasi nebenbei fungierte er seit 1948 als Professor für Geschichte an der Universität Warschau, seit 1952 bei der Polnischen Akademie der Wissenschaften (PAN), der sich vor allem mit Fragen der Parteien- und Zeitgeschichte befasste.

wunderschönes original-signiertes Grossfoto (Format A4) - selten in dieser Qualität
Price in Euro 59.--


EPHRAIM KATZIR 
1916 - 2009

bekannter israelischer Politiker / Famous Israeli politician

Ephraim Katzir , 93. Ein Charakterzug, der in der Politik selten zu finden ist, machte den Israeli zu einem der populärsten Präsidenten in der Geschichte des jüdischen Staates: Bescheidenheit. Der Biochemiker und Physiker war ein politischer Seiteneinsteiger, der am liebsten am "Weizman Institut of Science" weitergeforscht hätte. Katzir wurde 1916 als Ephraim Katschalski in Kiew geboren und wanderte als Sechsjähriger mit seiner Familie ins damalige britische Mandatsgebiet Palästina ein. Seinen Namen hebräisierte er erst, nachdem er am 10. April 1973 zum vierten Präsidenten Israels gewählt wurde. Seine Amtszeit war geprägt durch zwei der wichtigsten Ereignisse in der Geschichte Israels: den Angriff Ägyptens 1973, am höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur, und den Friedensbesuch des ägyptischen Präsidenten Anwar al-Sadat in Jerusalem im November 1977. Nach nur einer Amtszeit kehrte Katzir in die Forschung zurück. 1984 sorgte er noch einmal für Schlagzeilen, als ihn der KGB in Leningrad festnahm, weil er sich dort angeblich mit jüdischen Aktivisten treffen wollte. Ephraim Katzir starb am 30. Mai in Rehovot bei Tel Aviv.

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Price in Euro 25.--


RUDOLF KIRCHSCHLÄGER
1915 - 2000

Österreichischer Bundespräsident

Rudolf Kirchschläger (* 20. März 1915 in Niederkappel, Oberösterreich; † 30. März 2000 in Wien) war ein österreichischer Richter, Diplomat, parteiloser Politiker und von 1974 bis 1986 österreichischer Bundespräsident.

Kirchschläger wurde mit 11 Jahren Waise und absolvierte das Bundesaufbaugymnasium Horn (Matura mit Auszeichnung; sehr gut in allen Fächern), wo er der Mittelschul-Verbindung Waldmark im MKV angehörte. Er wurde bereits im Herbst 1939 zur Wehrmacht eingezogen und war in der Frühphase des Zweiten Weltkrieges als Soldat an der Front.

Legendär ist die Art, in der er das Studium der Rechtswissenschaften Ende 1940 in Wien abschloss. Bereits nach der Matura 1935 hatte Kirchschläger in Wien mit dem Studium begonnen, das er nur mit Hilfe eines Stipendiums und diverser Nebenjobs finanzieren konnte. Nach dem Anschluss Österreichs an Deutschland musste er als Nicht-NSDAP-Mitglied das Studium abbrechen. Während eines nur zweimonatigen Fronturlaubs bereitete er sich 1940 auf das Staatsexamen vor – in der Hoffnung, im weiteren Kriegsverlauf nicht mehr als Soldat eingesetzt zu werden. Nach eigenen Aussagen ernährte er sich in dieser Zeit großteils von Honig, lernte bis zu 20 Stunden täglich und tauchte seine Füße in Essigwasser, um wach zu bleiben. Der Erfolg blieb nicht aus: In einem der Rigorosen erhielt er sogar eine Auszeichnung.

Gegen Kriegsende war Kirchschläger als Hauptmann Lehroffizier an der damaligen Kriegsschule (heute wieder: Theresianische Militärakademie) in Wiener Neustadt. Als Kommandant führte er am 1. April 1945 eine gegen die sowjetischen Truppen ausgerückte Fahnenjunker-Einheit. Die Zeitschrift Profil berichtete in ihrer Ausgabe vom 21. April 2005, dass dabei innerhalb weniger Stunden 200 Kadetten getötet und mehrere hundert verwundet wurden; er selbst erlitt dabei eine schwere Beinverletzung.

1947 bis 1954 war er Richter in Langenlois und Wien, ab 1954 Rechtsexperte im Außenministerium.

Kirchschläger war wesentlich an den Vorarbeiten und dem Zustandekommen von Staatsvertrag und Neutralitätsgesetz beteiligt.

Von 1967 bis 1970 war er Leiter der österreichischen Gesandtschaft in Prag. In seine Amtszeit fiel der „Prager Frühling“, während dessen er sich über die Weisungen seines Vorgesetzten, des Außenministers Kurt Waldheim, hinwegsetzte und an alle Ausreisewilligen Visa erteilte.

1970 wurde er von Bruno Kreisky als Parteiloser zum Außenminister der SPÖ-Alleinregierung bestellt.

1974 mehrten sich nach dem Tod von Bundespräsident Franz Jonas bei der SPÖ zunächst die Stimmen, der populäre Bundeskanzler Bruno Kreisky solle selbst für dieses Amt kandidieren. Kreisky lehnte jedoch ab, weil ihm die Kompetenzen des Bundespräsidenten nicht ausgedehnt genug erschienen. Da die SPÖ bei früheren Bundespräsidentenwahlen immer mit dem Argument des Machtausgleichs mit der ÖVP argumentiert hatte (unter dem Stichwort „roter Präsident - schwarzer Kanzler“), kam diesmal bei der nunmehr ja selbst den Kanzler stellenden SPÖ schon aus wahltaktischen Gründen nur ein Nicht-SPÖ-Parteimitglied in Frage. Der parteilose, praktizierende Katholik Kirchschläger wurde als idealer Kandidat angesehen.

Dass Kirchschläger in der Wahl gegen den von der ÖVP unterstützten Innsbrucker Bürgermeister Alois Lugger mit 51,7 % obsiegte, hatte seinen Grund allerdings nicht nur in der allseits anerkannten Persönlichkeit des Außenministers, sondern auch in der Uneinigkeit der ÖVP: Lugger selbst war in der ÖVP erst nach einem parteiinternen Putsch in letzter Minute gegen den von der Parteiführung bereits als Kandidat aufgestellten ehemaligen Generalsekretär Hermann Withalm installiert worden.

Kirchschläger war, vor allem wegen seines bescheidenen Auftretens und der Volksnähe, der österreichische Bundespräsident mit bislang unangetasteter Autorität.

Zum geflügelten Wort wurde sein Ausspruch über das „Trockenlegen der Sümpfe und sauren Wiesen“ (bei der Eröffnung der Welser Messe im August 1980 anlässlich des aktuellen AKH-Skandals zum Besten gegeben). Vor der Popularisierung des Naturschutzes wurde dieses Bild durchwegs positiv empfunden.

Aufgrund seiner enormen Popularität gestaltete sich seine Wiederwahl 1980 zum Triumph: Kirchschläger wurde als nunmehr gemeinsamer Kandidat von SPÖ und ÖVP mit dem bis heute unerreichten Rekordergebnis von 79,9% der abgegebenen gültigen Stimmen (Wahlbeteiligung: 91,6 %, davon gültige Stimmen: 92,7%) – und damit sogar mehr als zwei Drittel aller Wahlberechtigten (exakt: 67,8%) – gegen den von der FPÖ unterstützten Diplomaten Willfried Gredler sowie den Rechtsextremisten Norbert Burger wiedergewählt.

Oben: original-signiertes Foto im Postkartenformat    Price in Euro 25.--
Unten: original-signierte Karte (Format Visitenkarte)    Price in Euro 12.--

VACLAV KLAUS
1941

Politiker

Sein Studium der Außenhandelsökonomie schloss Klaus 1963 an der Wirtschaftsuniversität Prag (VŠE) ab. In den 60er Jahren absolvierte er Studiengänge in Italien und den USA. Von 1971 bis 1986 arbeitete er an verschiedenen Stellen bei der Tschechoslowakischen Akademie der Wissenschaften, der tschechoslowakischen Zentralbank (Státní banka ?eskoslovenská, Tschechoslowakische Staatsbank, heute ?NB) und zuletzt beim Prognostischen Institut der Akademie der Wissenschaften (Prognostický ústav ?SAV), wo er sich mit Makroökonomie befasste. Er hielt Seminare und Vorlesungen an der ?NB, auch in privaten Kreisen, den Dissidenten nahestehenden, ohne sich jedoch mit ihnen zu stark zu identifizieren. Er ist Mitglied der Mont Pelerin Society.

Er war von Juli 1992 bis Juli 1997 tschechischer Premierminister. Im Februar 2003 wurde er zum Präsidenten Tschechiens gewählt. Er gilt als der wichtigste Mann hinter den Reformen zur Einführung einer freien Marktwirtschaft in Tschechien und als der Mann, der (zusammen mit dem Slowaken Vladimír Me?iar) am meisten dazu beigetragen hat, dass die Tschechoslowakei geteilt wurde.

Während der Wende im November 1989, die in der Tschechoslowakei bald die "Samtene Revolution" genannt wurde, stand er zunächst an der Seite von Václav Havel und war ab Oktober 1990 Vorsitzender des Bürgerforums (Ob?anské fórum (OF), später entwickelte sich Klaus' Flügel als ODS zur bestimmenden politischen Kraft).

Nach der Auflösung des Bürgerforums 1991 gründete Klaus seine eigene Partei, die ODS (Demokratische Bürgerpartei), der er bis Dezember 2002 vorstehen sollte.

Im Dezember 1989 wurde Klaus Finanzminister, ab Oktober 1991 war er außerdem noch stellvertretender Premierminister. Im Juli 1992 wurde er zum Premierminister von Tschechien (damals allerdings noch im Rahmen der Tschechoslowakei) ernannt und 1996 in diesem Amt bestätigt.

Er ist zur Ansicht gekommen, dass ein weiteres Fortbestehen der Tschechoslowakei, nicht effektiv ist. Nach Verhandlungen mit seinem slowakischen Gegenüber Vladimír Me?iar wurde die Teilung am 1. 1. 1993 vollzogen. Von den Teilungsgegnern wird er dafür bis heute kritisiert.

Mit dem Zerbrechen der Regierungskoalition infolge einer Spendenaffäre musste Klaus am 30. Oktober 1997 zurücktreten. Klaus versprach zwar, die Korruptions-Vorwürfe "restlos zu klären", schätzte aber - richtig - ein, dass ein baldiges Vergessen von der Öffentlichkeit genauso gut akzeptiert wird.

Seine Partei unterstützte nach den vorgezogenen Neuwahlen im Juli 1998 die Minderheitsregierung der ?SSD (tschechische sozialdemokratische Partei) - Klaus und Miloš Zeman, sein Nachfolger als Premier, unterschrieben den sogenannten "Oppositionsvertrag", den sie gemeinsam auch initiiert haben. Klaus wurde für ODS (infolge komplizierter Machtkämpfe innerhalb der ?SSD) Parlamentspräsident.

Nach der Wahlniederlage der ODS im Juni 2002 - nach welcher der Sozialdemokrat Vladimír Špidla Regierungschef wurde - trat er als Parteivorsitzender zurück und wurde Ehrenvorsitzender.

Am 28. Februar 2003 wurde Klaus mit knapper Mehrheit zum Präsidenten von Tschechien gewählt, nachdem der Posten nach einigen gescheiterten Wahlversuchen fast einen Monat lang vakant gewesen war. Da wahrscheinlich auch die Mehrheit der kommunistischen Abgeordneten für ihn stimmte, wurde ihm vorgeworfen, hinter den Kulissen mit ihnen Absprachen getroffen zu haben.

Klaus ist ein Verfechter der freien Marktwirtschaft und Anhänger von Margaret Thatcher, Milton Friedman und Friedrich Hayek.

Klaus sprach sich mehrfach gegen die Einführung der Eingetragenen Lebenspartnerschaft (= Civil Union) in Tschechien 2005 aus. Klaus warnte er vor Umweltschützern, die politische Änderungen fordern, um die globale Erwärmung zu bekämpfen. In Wirklichkeit seien sie jedoch von politischen Zielen motiviert, die nur vorgeben würden, für die Umwelt zu kämpfen. Seiner Meinung nach ist die Umweltschutzbewegung sei „eine Religion“, die versuche, die Weltordnung und Wertsysteme neu zu gestalten.

Original-signierte Karte (Postkartenformat)   Price in Euro 8.-


11 VACLAV KLOFAC
1868 - 1942

bekannter tschechischer Politiker / Famous Czech politician
Gründete 1897 die Nationalsozialistische Partei in der Tschechoslowakei und war Ministerpräsident

Vaclav Jaroslav Klofac was born in 1868 in Nemecky Brod. Klofá? became the best known radical nationalist Czech politicians in the Habsburg Monarchy. Vaclav Klofac grew up in humble circumstances, the son of a courtroom messenger, he knew poverty and went through a number of experiences that allowed him to understand and sympathize with the working-class. Klofá?’s education began in Nemecky Brod Gymnasium and then at the University of Prague in the late 1880s. He was originally enrolled in the Universities Medical School but transferred into the school of arts and sciences where he studied philosophy. Václav participated in journalism and student politics. His political career began during his years as a student at Charles University in Prague. While attending the University Klofá? became co-founder of the Czech students progressive movement. He was also involved in the Young Czech Party, who defeated the Old Czechs in the Reichstrat election of 1891, and frequently wrote for the ?asopis Pokrového Studentstva. After graduation, Julius Gregr editor of Národní Listy convinced Klofá? to write for the paper where he was quickly promoted to editor. But Koflá? became unhappy with what he viewed as the excessive compromising of the Young Czechs with the Habsburg government.

His frustrations with the Young Czechs led Klofá? to become one of the founders of the National Social party (originally the National Workers party) in 1898. He was elected to the Austrian parliament for the first time in 1901 along with his colleagues Václav Choc and Václav Fresl, where he used his seat in the parliament to attack the government for what he believed were its anti-Czech, militarist and Catholic policies. Unlike many nationalists of his day, Klofá? was an ardent supporter of women's right to the vote. The stridency of his anti-Habsburg politics led to his arrest by the Austrian authorities on charges of treason in 1915. Although he was sentenced to death, Klofá? was amnestied in 1917 along with many other prominent Czech politicians. In 1939 Klofá? escaped a second incarceration, when Bohemia was occupied by the Germans, due to his impending death. From January 1919 to May 1920 Klofá? served as Czechoslovakia’s minister of national defense.

An avowed pacifist, Klofá? became the first Minister of Defense of Czechoslovakia. Klofá? transformed the recently defeated Austro-Hungarian army into the new Czechoslovak Army. He persuaded most men participating in the armed forces to accept their new civic responsibilities as citizen soldiers and to try and rid themselves of any negative views they had of the military, caused by their experiences in the Imperial and Royal Army. From 1920-1926 Koflá? served as vice-chairman and chairman of the Czechoslovak Senate. During this time he maintained harmony among delegates representing different interest. Vaclav Klofac also helped organize the September 1926 Brno Congress of the Czechoslovak National Socialist Party.

A strong supporter of the first Czechoslovak president Tomáš Masaryk. From 1918 to 1938, Klofá? became a publicist for public understanding and support of political democracy and Masaryk’s concept of the Czechoslovak state. Klofá? remained politically active until the late 1930s when he withdrew from political life to his country home, where he died in 1942.

handschriftlicher Brief (1 Seite) im Format 11 x 17.5
handwritten letter(1 Page) (4.4 x 7)
Price in Euro 59.--

ED KOCH
1924

Politiker

Zwischen 1963 und 1965 war er Vorsitzender des demokratischen Bezirksverbands von Greenwich Village, war Parteitagsdelegierter zum Landesparteitag von New York 1964, und wurde 1966 in den New Yorker Stadtrat gewählt. Von 1969 bis 1973 vertrat er den 17. Bezirk von New York im US-Repräsentantenhaus sowie von 1973 bis Ende 1977 (nach dem Neuzuschnitt der Bezirke) den 18. Bezirk; insgesamt war er für viereinhalb Wahlperioden neun Jahre lang Kongressabgeordneter.

Am 31. Dezember 1977 legte er sein Mandat im Kongress nieder, um 105. Bürgermeister der Stadt New York zu werden. Er wurde zweimal wiedergewählt und diente somit von 1978 bis 1989 in dieser Funktion. 1980 war er einer der New Yorker Delegierten zum Demokratischen Nationalparteitag. Im April des gleichen Jahres brach er erfolgreich einen Streik der U-Bahn- und Busfahrer, indem er sich auf das staatliche Taylor Gesetz berief: Dieses Gesetz verbietet Streiks, die von Arbeitnehmern des Staates oder der Kommunen geführt werden, und schreibt Geldstrafen für die den Streik autorisierende Gewerkschaft vor, die sich mit jedem weiteren Tag, den der Streik andauert, kontinuierlich erhöhen. Nach elf Tagen war der Streik vorbei, und die Gewerkschaftsmitglieder kehrten an ihre Arbeitsplätze zurück.

Als Bürgermeister wurde ihm die wiedererlangte finanzielle Stabilität der Stadt New York zugeschrieben. Dabei führte er die Praxis ein, einen ausgeglichenen Haushalt zu verabschieden, der nach US GAAP aufgestellt wurde. Weiter führte er ein System ein, das Straf- und Familienrichter nach Eignung auswählte, und richtete ausgiebige Wohnungsförderungsprogramme ein.

Original-signierter Brief (Format A4)    Price in Euro 12.- 

ARNOLD KOLLER
1933

Politiker

Koller studierte an der Hochschule St. Gallen Wirtschaftswissenschaften und an der Universität Fribourg Rechtswissenschaften. 1960 legte er das Examen als Rechtsanwalt in Appenzell ab und erwarb 1966 den Titel eines Dr. iur.. 1971 und 1972 ergänzte er seine Ausbildung mit Studien an der University of California, Berkeley.

Er wurde am 10. Dezember 1986 in den Bundesrat gewählt. Am 30. April 1999 übergab er sein Amt, nachdem er am 13. Januar seinen Rücktritt angekündigt hatte. Während seiner Amtszeit stand er den folgenden Departementen vor:

    1987-1989: Eidgenössisches Militärdepartement
    1989-1999: Eidgenössisches Justiz- und Polizeidepartement

Er war Bundespräsident in den Jahren 1990 und 1997 und Vizepräsident in den Jahren 1989 und 1996.

Original-signiertes Foto (Postkartenformat)    Price in Euro 15.-

MICHAL KOVAC
1930

Politiker

Kovác arbeitete ab der Beendigung seines Studiums der Wirtschaftswissenschaften 1956 zuerst als Assistent an der heutigen Wirtschaftsuniversität von Bratislava, dann in einer Bank in Bratislava. 1965-1966 hielt er Vorträge an einer Bankschule auf Kuba, 1967-69 war er Sekretär einer tschechoslowakischen Bank in London. 1969 wurde er in die Tschechoslowakei zurückberufen, aber in den Nachwehen des Prager Frühlings 1970 aus der Kommunistischen Partei ausgeschlossen. Danach arbeitete er bis 1989 als Bankangestellter in Bratislava.

1989 beteiligte sich Kovác aktiv an der Samtenen Revolution, im Dezember 1989 wurde er Finanzminister der slowakischen Teilrepublik der Tschechoslowakei und blieb dies bis zum 18. Mai 1991. Ab Juni 1990 war er Abgeordneter der Föderalversammlung der Tschechischen und Slowakischen Föderativen Republik. Am 26. Juni 1992 wurde er zum Vorsitzenden der Föderalversammlung gewählt und bekleidete dieses Amt bis zur Auflösung der Tschechoslowakei am 1. Januar 1993.

Am 15. Februar 1993 wählte ihn das Parlament als Mitglied der stärksten Partei HZDS von Vladimír Meciar zum ersten Präsidenten des neuen slowakischen Staates. Seine Inauguration erfolgte am 2. März 1993. Schon relativ bald geriet er in Konflikt mit Ministerpräsident Me?iar, die Auseinandersetzungen zwischen beiden dauerten bis zum Ende von Ková?s Amtszeit an.

Im März 1993 hatte die Regierung Me?iar ihre parlamentarische Mehrheit verloren. Kovác hielt am 9. März 1994 die alljährliche Rede über den Zustand der Republik, in der er die Politik Meciars und seinen konfrontativen Regierungsstil scharf kritisierte. In der Folge stellte die Opposition am 11. März mit einer knappen Mehrheit einen Misstrauensantrag und am 16. März ernannte Kovác eine neue Regierung unter Jozef Morav?ík. Doch bei den Neuwahlen am 30. September/1.Oktober 1994 wurde Me?iars HZDS wieder stärkste Partei und Meciar wieder Premierminister.

Ein spektakulärer Vorfall war im August 1995 die Entführung von Kovács jüngerem Sohn Michal nach Österreich, wo ein Haftbefehl gegen ihn vorlag. Obwohl diese Aktion offenkundig die Absicht verfolgte, Michal Kovác senior zu diskreditieren, konnten die genauen Verantwortlichkeiten nie völlig aufgeklärt werden. Ein Hauptgrund dafür war eine Amnestie der Beteiligten, die Meciar nach der Amtszeit des Präsidenten erließ, als er während der Vakanz das Präsidentenamt verwaltete.

