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LOTHAR-GÜNTHER BUCHHEIM
1918 - 2007

Schriftsteller "Das Boot"

Nach seinem Abitur 1937 zog Buchheim nach Italien, wo er sein erstes Buch „Tage und Nächte steigen aus dem Strom“ verfasste (veröff. 1941). In diesem Werk sammelte er alle Erfahrungen, die er bei einer Donaufahrt mit einem Faltboot bis ins Schwarze Meer machte.

1939 studierte er in Dresden und München Kunst.

Während und nach dem Kriege schrieb er zahlreiche Bücher über seine Erfahrungen bei der Marine. Auf seinen Erlebnissen als Besatzungsmitglied des VII-C-Bootes U 96 beruht sein wohl bekanntestes Buch „Das Boot“ von 1973. 1943 verfaßte er seinen Erlebnisbericht „Jäger im Weltmeer“, der von einem erbitterten Kampf zwischen einem deutschen U-Boot und einem englischen Zerstörer handelt, der die Grundlage für "Das Boot" wurde. 1944 entkam Buchheim mit einem der letzten deutschen U-Boote aus der Festung Brest. Danach floh er quer durch Frankreich mit viel Glück zurück nach Deutschland. Diese letzte Feindfahrt hat er in seinem Opus Magnum „Die Festung“ (erschienen 1995) verarbeitet.

Nach Kriegsende verfasste er Kunstbücher über Max Beckmann, Otto Mueller und Pablo Picasso, die ihn, zusammen mit seinen Büchern über Erfahrungen aus dem Zweiten Weltkrieg, zur damaligen Zeit sehr bekannt machten. Nach diesen Werken über berühmte Künstler gründete Buchheim 1951 einen Kunstbuchverlag in Frankfurt am Main, der sich heute in Feldafing befindet. In den folgenden 1950er Jahren entstand seine bedeutende Sammlung von Werken des deutschen Expressionismus (vor allem der Künstlergemeinschaft Die Brücke), insbesondere graphischen Werken. Diese erwarb er für einen Spottpreis, da diese Kunst während der NS-Zeit als „entartet“ gebrandmarkt war und ihr Wert noch nicht allgemein anerkannt war.

Die Verfilmung des Romans „Das Boot“ im Jahr 1981 sorgte für die breite Berühmtheit seines Verfassers.

Nachdem Lothar-Günther Buchheim mit knapp 65 Jahren das Malen und Schreiben für die Öffentlichkeit beendete, wollte er zunächst seine gesammelten Werke im Duisburger Lehmbruck-Museum unterbringen. Da dies aber durch Meinungsverschiedenheiten mit der Stadt Duisburg scheiterte, zog er sein Angebot Mitte der 1980er Jahre zurück. 1996 gründete er dann eine gemeinnützige Buchheim-Stiftung, die im Jahre 2001 nach rund 30 jährigen Bemühungen das „Museum der Phantasie“, das heute als „Buchheim Museum“ bekannt ist, finanzierte. In diesem Museum, das in Bernried steht, in dem Buchheim bis zu seinem Tod Direktor war, platzierte er seine angesammelten Werke.

Original-signierte Karteikarte (Postkartenformat)    Price in Euro 20.-

SELINA CHÖNZ
1910 - 2000

Schriftstellerin "Schellenursli"

Selina Chönz absolvierte in Bern eine Ausbildung zur Kindergärtnerin. Nach längeren Sprachaufenthaltem in Lausanne und Oxford kehrte sie ins Engadin zurück.

Nach dem Zweiten Weltkrieg veröffentlichte sie das über eine Million mal verkaufte Buch des Schellenurslis. Danach folgten die Geschichte von Flurina und weitere Werke.

Uorsin war die Originalversion des Schellenurslis, verfasst auf Oberengadiner Romanisch. Während mehreren Jahren drängte eine Freundin von Selina Chönz den Schweizer Künstler Alois Carigiet, das Buch zu bebildern. Nach anfänglichem Zögern entstand eines der berühmtesten Schweizer Bilderbücher jener Zeit. Mehrere Werke, getextet von Selina Chönz und illustriert durch Alois Carigiet, folgten. Die Bücher erschienen in verschieden Sprachen und werden immer wieder neu aufgelegt. So erschien die letzte Deutsche Ausgabe des Schellenurslis 2003.

Oben: Original-signierte Karteikarte (Postkartenformat)    Price in Euro 19.--
Unten: Original-signiertes Foto (Format 8.5 x 8,5 cm)    Price in Euro 25.-

ERICH VON DÄNIKEN
1935

Schriftsteller

1968 erschien sein Buch Erinnerungen an die Zukunft, nachdem es 20 Verlage abgelehnt hatten. Es wurde ein unerwarteter Erfolg. 

Erich von Däniken ist der bekannteste Vertreter der sogenannten Prä-Astronautik oder auch "Paläo-SETI-Hypothese": Außerirdische haben vor langer Zeit die Erde besucht und die Entwicklung der Menschheit entscheidend beeinflusst. Wegen ihrer ungeheuren Überlegenheit wurden diese Astronauten von den Urmenschen für Götter gehalten. Vor dem Hintergrund dieser Annahme deutet von Däniken die unterschiedlichsten Hinterlassenschaften (Bauwerke, Legenden usw.) alter Kulturen als Beweise für außerirdische Besucher.

Die von Erich von Däniken gegründete „A.A.S. – Forschungsgesellschaft für Archäologie, Astronautik und SETI“; (1973 gegründet unter dem Namen „Ancient Astronaut Society“ und 1998 umbenannt) bringt Menschen zusammen, die Besuche Außerirdischer nachweisen wollen. Die Abkürzung SETI steht hierbei für Search for Extraterrestrial Intelligence, was übersetzt: Suche nach außerirdischer Intelligenz bedeutet.

1996 wurde die "Erich von Däniken - Stiftung" gegründet. Däniken hat der Stiftung einen Teil seines umfangreichen Archives gewidmet. Dazu gehören Bücher, Dias, Filme, Manuskripte, Bilder und mehr. Zweck der Stiftung ist die Erforschung der großen Rätsel der Welt, insbesondere rätselhafter Relikte vergangener Kulturen. Die Stiftung soll Forschungen fördern, die bisher unmöglich schienen: Forschungen, die sich an die Grundregeln des wissenschaftlichen Erkenntnisgewinns halten und von Wissenschaftlern durchgeführt werden, sich jedoch nicht von bestehenden Paradigmen eingrenzen lassen.

Oben: Original-signiertes Foto (Format A5)    Price in Euro 15.-
Mitte: Original-signierte Karte mit Zeitungsbild (Format 7.5 x 9.5 cm)   Price in Euro 6.-
Unten: Original-signierte Karte (Format 6.5 x 10.5 cm)   Price in Euro 6.-

THEODOR DÄUBLER
1876 - 1934

Schriftsteller

Däubler wurde am 17. August 1876 als Sohn einer schlesischen Mutter und eines aus Schwaben stammenden Vaters in Triest, dem wichtigsten Hafen Österreich-Ungarns, geboren, wo er zweisprachig, deutsch-italienisch erzogen wurde. Sein Vater war der Kaufmann Carl Däubler (* 29. September 1852 in Augsburg; † Januar 1941 in Wien), dessen Ehefrau Oktavia, geb. Brehmer (* 3. Oktober 1855 in Breslau; † 1. November 1905 am Semmering bei Wien). Beide Eltern gehörten ursprünglich der römisch-katholischen Kirche an, die Mutter trat später zum Protestantismus über; die Eheschließung am 28. Oktober 1875 erfolgte nach protestantischem Ritus in Triest.

Seine Jugend verbrachte Däubler in Triest und Venedig. Nach dem Abitur zog er mit seinen Eltern nach Wien, begann aber bald ein unstetes Vagantenleben, das ihn unter anderem nach Neapel, Berlin, Paris und Florenz führte. Zwischen 1910 und 1914 durchwanderte er Italien. Während des Ersten Weltkriegs lebte er in Berlin und Dresden. 1919 ging er nach Genf.