Oben: Original-signiertes Foto (ca. Postkartenformat)    Price in Euro 19.-
Unten: Original-signierte Karteikarte (ca. Postkartenformat)    Price in Euro 12.-

BRUNO KREISKY
1911 - 1990

Berühmter Politiker / Famous politician

Here is a rare original signed picture 3.5 x 5.6 (Format A6)    Price in Euro 29.-

CHIANG CHING KUO
1910 - 1988

Politiker

Chiang Ching-kuo wurde in Qikou, Provinz Zhejiang, als Sohn aus Chiang Kai-sheks erster Ehe geboren und von seiner Großmutter aufgezogen. Er wurde von der Mittelschule wegen Teilnahme an Studentendemonstrationen relegiert und wurde in Peking aus dem gleichen Grund sogar 14 Tage lang inhaftiert.

Im Jahr 1925 ging Chiang Ching-kuo, im Alter von 16 Jahren, mit Erlaubnis seines Vaters zum Studium nach Moskau. Er trat dort in die Sun-Yat-sen-Universität ein, die speziell für chinesische Studenten eingerichtet worden war und wurde Mitglied der Kommunistischen Jugendliga.

Als im Jahr 1927 sein Vater Chiang Kai-shek das Bündnis der Kuomintang mit der Kommunistischen Partei Chinas aufkündigte, wurde Chiang Ching-kuo, der soeben seinen Abschluss gemacht hatte, an seiner Rückkehr nach China gehindert. Der Deportation nach Sibirien entging er nur durch den Hinweis auf seine schlechte gesundheitliche Verfassung. Die chinesischen Kommunisten drängten jedoch bei der Komintern auf eine Maßnahme gegen Chiangs Sohn. So musste Chiang Ching-kuo 1933 in der Goldmine des sibirischen Ortes Alta arbeiten, wurde jedoch bald als Techniker in die Ural-Stahlfabrik in Swerdlowsk versetzt. 1934 wurde er dann stellvertretender Direktor dieser Fabrik. Hier lernte er die Russin Faina Ipatjewna Wachrewa kennen, die er 1935 heiratete. Ihren gemeinsamen Sohn nannten sie Alan.

1936 wurde Chiang Ching-kuo von der Komintern gezwungen, seiner Mutter zu schreiben, dass er Kommunist geworden sei und nicht mehr nach China zurückkehren wolle. Dieser Brief wurde in China dann auch prompt veröffentlicht.

Im April 1937 durfte Chiang Ching-kuo nach zwölfjähriger Abwesenheit nach China zurückkehren, weil Stalin Chiang Kai-shek im Chinesisch-Japanischen Krieg unterstützen wollte. Im Jahr 1938 trat er in die Regierung der Provinz Jiangxi ein und machte sich einen Namen als harter, aber gerechter Verwaltungsbeamter.

1943 holte Chiang Kai-shek seinen Sohn nach Chongqing an den Sitz der Nationalregierung. Damit begann seine Karriere in der Kuomintang. 1949, bei der Flucht der Kuomintang nach Taiwan erhielt Chiang Ching-kuo den Auftrag, den Goldschatz der Zentralbank in Sicherheit zu bringen.

In den 1950er Jahren wurde Chiang Ching-kuo Leiter der Politabteilung im Verteidigungsministerium und Chef der Geheimpolizei. Er wurde auch Mitglied des köpfigen Reformkomitees der Kuomintang und damit zu einer der mächtigsten Personen Taiwans. 1952 wurde er zum Mitglied des Ständigen Ausschusses des Zentralkomitees der Kuomintang.

Im Jahr 1953, kurz nach dem Ende des Koreakrieges reiste Chiang Ching-kuo auf Einladung des amerikanischen Verteidigungsministeriums in die USA, wo er auch mit Präsident Eisenhower zusammentraf. 1954 wurde er Stellvertretender Generalsekretär des Nationalen Verteidigungsrates, 1958 Minister ohne Geschäftsbereich.

1963 unternahm Chiang auf Einladung des amerikanischen Außenministeriums seine zweite Reise in die USA, wo er mit Präsident Kennedy zusammentraf. 1965 wurde er Verteidigungsminister und erhielt von seinem amerikanischen Kollegen McNamara eine weitere Einladung in die USA.

1969 wurde Chiang Ching-kuo Stellvertretender Ministerpräsident. Während seines vierten USA-Besuchs wurde am 24. April 1970 in New York ein Attentat auf ihn verübt, das er jedoch unverletzt überstand. 1971 trat Chiang das Amt des Ministerpräsidenten an.

Drei Wochen nach dem Tod seines Vaters Chiang Kai-shek am 5. April 1975 wählte die Kuomintang Chiang Ching-kuo zu ihrem Vorsitzenden; kurz darauf wurde er zum Staatspräsidenten gewählt.

Original-signiertes Foto (Format ca. A5)    Price in Euro 49.-

OSKAR LAFONTAINE
1943

Politiker

Deutscher Politiker (SPD bis 2005, seitdem WASG bzw. Linkspartei), 1985 bis 1998 Ministerpräsident des Saarlandes, 1998 und 1999 Bundesfinanzminister. 
Sohn des Bäckers Hans Lafontaine (* 25. Mai 1916, im Zweiten Weltkrieg gestorben) und seiner Frau Katharina Ferner (22. Mai 1915 bis 2006), Zwillingsbruder Hans. 

1962 Abitur Staatliches Regino-Gymnasium in Prüm, Rheinland-Pfalz. 1962 bis 1969 Studium der Physik in Bonn und Saarbrücken, Abschluß als Diplom-Physiker. Bis 1974 Angestellter Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft Saarbrücken mbH (VVS). 
1974 bis 1976 Bürgermeister, bis 1985 dann Oberbürgermeister von Saarbrücken. 1985 bis 1998 Ministerpräsident des Landes Saarbrücken. 

1990 als SPD-Kanzlerkandidat Niederlage gegen Helmut Kohl. Am 25. April 1990 lebensgefährliche Verletzung bei einem Attentat. 

1992 "Pensionsaffäre" wegen inkorrekt an Lafontaine gezahlter Gehälter, 1993 "Rotlichtaffäre", Vorwürfe durch "Panorama" an Lafontaine, in den 70er Jahren Gefälligkeiten verteilt zu haben, die Lafontaine als "Schweinejournalismus" kommentiert. 

1998 bis 1999 Finanzminister im ersten Kabinett von Bundeskanzler Schröder, Rücktritt mit dem Verweis auf nicht eingehaltene Versprechen und mangelnden Teamgeist. 2005 Austritt aus der SPD, Antritt bei der Bundestagswahl 2005 für ein Bündnis aus WASG (Arbeit & soziale Gerechtigkeit – Die Wahlalternative) und PDS, seitdem wieder MdB. 2007 gemeinsam mit Lothar Bisky Vorsitzender der aus Linkspartei.PDS und WASG neugegründeten Partei "Die Linke". 

Dreimal verheiratet: 1967 bis ? mit Ingrit Bachert, 1982 bis 1988 mit Margret Müller, ein gemeinsamer Sohn Frederic (* 1982), seit 1993 mit der Volkswirtin Christa Müller, ein gemeinsamer Sohn Carl Maurice (* 14. Februar 1997).

Original-signiertes Foto (Postkartenformat)   Price in Euro 9.- 

EMIL LANDOLT
1895 - 1995

Politiker

Emil Landolt entstammte einer Weinhändlerfamilie. Er studierte Rechtswissenschaft und wurde zunächst Direktionssekretär in der kantonalen Finanzdirektion und danach Sekretär der Zürcher Handelskammer. 

Schon früh zeigte sich bei ihm ein ausgeprägter Zug: der Wille, der Gemeinschaft zu dienen. Dazu führte ihn wohl einerseits die familiäre Tradition, anderseits sein Bedürfnis, auf Menschen verschiedenster Herkunft zuzugehen. So war er etwa jahrzehntelang Präsident der Ortsgruppe Zürich der Neuen Helvetischen Gesellschaft und Präsident der Gemeinnützigen Gesellschaft Zürich-Enge. 
Seiner ausgeprägten Geselligkeit entsprach auch die Zugehörigkeit zur Studentenverbindung «Carolingia» und der Zunft zur Zimmerleuten, in die er bereits 1915 aufgenommen worden war. Hier rückte er 1933 zum Zunftschreiber und 1937 zum Zunftmeister auf, was er dann ein volles Vierteljahrhundert lang blieb. Es war denn auch mehr das Bedürfnis, etwas für die Öffentlichkeit zu leisten, als pure parteipolitische Ambition, das ihn in Politik führte. 

1942 wurde er auf Vorschlag der Freisinnigen Partei in den Zürcher Stadtrat gewählt, wo er die Leitung des Schuldepartements übernahm. 1949 wählte ihn das Zürcher Volk nach einem spannenden Wahlkampf zum Stadtpräsidenten. Seine Wahl bedeutete in der zürcherischen Geschichte einen Wendepunkt. 
Seit etwa der Jahrhundertwende war das politische Leben von scharfen Gegensatz zwischen der Arbeiterschaft und dem Bürgertum geprägt worden. In den Zwanziger Jahren hatte die politische Linke, das «rote Zürich», in Gemeinderat und Stadtrat die Mehrheit erlangt. 

Als Nachfolger des verstorbenen Sozialdemokraten Adolf Lüchinger hatte Landolt das Stadtpräsidium für das Bürgertum zurückerobert. Er sah es nun aber nicht als seine Aufgabe an, den Konfrontationskurs der vergangenen Jahrzehnte fortzusetzen, sondern vielmehr, die Gegensätze abzubauen und ein Stadtpräsident aller Zürcher zu sein, ohne seine eigene Position zu verleugnen. 
Dies gelang ihm dank seines Pragmatismus, seiner Spontaneität und Liebenswürdigkeit auf einmalige Weise; er wurde als erster und bisher letzter Stadtpräsident für alle Zürcher zu «eusem Stapi». 

Sein Rücktritt 1966 minderte diese Popularität in keiner Weise. In einer Zeit, da sich die wirtschaftlichen und politischen Probleme wieder mehrten und der gehässige politische Hick-Hack wieder eher Oberhand gewann, wurde er zur Symbolfigur eines menschlichen, friedlichen, auf Ausgleich ausgerichteten und prosperierenden Zürich, das nun viele viele vermissten. Keinem Zünfter flogen jeweils am Sechseläutenumzug nur annähernd so viele Blumen zu wie ihm; an diesem Tag war er bis zu seinem Tod für die Zürcher «euse Stapi».

Oben: Original-signiertes Passfoto (Unterschrift auf Rückseite) (etwas kleiner als Postkartenformat)    Price in Euro 5.-
Mitte: Original-signiertes Foto (Format A5)   Price in Euro 9.--
Unten: handschriftlicher 2-seitiger Brief (Format A4, gefaltet)   Price in Euro 9.--

HEDI LANG
1931 - 2004

Politikerin

Hedi Lang war Mitglied der Sozialdemokratischen Partei. 1971, kurz nach Einführung des Frauenstimmrechts, wurde sie in den Nationalrat gewählt. 1981 wurde sie Nationalratspräsidentin.

1983 wurde sie in den Regierungsrat des Kantons Zürich gewählt - auch das eine Premiere für eine Frau. Bis 1991 leitete sie die Direktion der Justiz und des Innern, danach stand sie bis 1995 der Volkswirtschaftsdirektion vor. Zweimal (1989/90 und 1994/95) war sie auch Präsidentin des Regierungsrates. 1973 bis 1983 war sie Präsidentin des Verbandes Pro Familia Schweiz.

Original-signiertes Foto (Postkartenformat)    Price in Euro 9.-


ALEJANDRO LANUSSE 
1918 - 1996

bekannter argentinischer Politiker / Famous Argentine politician

Alejandro Agustín Lanusse Gelly (* 28. August 1918 in Buenos Aires; † 26. August 1996 in Buenos Aires) war ein argentinischer Militär und Politiker. Er war de facto Präsident Argentiniens zwischen dem 22. März 1971 und dem 25. Mai 1973 und der letzte Regierungschef der Diktatur der so genannten Argentinischen Revolution.

Lanusse studierte in einem Militärgymnasium und trat 1938 in die Kavallerie der argentinischen Streitkräfte ein. Dort war er Kommandant eines Regiments, bis er 1951 wegen der Teilnahme an einem Staatsstreich gegen Juan Perón zu lebenslanger Haft verurteilt wurde. 1955, nach dem erzwungenen Rücktritt Peróns, wurde er befreit und 1956 als Botschafter in den Vatikan entsandt. 1960 kehrte er zurück und wurde Vizedirektor der militärischen Oberschule in Buenos Aires.

Lanusse war strikter Anti-Peronist und nahm daher an zwei Staatsstreichen gegen die Perón-freundlichen Regierungen der Unión Cívica Radical (Arturo Frondizi und Arturo Illia) teil, deren Folge die Militärdiktatur der so genannten Argentinischen Revolution ab 1966 war. 1968 wurde er unter der Präsidentschaft Juan Carlos Onganías zum Oberhaupt der Streitkräfte ernannt.

Wegen politischer Differenzen und der Schwächung der Diktatur durch Volksaufstände ab dem Cordobazo 1969 ging er auf Distanz zu Onganía und forderte seinen Rücktritt. Da dieser sich weigerte, setzte er als Oberhaupt der Streitkräfte zwangsweise Roberto Levingston als neuen Präsidenten ein, den er nach erneuten Aufständen im März 1971 selbst ersetzte.

Lanusses Regierungszeit war geprägt von einer sehr pragmatischen Politik. In der Wirtschaftspolitik setzte er auf Verbesserung der Infrastruktur und baute Straßen, Brücken und Elektrizitätswerke, ohne jedoch dadurch das schlechte Image der Diktatur verbessern zu können.

Des Weiteren leitete er Maßnahmen zur Demokratisierung ein, die unter dem Namen Gran Acuerdo Nacional bekannt wurden. Er ging erstmals seit dem Anfang der Diktatur auf den Peronismus zu und lud Perón selbst zur Rückkehr aus dem Exil ein. Im April 1971 wurden die politischen Parteien, die in der Diktatur verboten waren, wieder zugelassen. Dennoch war das politische Klima zu dieser Zeit von steigender Gewalt geprägt, was Lanusse dazu veranlasste, für 1973 freie Wahlen auszurufen, mit der einzigen Bedingung, dass Perón selbst nicht an den Wahlen teilnehmen durfte.

Aus der Wahl ging Héctor Cámpora, der Kandidat der Peronisten, als Sieger hervor. Nach der verlorenen Wahl trat Lanusse in den Ruhestand.

Nach seinem Rückzug aus der Politik wurde Lanusse ein aktiver Kritiker an der folgenden Militärdiktatur, dem so genannten Prozess der Nationalen Reorganisation (1976-83), bei dem einige Verwandte und ehemalige Mitarbeiter von ihm in geheimen Folterzentren umkamen. Des Weiteren betätigte er sich als Autor und schrieb die Bücher Mi Testimonio (Meine Aussage) und Confesiones de un general (Bekenntnisse eines Generals). Er starb am 26. August 1996.

original signiertes Grossfoto (Format A4, in der Mitte einmal gefaltet) - selten in dieser Qualität
Price in Euro 49.--

R.F.M. LUBBERS
1939

Politiker

Von 1982 bis 1994 war er Ministerpräsident der Niederlande. Von Januar 2001 bis zu seinem Rücktritt im Februar 2005 Hoher Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen und damit Chef des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR.

Zuvor hatte Lubbers, der aus einer Unternehmerfamilie stammt, Posten in christlichen Arbeitgeberverbänden und hohe politische Ämter inne: Von 1973 bis 1977 war er Wirtschaftsminister in der Regierung Den Uyl. 1978 wurde er Fraktionsführer der CDA.

Von 1982 bis 1994 regierte Lubbers als niederländischer Ministerpräsident. Er war damit der am längsten regierende Präsident in der Geschichte des Landes. Ihm wurde 1993 der Orden wider den tierischen Ernst verliehen.

Nach dem Ende seiner politischen Karriere und vor seiner Berufung zum UN-Flüchtlingskommissar hatte Lubbers ein hohes Amt beim World Wide Fund for Nature (WWF) inne. Außerdem lehrte der Wirtschaftswissenschaftler an der Erasmus-Universität Rotterdam als Professor über Globalisierung.

Zeitweise war Lubbers auch als Anwärter auf das Amt des NATO-Generalsekretärs gehandelt worden.

Original-signiertes Foto (Postkartenformat)    Price in Euro 12.- 


LUCAS MANYANA MANGOPE
1923
 

bekannter Politiker Südafrika / Famous Southafrican politician

Zwischen 1977 und 1994 war er Präsident des unabhängigen Homelands Bophuthatswana. Er ist der amtierende Vorsitzende der United Christian Democratic Party (UCDP).

Mangope war ab 1. Juni 1972 zunächst Chief Minister des Homelands. Mit der Entlassung von Bophuthatswana in die formelle Unabhängigkeit am 5. September 1977 wurde Mangope von der südafrikanischen Regierung als Präsident eingesetzt. Nach einem gescheiterten Putsch verdankte er dem südafrikanischen Militär den Erhalt seiner Macht.

Unmittelbar vor den ersten Wahlen unter Einbeziehung der schwarzen Bevölkerungsmehrheit Ende April 1994 versuchten Truppen der rechtsextremen Afrikaaner Weerstandsbeweging, Mangope an der Macht zu halten und dadurch die Rückgliederung Bophuthatswanas nach Südafrika zu verhindern. Nach Auseinandersetzungen wurde Mangope am 13. März 1994 abgesetzt und eine Übergangsverwaltung unter Tjaart van der Walt und T. Job Mokgoro bereitete die Rückgliederung am 27. April 1994 vor.

signiertes Foto im Format 11.5 x 15
signed picture (4.6 x 6)
Price in Euro 39.--

HANS MATTHÖFER
1925

Politiker

Er war von 1974 bis 1978 Bundesminister für Forschung und Technologie, von 1978 bis 1982 Bundesminister der Finanzen und 1982 Bundesminister für das Post- und Fernmeldewesen.

Nach dem Besuch der Volksschule absolvierte Matthöfer zunächst eine kaufmännische Lehre und nahm dann von 1943 bis 1945 als Soldat am Zweiten Weltkrieg teil. Nach dem Krieg bestand er 1946 die Dolmetscher-Prüfung für Englisch. 1948 begann er nach einer Zulassungsprüfung ein Studium der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften in Frankfurt am Main und Madison (Wisconsin), USA, welches er 1953 als Diplom-Volkswirt beendete. Er war dann bis 1957 in der Abteilung Wirtschaft beim Vorstand der IG Metall tätig. Danach arbeitete er bis 1961 für die Organization for European Economic Cooperation (OEEC) in Washington, D.C. und Paris. Er kehrte dann zur IG Metall zurück und leitete hier bis 1972 die Abteilung Bildung beim Vorstand der IG Metall. Dort war er an der Entwicklung und Erprobung der betriebsnahen Bildungsarbeit und betriebsnahen Tarifpolitik beteiligt. Von 1987 bis 1997 war er Vorsitzender des Vorstandes der gewerkschaftlichen Vermögensholding BGAG.

Seit 1950 ist Matthöfer Mitglied der SPD. Von 1973 bis 1984 gehörte er dem SPD-Parteivorstand an. Von 1985 bis 1987 war er Bundesschatzmeister der SPD.

Von 1961 bis 1987 war er Mitglied des Deutschen Bundestages.

Nach der Bundestagswahl 1972 wurde er als Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit in die von Bundeskanzler Willy Brandt geführte Bundesregierung berufen. Nach dem Rücktritt von Willy Brandt übernahm er in der von Helmut Schmidt geleiteten Bundesregierung am 16. Mai 1974 die Leitung des Bundesministeriums für Forschung und Technologie. Bei der Kabinettsumbildung im Frühjahr 1978 wurde Matthöfer dann am 16. Februar 1978 zum Bundesminister der Finanzen ernannt. Aus gesundheitlichen Gründen verzichtete er bei der Kabinettsumbildung im Frühjahr 1982 auf dieses Amt und wurde stattdessen zum Bundesminister für das Post- und Fernmeldewesen ernannt. Mit der Wahl von Helmut Kohl zum Bundeskanzler schied Matthöfer am 1. Oktober 1982 aus der Bundesregierung aus.

Original-signiertes Foto (Postkartenformat)    Price in Euro 8.-

WOLFGANG MISCHNICK
1921 - 2002

Politiker

 Er war von 1961 bis 1963 Bundesminister für Vertriebene, Flüchtlinge und Kriegsgeschädigte und von 1968 bis 1991 Vorsitzender der FDP-Bundestagsfraktion.

Nach dem ihm vorzeitig zuerkannten Abitur auf dem Gymnasium Luisenstift in Radebeul nahm er von 1939 bis 1945 als Soldat, zuletzt im Range eines Leutnants, am Zweiten Weltkrieg teil. Als ehemaligem Offizier der Wehrmacht verbot ihm die sowjetische Besatzungsmacht das angestrebte Ingenieurstudium. 1948 wurde er mit einem Schreib- und Redeverbot belegt. Daraufhin - und um der drohenden Verhaftung durch die NKWD zu entgehen - floh er zunächst nach Berlin, wenig später nach Frankfurt am Main. Von 1953 bis 1957 war er Vizepräsident der Verbandsversammlung des Landeswohlfahrtsverbandes Hessen. Von 1957 bis 1961 war er auch Hessischer Landesvorsitzender im Gesamtverband der Sowjetzonenflüchtlinge. Außerdem war er Mitglied im Kuratorium der Stiftung Deutsche Sporthilfe.

Nach Kriegsende gehörte Mischnick zu den Mitbegründern der LDP in Dresden. Er wurde LDP-Jugendreferent für Sachsen und gehörte ab 1946 dem geschäftsführenden Zentralvorstand der LDP für die Sowjetische Besatzungszone an. Er wandte sich gegen den politischen Monopolanspruch Freien Deutschen Jugend (FDJ) und die Vereinnahmung von Kindern in der Pionierorganisation Ernst Thälmann. 1947 wurde er zum stellvertretenden Landesvorsitzenden der LDP-Sachsen gewählt. Die Wahl wurde jedoch von der sowjetischen Besatzungsmacht annulliert.