Ab 1910 erschienen erste Werke Däublers, die von den Dichtern des gerade aufkommenden Expressionismus begeistert aufgenommen wurden, unter anderem Das Nordlicht (1910), ein wortmächtiges Versepos in drei Bänden, an dem Däubler bereits seit 1898 gearbeitet hatte (die sog. „Florentiner Fassung“, an der er lebenslang weiter arbeiten sollte). Das „Nordlicht“ wurde 1916 von dem damals jungen politischen Philosophen Carl Schmitt in einer Monographie enthusiastisch besprochen (Schmitt, Carl: Theodor Däublers 'Nordlicht' - Drei Studien über die Elemente, den Geist und die Aktualität des Werkes. München 1916). 1921 ging Däubler nach Griechenland, von wo aus er auch Ägypten, Syrien und Palästina bereiste und gelegentliche Reiseberichte für deutsche Zeitungen schrieb. Im Januar 1921 weilte Däubler im Schweizer Kurort Arosa, wohin er im Herbst 1928 zurückkehrte und dort vermutlich einen Text über Arosa verfasste, der im Februar 1929 in der Zeitschrift Atlantis erschien.

Schwer krank kehrte Däubler 1926 nach Deutschland zurück. Nach seiner Genesung begann er neue Reisen nach Italien, Skandinavien, England, Frankreich und durch den Balkan. Ende der 1920er Jahre wurde Däubler für sein Werk wiederholt geehrt. So erhielt er die Goethe-Medaille, wurde Mitglied der Akademie der Künste, Ehrendoktor der Friedrich-Wilhelms-Universität zu Berlin und Vorsitzender des deutschen PEN-Clubs. Nach einem Schlaganfall 1933 brachte ihn seine Schwester zur Kur nach St.Blasien, wo er 1934 an einem Lungenleiden starb.

Werke
    * Das Nordlicht. Florentiner Ausgabe. Leipzig u. München: Georg Müller 1910. (700 num.Exempl.). 
    * Oden und Gesänge. Dresden-Hellerau: Verlag der Neuen Blätter 1913.(120 Ex. auf Bütten; wurde 1916 in die „Hymne an Italien“ eingefügt)
    * Wir wollen nicht verweilen, 1914
    * Hesperien. Eine Symphonie I, 1915
    * Der sternhelle Weg, 1915
    * Hymne an Italien, 1916
    * Hymne an Venedig, 1916
    * Mit silberner Sichel, 1916 (Digitalisat)
    * Der Standpunkt. Essays über moderne Kunst, 1916
    * Im Kampf um die moderne Kunst, 1919
    * Die Treppe zum Nordlicht. Eine Symphonie II, 1920
    * Die Perlen von Venedig, 1921
    * Der unheimliche Graf / Der Werwolf / Die fliegenden Lichter (Novellen), 1921 Digitalisat
    * Der heilige Berg Athos. Eine Symphonie III, 1923
    * Päan und Dithyrambos. Eine Phantasmagorie, 1924
    * Attische Sonette, 1924
    * Der Schatz der Insel. Eine Erzählung aus den griechischen Befreiungskriegen, 1925
    * Aufforderung zur Sonne, 1926 (Digitalisat)
    * Bestrickungen. Zwei Novellen, 1927
    * L'Africana, 1928
    * Der Marmorbruch, 1930
    * Die Göttin mit der Fackel. Roman einer kleinen Reise, 1931

Original-signierte Karte mit Bild (ca. Postkartenformat)    Price in Euro 39.- 

TANKRED DORST
1925

Schriftsteller

Tankred Dorst ist ein deutscher Dramatiker und Schriftsteller. Er lebt seit seiner Studentenzeit in München-Schwabing, wo er begann, für das Marionettentheater Kleines Spiel zeitkritische Stücke zu schreiben, die zum Teil heute noch aufgeführt werden. Außerdem ist er durch seine Drehbücher und als Regisseur international bekannt geworden.

Tankred Dorst wuchs in einer wohlhabenden Oberlinder Bürgerfamilie auf, die am Ort eine Maschinenfabrik besaß. Aus der Oberschule wurde er noch als Schüler 1943 zum Reichsarbeitsdienst und 1944 zur Wehrmacht einberufen. Nach kurzer Ausbildungszeit ging er als Soldat an die Westfront und geriet dort in Kriegsgefangenschaft. Das Ende des Zweiten Weltkrieges erlebte er in Gefangenenlagern in England und den USA. Als er Ende 1947 aus der Gefangenschaft nach Westdeutschland entlassen wurde, gehörten Oberlind und Sonneberg schon seit zwei Jahren zur sowjetischen Besatzungszone. Die Maschinenfabrik war enteignet worden und die Familie vor weitergehenden Repressalien zu Verwandten nach Westdeutschland geflohen.