Nach seiner Flucht nach Westdeutschland wurde Mischnick Mitglied der FDP in Hessen. Von 1954 bis 1957 war er Bundesvorsitzender der FDP-Jugendorganisation, der Deutschen Jungdemokraten. Von 1954 bis 1991 war er auch Mitglied im Bundesvorstand der FDP, davon in den Jahren 1964 bis 1988 als Stellvertretender Bundesvorsitzender. Zudem war er in den 1950er Jahren auch Vorsitzender des FDP-Kreisverbandes Frankfurt am Main

Von 1954 bis 1967 war er daneben auch Stellvertretender Landesvorsitzender der FDP in Hessen, von 1967 bis 1977 amtierte er dann als deren Landesvorsitzender. Am 30./31. Mai 1973 reiste Mischnick zusammen mit Herbert Wehner (SPD) zu einem geheimen Treffen mit Erich Honecker in die DDR. Auf Schloss Hubertusstock in der Schorfheide wurden humanitäre Fragen der deutsch-deutschen Beziehungen erörtert.

Von 1987 bis 1995 war Mischnick Vorsitzender der FDP-nahen Friedrich-Naumann-Stiftung.

1946 wurde Mischnick in die Stadtverordnetenversammlung von Dresden gewählt. Von 1954 bis 1957 war er Mitglied des Landtages von Hessen. Hier fungierte er als Parlamentarischer Geschäftsführer der FDP-Landtagsfraktion. Von 1956 bis 1961 sowie von 1964 bis 1972 war er Mitglied in der Stadtverordnetenversammlung von Frankfurt am Main. Hier bekleidete er zwischen 1956 und 1961 sowie 1964 und 1968 das Amt des Fraktionsvorsitzenden.

Von 1957 bis 1994 war Wolfgang Mischnick Mitglied des Deutschen Bundestages. Hier war er von 1959 bis 1961 Parlamentarischer Geschäftsführer der FDP-Bundestagsfraktion. Nach seinem Ausscheiden aus der Bundesregierung wurde er 1963 zum Stellvertretenden Vorsitzenden und 1968 schließlich zum Vorsitzenden der FDP-Bundestagsfraktion gewählt. Als solcher war er bis zum Amtsantritt der Regierung Brandt am 21. Oktober 1969 Oppositionsführer gegen die Regierung Kiesinger. Von 1969 bis 1972 und 1976 bis 1983 war er zudem stellvertretender Vorsitzender des Gemeinsamen Ausschusses gemäß Artikel 53a des Grundgesetzes und von 1972 bis zum 8. Dezember 1982 stellvertretender Vorsitzender des Sportausschusses.

Erst 1991 schied er auf eigenen Wunsch aus dem Amt des Fraktionsvorsitzenden aus und wurde daraufhin zum Ehrenvorsitzenden der FDP-Bundestagsfraktion gewählt. Berühmt ist Mischnicks Rede vor dem deutschen Bundestag anlässlich des Misstrauensvotum gegen Helmut Schmidt am 1. Oktober 1982.

Wolfgang Mischnick ist 1990 über die Landesliste Sachsen und davor stets über die Landesliste Hessen in den Bundestag eingezogen.

Nach der Bundestagswahl 1961 wurde er als damals jüngster Minister am 14. November 1961 zum Bundesminister für Vertriebene, Flüchtlinge und Kriegsgeschädigte in der von Bundeskanzler Konrad Adenauer geführten Bundesregierung ernannt. Im Zuge der Spiegel-Affäre trat er am 19. November 1962 gemeinsam mit den anderen FDP-Bundesministern zwar zurück, wurde aber am 13. Dezember 1962 erneut in dieses Amt berufen. Mit dem Rücktritt von Konrad Adenauer schied auch Mischnick am 11. Oktober 1963 aus der Bundesregierung aus.

Mischnick war Großoffizier der französischen Ehrenlegion. Er wurde mit dem Großkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland, dem Großen Goldenen Ehrenzeichens mit Stern der Republik Österreich, dem Bannerorden der Ungarischen Republik, der Freiherr-vom-Stein-Plakette, der Wilhelm-Leuschner-Medaille, dem Verdienstorden des Freistaats Sachsen, dem Hessischen Verdienstorden, der Römerplakette der Stadt Frankfurt am Main und der Wolfgang-Döring-Medaille ausgezeichnet.

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HANS MODROW
1928

Politiker

Hans Modrow wurde 1928 geboren. Nach einer Fachausbildung zum Maschinenschlosser von 1942 bis 1945 wurde er als 17jähriger im Deutschen Reich in den Volkssturm berufen und geriet in sowjetische Kriegsgefangenschaft. In der Sowjetunion besuchte Modrow eine so genannte Antifa-Schule. 1949 wurde er in die DDR entlassen. Von 1952 bis 1953 besuchte er die Komsomol-Hochschule in Moskau. Von 1954 bis 1957 folgte ein Fernstudium an der Parteihochschule Karl Marx der SED. Diese absolvierte er als 'Diplom-Gesellschaftswissenschaftler'. Von 1959 bis 1961 folgte ein Fernstudium an der Hochschule für (sozialistische) Ökonomie Bruno Leuschner in (Ost-)Berlin, das zum Abschluss als 'Diplom-Wirtschaftler' führte. 1966 promovierte Modrow an der Ostberliner Humboldt-Universität zum Dr. rer. oec.

1949, nach seiner Rückkehr, trat er der herrschenden SED bei, den Blockorganisationen Freie Deutsche Jugend und Freier Deutscher Gewerkschaftsbund und wurde Funktionär im Zentralrat der FDJ.

Auch innerhalb der SED machte Modrow schnell Karriere: Ab 1954 wurde er Mitglied der Bezirksleitung Berlin der SED. 1958 wurde er Mitglied der Volkskammer und blieb dies bis zum Ende der DDR im Jahr 1990. Im September 1961 wurde er zum 1. Sekretär der SED-Kreisleitung Berlin-Köpenick gewählt. Danach als Sekretär der SED-Bezirksleitung Berlin, zuständig für Agitation. Im Zentralkomitee (ZK) der SED arbeitete Modrow als Abteilungsleiter für Agitation von 1967 bis 1973. Von 1967 bis 1989 war er Mitglied des Zentralkomitees der SED. Von 1973 bis 1989 war Modrow als 'Erster Sekretär' der Bezirksleitung der SED in Dresden tätig.

1975 wurde er mit dem Vaterländischen Verdienstorden der DDR und 1978 mit dem Karl-Marx-Orden ausgezeichnet.

Ab dem 8. Oktober 1989 bemühte er sich zusammen mit dem Dresdner Oberbürgermeister Wolfgang Berghofer um einen Dialog mit der oppositionellen Gruppe der 20. Modrow galt innerhalb der SED als Reformer des sozialistischen Systems, mit relativ großen Sympathien für den sowjetischen Führer Michail Gorbatschow und dessen Kurs der Perestroika in der Sowjetunion. Im November 1989 wurde er Mitglied des Politbüros der SED und im Dezember stellvertretender Vorsitzender der mittlerweile in SED-PDS umbenannten Partei. Am 13. November wurde Modrow als Nachfolger Willi Stophs zum Ministerpräsidenten der DDR gewählt. Die DDR stand vor dem wirtschaftlichen Ruin und Proteste beherrschten das Straßenbild einiger Städte der DDR. Modrow versuchte in dieser Situation einen Dialog mit den DDR-Bürgerrechtlern aufzunehmen, um den drohenden Untergang des DDR-Staates zu verhindern. Am 5. Februar 1990 nahm er Vertreter des zentralen Runden Tisches als Minister ohne Geschäftsbereiche in die Regierung auf. Es entstand die kurzlebige Regierung der nationalen Verantwortung.
Der Vorsitzende des DDR-Ministerrates Hans Modrow, Bundeskanzler Helmut Kohl, der Regierende Bürgermeister (West-Berlin) Walter Momper und im Hintergrund zwischen Kohl und Momper der Oberbürgermeister (Ost-Berlin) Erhard Krack während der Öffnung des Brandenburger Tores am 22. Dezember 1989

Mit dem am 7. März 1990, kurz vor den ersten freien Wahlen zur Volkskammer am 18. März 1990, verabschiedeten sogenannten Modrow-Gesetz gab er DDR-Bürgern die Möglichkeit die Grundstücke, auf denen ihre Häuser standen, preiswert zu erwerben. Aus rechtlichen Gründen (weil z. B. die Eigentümer in den Westen geflohen waren) war in der DDR oftmals das Eigentum am Haus und am Grundstück getrennt.

Nach der Wende (Beitritt der DDR zur Bundesrepublik Deutschland) wurde Modrow Ehrenvorsitzender der nunmehr in PDS umbenannten SED-PDS. Im Oktober 1990 wurde Modrow, dank eines Sondergesetzes für DDR-Parteien, Abgeordneter der PDS im Deutschen Bundestag.

1993 wurde er vom Landgericht Dresden wegen Anstiftung zur Wahlfälschung (in der DDR) unter Strafvorbehalt verwarnt. Im Revisionsverfahren hat der Bundesgerichtshof diese Entscheidung, insbesondere wegen zu weitgehenden Schuldminderungserwägungen, aufgehoben. Eine andere Kammer des Landgerichtes hat Modrow schließlich 1995 zu einer Bewährungsstrafe von 9 Monaten und 5000 DM Geldstrafe verurteilt, diese Entscheidung wurde rechtskräftig. Da alle Tilgungsfristen verstrichen sind, gilt Modrow nicht mehr als vorbestraft.

1999 wurde Hans Modrow in das Europaparlament gewählt. Er arbeitete dort im Ausschuss für Entwicklungshilfe und war unter anderem für die EU-Beitrittsgespräche mit Tschechien mitverantwortlich. Zur Europawahl 2004 trat er trotz anfänglichen Interesses nicht mehr an, da ihn der PDS-Vorsitzende Lothar Bisky nach eigenen Angaben für andere Aufgaben dringend brauchte und Modrow daher nicht mehr auf die Vorschlagsliste des Europaparteitags setzte.

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YASUHIRO NAKASONE
1918

Politiker

Nakasone Yasuhiro ist ein japanischer LDP-Politiker, der vom 27. November 1982 bis zum 6. November 1987 der 45. Premierminister Japans war.

Nakasone wurde in Takasaki (Präfektur Gunma) geboren und studierte an der Kaiserlichen Universität Tokio. Im Zweiten Weltkrieg war er Offizier der japanischen Marine.
Nakasone wurde bereits im Jahr 1946 ins japanische Repräsentantenhaus gewählt. Dort wurde er 1952 dadurch bekannt, dass er Hirohito für die Niederlage im Weltkrieg verantwortlich machen wollte.

Laufbahn:
    1959 Wissenschaftsminister
    1967 Verkehrsminister
    1970 Vorsitzender der Verteidigungsagentur
    1972 Minister für Internationalen Handel und Industrie (MITI)
    1981 Verwaltungsminister
    1982 Premierminister

Nakasone kündigte eine „Generalabrechnung der Nachkriegspolitik“  an, wollte insbesondere die Pazifismusverpflichtungen aus der von den USA diktierten „Friedensverfassung“ revidieren und Japan die Möglichkeit geben, wie jeder andere souveräne Staat seine Interessen mit militärischen Mitteln zu wahren. Hierzu gehörte auch ein „gesundes nationales Selbstbewusstsein“, dem er u.a. durch offiziellen Besuch des Yasukuni-Schreins und durch militärische Metaphorik wie die von Japan als „unsinkbarem Flugzeugträger der freien Welt“ Ausdruck verlieh.

Eine enge anti-sowjetische Allianz mit den USA, die sich ebenfalls eine Entlastung durch einen größeren Beitrag Japans zur kollektiven Verteidigung wünschten, half Nakasone, die Fesseln der Nachkriegsverfassung zu lockern. Nakasone pflegte über seine Amtszeit hinaus eine enge Freundschaft zu US-Präsident Ronald Reagan. Die Freundschaft, an die Nakasone nach Reagans Tod auch in seinen Memoiren schwärmend erinnert, wurde mit dem Begriff Ron-Yasu-Diplomatie umrissen und in dieser Intimität von den Zeitgenossen für neuartig und ungewöhnlich gehalten. Gleichzeitig demonstrierte Nakasone damit seine für einen japanischen Preminister bis dato überdurchschnittlich guten Englisch-Kenntnisse.

Innerhalb und außerhalb Japans weckte Nakasone damit Ängste, die auch auf diplomatischem Parkett zu Ungunsten Japans genutzt wurden. Unter anderem aus diesem Grund fiel es Nakasone nicht leicht, seine ebenfalls demonstrativ herzliche Beziehung zum reformerischen Generalsekretär der Kommunistischen Partei Chinas Hu Yaobang durchzuhalten. Als Hu innenpolitisch wegen seiner Japan-Freundlichkeit unter Druck zu kommen drohte, setzte Nakasone ihm zuliebe die Yasukuni-Besuche aus.

Nakasone versuchte, als charismatischer Politiker direkt das Volk anzusprechen und redete dabei offener und überschwänglicher als die meisten Premierminister vor ihm. Mitunter verrannte er sich in heikle Äußerungen, etwa solche über Flugzeugträger oder über die Vorzüge der ethnischen Homogenität Japans gegenüber den weniger homogenen USA (deren wirtschaftliche Leistungskraft wohl leider durch gewisse Minderheiten gedrückt werde). Dennoch gelang es Nakasone, zu einem populären Premierminister zu werden und für japanische Verhältnisse ungewöhnlich lange im Amt zu bleiben.

Um 2000 musste Nakasone seinen Sitz als Parlamentarier aufgeben und sich in den Ruhestand zurückziehen. Hierzu wurde er von Ministerpräsident Koizumi gezwungen. Er veröffentlichte daraufhin in kürze einen Memoirenband mit dem trotzigen Titel „Solange in mir Leben ist werde ich nach dem Wohin dieses Landes fragen“ in dem er seine tiefgründige Staatskunst dem oberflächlichen Reformer-Gehabe des jungen „Koizumi-kun“ gegenüberzustellen sucht.

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SAM NUJOMA
1929

Politiker

Aus Wikipedia:
Samuel Daniel Shafiishuna Nujoma (meistens nur Sam Nujoma genannt, * 12. Mai 1929 in Ongandjera bei Okahao in der Region Omusati, Südwestafrika, heute Namibia) war vom 21. März 1990 bis zum 20. März 2005 Präsident der Republik Namibia. Sein offizieller Titel heute lautet „Gründungsvater der namibischen Nation“ (Founding Father of the Namibian Nation).

Seine Eltern, Daniel Uutoni Nujoma und Helvi Mpingana Kandombolo, haben insgesamt zehn Kinder. Von 1937 bis 1945 besuchte Nujoma die Okahao-Missionsschule, danach eine Abendschule in Windhoek. Zur selben Zeit begann er für die South African Railways in Windhoek zu arbeiten. Am 6. Mai 1959 heiratete er Kovambo Theopoldine Katjimune, mit der er vier Kinder hat, wovon ein Kind 18 Monate nach der Geburt starb. Durch verschiedene Buchveröffentlichungen scheint bestätigt, dass Nujoma außerdem noch außereheliche Kinder hat. Am 27. November 2008 starb seine Mutter, die „Großmutter der Nation“, im Alter von 108 Jahren.[2] Nujomas Sohn Utoni Nujoma ist seit 21. März 2010 Außenminister Namibias.

1959 wurde Nujoma zum Vorsitzenden der Ovamboland People’s Organisation (OPO), der Vorgängerorganisation der SWAPO. Als führendes Mitglied der OPO organisierte er im Dezember 1959 Proteste gegen die Umsiedlung der Old Location (Aufstand an der „Alten Werft“) nach Katutura in Windhoek und wurde verhaftet.

Am 1. Mai 1960 ging Nujoma nach Bechuanaland (heute Botswana) ins Exil. Die folgenden Jahre verbrachte er in verschiedenen Ländern wie Tansania, Sambia und Angola. Am 26. August 1966 begann der Guerillakrieg gegen die südafrikanischen Behörden in Namibia.

Aus dieser Zeit stammen auch Berichte aus mehreren voneinander unabhängigen Buchveröffentlichungen, dass Nujoma während der Jahre im Exil, tief in gewalttätige, innerparteiliche Auseinandersetzungen und Morde an politischen Konkurrenten, Abweichlern und (echten oder vermeintlichen) Verrätern verstrickt war. (Siehe auch: Dokumentationen der National Society for Human Rights (NSHR) – deutsch: Nationale Gesellschaft für Menschenrechte (NGfM / Namibia).[3]

Neben Kubanern und Militärberatern aus dem gesamten Ostblock und aus Nordkorea, war auch die SWAPO unter Ihrem Generalsekretär Sam Nujoma, als Verbündeter der kommunistischen MPLA, mit eigenen Kampfverbänden der sogenannten Volksbefreiungsarmee (PLAN), in den angolanischen Bürgerkrieg verstrickt. Die SWAPO baute Lubango (Sá da Bandeira) zu einem Ihrer militärischen Zentren in Angola aus. Unter anderem unterhielt die Volksbefreiungsarmee dort auch das Tobias-Hainyeko-Ausbildungslager. Dem Militärlager waren verschiedene Gefängnisse und ein Folterzentrum unter dem Kommando des späteren Generalstabschefs der namibischen Armee, Solomon „Jesus“ Hawala angeschlossen.[4] Während der politischen Säuberungen der 1980er Jahre wurden dort vor allem Angehörige nationaler Minderheiten, die nicht dem Volk der Ovambo angehörten und Intellektuelle verhaftet. Die Gefangenen wurden zumeist aufgrund konstruierter Vorwürfe abgeurteilt. Die „Geständnisse“ hatte man zuvor durch (teilweise monatelange) Folter erzwungen.

Nach Aussage des späteren Generalsekretärs der oppositionellen Kongressdemokraten (CoD / Congress of Democrats), Kala Gertze, sei es bei den Säuberungen nie um die Verfolgung von Spionen gegangen. Vielmehr wurden systematisch Personen verhaftet, die den Machtanspruch der damaligen SWAPO-Führung hätten gefährden können. Besonders nachdem der Kommandeur der Volksbefreiungsarmee (PLAN), Peter Nanyemba verhaftet und beschuldigt worden war, Sam Nujoma als Parteichef stürzen zu wollen, sei ein regelrechter Verfolgungswahn ausgebrochen.[5]

Die Abgeurteilten wurden zum Teil erschossen oder in Gefängnissen, wie dem Ndilimani-Gefängnis oder dem sogenannten Äthiopien-Gefängnis (beide nahe Lubango / Angola) unter menschenunwürdigen Bedingungen inhaftiert, in denen sie teilweise jahrelang in Erdlöchern unter freiem Himmel hausen mussten. Nachdem die Unabhängigkeit Namibias und damit die ersten freien Wahlen unter dem Schirm der UNO nähergerückt waren, wurden die politischen Gefangenen zu einer Belastung für die SWAPO, die das Land künftig regieren wollte. So macht Kala Gertze, in erster Linie Sam Nujoma und Solomon Hawala dafür verantwortlich, das noch kurz vor der Unabhängigkeit weit mehr als zweitausend Menschen aus den Folterlagern der SWAPO spurlos verschwunden waren.

Schwere Vorwürfe wurden in dem Zusammenhang auch gegen die Kirchen und auch die UNO erhoben, die seit Jahren über die politischen Gefangen der SWAPO und deren Behandlung informiert gewesen seien, aber aus opportunistischen Gründen beharrlich dazu geschwiegen hätten.

SWAPO-Präsident Nujoma forderte Ende Mai 1983 den UN-Generalsekretär Perez de Cuellar auf, mit Südafrika und der SWAPO über eine Waffenruhe und einer Verwirklichung der UN-Resolution 435 bezüglich der Beendigung der (nach Ansicht der UN-Vollversammlung) illegalen Verwaltung des Gebiets durch Südafrika zu verhandeln. Erst am 19. März 1989 konnte Nujoma ein Waffenstillstandsabkommen mit Südafrika unterschreiben, das den Weg für die UN-Resolution 435 ebnete.

Am 16. Februar 1990 wurde Nujoma zum ersten Präsidenten von Namibia gewählt und am 21. März, einem symbolischen Datum, das an das Sharpeville-Massaker des Jahres 1960 erinnert, durch UN-Generalsekretär Pérez de Cuéllar vereidigt. Zweimal, 1994 und 1999, wurde Nujoma wiedergewählt.

In den Jahren seiner Präsidentschaft ließ er von seinen Parteigängern in der alleinregierenden SWAPO-Partei die Verfassung ändern, um ihm eine dritte Amtsperiode als Staatspräsident zu ermöglichen. Auch seine außenpolitische Hinwendung zu diktatorischen und despotischen Regimes, wie denen Fidel Castros in Kuba, Robert Mugabes in Simbabwe oder dem Regime Kim Jong Ils (bis 1994 Kim Il Sung) in Nordkorea, erregten zunehmenden Widerspruch in der demokratisch gesinnten Öffentlichkeit und bei internationalen Geldgebern.

Seine Regierungszeit ist zudem geprägt durch einen verschwenderischen Umgang mit öffentlichen Geldern, die zu großen Teilen aus Entwicklungshilfe und internationalen Zuwendungen (vor allem aus Deutschland) stammen. So wurden der Bau pompöser Dienstvillen für Regierungsmitglieder und hohe Parteifunktionäre ebenso kritisiert, wie beispielsweise die Anschaffung teurer Staatslimousinen und zweier Regierungsflugzeuge, darunter einer Dassault Aviation Falcon 900. Diese Kritik blieb allerdings ohne weitere Folgen, weil sich Nujoma mit seiner Handlungsweise im Rahmen dessen bewegte, was den schwarzafrikanischen Regierungen von internationalen Geldgebern als übliche oder traditionelle Regierungskorruption zugebilligt wird.

Gegen Ende seiner Amtszeit veranlasste er noch den Bau eines neuen State House am Rande von Windhoek, der das alte Staatshaus des Präsidenten in der Innenstadt ablöste. Das gesamte Bauvorhaben, bei welchem aus „Sicherheitsgründen“ namibische Baufirmen zugunsten der „befreundeten“ Nordkoreaner weitgehend außen vor blieben, ist höchst umstritten. Eine offizielle Ausschreibung fand nicht statt und die Baukosten wurden nie veröffentlicht.

Obwohl bereits gegen Ende der Amtszeit Nujomas Vorwürfe aufkamen, die der regierenden SWAPO und damit auch dem Präsidenten Unregelmäßigkeiten bei Wahlen bis hin zur Wahlfälschung unterstellten, schien seine Popularität, vor allem bei seinen treuesten Anhängern aus dem Volk der Ovambo, ungebrochen – dies trotz massiver und teils auch begründeter Korruptionsvorwürfe und obwohl er sich immer wieder verbaler, rassistischer Ausfälle gegen die weißen und farbigen Minderheiten des Landes bediente um politische Gegner zu diskreditieren. Dass dies auch politische Konkurrenten aus den eigenen Reihen treffen konnte, zeigen Beispiele, wie das seines früheren Weggefährten Hidipo Hamutenya.

Bei den Parlamentswahlen vom 15. November 2004 erreichte die regierende SWAPO-Partei Sam Nujomas abermals über 75% der abgegebenen Stimmen. Obgleich es auch bei dieser Wahl wiederum zu Unregelmäßigkeiten gekommen war, die in der teilweisen Annullierung von Wahlergebnissen durch das Höchstgericht mündeten, kann man davon ausgehen, dass die SWAPO weiterhin über den weitaus größten Rückhalt in der Bevölkerung, vor allem innerhalb ihrer Stammwählerschaft im Volk der Ovambo verfügt.

Nachdem man im Falle einer weiteren Verfassungsänderung zugunsten Nujomas eine Beschädigung des Ansehens Namibias in der Weltöffentlichkeit befürchtet hatte, stellte sich Staatspräsident Sam Nujoma nicht mehr für eine weitere, vierte Amtsperiode zur Verfügung, nachdem dies zuvor noch vom SWAPO-Gewerkschaftsverband NUNW (National Union of Namibian Workers) gefordert wurde.

Bis Heute ist noch nicht vollständig geklärt, welche Rolle Sam Nujoma in den Jahren 1998 und 1999 bei der Niederschlagung der separatistischen Aufstände im Gebiet des Caprivi-Zipfels gespielt hat. Nach den Angaben unabhängiger Menschenrechtsorganisationen, wie zum Beispiel Amnesty International (AI), sei es bei den folgenden Polizei- und Militäraktionen zur Zerschlagung der Befreiungsbewegung, von Seiten der namibischen Sicherheitskräfte zu schweren Verstößen gegen elementare Menschenrechte und gegen das Kriegsvölkerrecht und zu Folter gegen Gefangene gekommen.

Sam Nujoma und seiner SWAPO-Regierung, werden in dem Zusammenhang, von Menschenrechtsorganisationen, sowohl der Bruch internationaler Vereinbarungen und Verträge zum Schutz der Menschenrechte, wie auch der Bruch der Verfassung Namibias vorgeworfen. So hatte es fünf Jahre gedauert, bis die Gefangenen überhaupt rechtliches Gehör gefunden haben und bis zum heutigen Tage, werden die Gefangenen seit nunmehr über zehn Jahren, ohne richterliches Urteil und bislang auch ohne Aussicht auf einen regulären Prozess festgehalten. Viele der Gefangenen sind mittlerweile in den Gefängnissen gestorben.

Als Präsident der SWAPO blieb Sam Nujoma aber weithin in der aktiven Politik. In diese Zeit fällt auch die Abspaltung der Rally for Democracy and Progress (RDP) im Jahr 2007. Auf dem SWAPO-Parteitag vom 27.–30. November 2007 wurde Nujoma auch als SWAPO-Präsident von Hifikepunye Pohamba abgelöst und zog sich daraufhin aus dem politischen Tagesgeschäft zurück, wobei er gleichzeitig seine Ämter in Politbüro und Zentralkomitee der Partei niederlegte.

Im Jahre 2007 kündigte der Präsident der Nationale Gesellschaft für Menschenrechte (NGfM / Namibia), Phil ya Nangoloh an, dass er ein Verfahren gegen Sam Nujoma vor dem Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) in Den Haag anstreben werde. Mit dieser Klage wollte Nangoloh, Klarheit über das Verschwinden zahlreicher SWAPO-Dissidenten sowie die Aufklärung politischer Morde während der Zeit im Exil erzwingen. Phil ya Nangoloh selbst war zu jener Zeit mehrmals von der Geheimpolizei der SWAPO inhaftiert gewesen und gefoltert worden.

Neben dem Altpräsidenten Nujoma hat die NGfM gegen den früheren Verteidigungs- und späteren Energieminister Erkki Nghimtina, den früheren Stabschef der namibischen Armee, Generalleutnant Solomon „Jesus“ Hawala und Oberst Thomas Shuuya zeitweiliger Kommandeur des ersten Bataillons der namibischen Streitkräfte, Klage wegen Menschenrechtsverletzungen eingereicht, die vor der Unabhängigkeit Namibias und zum Teil auch danach stattgefunden haben sollen. Solomon Hawala war während der achtziger Jahre, Leiter des berüchtigten SWAPO-Folterzentrums in Lubango in Angola.

Die Folge war eine großangelegte Kampagne des SWAPO-Politbüros und dessen politischer Vorfeld-Organisationen, wie dem Gewerkschaftsverband NUNW (National Union of Namibian Workers), der SWAPO-Jugendliga und der Studentenorganisation NANSO (Namibian National Students Organisation) gegen Regierungskritiker. Diese Kampagne richtete sich vor allem gegen den Menschenrechtler Phil ya Nangoloh, die Chefredakteure der Zeitungen, The Namibian und Windhoek Observer, sowie die oppositionellen Kongressdemokraten (CoD), die Organisation Namibian Forum For The Future (FFF) und in der Folge auch gegen die neugegründete Oppositionspartei Rally for Democracy and Progress (RDP), die sich vor allem aus unzufriedenen, früheren SWAPO-Mitgliedern zusammensetzt und die der SWAPO-Führung Heute unterstellen, ein diktatorisches Regime errichten zu wollen. Auch international bekannte Wissenschaftler, wie der Mugabe-Kritiker Joseph Diescho wurden bedroht und durften in staatlichen Räumen (wie der Universität) nicht mehr öffentlich auftreten.

Original-signiertes Blatt (auf Rückseite eines Autogrammschreibens - Format A4) - kleiner Einriss bei Unterschrift  Price in Euro 15.-


JAN PODLIPNY
1848 - 1914

bekannter tschechischer Politiker / Famous Czech politician
Er war u.a. Bürgermeister von Prag von 1897 - 1900

JUDr. Jan Podlipný (24. srpna 1848, Hn?v?eves – 19. b?ezna 1914, Praha) byl pražský advokát, starosta m?sta Prahy (1897–1900) a poslanec ?eského zemského sn?mu za mlado?eskou stranu, první starosta ?eské obce sokolské (1889–1906).
Uspo?ádal Sbírku zákon? týkající se státního práva Království ?eského (1882) a byl také jednatel Právnické jednoty. Jednalo se o muže vzácného charakteru a ušlechtilých mrav?.

Jan Podlipný se narodil roku 1848 v Hn?v?evsi v zámožné venkovské rodin? sedláka. Studoval na gymnáziu v Hradci Králové a v oktáv? p?estoupil na akademické gymnázium v Praze, kde maturoval roku 1868. Na právnické fakult? Univerzity Karlovy v dubnu 1874 získal doktorát. O rok pozd?ji, v roce 1875, se žení s Annou Nebeskou. A o dalších 5 let pozd?ji, roku 1880, skládá advokátní zkoušky a z?izuje si vlastní advokátní kancelá?. Roku 1889 se stal prvním starostou ?eské obce sokolské. A v roce 1891 byl za mlado?eskou stranu poprvé zvolen do m?stské rady.

Dne 2. ledna 1897 byl Jan Podlipný zvolen starostou královského hlavního m?sta Prahy. Ve své programové ?e?i se vyslovil pro p?i?len?ní okolních m?st a obcí k Praze.

JUDr. Jan Podlipný žil a zem?el v Praze na Starém M?st? v dom? ?p. 309 v Bartolom?jské ulici 13, kde je umíst?na i pam?tní deska z roku 1924 v?novaná ?eskoslovenskou obcí sokolskou.[1] Pam?tní deska je i na jeho rodném dom? v Hn?v?evsi (okres Hradec Králové).

Pochován byl na Olšanských h?bitovech - h?bitov ?. IV, odd. 8, hrob 1-2.

V Praze - Libni na nám?stí Dr. Václava Holého stojí pomník – socha Jana Podlipného z roku 1935, na po?est jeho zásluh o p?ipojení Libn? ku Praze 12. zá?í 1901.

Po JUDr. Janu Podlipném jsou pojmenovány: ulice Podlipného[4] v Praze - Libni a také sokolská Župa Jana Podlipného

handschriftlicher Brief mit eigenhändiger Unterschrift (beidseitig beschrieben, gefaltet, Einrisse, weitere Altersspuren) im Format 23 x 29 cm
Price in Euro 49.--

11

PETER RAUEN
1945

Politiker

Nach dem Besuch des Gymnasiums absolvierte Rauen zunächst eine Maurerlehre und besuchte anschließend die Berufsaufbauschule und die Fachhochschule, die er als Diplom-Ingenieur (FH) verließ. Von 1967 bis 2003 war er als selbständiger Bauunternehmer und Geschäftsführer der Bau-GmbH Peter Rauen tätig. Er ist seit 2003 weiterhin an der Bau GmbH Peter Rauen beteiligt und außerdem Komplementär der Peter Rauen KG.

Rauen trat 1966 in die CDU ein. Von 1985 bis 1991 war er Vorsitzender des CDU-Kreisverbandes Bernkastel-Wittlich und von 1991 bis 2005 Vorsitzender des CDU-Bezirksverbandes Trier. Er gehört seit 1992 dem CDU-Bundesvorstand an und war von 1998 bis 2002 auch Mitglied des Präsidiums der CDU.

Von 1997 bis 2005 war er Bundesvorsitzender der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU/CSU.

2004 forderte Rauen den Landesvorsitzenden Christoph Böhr zu einer Mitgliederbefragung um die Spitzenkandidatur der CDU für die Landtagswahl 2006 in Rheinland-Pfalz heraus. Jedoch konnte er die Mehrheit der CDU-Mitglieder nicht hinter sich vereinen, und so zog er seine Kandidatur wenige Tage vor dem Landesparteitag der CDU zu Gunsten Christoph Böhrs zurück.

Rauen gehörte von 1974 bis 1983 dem Gemeinderat von Salmtal und dem Verbandsgemeinderat der Verbandsgemeinde Wittlich-Land an und war von 1979 bis 1991 Mitglied des Kreistages Bernkastel-Wittlich.

Von 1983 bis 1987 war er Mitglied des Landtages von Rheinland-Pfalz.

Von 1987 bis 2009 war Rauen Mitglied des Deutschen Bundestages und war hier war er von 2000 bis 2002 stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Er war von 2002 bis 2005 zunächst Vorsitzender und war seit 2005 stellvertretender Vorsitzender des Sportausschusses. Peter Rauen ist stets als direkt gewählter Abgeordneter des Wahlkreises Bitburg in den Bundestag eingezogen. Bei der Bundestagswahl 2005 erreichte er hier 49,0 % der Erststimmen.

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ZAID AL-RIFAI
1936

berühmter jordanischer Politiker / Famous Jordanian politician

Zaid ar-Rifai war zweimal Premierminister von Jordanien (26. Mai 1973 bis 13. Juli 1976 und 4. April 1985 bis 27. April 1989).

Sowohl sein Vater Samir ar-Rifai als auch sein Sohn, der gleichnamige Samir ar-Rifai, waren Ministerpräsidenten Jordaniens.

Nach dem Studium am Victoria-College in Kairo studierte er an der Harvard University und der Columbia University in New York. Später arbeitete er in den jordanischen Botschaften in Kairo, Beirut und London sowie bei der UNO in New York.

wunderschönes original-signiertes Foto (Format A5)
Price in Euro 29.--

WOLFGANG SCHÄUBLE
1942

Politiker

Deutscher Politiker (CDU) und Jurist, seit 2005 deutscher Innenminister. 
Sohn eines Steuerberaters und einer Landtagsabgeordneten. Zwei Brüder, Thomas Schäuble war 1991 bis 2004 Minister des Landes Baden-Württemberg. 
1961 Abitur Gymnasium Hausach, Praktikum bei einer Bank, bis 1966 Studium Rechts- und Wirtschaftswissenschaften an den Universitäten Freiburg und Hamburg. 1965 Eintritt in die CDU. 
Ab 1966 Assistent an der Universität Freiburg. 1968 bis 1970 Gerichtsreferendar. 1966 1., 1970 2. juristisches Staatsexamen. 1971 Dissertation "Die berufsrechtliche Stellung der Wirtschaftsprüfer in Wirtschaftsprüfungsgesellschaften" und Promotion zum Dr. iur. Ab 1971 bei der Steuerverwaltung des Landes Baden-Württemberg beschäftigt. 

Seit 1972 Mitglied des Deutschen Bundestages. 1978 bis 1984 Rechtsanwalt in Offenburg. 
1984 bis 1989 Kanzleramtsminister, 1989 bis 1991 Innenminister unter Kohl. 

Am 12. Oktober 1990 von einem Attentäter niedergeschossen, seitdem querschnittsgelähmt. 1991 bis 2000 Fraktionsvorsitzender der CDU/CSU. 1998 bis 2000 Bundesvorsitzender der CDU. 2000 Rücktritt von beiden Ämtern wegen der CDU-Spendenaffäre, bei der Schäuble zugab, 1994 von Karlheinz Schreiber eine Spende entgegengenommen zu haben, nachdem Schäuble zuvor nur eine Begegnung im Rahmen eines Gesprächsabends eingeräumt hatte. 

Seit 1969 mit der Volkswirtin Ingeborg Hensle (seit 1996 Präsidentin der Welthungerhilfe) verheiratet, drei Töchter und ein Sohn: Christine (* 1971), Hans-Jörg (* 1974), Juliane (* 1976) und Anna (* 1981).

Original-signiertes Foto (Postkartenformat)    Price in Euro 12.- 

WALTER SCHEEL
1919

Politiker

Scheel kam im Solinger Ortsteil Höhscheid als Sohn eines Stellmachers zur Welt, er ist evangelischen Glaubens. Nach dem Abitur auf dem Gymnasium Schwertstraße 1938 begann Scheel eine Banklehre, die er jedoch wegen seiner Einberufung schon 1939 unterbrechen musste. Er war bis 1945 Soldat (letzter Dienstgrad: Oberleutnant) bei der Luftwaffe. Nach Kriegsende war er bis 1953 als Geschäftsführer in der Industrie und in Verbänden tätig. Danach arbeitete er als selbständiger Wirtschaftsberater in Düsseldorf. 1958 wurde er Geschäftsführer des Marktforschungsinstituts Intermarket. Im gleichen Jahr gründete er zusammen mit Gerhard Kienbaum und Carl Zimmerer die Düsseldorfer M&A Firma InterFinanz, die er zusammen mit Carl Zimmerer bis Ende 1961 führte. Seine Gesellschaftsanteile (42%) veräußerte er 1964 an die Mitgesellschafter.

Seit 1946 ist Scheel Mitglied der FDP. Seit 1954 war Scheel Mitglied des FDP-Landesvorstandes in Nordrhein-Westfalen und ab 1956 zusätzlich Mitglied des Bundesvorstandes der FDP. Im selben Jahr gehörte Scheel zu den sog. Jungtürken, (u.a. mit Erich Mende, Willi Weyer, Hans Wolfgang Rubin und Wolfgang Döring), die den Koalitionswechsel der FDP in Nordrhein-Westfalen von der CDU zur SPD einleiteten und damit die Abspaltung der Euler-Gruppe und die Gründung der kurzlebigen Freien Volkspartei (FVP) provozierten. 1968 wurde er schließlich als Nachfolger von Erich Mende zum Bundesvorsitzenden der FDP gewählt. Anfang der 1970er Jahre gehörte er mit Werner Maihofer und Karl-Hermann Flach zu den Autoren der Freiburger Thesen, des neuen Grundsatzprogramms der FDP. Mit seiner Wahl zum Bundespräsidenten 1974 legte er dann alle Parteiämter nieder. Nach dem Ende seiner Amtszeit als Bundespräsident wurde er 1979 zum Ehrenvorsitzenden der FDP ernannt.

Von 1968 an war er Vizepräsident der „Liberalen Weltunion“ (Vorgänger der Liberalen Internationale).

Von 1948 bis 1950 war Scheel Stadtrat in seiner Heimatstadt Solingen. Von 1950 bis 1954 war er Mitglied des Landtages von Nordrhein-Westfalen. 1953 schließlich wurde er Mitglied des Deutschen Bundestages, dem er bis zum 27. Juni 1974 angehörte, er legte sein Mandat wegen der Wahl zum Bundespräsidenten nieder.

Vom 1. Juli 1956 bis 20. November 1961 war er außerdem Mitglied des Europäischen Parlamentes. Hier war er von 1959 bis 1962 Vorsitzender des Ausschusses für Fragen der Assozierung der überseeischen Länder und Gebiete und seit 1958 stv. Vorsitzender der liberalen Fraktion. Von 1967 bis 1969 war er Vizepräsident des Deutschen Bundestages.

Nach der Bundestagswahl 1961 wurde Scheel am 14. November 1961 im Kabinett von Bundeskanzler Konrad Adenauer zum Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit ernannt. Am 19. November 1962 trat er anlässlich der Spiegel-Affäre zusammen mit den anderen FDP-Bundesministern aus Protest zurück. Dem daraufhin am 13. Dezember 1962 ohne den umstrittenen Verteidigungsminister Franz Josef Strauß gebildeten Kabinett gehörte er dann aber mit gleicher Funktion wieder an. Er behielt dieses Amt auch in der von Bundeskanzler Ludwig Erhard geführten Bundesregierung. Wegen eines Streits über den Bundeshaushalt trat er am 28. Oktober 1966 gemeinsam mit den anderen FDP-Bundesministern von seinem Amt zurück.

Nach der Bundestagswahl 1969 wirkte er maßgeblich auf die Bildung einer sozialliberalen Bundesregierung hin und wurde im Kabinett von Willy Brandt am 22. Oktober 1969 zum Vizekanzler und zum Bundesminister des Auswärtigen ernannt. 1970 besuchte Scheel als erster deutscher Außenminister Israel, das 1965 diplomatisch anerkannt worden war. Scheel gilt gemeinsam mit Willy Brandt als „Vater der Entspannungspolitik“ und der neuen Deutschlandpolitik, die zunächst von den Unionsparteien scharf bekämpft wurde und auch zu Fraktionsaustritten bei den Regierungsparteien SPD und FDP führte, so dass diese die Mehrheit im Deutschen Bundestag verloren. Die Neuwahlen 1972 stärkten sowohl die SPD als auch Scheels FDP und bewiesen die allgemeine Akzeptanz der sozialliberalen Politik.

Nach dem Rücktritt von Bundeskanzler Brandt am 7. Mai 1974 nahm Scheel auf Bitten des Bundespräsidenten die Amtsgeschäfte des Bundeskanzlers wahr, bis Helmut Schmidt am 16. Mai 1974 zum neuen Bundeskanzler gewählt wurde. Am selben Tag schied Scheel aus dem Bundeskabinett aus. Damit war Scheel neun Tage lang geschäftsführender Bundeskanzler.

Bei der Bundespräsidentenwahl 1974 am 15. Mai 1974 wurde er mit 530 Stimmen von SPD und FDP in der Bundesversammlung gegen Richard von Weizsäcker (CDU, 498 Stimmen) zum vierten Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland gewählt und trat am 1. Juli 1974 sein neues Amt an.

Somit war Scheel für zwei Tage geschäftsführender Bundeskanzler und gewählter Bundespräsident in einem, ein verfassungsgeschichtlich einmaliger Vorgang.

Oben und Mitte: Original-signiertes Foto (Postkartenformat)    Price in Euro je 12.-
Unten: Original-signierter Aufkleber eines Reichsadlers (Format 18 x 24 cm)   Price in Euro 12.-

KARL SCHILLER
1911 - 1994

Politiker

Er war von 1966 bis 1972 Bundesminister für Wirtschaft und von 1971 bis 1972 zusätzlich Bundesminister der Finanzen. Er war federführend an der Entstehung des Stabilitäts- und Wachstumsgesetzes mit seinen im magischen Viereck dargestellten Zielen beteiligt. Außerdem war er Initiator der konzertierten Aktion. Weil er der Globalsteuerung in Deutschland eine gesetzliche Grundlage gab, wird er häufig zusammen mit Ludwig Erhard als bedeutendster Wirtschaftspolitiker der Nachkriegszeit benannt.

Nach dem Abitur absolvierte Schiller ab 1931 ein Studium der Volkswirtschaftslehre und der Rechtswissenschaft in Kiel, Frankfurt am Main, Berlin und Heidelberg, welches er 1935 als Diplom-Volkswirt und mit der Promotion zum Dr. rer. pol. beendete. Während seines Studiums wurde er von der Studienstiftung des deutschen Volkes gefördert. Von 1935 bis 1941 war er dann als Leiter einer Forschungsgruppe am Institut für Weltwirtschaft in Kiel tätig. 1939 erfolgte seine Habilitation. Von 1941 bis 1945 nimmt er als Soldat am Zweiten Weltkrieg teil. 1947 nimmt er einen Ruf der Universität Hamburg an und übernimmt hier als Professor den Lehrstuhl für Wirtschaftstheorie. Schiller zählte zu den Wegbereitern der 1948 gegründeten Akademie für Gemeinwirtschaft. Von 1956 bis 1958 amtiert er außerdem als Rektor der Universität Hamburg. Von 1948 bis 1966 war er Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats beim Bundeswirtschaftsministerium.

Schiller war Mitglied der NSDAP, des NSDStB und des Nationalsozialistischen Deutschen Dozentenbundes.

Von 1946 bis 1972 sowie erneut ab 1980 war er Mitglied der SPD. 1972 beteiligt er sich gemeinsam mit Ludwig Erhard an einer Anzeigenkampagne der CDU, in der beide als Hüter der Marktwirtschaft auftreten.

Von 1946 bis 1957 war er Mitglied der Hamburgischen Bürgerschaft. Von 1965 bis 1972 war er dann Mitglied des Deutschen Bundestages. Hier war er von 1965 bis 1966 stellvertretender Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion.

Von 1948 bis 1953 war er Senator für Wirtschaft und Verkehr der Freien und Hansestadt Hamburg. Von 1961 bis 1965 war er im Senat des Regierenden Bürgermeisters Willy Brandt Senator für Wirtschaft in Berlin.

Dem Kabinett der Großen Koalition unter Bundeskanzler Kurt Georg Kiesinger gehört er ab dem 1. Dezember 1966 als Bundesminister für Wirtschaft an. In dieser Zeit prägte er den Begriff der Ablaufpolitik. Er arbeitet in dieser Zeit eng mit dem Bundesfinanzminister Franz Josef Strauß zusammen. Beide erhalten daraufhin in der Öffentlichkeit den Spitznamen Plisch und Plum (nach Wilhelm Busch).

Dem ersten Kabinett von Bundeskanzler Willy Brandt gehört er wiederum als Bundesminister für Wirtschaft an. Nach dem Rücktritt des Bundesfinanzministers Alexander Möller am 13. Mai 1971 wird er zum Bundesminister für Wirtschaft und Finanzen ernannt. Von diesem Amt trat er am 7. Juli 1972 aus Protest gegen die von Bundeskanzler Brandt getroffenen wirtschaftspolitischen Entscheidungen zurück und schied damit aus der Bundesregierung aus.

Dem Bonner Volksmund ist Karl Schiller bis heute ein Begriff; den Park des Schlosses Haus Carstanjen, in den 1970er Jahren Sitz des Bundesfinanzministeriums, nennt man bis heute einfach den Schillerpark.

Original-signiertes Foto (Postkartenformat)    Price in Euro 17.- 

SAMUEL SCHMID
1947

Politiker

Seit seinem Einstieg in die Politik besetzte er diverse politische Ämter:

1972–1974: Gemeinderat in Rüti bei Büren 
1974–1982: Gemeindepräsident in Rüti bei Büren 
1982–1993: Mitglied des bernischen Grossen Rates 
1994–1999: Nationalrat 
1998–1999: SVP-Fraktionspräsident der Bundesversammlung 
1999–2000: Ständerat für den Kanton Bern 
2001–2008: Bundesrat 
Am 6. Dezember 2000 wurde Samuel Schmid in den Bundesrat gewählt (siehe Bundesratswahl 2000). Er war kein offizieller Kandidat seiner damaligen Partei, der SVP. Er war seit Beginn seiner Amtszeit Vorsteher des Eidgenössischen Departements für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS).

Sein wichtigstes Projekt war die Armeereform Armee XXI, die eine Anpassung der Schweizer Armee an die veränderte Bedrohungslage in Europa erreichen soll.

Im Jahr 2004 war er Vizepräsident und wurde am 8. Dezember 2004 zum Bundespräsidenten für das Jahr 2005 gewählt. Samuel Schmids Motto für das Jahr 2005 hiess Begegnung. Sein wichtigstes Anliegen war nach eigenen Angaben die Abstimmung über die Bilateralen II und die Stärkung der Kollegialität im Bundesrat.

Bei den Bundesratswahlen 2007 wurde Samuel Schmid mit deutlichen 201 Stimmen wiedergewählt. Nachdem dieser sich trotz der Abwahl von Christoph Blocher vereidigen liess und damit gegen die Oppositionsstrategie seiner Partei agierte, durfte er nicht mehr an Fraktionssitzungen teilnehmen und wurde insbesondere von der Parteispitze als SVP-Vertreter ignoriert. Der damalige Parteipräsident Ueli Maurer meinte dazu im Februar 2008, für die Parteimitglieder sei Schmid «so gut wie klinisch tot». Einen Parteiausschluss halte er aber «für eine Zeitverschwendung». Am 2. Juni 2008 erklärte Schmid vor der Presse seinen baldigen Austritt aus der SVP und gab bekannt, dass er zusammen mit weiteren unzufriedenen SVP-Mitgliedern über die Gründung einer neuen Partei nachdenke.. Am 21. Juni wurde die BDP Bern gegründet, der sich Schmid mittels Kollektivübertritt seiner Ortssektion anschloss.

Samuel Schmid musste wegen teils tödlichen Unfällen in der Armee und wegen der Ernennung von Roland Nef zum Chef der Armee einige Kritik einstecken. Anfang November 2008 musste Schmid an der Gallenblase operiert werden. Kurz darauf, am 12. November 2008, gab Schmid den Rücktritt aus dem Bundesrat per 31. Dezember 2008 bekannt.

Original-signierte Karteikarte (Postkartenformat)    Price in Euro 12.-

JOHANN SCHNEIDER-AMMANN
1952

Schweizer Bundesrat / Swiss politican

Schneider-Ammann studierte Elektrotechnik an der ETH Zürich und schloss 1977 mit dem Diplom ab. 1982/83 erwarb er einen Master of Business Administration an der Schule INSEAD in Fontainebleau bei Paris.

1978 wurde er Projektleiter bei Oerlikon-Bührle, 1981 trat er ins Maschinenbauunternehmen der Familie seiner Ehefrau Katharina Schneider-Ammann ein, zunächst als Prokurist, seit 1990 als Präsident der Ammann Group. Seit der Teilnahme der Ammann Group an der Sanierung der Mikron Technology Group im Jahr 2003 war er dort Präsident des Verwaltungsrates, dem er zuvor schon als Mitglied angehörte. Seit 1998 war er auch Mitglied des Verwaltungsrates der Swatch Group in der obersten Muttergesellschaft The Swatch Group SA.

Hinzu kamen weitere Verwaltungsratsmandate namentlich in der Ammobilien AG (Langenthal), in der Belenos Clean Power Holding AG (Biel), in der Glas Trösch Holding AG (Bützberg), in der Insys Industriesysteme AG (Münsingen), in der Madisa AG (Bern), und in der Mikron Halding AG (Biel).

Seit 1999 präsidierte Schneider-Ammann auch den Verband der schweizerischen Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie Swissmem; zudem war er Vizepräsident des Wirtschaftsdachverbands Economiesuisse. Er engagierte sich auch in der Vereinigung Schweizer Unternehmer in Deutschland (VSUD) und in der Volkswirtschaftlichen Gesellschaft des Kantons Bern.

In den Nationalrat wurde Schneider-Ammann im Jahre 1999 gewählt und in den Jahren 2003 und 2007 bestätigt. Er gehörte dort der parlamentarischen Kommission für Wirtschaft und Abgaben (WAK) an.

Johann Schneider-Ammann wurde am 22. September 2010 in der Ersatzwahl für Hans-Rudolf Merz mit 144 Stimmen im fünften Wahlgang in den Bundesrat gewählt. Dieser teilte ihm am 27. September 2010 das Eidgenössische Volkswirtschaftsdepartement (EVD), das zuvor von Bundesrätin Doris Leuthard geführt wurde, zu.

Schneider-Ammann ist verheiratet, hat zwei Kinder und wohnt in Langenthal.

Here is a rare original signed picture 3.5 x 5.5 (Format A6)    Price in Euro 9.-

GERHARD SCHRÖDER
1910 - 1989

Politiker

Er war von 1953 bis 1961 Bundesminister des Innern, von 1961 bis 1966 Bundesminister des Auswärtigen und von 1966 bis 1969 Bundesminister der Verteidigung.

Nach dem Abitur am Ludwigsgymnasium Saarbrücken im Jahr 1929 begann er ein Studium der Rechtswissenschaft, welches er 1932 mit dem ersten und 1936 mit dem zweiten juristischen Staatsexamen abschloss. 1933 promovierte er zum Dr. jur. Ab 1933 war er zunächst Assistent an der Juristischen Fakultät an der Universität Bonn. 1934 wurde er Referent am Kaiser-Wilhelm-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht in Berlin. 1936 dann wurde er Anwaltsassessor. Es folgten ab 1939 Kriegsteilnahme und Kriegsgefangenschaft bis 1945. Gerhard Schröder war seit 1941 verheiratet. Seine Ehefrau Brigitte Schröder galt nach den Nürnberger Gesetzen als "Mischling I. Grades". Die Hochzeit war daher nur mit einer Ausnahmegenehmigung der Wehrmacht möglich.

Nach Kriegsende wurde er zunächst Beamter im Innenministerium von Nordrhein-Westfalen. Ab 1947 arbeitete er als Rechtsanwalt und als Abteilungsleiter bei der "North German Iron and Steel Control".

Nach seinem Tode ehrte ihn der Deutsche Bundestag am 12. Januar 1990 mit einem Staatsakt im Plenarsaal. Gerhard Schröder wurde auf dem Friedhof der Inselkirche St. Severin in Keitum auf Sylt beigesetzt.

Schröder trat am 1. April 1933 in die NSDAP ein. Gedrängt vom Präsidenten des Oberlandesgerichts wurde er gemeinsam mit allen anderen Referendaren auch Mitglied der SA. Hier erneuerte er bei dem Wechsel nach Berlin 1934 seine Mitgliedschaft jedoch nicht. Im Mai 1941 trat er nach Begegnungen mit Mitgliedern der Bekennenden Kirche aus der NSDAP wieder aus.

1945 gehörte Schröder zu den Mitbegründern der CDU. Von 1967 bis 1973 war er Stellvertretender Bundesvorsitzender seiner Partei, von 1955 bis 1978 leitete er den Evangelischen Arbeitskreis von CDU und CSU.

Von 1949 bis 1980 war Schröder Mitglied des Deutschen Bundestages. Hier war er vom 29. März bis zum 27. September 1950 Vorsitzender des Parlamentarischen Untersuchungsausschusses zur Überprüfung der Verhältnisse auf dem Gebiete des Kraftstoffvertriebs und von Juni 1952 bis Oktober 1953 Stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion.

Von 1969 bis 1980 war er Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses.

Gerhard Schröder ist zuletzt über die Landesliste Nordrhein-Westfalen (1969, 1972 und 1976) und davor stets als direkt gewählter Abgeordneter des Wahlkreises Düsseldorf-Mettmann bzw. Düsseldorf-Mettmann II (1965) in den Bundestag eingezogen.

Am 20. Oktober 1953 wurde Schröder von Bundeskanzler Konrad Adenauer in das Amt der Bundesministers des Innern berufen. Er erwarb sich bald den Ruf eines, wie man heute sagen würde, "Law-and-Order"-Politikers. Unter anderem setzte er den Verbotsantrag gegen die KPD durch. Allerdings scheiterte er vor Gericht bei dem Versuch, die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes zu verbieten, und sein Entwurf für eine frühe Version der späteren Notstandsgesetze fand keine parlamentarische Mehrheit. Zu den Erfolgen seiner Amtszeit zählt andererseits die Umstrukturierung des Bundesgrenzschutzes.

Nach dem Ausscheiden von Heinrich von Brentano aus der Bundesregierung wurde er am 14. November 1961 dessen Nachfolger im Amt des Bundesminister des Auswärtigen. Dieses Amt behielt er auch unter Bundeskanzler Ludwig Erhard. Schröder galt während dieser Zeit als "Atlantiker", d.h. er trat für die Orientierung der deutschen Außenpolitik an den USA ein. Im Gegensatz dazu galt Adenauer als "Gaullist", dem die Beziehungen zu Frankreich wichtiger schienen. Es wird angenommen, dass Adenauer zeitweilig in Schröder seinen Nachfolger als Kanzler sah, ihm jedoch aufgrund dieses Konflikts seine Unterstützung entzog.

Als bei der Bildung der Großen Koalition die SPD das Amt des Außenministers für ihren Vorsitzenden Willy Brandt beanspruchte, wurde Schröder am 1. Dezember 1966 im Kabinett von Kurt Georg Kiesinger Bundesminister der Verteidigung. Schröder war zuvor in der internen Abstimmung der CDU/CSU-Fraktion über ihren Kanzlerkandidaten im dritten Wahlgang Kurt Georg Kiesinger mit 81 zu 137 Stimmen (bei 26 Stimmen für Rainer Barzel) unterlegen.

Bei der Bundespräsidentenwahl 1969 trat Schröder als Kandidat von CDU und CSU gegen den SPD-Kandidaten Gustav Heinemann an, unterlag jedoch im dritten Wahlgang mit 506 zu 512 Stimmen.

Mit dem Ende der Großen Koalition schied Schröder am 21. Oktober 1969 auch aus der Bundesregierung aus.

Original-signiertes Foto (Postkartenformat)    Price in Euro 19.- 


GEORGE P. SHULTZ 
1920

Shultz erhielt 1942 seinen Bachelor-Abschluss in Volkswirtschaftslehre an der Universität Princeton und diente ab 1942 bis 1945 im United States Marine Corps, wo er es bis zum Captain (Hauptmann) brachte. 1949 promovierte er am Massachusetts Institute of Technology (MIT) im Fach Industriebetriebslehre. Er lehrte von 1948 bis 1957 am MIT, mit vorübergehender Unterbrechung 1955 bis 1956, als er dem Rat Ökonomischer Ratgeber von Präsident Dwight D. Eisenhower als Senior-Stabs-Ökonom angehörte. 1955 wurde er Professor am MIT. 1957 wechselte Shultz zur University of Chicago Graduate School of Business als Professor für Industriebeziehungen. Von 1959 bis 1960 war er Berater im US State Departement. 1962 wurde er Dekan an der University of Chicago. Von 1961 bis 1972 gehörte er dem Ausschuss für betriebliche Personalpolitik an.

 Von 1969 bis 1970 gehörte er als Arbeitsminister dem Kabinett Nixon an, ehe er Direktor des Office of Management and Budget wurde. Vom Mai 1972 bis Mai 1974 wurde er dann als Finanzminister tätig. 1974 verließ er die Regierung und wurde Direktor der Bechtel Group. Seit Januar war Shultz deren Präsident. Präsident Ronald Reagan berief ihn zum Vorsitzenden im Gremium regierungsunabhängiger Wirtschaftsexperten.

Am 16. Juli 1982 wurde er von Reagan als Nachfolger des zurückgetretenen Amtsvorgängers Alexander Haig zum 60. US-Außenminister berufen. Als Taube in der Außenpolitik stieß er häufiger mit den Falken der Reagan-Regierung zusammen. Speziell war er bekannt für seine ausgesprochene Opposition gegen den „Waffen für Geiseln“-Skandal, der später als Iran-Contra-Affäre bekannt wurde.

George Shultz während seiner Zeit als AußenministerIm Nahen Osten rief er Israel und seine arabischen Nachbarstaaten zur Annahme des Reagan-Plans im Oktober 1982 auf. Im Mai 1983 legte er nach dem Selbstmordanschlag auf die Amerikanisch-Französisch-Italienische Friedenstruppe (MNF) mit 230 toten US-Marines und 58 toten französischen Fallschirmjägern ein Libanon-Abkommen vor, dass den Abzug der israelischen Truppen aus dem Libanon vorsah. Im Juni 1985 erreichte er eine nichtmilitärische Lösung der Geiselaffäre im Libanon.

Shultz war ein führender Befürworter einer US-Invasion Nicaraguas. 1983 sagte er vor dem US-Kongress „wir müssen den nicaraguanischen Krebs ausschneiden.“ Immer wieder betonte er die Absicht der USA, Nicaragua am „Export der Revolution in seine Nachbarstaaten“ zu hindern. Er widersprach auch jeder Art von Verhandlung mit der nicaraguanischen Regierung Daniel Ortegas. „Verhandlungen sind ein Euphemismus, wenn der Schatten der Macht nicht auf den Verhandlungstisch fällt.“

Bemühungen zur Rüstungsbegrenzung und die Aufnahme neuer Abrüstungsgespräche zwischen den USA und der Sowjetunion im März 1985 werden von Shultz zusammen mit seinem sowjetischen Partner Eduard Schewardnadse betrieben und führen 1987 zum Abbau atomarer Mittelstreckenraketen.

Shultz verließ mit dem Ende der Amtszeit Reagans am 20. Januar 1989 das State Departement, um Professor an der Stanford University in Kalifornien zu werden, blieb aber weiter ein Stratege der Republikanischen Partei. Er war Berater von George W. Bush im Wahlkampf 2000.

Original-signiertes Grossfoto im Format A4 
Price in Euro 30.--

EDUARD VON STEIGER
1881 - 1962

Schweizer Bundesrat / Swiss politician

Der Berner Politiker Eduard von Steiger wurde als Nachfolger von Rudolf Minger als 60. Miglied in den Bundesrat gewählt und stand dem Justiz- und Polizeidepartement vor. In den Jahren 1945 und 1951 übte er den Posten des Bundespräsidenten aus.
Seine politische Aktivität fiel in eine schwierige Zeit, vor allem während des 2. Weltkrieges und er führte eine harte Linie gegen Aussen.

Eduard von Steiger versuchte in jenen Jahren, die Pressefreiheit weiter einzuschränken - betroffen waren "Der Bund", "NZZ" und das Cabaret Cornichon. 
Auch seine Beteiligung beim internationalen Deal mit dem Freikauf wohlhabender Flüchtlinge, bei denen erhebliche Geldbeträge geflossen sind, gehören zum dunklen Kapitel seiner politischen Laufbahn.

In einer seiner Reden aus dem Jahre 1942 sprach Eduard von Steiger über die Schweiz, sie sei wie ein Rettungs-
boot auf stürmischer See, das keine neuen Schiffbrüchigen mehr aufnehmen könne. Aus dieser Aussage entstand der berühmte Ausspruch "Das Boot ist voll".
 

Here is a rare original signed letter (Format A4)    Price in Euro 59.-


GASTON THORN 
1928 - 2007

bekannter Politiker / Famous politician

Während der deutschen Okkupation Luxemburgs im Zweiten Weltkrieg war Thorn mehrere Monate lang KZ-Häftling. Später studierte er Jura in Montpellier, Lausanne und Paris. 1953 wurde er Präsident der Studentenvereinigung UNEL (Union nationale des étudiant(e)s du Luxembourg). 1959 wurde er Mitglied des Europäischen (EP) und des Luxemburger Parlaments; im EP verblieb er bis 1969. Thorn war von 1961 bis 1980 Vorsitzender der Demokratischen Partei Luxemburgs.

1969 wurde er Sport- und Außenminister des Großherzogtums. Nach den Wahlen 1974 übernahm er zusätzlich das Amt des Premierministers. Diese Ämter hielt er bis 1979 inne - er ist bis heute der einzige Premierminister Luxemburgs, der nicht der CSV angehörte. Thorn leitete 1975 als Präsident die 30. UN-Generalversammlung. 1979/1980 war Thorn Luxemburgs Wirtschafts-, Justiz- und Außenminister.

Vom 6. Januar 1981 bis 5. Januar 1985 war er Präsident der Europäischen Kommission (Kommission Thorn). Während seiner Präsidentschaft wuchs die Macht der Kommission erheblich, sowohl zuungunsten des Ministerrates als auch des Europäischen Parlaments, mit dem seine Kommission in häufigem Machtkampf stand.

1987 wurde Thorn Generaldirektor von Radio Luxemburg und der Medienholding CLT. Mit der Fusion 1997 der CLT und der UFA zur CLT-UFA, Eigentümerin u. a. von RTL Television und seit 2000 Teil der RTL Group, wurde er Vorsitzender des Verwaltungsrats des Unternehmens. 2004 trat Thorn in den Ruhestand.

signiertes Foto im Format 13.5 x 21.5
signed picture (5.4 x 8.6)
Price in Euro 25.--

HANS-PETER TSCHUDI
1913 - 2002

Politiker

Er war heimatberechtigt in Schwanden und aufgewachsen in Basel. Er studierte Rechtswissenschaften in Basel und Paris und wurde 1952 Professor für Arbeits- und Sozialversicherungsrecht. Seine politische Laufbahn führte ihn in den Gemeinderat, den Regierungsrat und den Ständerat.

Die SP schlug den Schaffhauser Walther Bringolf für die Wahl in den Bundesrat vor. Stattdessen wurde am 17. Dezember 1959 Tschudi gewählt. Am 31. Dezember 1973 trat dieser zurück. Während seiner Amtszeit stand Hans-Peter Tschudi dem Departement des Innern vor. Er war Bundespräsident in den Jahren 1965 und 1970 und Vizepräsident in den Jahren 1964 und 1969.

Tschudi wird, fälschlicherweise aber oft, als „Vater der AHV“ bezeichnet. Diese Bezeichnung ist irreführend, da die AHV bereits 1947 in einer Volksabstimmung angenommen wurde. Tschudi war aber für wichtige Weiterentwicklungen wie das Dreisäulen-Prinzip und die Ergänzungsleistungen verantwortlich.

Original-signierte Karteikarte (Postkartenformat)    Price in Euro 12.-

JOOP M. DEN UYL
1919 - 1987

Politiker

Den Uyl wuchs in einer streng reformierten Familie auf. Sein Vater Johannes starb, als den Uyl 10 Jahre alt war. Von 1931 bis 1936 besuchte er das Christliche Lyceum in Hilversum, woran sich ein volkswirtschaftliches Studium an der Universität von Amsterdam anschloss. 1942 legte er sein Abschlussexamen der Wirtschaftswissenschaften dort ab und erwarb den "Doctorandus"-titel. Zwischen 1943 und 1945 war er im Reichsbüro für Preisüberwachung Chemischer Produkte im niederländischen Wirtschaftsministerium. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde er Journalist bei den Het Parool und Vrij Nederland. Kurze Zeit war er bei der konservativen Antirevolutionären Partei ARP. Ab Januar 1949 war den Uyl Direktor der Wiardi-Beckman-Stiftung, dem wissenschaftlichen Institut der PvdA. Zwischen 1953 und 1965 war er Stadtratsmitglied von Amsterdam, wobei er zwischen 1962 und 1965 Beigeordneter der Stadt Amsterdam war.

Ab 1956 war den Uyl Abgeordneter der Tweede Kamer des niederländischen Parlaments. Zwischen 1965 und 1966 wurde er für eine kurze Phase Wirtschaftsminister seines Landes, in der er die Schließung der Kohlezechen in Limburg beschloss. Als seine Partei 1967 in die Opposition ging, wurde den Uyl Fraktionsvorsitzender der PvdA in der Tweede Kamer des Parlaments bis 1973 und sorgte wirkungsvoll für den Zusammenhalt seiner Partei. Im November 1972 bestand er die Wahlen für seine Partei sehr erfolgreich und konnte ihre Stärke von 39 auf 43 Sitze im 150 köpfigen Parlament steigern.

Zwischen Mai 1973 und 1977 bekleidete den Uyl das Amt des Ministerpräsidenten einer Koalitionsregierung aus Linksparteien und Katholischer Volkspartei KVP, die die Minderheitstregierung von Barend Willem Biesheuvel ablöste. Er war damit der erste sozialdemokratische Regierungschef der Niederlande seit 1958. Sein Außenminister war Max van der Stoel von der PvdA. In dieser Periode wurde er konfrontiert mit dem Erdölboykott durch die OPEC-Staaten infolge des niederländischen Standpunkts im Jom-Kippur-Krieg. Er bewährte sich als geschickter Krisenmanager. Das Verhältnis zwischen seinem Justizminister und Stellvertreter Dries van Agt aus der KVP und ihm wurde immer gespannter.

Unter den Uyls Leitung wurde die PvdA zwischen 1977 und 1981 eine bedingungslose Opposition, an die sich eine Interimsperiode in den Jahren 1981 - 1982 anschloss, in der CDA, PvdA und progressivliberale Democraten 66 eine Koalitionsregierung unter Leitung von Dries van Agt mit Joop den Uyl als seinem Stellvertreter und Sozialminister bildeten. Nach acht Monaten traten die PvdA-Minister im Mai 1982 aus dem Kabinett van Agt aus. Aus den vorgezogenen Neuwahlen vom 8. September 1982 ging seine Partei zwar als stärkste hervor, doch die erneute Regierungsbildung scheiterte. Den Uyl wurde erneut Fraktionsvorsitzender der PvdA bis 1986. Zwischen 1980 und 1987 war den Uyl Vorsitzender der europäischen Sozialisten CSPEC.

Von März 1980 bis Mai 1987 war Joop den Uyl zudem Parteivorsitzender des Bundes der Sozialdemokratischen Parteien der Europäischen Gemeinschaft.

Weihnachten 1987 starb Joop den Uyl an einem Hirntumor.

Original-signiertes Foto (Postkartenformat)    Price in Euro 22.- 

GUNTIS ULMANIS
1939

Politiker

Ulmanis wurde am 13. September 1939 in Riga geboren. Sein Großvater war der Bruder des damaligen lettischen Staatspräsidenten K?rlis Ulmanis. Ulmanis verbrachte seine Kindheit in Sibirien, wo seine Eltern in der Verbannung lebten. 1948 kehrte er nach Riga zurück. Von 1963 bis 1965 diente er in der sowjetischen Armee. 1966 schloss er sein Studium an der Lettischen Universität ab und trat in die KPdSU ein. Er arbeitete zunächst im Exekutivkomitee des Rigaer Stadtsowjets und war später Direktor eines Dienstleistungskombinats.

1989 trat er aus der Partei aus. 1993 wurde er als Abgeordneter des Lettischen Bauernbunds in den Saeima und im selben Jahr zum ersten Staatspräsidenten der Republik Lettland seit der neuerlichen Unabhängigkeit gewählt. 1996 trat er seine zweite Amtszeit an, die am 7. Juli 1999 endete.

Unter Ulmanis wurde die Todesstrafe in Lettland abgeschafft, die russischen Streitkräfte verließen das Land und die sowjetische Radaranlage in Skrunda wurde abgebaut.

Im Oktober 2002 wurde Ulmanis Vorsitzender des Organisationskomitees der Eishockey-Weltmeisterschaft 2006 in Riga.

Ulmanis ist verheiratet mit der Wirtschaftswissenschaftlerin Aina Ulmane (geb. Štelce), mit der er eine Tochter (Gunta) und einen Sohn (Alvis) hat.

Original-signiertes Foto (Format etwas grösser als A5)    Price in Euro 25.- 


CYRUS VANCE 
1917 - 2002

Cyrus Roberts Vance war der Außenminister unter Jimmy Carter von 1977 bis 1980. Er fiel dadurch auf, dass er Verhandlungen für besser hielt als Konflikte, und durch ein großes Interesse daran, dass die Anzahl der Waffen verringert wird. Im April 1980 trat Vance zurück, um gegen eine geheim gehaltene Mission zu protestieren, die US-amerikanische Geiseln aus dem Iran befreien sollte. 

Vance erreichte einen Hochschulabschluss in Yale, wo er ein Mitglied der geheimen Gesellschaft "Scroll and Key" war. Nachdem er 1942 an der juristischen Fakultät Yale abgeschlossen hatte, diente er in der Navy bis 1946 und arbeitete dann in einem Anwaltsbüro in New York, bevor er in die Regierung eintrat. Als stellvertretender Verteidigungsminister unter Präsident Lyndon Johnson befürwortete er zunächst den Vietnam-Krieg, änderte aber seine Meinung in den späten 1960er-Jahren und riet dem Präsidenten, sich aus dem Nord-Vietnam herauszuziehen. 1968 diente er als Abgeordneter in Friedensgesprächen in Paris.

Als Außenminister in der Carter-Regierung erreichte Vance Verhandlungen und ökonomische Riegel mit der Sowjetunion und kommunizierte häufig mit dem Nationalen Sicherheitsberater Zbigniew Brzezinski, der dazu neigte, die Welt unter zweigeteilten Bedingungen zu sehen. Vance versuchte, eine Abrüstung zu erreichen, indem er an dem SALT II-Abkommen mit Russland arbeitete, welches er als zentrales diplomatisches Abkommen dieser Zeit ansah. Er trug viel dazu bei, dass Carter sich für die Rückgabe der Kanalzone an Panama entschied, und zu dem Camp David-Abkommen zwischen Israel und Ägypten. 

Nach dem Abkommen sank Vances Einfluss, während der von Brzezinski stieg. Seine Rolle in Gesprächen mit der Volksrepublik China wurde an den Rand gedrängt und sein Rat für eine Reaktion auf die fallende Herrschaft des iranischen Schahs wurde ignoriert. Als kurz danach 35 amerikanische Geiseln im Iran festgehalten wurden, arbeitete er aktiv an Verhandlungen, hatte aber keinen Erfolg. Als schließlich Carter eine geheime militärische Rettung anordnete, trat Vance aus Protest zurück. Der Rettungsversuch schlug fehl. 

Vance kehrte zu seinem Anwaltsbüro zurück, wurde aber wiederholt während der 1980er- und 1990er-Jahren in den öffentlichen Dienst zurückgerufen, um an diplomatischen Missionen nach Bosnien-Herzegovina, Kroatien und Südafrika teilzunehmen. 

Vance war auch ein Mitglied der trilateralen Kommission. 

Original-signiertes Grossfoto im Format A4 
Price in Euro 35.--

KASPAR VILLIGER
1941

Politiker

Er entstammte einer Fabrikantenfamilie und fabrizierte daher Stumpen und Fahrräder.

Er wurde am 1. Februar 1989 in den Bundesrat gewählt. Am 31. Dezember 2003 übergab er sein Amt, nachdem er im September seinen Rücktritt bekannt gegeben hatte. Während seiner Amtszeit stand er den folgenden Departementen vor:

    1989-1995: Eidgenössisches Militärdepartement
    1996-2003: Eidgenössisches Finanzdepartement

Er war Bundespräsident in den Jahren 1995 und 2002 und Vizepräsident in den Jahren 1994 und 2001.

Original-signiertes Foto (Postkartenformat)    Price in Euro 9.-

HANS JOCHEN VOGEL
1926

Politiker

Er war von 1960 bis 1972 Oberbürgermeister von München, von 1972 bis 1974 Bundesminister für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau, dann bis 1981 Bundesminister der Justiz und schließlich im Jahr 1981 Regierender Bürgermeister von Berlin. Von 1987 bis 1991 war er Bundesvorsitzender der SPD und von 1983 bis 1991 Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion.

Hans-Jochen Vogel besuchte das Gymnasium in Gießen (Landgraf-Ludwig-Gymnasium) und Marburg. Nach dem Abitur 1943 in Gießen nahm Vogel bis 1945 als Soldat am Zweiten Weltkrieg teil. Ab 1946 absolvierte er ein Studium der Rechtswissenschaft in München und Marburg, welches er 1948 mit dem ersten und 1951 mit dem zweiten juristischen Staatsexamen (beide mit der Note „Sehr gut“) beendete. 1950 erfolgte seine summa cum laude Promotion zum Dr. jur. mit der Arbeit Der Irrtum des Täters über die Rechtmäßigkeit der Amtsausübung in § 113 StGB und die Zuständigkeit der Behörde in § 156 StGB. 1952 trat er als Assessor in das Bayerische Justizministerium ein, später wurde er zum Regierungsrat ernannt. 1954 erfolgte seine Ernennung zum Amtsgerichtsrat in Traunstein, 1955 wechselte er in die Bayerische Staatskanzlei.

Seit 1950 bereits Mitglied der SPD, wurde Vogel 1970 erstmals in den SPD- Bundesvorstand und nach dem Rücktritt von Willy Brandt als Parteivorsitzender 1987 auch zu dessen Nachfolger gewählt. 1991 kandidierte er aus Altersgründen nicht erneut und gab sein Amt an Björn Engholm ab. Nach Hans Vogel war er bereits der Zweite mit Namen Vogel an der Spitze der SPD.

1972 wurde Vogel erstmals über die Landesliste Bayern in den Bundestag gewählt, aus dem er zunächst im Januar 1981 ausschied um Regierender Bürgermeister von Berlin zu werden.

Nachdem er dieses Amt im Juni 1981 an Richard von Weizsäcker (CDU) abgeben musste, war Vogel von 1981 bis 1983 Mitglied des Abgeordnetenhauses von Berlin und hier auch Vorsitzender der SPD-Fraktion.

Mit der vorgezogenen Bundestagswahl 1983 zog Vogel erneut, diesmal als Berliner Abgeordneter, in den Bundestag ein und führte hier als Nachfolger von Herbert Wehner bis 1991 die SPD-Bundestagsfraktion. Vogel war in dieser Zeit auch Oppositionsführer. Vogel war noch bis 1994 Mitglied des Bundestages.

Er ist Ehrenbürger der Stadt München.

Original-signiertes Foto (Postkartenformat)    Price in Euro 15.- 


CHONG WA DAE

berühmter koreanischer Politiker / Famous Korea politician

wunderschöne Fotomappe mit Goldprägung im Format 24 x 29
wonderful photo map with gold letters (9.6 x 11.6)
Price in Euro 59.--


KURT WALDHEIM
1918 - 2007

bekannter Politiker / Famous politician

Waldheim war während der Zeit des Nationalsozialismus als Mitglied des NS-Studentenbundes und des SA-Reiterkorps eingetragen, obwohl er nach eigenen Angaben keine Mitgliedsanträge unterschrieben hätte. Nachdem er zuerst als Schwadronchef einer Vorausabteilung der Wehrmacht in der Sowjetunion eingesetzt war, wurde er als 23-Jähriger als Ordonnanzoffizier in der Heeresgruppe E unter Generaloberst (Luftwaffe) Alexander Löhr im besetzten Thessaloniki in Griechenland stationiert. Danach war Waldheim, wiederum unter Generaloberst Löhr, Oberleutnant für Feindaufklärung in Jugoslawien. 

Am 19. August 1944 heiratete Waldheim in der Wiener Karlskirche Elisabeth Ritschel, mit der er drei Kinder hatte. Seine Tochter Christa ist mit dem ÖVP-Politiker Othmar Karas verheiratet.

1945 promovierte Waldheim an der Universität Wien zum Doktor der Rechtswissenschaft. Er arbeitete als Sekretär von Außenminister Karl Gruber, anschließend war er als Diplomat in Paris, Toronto und New York tätig.

Als Außenminister von 1968 bis 1970 war er mit der Situation während des Prager Frühlings konfrontiert. Waldheim gab damals die Weisung, die Botschaft zu schließen und keine Flüchtlinge aufzunehmen. Der österreichische Botschafter in Prag, Rudolf Kirchschläger, ignorierte dies jedoch.

Bereits 1971 kandidierte Waldheim bei der Bundespräsidentenwahl. Er unterlag aber Franz Jonas.

Waldheim startete seine Karriere bei der UNO als ständiger österreichischer UN-Beobachter von 1955 bis 1956. Von 1964 bis 1968 und von 1970 bis 1971 war er ständiger österreichischer Vertreter bei den Vereinten Nationen. 1971 wurde er zum UN-Generalsekretär gewählt und übte dieses Amt zwei fünfjährige Amtsperioden lang, von 1972 bis 1981 aus. 

1972 wurde auf Initiative Waldheims das Südtirol-Paket durchgesetzt, das der deutschsprachigen Bevölkerung in der italienischen Provinz Südtirol Autonomierechte gewährte. Seine Bewerbung für eine dritte Amtszeit wurde im Dezember 1981 durch ein Veto der Volksrepublik China zu Fall gebracht.

1986 trat Kurt Waldheim als Kandidat der ÖVP bei der Wahl zum Bundespräsidenten gegen Kurt Steyrer, den Kandidaten der SPÖ, an. Durch Recherchen des Nachrichtenmagazins profil wurde bekannt, dass Waldheim in seiner kurz zuvor erschienenen Autobiographie „Im Glaspalast der Weltpolitik“ bezüglich seines Verhaltens während der Zeit des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkriegs gelogen hatte.

Infolgedessen verschärfte sich der Wahlkampf. Anhänger Waldheims sprachen von einer „Schmutzkübel-Kampagne“, Gegner warfen Waldheim und seinen Anhängern in der ÖVP vor, antisemitische Argumente zu gebrauchen. Nachdem Waldheim die absolute Mehrheit im ersten Wahlgang knapp verfehlt hatte, entschied er die Stichwahl gegen Kurt Steyrer für sich. Wegen des Ausgangs der Wahl trat Bundeskanzler Fred Sinowatz zurück.

Die Regierung setzte eine internationale Historikerkommission ein, um Waldheims Tätigkeiten während des Krieges zu untersuchen und zu dokumentieren. Die Historiker attestierten ihm „kein persönliches schuldhaftes Verhalten“ und „keine Beteiligung an Kriegsverbrechen“. Jedoch stellte die Kommission fest, dass Waldheims eigene Darstellung lückenhaft und teilweise falsch war. Als Ordonnanzoffizier im Stab General Löhrs in Saloniki im besetzten Griechenland stationiert, musste er Kenntnis von der Deportation von rund 40.000 Juden in die Konzentrationslager Auschwitz und Treblinka gehabt haben. Ebenso waren ihm die Abtransporte italienischer Gefangener in das Deutsche Reich bekannt, zu einem Zeitpunkt, als zwischen dem Deutschen Reich und dem Königreich Italien kein Kriegszustand herrschte. Diese Transporte waren, wie auch die Erschießungen gefangener alliierter Soldaten, klar rechtswidrig. In Westbosnien war er als Stabsoffizier ebenfalls über die dort verübten Massaker an jugoslawischen Partisanen sowie über die Zerstörung zahlreicher Dörfer informiert, kannte die taktischen, strategischen und administrativen Anordnungen und war selbst mit der Erstellung von Lageberichten für den Stab befasst.

1990 konnte er einen diplomatischen Erfolg feiern: Als Saddam Hussein vor Beginn des Zweiten Golfkrieges zahlreiche Ausländer als Geiseln festhielt, reiste er persönlich nach Bagdad und konnte dort die Freilassung der österreichischen und schweizerischen Geiseln erwirken.

Kurt Waldheim starb 88-jährig am 14. Juni 2007 in Wien aufgrund eines Herz-Kreislaufversagens[10]. Kurz vor seinem Tod äußerte er sich noch einmal schriftlich zu seinem Wirken. Am 23. Juni hielt Bundespräsident Heinz Fischer im Rahmen eines für den Verstorbenen von Kardinal Christoph Schönborn zelebrierten Requiems im Wiener Stephansdom eine Trauerrede.[12] Waldheim wurde in der Präsidentengruft auf dem Zentralfriedhof beigesetzt. Auf persönlichen Wunsch des Verstorbenen wurden keine ausländischen Staatsgäste eingeladen. Der ranghöchste ausländische Staatsgast bei den Trauerfeierlichkeiten war der liechtensteinische Fürst Hans Adam II., ebenfalls anwesend war der Südtiroler Landeshauptmann Luis Durnwalder.

Oben: signiertes Foto im Format 9 x 14.5
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Unten: signierte Karte (Postkartenformat)
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HERBERT WEHNER
1906 - 1990

Politiker

Herbert Richard Wehner (* 11. Juli 1906 in Dresden; † 19. Januar 1990 in Bonn) war ein deutscher Politiker (KPD 1927–1942, SPD ab 1946). Er war von 1966 bis 1969 Bundesminister für gesamtdeutsche Fragen, anschließend bis 1983 Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion.

Wehner trat 1927 der Kommunistischen Partei Deutschlands bei, wurde Landtagsabgeordneter in Sachsen und stieg im Exil zum ZK-Mitglied auf. 1935 bis 1941 befand er sich in Moskau. Dem stalinistischen Terror entging Wehner, doch machte er sich – wohl zur Rettung des eigenen Lebens – der Denunziation anderer deutscher Kommunisten schuldig. 1941 wurde er nach Schweden geschickt, um den Widerstand in Deutschland aufzubauen; dadurch ergab sich die Gelegenheit, der Sphäre von Gefahr und Verrat zu entkommen. 1942 wurde Wehner verhaftet und erlebte das Kriegsende in einem schwedischen Gefängnis. In dieser Zeit wurde er unter dem Vorwurf, sich dem Parteiauftrag entzogen zu haben, aus der KPD ausgeschlossen.

1946 nach Hamburg gekommen, wurde er zu einem der führenden Mitglieder der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Wegen seiner Vergangenheit blieb er aber offiziell meist in der zweiten Reihe, etwa als stellvertretender Partei- und Fraktionsvorsitzender. Auch wenn er erst spät zu den Reformern stieß, unterstützte er als Parteiorganisator maßgeblich den Wechsel der Partei weg von einer Klientelpartei hin zu einer „Volkspartei“ und das Bekenntnis zur Marktwirtschaft (Godesberger Programm). Nachdem die SPD 1982 die Macht im Bund verloren hatte, kandidierte er nicht mehr bei der Bundestagswahl 1983, womit er auch sein Amt als Fraktionsvorsitzender aufgab.

Wehner starb am 19. Januar 1990, nachdem er lange Jahre an Multiinfarktdemenz gelitten hatte, welche durch seinen Diabetes ausgelöst wurde.[3] Es handelte sich um eine diabetische Durchblutungsstörung des Stammhirnes. Zur Ehrung seiner Lebensleistung fand am 25. Januar 1990 ein Trauerstaatsakt in Bonn statt.[4] Er fand seine letzte Ruhe neben Charlotte Burmester auf dem Burgfriedhof in Bonn-Bad Godesberg.

Noch zu seiner Schulzeit war Wehner Mitglied in der Sozialistischen Arbeiterjugend (SAJ) geworden. 1923 trat er aus, um Mitglied der anarchosyndikalistischen Jugendgruppe Syndikalistisch-Anarchistische Jugend Deutschlands und später Teil des Kreises um Erich Mühsam zu werden. Als Grund für seinen Entschluss, der Sozialdemokratie zunächst den Rücken zu kehren, gab er später an, die SPD habe den Einmarsch der Reichswehr in sein Heimatland Sachsen unterstützt und damit Verrat an der Einheitsfront begangen. Die Reichsregierung unter Gustav Stresemann hatte in diesem Jahr Truppen nach Sachsen geschickt, um die Koalition aus SPD und KPD in der sächsischen Landesregierung zu beenden. Den pazifistischen Kurs von Mühsam betrachtete Wehner schnell als uneffektiv. So verließ er diese anarchistische Gruppe und wandte sich sogar gegen Mühsam. Nach der Mittleren Reife 1924 begann Wehner eine kaufmännische Lehre in Dresden. Wegen seiner radikalen politischen Betätigung verlor er 1926 seine Anstellung, arbeitete anschließend als Journalist und engagierte sich in der Gewerkschaft.

1927 wurde Wehner Mitglied der KPD und noch im selben Jahr hauptamtlicher Sekretär der Roten Hilfe Deutschlands in Dresden. Es folgte ein schneller Aufstieg innerhalb der Parteiorganisation. Im Jahre 1930 wurde er in den sächsischen Landtag gewählt und stieg zum stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden auf. Durch seinen Fleiß und die rhetorische Begabung, die er hier unter Beweis stellte, wurde das Politbüro auf ihn aufmerksam. 1930 wurde er stellvertretender Sekretär der KPD in Sachsen. Ein Jahr später legte er sein Landtagsmandat nieder und ging nach Berlin, wo er für Walter Ulbricht arbeitete. 1932 wurde Wehner Technischer Sekretär des Politbüros.

Ab 1933 setzte er in der Zeit des Nationalsozialismus seine politische Arbeit für die verbotene KPD in der Illegalität fort, vor allem im Saargebiet. Dieses stand damals unter Verwaltung des Völkerbunds, bis es 1935 nach einer Volksbefragung an Deutschland zurückkehrte. Wehner setzte seine Arbeit anschließend von Paris aus fort. Er wird in dieser Zeit zum führenden Organisator des kommunistischen Widerstands in Deutschland.

Im Januar 1937 wurde Wehner, mittlerweile Mitglied des Zentralkomitees der KPD, nach Moskau beordert. Sein Deckname, unter dem er auch eine Reihe von Beiträgen in der in Moskau erscheinenden deutschsprachigen Parteizeitung Deutsche Zentral-Zeitung (DZZ) veröffentlichte, war Kurt Funk. Er wohnte im Emigranten-Hotel Lux. Wehner entging Stalins Großem Terror, dem sehr viele deutsche Exil-Kommunisten zum Opfer fielen. Historische Forschungen haben ergeben, dass er seinerseits in Moskau sowjetischen Dienststellen Material über politische „Verfehlungen“ deutscher Kommunisten zur Verfügung gestellt hat, die dann Opfer des Großen Terrors geworden sind.

1941 reiste Wehner mit Parteiauftrag ins damals neutrale Schweden. Er sollte sich von dort aus mittels Gewährsleuten nach Deutschland schleusen lassen, um dort den kommunistischen Widerstand gegen den Nationalsozialismus zu organisieren. 1942 wurde er in Stockholm verhaftet und wegen Spionage zunächst zu einem Jahr Gefängnis, dann, im Berufungsverfahren, zu einem Jahr Zuchthaus verurteilt.

Vielfach wird davon ausgegangen, dass Wehner die schwedische Strafverfolgung dazu genutzt hat, sich dem Parteiauftrag, den kommunistischen Widerstand in Deutschland zu organisieren, zu entziehen. Daraufhin wurde er durch das Politbüro der KPD unter Leitung Wilhelm Piecks aus der KPD ausgeschlossen. Während seiner Internierung vollzog sich nach seinem eigenen Bekunden sein Bruch mit dem Kommunismus.

1946 kehrte er nach Deutschland zurück und wurde sogleich Mitglied der SPD in Hamburg. Hier arbeitete er auch als Redakteur für die sozialdemokratische Zeitung Hamburger Echo. Er gehörte schon bald zum engsten Kreis um den SPD-Vorsitzenden Kurt Schumacher.

1948 wurde Wehner Mitglied des Bezirksvorstandes der SPD in Hamburg. Von 1958 bis 1973 war er außerdem Stellvertretender Bundesvorsitzender der SPD. Bei der Bundestagswahl 1949 wurde er als Abgeordneter für den Wahlkreis Hamburg VII in den Deutschen Bundestag gewählt. Für diesen Wahlkreis (später Harburg bzw. Bundestagswahlkreis Hamburg-Harburg genannt) war er bis 1983 direkt gewählter Bundestagsabgeordneter. Zudem war er von 1957 bis 1958 sowie von 1964 bis 1966 Stellvertretender Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion. Vom 16. Juli 1952 bis zum 19. März 1958 gehörte Wehner auch dem Europaparlament an.

Von 1949 bis zu seiner Berufung zum Bundesminister im Jahre 1966 war Wehner Vorsitzender des Bundestagsausschusses für Gesamtdeutsche und Berliner Fragen, von Juni 1956 bis 1957 stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses für auswärtige Angelegenheiten. Von 1953 bis 1966 saß Wehner dem Arbeitskreis für Außenpolitik und Gesamtdeutsche Fragen der SPD-Fraktion vor.

Von 1952 bis 1958 war Wehner zudem Mitglied des Europäischen Parlaments.

Wehner war zum erheblichen Teil die innerparteiliche Durchsetzung des Godesberger Programms zu verdanken, durch das sich die SPD 1959 endgültig vom Marxismus abwandte und auch programmatisch zur Volkspartei entwickelte. Mit seiner Grundsatzrede vor dem Bundestag am 30. Juni 1960 läutete er auch den außenpolitischen Kurswechsel der SPD, hin zur Westbindung, ein.

Im Kabinett der Großen Koalition unter Bundeskanzler Kurt Georg Kiesinger wurde Wehner 1966 Bundesminister für gesamtdeutsche Fragen; in diesem Amt hatte er beträchtlichen Anteil am Freikauf politischer Häftlinge aus der DDR. Wehner war 1966 dazu bereit, für die Bildung der Großen Koalition das Mehrheitswahlrecht zu unterstützen, gegen das die SPD traditionell opponiert hatte. Der SPD-Parteitag von 1968 verschob die Reform allerdings. Wie Erich Mende mögen viele im Verhalten der Sozialdemokraten einen „glänzenden Schachzug“ Herbert Wehners gesehen haben: Die SPD-Führung habe die Union über die Wahlrechtsreform getäuscht, um in die Regierung zu kommen.

Wehner hätte gern auch nach 1969 die Große Koalition mit der Union fortgesetzt, da er nicht sicher war, ob seine Partei die Rolle des führenden Regierungspartners würde übernehmen können. Er folgte aber loyal Brandts Kurs einer sozialliberalen Koalition und wechselte vom Kabinett an die Spitze der SPD-Fraktion. Dort blieb er während der gesamten Dauer dieser Koalition. Er erwarb sich schnell den Ruf eines „Zuchtmeisters“, der die Fraktion an der Seite der von Bundeskanzler Brandt geführten Regierung hielt.

Wehner hatte großen Anteil daran, dass Brandt trotz einer knappen und bröckelnden Parlamentsmehrheit sein Amt nicht verlor. Als CDU-Chef Rainer Barzel im April 1972 versuchte, sich vom Bundestag zum Kanzler wählen zu lassen, ordnete Wehner das Fernbleiben der Fraktion von der Abstimmung an. Mit einer Ausnahme stimmten von der SPD nur die Mitglieder der Regierung ab. Dadurch sicherte Wehner die Regierung gegen einen von ihm angenommenen Stimmenkauf der Opposition unter Mitgliedern der Fraktion. Barzel fehlten schließlich wider Erwarten zwei Stimmen.

Allerdings war Wehner nicht unbedingt mit Brandts Amtsführung zufrieden. Besonders nach der gewonnenen Bundestagsneuwahl Ende 1972, der Abrundung der Neuen Ostpolitik und dem Stocken der innenpolitischen Reformen (auch aus finanziellen Gründen, siehe Ölkrise 1973) schien Brandt der ursprüngliche Elan abhanden gekommen zu sein. In jener Zeit wurde das Zitat bekannt: „Der Herr badet gerne lau“, auch wenn dem Biografen Meyer zufolge dieser Satz nicht genau so ausgesprochen worden sei.

Als Brandt 1974 im Laufe der Guillaume-Affäre unter Druck geriet, schien die Haltung Wehners großen Einfluss darauf gehabt zu haben, dass Brandt zurücktrat. Brandt hätte Kanzler bleiben können, und Wehner sagte ihm zu, ihn dabei zu unterstützen, wenn Brandt um sein Amt kämpft. Man vermutet, dass Brandt befürchtete, die DDR habe belastendes Material über seinen Lebenswandel. Jedenfalls war anlässlich Brandts Rücktritt für die Öffentlichkeit der Unterschied deutlich zwischen einem Brandt-Anhänger wie Egon Bahr, der Tränen vergoss, und Wehner, dem die Regierungsstabilität über persönliche Gefühle ging. Brandt blieb Parteivorsitzender, Bundesminister Helmut Schmidt übernahm die Kanzlerschaft, beides war von Wehner gewünscht.

Dem 1980 gewählten neunten Deutschen Bundestag gehörte er als Alterspräsident an. Wehner gehörte neben Ludwig Erhard, Hermann Götz, Gerhard Schröder (alle CDU), Richard Jaeger, Franz Josef Strauß, Richard Stücklen (alle CSU), Erich Mende (FDP, später CDU), Erwin Lange und R. Martin Schmidt (beide SPD) zu den zehn Abgeordneten, die ununterbrochen während der 25 Jahre seit der ersten Bundestagswahl 1949 dem Parlament angehörten.

Nach dem Bruch der sozialliberalen Koalition am 17. September 1982 und der Wahl von Helmut Kohl zum Bundeskanzler am 1. Oktober 1982 kam es im März 1983 zu Neuwahlen, zu denen Wehner aus Alters- und Gesundheitsgründen nicht mehr kandidierte. SPD-Kanzlerkandidat war Hans-Jochen Vogel.

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Price in Euro 22.--

RICHARD VON WEIZSÄCKER
1920

Politiker

Er war von 1981 bis 1984 Regierender Bürgermeister von Berlin und von 1984 bis 1994 der sechste Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland.

1937 legte Weizsäcker sein Abitur am Bismarck-Gymnasium (heute Goethe-Gymnasium) in Berlin-Wilmersdorf ab. Im Anschluss daran reiste Weizsäcker nach Oxford (Großbritannien) und Grenoble (Frankreich), um dort Vorlesungen über Philosophie und Geschichte zu besuchen.

1938 wurde Weizsäcker zum Reichsarbeitsdienst eingezogen. Es folgte ab Herbst desselben Jahres der Wehrdienst in einer Maschinengewehrkompanie des Potsdamer Infanterie-Regimentes 9, das zur 23. Infanterie-Division gehörte. Sein Bruder Heinrich von Weizsäcker diente als Leutnant im selben Regiment. Am 1. September 1939 überschritt Weizsäcker im Rahmen des Polenfeldzuges die polnische Grenze am Polnischen Korridor. Sein Bruder Heinrich fiel am 2. September in der Tucheler Heide, wenige hundert Meter von ihm entfernt am Bahndamm von Klonowo, rund 40 km nördlich von Bromberg.

Seit 1954 ist Weizsäcker Mitglied der CDU. Von 1966 bis zu seiner Wahl zum Bundespräsidenten 1984 war er Mitglied des Bundesvorstandes der CDU Deutschlands.

1968 wurde Weizsäcker zum ersten Mal als CDU-Kandidat für das Amt des Bundespräsidenten von Helmut Kohl (CDU) vorgeschlagen, unterlag aber in der Kampfabstimmung im CDU-Auswahlausschuss mit 20 zu 65 Stimmen gegen den damaligen Verteidigungsminister Gerhard Schröder.

1971 wurde Weizsäcker von Rainer Barzel zum Vorsitzenden der CDU-Grundsatzkommission berufen. Auf dem 22. Bundesparteitag der CDU in Hamburg im November 1973 stellte Weizsäcker die ersten Ergebnisse zweier Jahre Arbeit in der Grundsatzkommission vor und löste damit lebhafte Diskussionen aus. Erst 1978 wurde das neue CDU-Grundsatzprogramm, an dem Weizsäcker und Heiner Geißler federführend beteiligt waren, beschlossen.

Von 1979 bis 1981 war er dann Vizepräsident des Deutschen Bundestages.

Bei der Bundespräsidentenwahl 1974 war Weizsäcker Kandidat von CDU und CSU für das Amt des Bundespräsidenten. Diese Kandidatur nahm Weizsäcker im Bewusstsein an, dass er aufgrund der Mehrheitsverhältnisse in der Bundesversammlung nur als sogenannter „Zählkandidat“ aufgestellt wurde. Gewählt wurde der bisherige Außenminister Walter Scheel (FDP), der als Kandidat der sozial-liberalen Koalition angetreten war.

Weizsäcker gehörte dann 1976 dem von Helmut Kohl für die Bundestagswahl 1976 aufgestellten Schattenkabinett an.

Im November 1983 wurde Weizsäcker zum zweiten Mal als CDU/CSU-Kandidat für das Bundespräsidentenamt benannt und bei der Wahl am 23. Mai 1984 von der Bundesversammlung zum sechsten Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland gewählt. Am 1. Juli wurde er als Nachfolger von Karl Carstens in diesem Amt vereidigt.

Bei der Bundespräsidentenwahl 1989 am 23. Mai 1989 wurde Weizsäcker im Amt bestätigt. 

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HAROLD WILSON
1916 - 1995

Premier-Minister von England

James Harold Wilson, Baron Wilson of Rievaulx K.G. (* 11. März 1916 in Huddersfield (Yorkshire); † 24. Mai 1995 in London) war ein britischer Politiker (Labour Party) und zweimal Premierminister von Großbritannien (1964–1970 und 1974–1976).

Harold Wilson wurde im Jahre 1916 geboren, im gleichen Jahr wie sein großer Rivale Edward Heath. Er studierte Wirtschaftswissenschaften in Oxford, wo er sein Interesse für Politik entdeckte. Nachdem er während des Zweiten Weltkriegs als Beamter gedient hatte, wurde er 1945 als Abgeordneter des Wahlkreises Ormskirk ins britische Unterhaus gewählt. Nach einer Wahlkreisreform im Jahre 1950 repräsentierte er den Wahlkreis Hoyton bei Liverpool.

Gleich nach seiner Wahl wurde er ins Kabinett berufen und setzte damit einen Rekord als jüngster Minister aller Zeiten. Er trat 1951 zurück, aus Protest über die Einführung von Gebühren im ansonsten kostenlosen britischen Gesundheitssystem (National Health Service).

Man verzieh ihm allerdings und berief ihn kurz darauf ins Schattenkabinett, als potentiellen Finanzminister. 1956 prägte er den Begriff der Gnomen von Zürich und meinte damit gewisse Schweizer Bankiers, welche mit Spekulationen den Kurs des Britischen Pfunds drückten. 1960 versuchte er erfolglos, den Parteivorsitz zu übernehmen. Als Hugh Gaitskell, der Vorsitzende der Labour Party, 1963 überraschend starb, wurde Wilson zu seinem Nachfolger gewählt.

Die Labour Party gewann am 16. Oktober 1964 die Parlamentswahlen mit einer Mehrheit von nur 5 Sitzen und Wilson wurde Premierminister. Nach einer kurzen, aber erfolgreichen Amtsperiode gewann Labour mit einer komfortablen Mehrheit von 99 Sitzen. Wilson war sehr bald bekannt dafür, in der Öffentlichkeit Pfeife zu rauchen und seine Ferien stets auf den Scilly-Inseln zu verbringen. Seine Gegner warfen ihm Verschlagenheit vor. Zuerst hatte er sich jahrelang gegen die Abwertung des Pfunds gewehrt. Als er dann dennoch gezwungen war, diese Maßnahme zu treffen, verkaufte er dies in den Medien als Triumph.

Die Außenpolitik wurde durch Krisen in zahlreichen ehemaligen britischen Kolonien getrübt, besonders in Rhodesien und Südafrika. Wilson widersetzte sich dem Druck, zur Unterstützung der USA Truppen nach Vietnam zu schicken. Als Großbritannien mit wirtschaftlichen Problemen zu kämpfen hatte, sank die Zustimmung der Wähler.

Als die Umfragewerte wieder günstiger zu sein schienen, setzte Wilson Neuwahlen an. Zur Überraschung fast aller politischen Beobachter verlor Labour die Wahlen vom 19. Juni 1970 und Wilson musste sein Amt an Edward Heath abgeben. Trotz dieser bitteren Niederlage behauptete sich Wilson als Parteivorsitzender und kehrte am 6. März 1974 in die Downing Street No. 10 zurück. Seinem Nachfolger Heath war es nicht gelungen, die Probleme zu lösen, mit denen bereits Wilson zu kämpfen hatte.

Am 16. März 1976 erklärte Wilson überraschend seinen Rücktritt als Premierminister und erklärte, er wolle sich ganz aus der Politik zurückziehen. Er gab an, dass er schon immer vorgehabt habe, mit 60 in Pension zu gehen und dass er körperlich und geistig erschöpft sei. In Wirklichkeit war ihm bewusst geworden, dass er sich im Frühstadium der Alzheimerschen Krankheit befand. Sein Gedächtnis und seine Konzentrationsfähigkeit zeigten immer mehr Schwächen.

Außenminister James Callaghan wurde als sein Nachfolger gewählt und übernahm am 5. April 1976 von Wilson das Amt des Premierministers. Wilson blieb bis 1983 Parlamentsabgeordneter und wurde nach seinem Rücktritt als Baron Wilson of Rievaulx, of Kirklees im County of West Yorkshire zum Life Peer erhoben. Wilson war immer mehr von der Krankheit gezeichnet und wurde nach 1985 kaum mehr in der Öffentlichkeit gesehen. Er starb schließlich am 24. Mai 1995 in London an Darmkrebs.

Die Regierungszeit von Harold Wilson ist als Reform-Ära in die Geschichte Großbritanniens eingegangen. Wilsons Versuche, den Haushalt in Ordnung zu bringen und neue Arbeitsgesetze durchzusetzen, brachten ihn teilweise in starken Gegensatz zu den Gewerkschaften, die um ihren Einfluss fürchteten. Außenpolitisch fallen die Unabhängigkeit ehemaliger Kolonien (Barbados, Mauritius, Swasiland), die Aufgabe von Stützpunkten östlich von Sues (Ausnahme: Hongkong), die Unterzeichnung des Atomwaffensperrvertrages und verschiedene Bemühungen um die Aufnahme und die Bedingungen Großbritanniens in der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft in seine Amtszeit.

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ULRICH DE MAIZIERE
1912 - 2006

berühmter General / famous general

Ulrich de Maizière war ein deutscher Offizier. Er diente in der Reichswehr, der Wehrmacht und war zuletzt General des Heeres der Bundeswehr. Während des Zweiten Weltkrieges diente er in den letzten Kriegsmonaten ab Frühjahr 1945 als Erster Generalstabsoffizier in der Operationsabteilung des Generalstabs des Heeres im OKH. Ab 1951 war de Maizière am Wiederaufbau deutscher Streitkräfte in der Bundesrepublik Deutschland beteiligt und diente von 1964 bis 1966 schließlich als dritter Inspekteur des Heeres und anschließend von 1966 bis 1972 als vierter Generalinspekteur der Bundeswehr. De Maizière gilt als einer der Väter der Inneren Führung.

Ulrich de Maizière, der der hugenottischen Familie Maizière entstammte und ohne Vater in Hannover aufgewachsen war, trat nach dem Abitur 1930 als Offizieranwärter in den Dienst des Infanterieregimentes 5 der Reichswehr. Am 1. August 1933 wurde er zum Leutnant ernannt. Ab 1937 diente er im Infanterieregiment 50 in Landsberg an der Warthe. 1939 nahm er als Hauptmann und Regimentsadjutant am Polenfeldzug teil. Nach der Absolvierung einer verkürzten Generalstabsausbildung im Jahre 1940 erfolgte die Versetzung zur Heeresgruppe C. Hier war de Maizière als Erster Ordonnanzoffizier (O 1) im Stab des Generalfeldmarschalls Wilhelm Ritter von Leeb.

Im Januar 1941 wurde er als Zweiter Generalstabsoffizier (Ib), zuständig für die Versorgung, in den Stab der 18. Infanterie-Division unter Generalleutnant Friedrich-Karl Cranz versetzt. Im Rahmen des Russlandfeldzuges im Sommer 1941 stieß die Division Richtung Leningrad vor und wurde anschließend in den Wolchowsümpfen in einen Stellungskrieg gezwungen.

Im Januar 1942 wurde de Maizière von der Ostfront abgezogen und in den Generalstab des Heeres im Oberkommando des Heeres (OKH) versetzt. In der dortigen Organisationsabteilung war er als Major unter der Leitung von Oberstleutnant Burkhart Müller-Hillebrand für die Gliederung, Aufstellung und Auffrischung der Feldheerdivisionen zuständig. Während dieser Zeit lernte er den Chef der Operationsabteilung Generalmajor Adolf Heusinger und dessen Gehilfen Major Johann Adolf Graf von Kielmansegg kennen, denen er nach dem Krieg beim Wiederaufbau der deutschen Streitkräfte wieder begegnete. Nach einem Jahr übergab er seine Aufgaben im Februar 1943 an Major Ernst Ferber und wurde anschließend erneut an die Ostfront versetzt.

Im russischen Orel übernahm de Maizière, inzwischen zum Oberstleutnant befördert, den Posten des Ersten Generalstabsoffizier (Ia) der neuaufgestellten 10. Panzergrenadier-Division unter Generalleutnant August Schmidt. Die Division nahm an der Kursker Großoffensive, genannt Unternehmen Zitadelle, teil. Die Division war nach dem Scheitern der Offensive annähernd 16 Monate lang Rückzugsgefechten unterworfen. In dieser Zeit wurde de Maizière durch den Splitter einer Panzerabwehrgranate verwundet.

Anfang Februar 1945 wurde er wieder in den Generalstab des Heeres im OKH versetzt und diente dort als Erster Generalstabsoffizier in der Operationsabteilung. Nach kurzer Zeit übernahm er kommissarisch die Abteilung. In dieser Funktion nahm er im Frühjahr 1945 auch an den Lagevorträgen bei Adolf Hitler in der Berliner Reichskanzlei teil.

Als die Wehrmacht am 8. Mai 1945 kapitulierte, hatte er in seiner Funktion als Operationschef den Befehl, in den Kurland-Kessel zu fliegen, um der dortigen, vor der sowjetischen Gefangennahme stehenden, Heeresgruppe Kurland Abschiedsgrüße zu überbringen und zu klären, ob der Kapitulationsbefehl den dortigen Oberbefehlshaber Generaloberst Carl Hilpert und seinen Stabschef Generalleutnant Friedrich Foertsch, dem späteren Generalinspekteur der Bundeswehr, erreicht hatte. Zurück in Flensburg, wohin Teile des Oberkommandos der Wehrmacht nach der Einnahme Berlins durch die Rote Armee ausgewichen waren, erlebte de Maizière am 23. Mai 1945 die Verhaftung der Regierung von Großadmiral Karl Dönitz mit und ging selbst in britische Kriegsgefangenschaft.
Kriegsgefangenschaft und ziviles Leben [Bearbeiten]

Nach zwei Jahren kehrte de Maizière aus der Kriegsgefangenschaft zu seiner Tochter Barbara und seiner Frau Eva, die er 1944 geheiratet hatte, heim. Im selben Jahr 1947 begann er eine Ausbildung zum Buch- und Musikalienhändler und baute anschließend in Hannover bei der Buchhandlung Schmorl & von Seefeld die Musikalienabteilung auf. Diesen Beruf übte er jedoch nicht lange aus, da er schon bald von der politischen Führung der jungen Bundesrepublik zur Mitarbeit am Neuaufbau von Streitkräften herangezogen wurde.
Beteiligung am Wiederaufbau der deutschen Streitkräfte [Bearbeiten]

Am Heiligabend 1950 erreichte ihn ein Brief des Oberst a. D. Johann Adolf Graf von Kielmansegg, der ihn darum bat, im Amt Blank, dem Vorläufer des Bundesministeriums der Verteidigung, mitzuarbeiten. Diese Möglichkeit, im Rahmen der von Bundeskanzler Konrad Adenauer betriebenen deutschen Wiederbewaffnung, nahm de Maizière an. Von 1951 bis 1955 war er ziviler Mitarbeiter im Amt Blank. Am 15. Februar 1951 wurde er Militärberater der deutschen Delegation bei den Gesprächen zur europäischen Verteidigungsgemeinschaft (EVG) in Paris. Nachdem Theodor Blank selbst nach Paris gekommen war und gegen den französischen Widerstand eine Gleichberechtigung Deutschlands in einer möglichen Europa-Armee durchgesetzt hatte und die Konferenz so an Wichtigkeit gewann, wurde de Maizière durch Generalleutnant a. D. Hans Speidel abgelöst und kehrte nach Bonn zurück. Nach dem Scheitern der EVG-Verträge 1954, aufgrund der Nichtratifizierung der Verträge durch Frankreich, trat die Bundesrepublik im Mai 1955 der NATO bei.

Zurück im Amt Blank wurde de Maizière 1951 in der „Militärischen Abteilung“ unter Generalleutnant a. D. Heusinger als Referent in Ressort „Militärische Verteidigung im Gesamtrahmen“. Zugleich war er damit ständiger Stellvertreter des Unterabteilungsleiters Kielmansegg. Seine Aufgaben in dieser Funktion waren vor allem die Bearbeitung von sämtlichen Verteidigungsfragen im internationalen Bereich und die Kontaktpflege zu den in Bonn akkreditierten Militärmissionen.

Nach der Gründung der Bundeswehr im Mai 1955 wurde de Maizière am 12. November zusammen mit 101 weiteren Freiwilligen vereidigt und im Dienstgrad Oberst als Abteilungsleiter im nunmehrigen Bundesministerium für Verteidigung eingesetzt. In dieser Position war er mit Führungsfragen der Landesverteidigung im Führungsstab der Bundeswehr betraut. Zusammen mit Oberst Jürgen Bennecke, mit dem er 1940 die Generalstabsausbildung absolvierte hatte, erarbeitete er eine Kompromisslösung für die „Territorialorganisation“, denn es war ein Mittelweg zwischen den mobilen NATO-Truppen und den meist stationären nationalen Verteidigungsbehörden nötig.
v.r.n.l: Inspekteur des Heeres Albert Schnez, Generalinspekteur de Maizière, Bundeskanzler Willy Brandt, Verteidigungsminister Helmut Schmidt, Inspekteur der Luftwaffe Johannes Steinhoff, Bonn 1969.

Am 1. Januar 1958 erhielt de Maizière, seit 22. Dezember 1956 Brigadegeneral, in der 1. Grenadierdivision mit der Kampfgruppe A1, später Panzerbrigade 2, in Hannover sein erstes Truppenkommando. Im Zuge dessen wurde das Brigadekonzept erprobt und danach für die gesamte Bundeswehr übernommen. Generalmajor Burkhart Müller-Hillebrand, der bereits im Oberkommando des Heeres de Maizières Vorgesetzter war, diente zu dieser Zeit als stellvertretender Divisionskommandeur. Zum 1. April 1959 übernahm er das Kommando der nunmehrigen 1. Panzergrenadierdivision und machte de Maizière zu seinem Stellvertreter.

Nach diesen zweieinhalb Jahren im Truppendienst, wurde de Maizière 1960 Kommandeur der Schule für Innere Führung, die das Führungskonzept der Bundeswehr, das mit dem Leitbild des Staatsbürgers in Uniform verknüpft ist, vermitteln sollte. Am 1. April 1962 übernahm er den Posten des Kommandeurs der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg und wurde in dieser Position am 1. August auch zum Generalmajor befördert. In dieser Position wurde der Lehrstoff, der bis dahin jeweils auf die verschiedenen Teilstreitkräfte Heer, Luftwaffe und Marine ausgerichtet war, zu einer übergreifenden Ausbildung umgestaltet.

Nach zweieinhalb Jahren in Hamburg übergab er diesen Posten 1964 an Generalmajor Jürgen Bennecke und folgte nach der Ernennung zum Generalleutnant am 1. Oktober in Bonn Alfred Zerbel als Inspekteur des Heeres nach. Um dem zu dieser Zeit bestehenden Mangel an Unteroffizieren und Offizieren im Heer zu begegnen erließ de Maizière verschiedene Maßnahmen, darunter die Erhöhung der Verpflichtungszeit auf 15 Jahre, eine qualifiziertere Ausbildung und die Möglichkeit für Unteroffiziere in die Laufbahn der Truppenoffiziere aufzusteigen. Während seiner Amtszeit wurde im, inzwischen 300.000 Soldaten umfassenden, Heer im September 1965 der Kampfpanzer Leopard 1 eingeführt. Zudem erreichte er bei Verteidigungsminister Kai-Uwe von Hassel die Anschaffung von 135 Transporthubschraubern und erhöhte damit die Luftmobilität.

Am 25. August 1966 folgte er dem wegen der Starfighter-Affäre und dem Streit zwischen der zivilen und militärischen Führung im Verteidigungsministerium zurückgetretenen General Heinz Trettner nach und wurde mit der Beförderung zum General der vierte Generalinspekteur der Bundeswehr. Große Teile des Offizierskorps sahen nach den Rücktritten Trettners und des Luftwaffeninspekteurs Werner Panitzki in der schnellen Amtsübernahme de Maizières ein allzu nachgiebiges Verhalten gegenüber den politisch-zivilen Verteidigungsbeamten.

Im Zuge der 1968er wurde de Maizières Amtszeit 1968 und danach von Demonstrationen, Studentenkrawallen und einem Anstieg der Kriegsdienstverweigerungen begleitet. Als im August 1968 der Prager Frühling von Truppen des Warschauer Paktes niedergeschlagen wurde, war auch die Bundeswehr in erhöhter Alarmbereitschaft, sodass Teile des II. Korps in Süddeutschland in ihre Verfügungsräume ausrückten. In dieser Zeit fanden zweimal täglich Lagevorträge mit Verteidigungsminister Gerhard Schröder statt. Zudem stimmte de Maizière seine Planungen mit dem ihm gut bekannten General Jürgen Bennecke ab, der seit April Oberbefehlshaber der Allied Forces Central Europe der NATO war.

Nachdem mit der Bundestagswahl 1969 erstmals die SPD den Kanzler stellte, wurde Helmut Schmidt Bundesverteidigungsminister. Unter seiner Führung trieb de Maizière die notwendig gewordenen Reformen der Bundeswehr voran. Um dem Mangel an Offizieranwärtern im Heer zu begegnen, wurden im Sommer 1970 die Universitäten der Bundeswehr in Hamburg und München gegründet. Hier sollte der zukünftige Offiziernachwuchs ausgebildet werden, da das Heer für Berufsanfänger - im Gegensatz zur Marine und der Luftwaffe mit ihren stark technikorientierten Laufbahnen - immer unattraktiver geworden war. Außerdem wurde die Fachoffizierlaufbahn, die auf de Maizières Vorgänger Trettner zurückging, eingeführt. So konnten Feldwebel bei besonderer Leistung in die Laufbahn der Offiziere des militärfachlichen Dienstes aufsteigen und den Dienstgrad eines Hauptmannes/Kapitänleutnants (seit 1993 Stabshauptmann/Stabskapitänleutnant) erreichen.

Unter Verteidigungsminister Schmidt sollte die als elitär geltende Generalstabsausbildung an der Führungsakademie der Bundeswehr im Zuge der Entspannungspolitik abgeschafft werden. Dies scheiterte jedoch am Widerstand de Maizières. Als Kompromiss wurden die Lehrpläne um verschiedene Aspekte der Sozialwissenschaften ergänzt. Es war jedoch auch Schmidt, der anlässlich einer Tagung an der Führungsakademie am 21. März 1970 dem Blankeneser Erlass verabschiedete. Dieser regelte erstmals die Stellung und Befugnisse des Generalinspekteurs und definierte ihn als „Gesamtverantwortlichen für die Bundeswehrplanung im Verteidigungsministerium“. In de Maizières Amtszeit fallen zudem der Haarnetz-Erlass vom Februar 1971 und die Reduzierung des Grundwehrdienstes von 18 auf 15 Monate im September 1971.

Am 31. März 1972 trat de Maizière schließlich in den Ruhestand, übergab seinen Posten an Admiral Armin Zimmermann und setzte sich in Bonn-Bad Godesberg zur Ruhe.

Nach dem Ausscheiden aus dem aktiven Dienst war de Maizière von 1973 bis 1994 Vorsitzender der Kommission des Bundesverteidigungsministers für die „Entstehungsgeschichte der Bundeswehr“. Zwischen 1978 und 1979 saß er zusätzlich der Kommission des Verteidigungsministers Hans Apel für „Führungsfähigkeit und Entscheidungsverantwortung in der Bundeswehr“ vor. Außerdem war er von 1976 bis 1982 Präsident der Clausewitz-Gesellschaft.

Im Ruhestand verfasste er die Bücher „Führen im Frieden“ und „In der Pflicht“. Seine Erinnerungen „In der Pflicht – Stationen eines Soldatenlebens“ gelten als bedeutendes Zeugnis der jüngeren deutschen Militärgeschichte und zeichnen die Ereignisse des 20. Jahrhunderts aus der Sicht einer der historisch wichtigsten Figuren der Bundeswehr nach.

Ulrich de Maizières Vater Walther de Maizière (1876–1915) war Polizeipräsident von Hannover und fiel im Ersten Weltkrieg. Sein älterer Bruder Clemens de Maizière (1906–1980) war in der DDR Rechtsanwalt, Synodaler der Berlin-Brandenburgischen Kirche, Mitglied der CDU der DDR und langjähriger Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit. Dessen Sohn Lothar de Maizière, der letzte Ministerpräsident der DDR, ist somit sein Neffe.

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FÜRST RAINIER VON MONACO
1923 - 2005

original-signiertes Foto im Postkartenformat von 1979 - sehr selten

Rainier wurde auf zwei englische Internate geschickt, zunächst nach St. Leonards-on-Sea in der Nähe von Hastings in England, anschließend nach Stowe, einer prestigeträchtigen englischen Privatschule in Buckinghamshire. Von dort wechselte er an das Institut Le Rosey, in Rolle und Gstaad (Schweiz). Nach der Abschlussprüfung in Le Rosey im Sommer 1939 studierte er zunächst an der Universität von Montpellier, danach an der École Libre des Sciences Politiques in Paris.

Da seine Mutter, Erbprinzessin Charlotte, 1944 zu seinen Gunsten auf die Thronfolge verzichtet hatte, folgte er seinem Großvater, Fürst Louis II. von Monaco am 9. Mai 1949 auf den Thron. Zwar stand Rainier von Anfang an ein vollständiger Regierungsapparat zur Verfügung, doch entschied er jede wichtige Einzelheit allein und führte das Fürstentum wie ein Familienunternehmen. Das lag auch daran, dass sein Großvater, der ihn nicht mochte, zu Lebzeiten stets zu verhindern versucht hatte, dass Rainier im Falle seines Todes regierender Fürst wurde.

1950 stiftete er den Grimaldi-Orden.

Im April 1955 traf er zum ersten Mal die amerikanische Filmschauspielerin Grace Kelly. Das Treffen war von der französischen Zeitschrift Paris Match arrangiert worden, um anlässlich der Filmfestspiele in Cannes eine zugkräftige Schlagzeile zu haben. Schon ein Jahr später, am 18. April 1956 heiratete er Grace, die sich von da an Fürstin Gracia Patricia nannte. Die Hochzeit machte Monaco zum Zentrum der internationalen High Society, brachte Tourismus und Geld in den Zwergstaat. Die Ehe verlief ohne jeden Skandal. Aus ihr gingen die Kinder Caroline, Albert und Stéphanie hervor. Der frühe Tod Gracia Patricias 1982 durch einen Autounfall war für Rainier ein schwerer Schicksalsschlag, da er seine Frau und sich privat und beruflich als Team betrachtete.

1974 gründete er das Zirkusfestival von Monte Carlo.

In den 1980er-Jahren baute Rainier die Wirtschaft Monacos mit neuen Investoren aus der Chemie-, Pharma-, Feinmechanik- und Kosmetikbranche aus. Er erweiterte das Kongresswesen, ließ einen Anleger für Luxusschiffe bauen und gewann neue Landflächen an der Küste. Die Formel 1 konnte er über Jahre im Land halten. Das früher für Monacos Staatsfinanzen so wichtige Glücksspiel verlor während seiner Regentschaft weiter an Bedeutung.

Rainiers privates Vermögen betrug rund zwei Milliarden Euro. Zu seinem Besitz gehörten der monegassische Fürstenpalast, das Schloss Marchais bei Paris, ein Privatjet, eine Yacht, eine Sammlung von Oldtimer-Automobilen, die 180 Fahrzeuge umfasst, eine der kostbarsten Briefmarkensammlungen der Welt sowie Aktien an der Société des Bains de Mer, die unter anderem das Casino betreibt.

Seit den 1990er Jahren war Rainiers Gesundheit angeschlagen: 1994 hatte er eine Bypass-Operation, 2000 nacheinander drei chirurgische Eingriffe an der Lunge. 2004 musste er wegen einer Grippe und Herzproblemen ins Krankenhaus. Am 8. März 2005 wurde Rainier mit einer Lungenentzündung in die Herz-Lungen-Klinik Monacos eingeliefert. Am 21. März 2005 wurde er auf die Intensivstation verlegt. Am 26. März gab das Krankenhaus bekannt, dass sich sein Gesundheitszustand erneut stark verschlechtert habe. Papst Johannes Paul II. sandte noch vor seinem eigenen Tode einen besonderen apostolischen Segen zur Familie nach Monaco.

Da der Fürst auf Grund seiner Erkrankung nicht mehr regierungsfähig war, wurden die Regierungsgeschäfte am 31. März 2005 auf seinen Sohn Albert übertragen. Fürst Rainier starb am 6. April 2005 um 6.35 Uhr MESZ in der Herz-Lungen-Klinik von Monaco.

original signed picture from 1979 in 4 x 6 - very rare
Price in Euro 99.--

SORAYA, Kaiserin von Persien
1932 - 2001

Sie war die Tochter von Fürst Khalil Esfandiary Bakhtiari, dem iranischen Botschafter in der Bundesrepublik Deutschland, und seiner deutschen Frau Eva Carl.

Am 12. Februar 1951 heiratete Soraya im Golestanpalast von Teheran Schah Mohammad Reza Pahlavi, den letzten Kaiser des Iran. Soraya wurden der Titel „Prinzessin“ und die Anrede „Kaiserliche Hoheit“ verliehen. Da die Kaiserin ihrem Mann jedoch nicht den erhofften Thronerben schenken konnte, wurde die Ehe aus Gründen der Staatsräson am 6. April 1958 geschieden.

Die aufsehenerregende Scheidung inspirierte die belgische Schriftstellerin Françoise Mallet-Jorris, ein Lied zu schreiben ("Je Veux Pleurer Comme Soraya" – "Ich möchte wie Soraya weinen"). Es wurde gesungen von Marie-Paule Belle.

Nach der Scheidung ging Soraya nach Frankreich und begann eine zweite Karriere als Filmschauspielerin. Zuerst war sie in dem Film Three Faces of a Woman zu sehen und verliebte sich in den italienischen Regisseur Franco Indovina (1932–1972), mit dem sie bis zu seinem Tode liiert war. Nachdem Indovina bei einem Flugzeugunglück ums Leben gekommen war, verbrachte sie den Rest ihres Lebens mit Reisen durch Europa und verkehrte im internationalen Jet-Set. Sie litt an Depressionen.

Soraya starb am 25. Oktober 2001 an Herzversagen in ihrer Pariser Wohnung und wurde auf dem Westfriedhof in München beigesetzt.

Nachdem ihr Bruder Bijan Esfandiary Bakhtiari von ihrem Tod erfahren hatte, sagte er: „Jetzt habe ich niemanden mehr, mit dem ich reden kann“. Er starb eine Woche nach ihr.

Ihre Zeit als Kaiserin von Iran wurde 2004 von Lodovico Gasparini unter dem Titel Soraya mit Anna Valle in der Hauptrolle verfilmt.

original-signiertes Zeitungsfoto im Format ca. A5 

original signed newspaper picture about 5 x 7
Price in Euro 35.--


PRINZ BERTIL VON SCHWEDEN
1912 - 1997
PRINZESSIN LILIAN VON SCHWEDEN
1915

Prinzessin Lilian von Schweden, Herzogin von Halland (* 30. August 1915) wurde als Lillian May Davies in Swansea, Wales geboren. Sie ist die Tochter von William and Gladys Mary Davies. Ihr Vorname wurde ursprünglich Lillian geschrieben, aber sie strich ein l, als sie Fotomodell wurde.

Prinzessin Lilian ist die Witwe von Prinz Bertil von Schweden, einem Onkel von König Karl XVI. Gustav von Schweden.

In den 1940er Jahren, heiratete sie Ian Craig, einen Schauspieler. Im 2. Weltkrieg arbeitete Lilian Craig in einer Fabrik die Radios für die Britische Marine herstellte und in einem Krankenhaus für verletzte Soldaten.

1943, traf sie Prinz Bertil in London, auf einer Party zu seinem 28. Geburtstag. Schon bald darauf wurden sie ein Paar. Es schien wahrscheinlich, das Bertil eines Tages Regent von Schweden sein würde. Als sein älterer Bruder, Gustav Adolf Erbprinz von Schweden 1947 starb, hinterließ er seinen nur ein Jahr alten Sohn Karl Gustav (* 1946). Da andere Anwärter ihre Plätze in der Erbfolge wegen nicht standesgemäßer Verbindungen aufgeben mussten, waren nur Bertil und Karl XVI. Gustav thronfähig. Aus diesem Grund heiratete Bertil Lilian nicht und das Paar lebte über 30 Jahre unverheiratet zusammen. Bertil wurde jedoch nicht Regent, da sein Neffe Karl XVI. Gustav volljährig wurde und die Verbindung des Paares genehmigte, als er 1973 König wurde.

Am 7. Dezember 1976, nach Erteilung der endgültigen königlichen Erlaubnis, heirateten sie in der Palastkirche von Drottningholm in Anwesenheit des Königs und der Königin. Prinz Bertil starb am 5. Januar 1997 in ihrer Villa im Stockholmer Stadtteil Djurgården mit Prinzessin Lilian an seiner Seite. Seitdem übernimmt sie weiterhin Repräsentationspflichten der königlichen Familie zu öffentlichen Anlässen und zu anderen Gelegenheiten Sie ist Schirmherrin für viele Organisationen, und Ehrenmitglied in verschiedenen Clubs und Gesellschaften.

Prinz Bertil: original-signiertes Blatt montiert auf Karton mit Bild - sehr selten
Euro 29.--

Prinzessin Lilian: original-signiertes Blatt montiert auf Karton mit Bild - sehr selten
Euro 29.--