Tankred Dorst holte in Lüdinghausen das Abitur nach und begann 1950 nahe seiner südthüringischen Heimat an der Universität Bamberg mit dem Studium der Germanistik und Kunstgeschichte. 1951 zog er nach München, wo er bis 1959 außerdem noch Theaterwissenschaften studierte. Praktische Erfahrungen im Stückeschreiben und der Theaterarbeit sammelte er am studentischen Marionettenstudio “Das kleine Spiel”, für das er bis 1959 sechs Marionettenstücke schrieb.

Die ersten großen Theaterstücke kamen 1960 in Lübeck und Mannheim mit Erfolg auf die Bühne. Diesen Erfolg setzte er bis heute in einer Vielzahl von Bühnenwerken und einigen Verfilmungen vor internationalem Publikum fort. Schon 1963 wurde er als Mitglied in die Bayerische Akademie der Schönen Künste aufgenommen. Während der Arbeit am Fernsehfilm Sand lernte er Ursula Ehler kennen, die ihn seit Anfang der 1970er Jahre durch sein Leben und Werk als Lebensgefährtin und Co-Autorin begleitet. Seit Mitte der 70er Jahre hat er fast alle Veröffentlichungen mit seiner Frau gemeinsam herausgegeben.

Auch im Ausland fand er zunehmend Beachtung. So erhielt er z.B. 1973 Gastprofessuren in Australien und Neuseeland. 1978 wurde er zum Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt berufen und 1983 in die Akademie der Wissenschaften und der Literatur in Mainz aufgenommen. 1992 war er Mitbegründer der Bonner Biennale. Seitdem ist er auch Teil der künstlerischen Leitung dieses Theaterfestivals, das seit 2004 unter dem Namen Neue Stücke aus Europa vorwiegend am Staatstheater Wiesbaden stattfindet. Als international renommierter deutscher Dramatiker hielt er 2003/2004 als Gastprofessor Poetikvorlesungen an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main.

Dorst hat bei den Richard-Wagner-Festspielen 2006 in Bayreuth Richard Wagners Ring des Nibelungen neu inszeniert. Er sprang damit für den dänischen Filmregisseur Lars von Trier ein, der die Regie 2004 zurückgegeben hatte. Der deutsche Dramatiker, welcher im Alter von 78 Jahren erstmals bei einer Oper Regie führte, ist einer der am häufigsten gespielten Gegenwartsautoren auf deutschen Bühnen.

 Original-signierte Karte (Format A6)   Price in Euro 15.-

ALBERT EHRISMANN
1908 - 1998

Schriftsteller, Dichter

Ehrismann, der Sohn des Magaziners Albert Ehrismann und der Weissnäherin Emma Suter, entstammte bescheidenen Verhältnissen. Er arbeitete zunächst als Buchhalter, begann aber dann um 1929, als er arbeitslos wurde, mit dem Schreiben. Der sozial engagierte Ehrismann verweigerte den Wehrdienst und wurde daraufhin 1932 zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. 1934 war er einer der Mitbegründer des Cabarets Cornichon. Nach dem Krieg schrieb Ehrismann jahrelang sehr erfolgreich für die Zeitung Nebelspalter, verdiente daneben sein Geld auch durch das Verfassen von Auftragsgedichten für die Werbebranche. 1978 erhielt er den Literaturpreis der Stadt Zürich.

Ehrismann, der auch Stücke und Erzählungen verfasste, war in erster Linie Lyriker. Im Gegensatz zu den meisten seiner Zeitgenossen widmete er sich sozialkritischen Themen aus dem Milieu der Stadt. Trotz der großen Anzahl der von ihm geschaffenen Verse, wirken seine Gedichte dennoch immer originell und frisch. Durch die jahrelange wöchentliche Veröffentlichung Ehrismanns Gedichte im Nebelspalter erreichte er Bekanntheit und Popularität. Wie ein Sammelband von ihm auch im Titel bereits ausdrückt war Ehrismann „Pessimist und Moralist“.

Original-signierte Karte (Format 6.5 x 10.5)    Price in Euro 15.- 
Unterschrift auf Original gut lesbar.

MARIE-LOUISE FISCHER
1922 - 2005

Schriftstellerin

Jahre 1953 erschien ihr erster Krimi-Roman "Zerfetzte Segel", der zu einem Bestseller avancierte. Zuletzt erschien der "Lady-Krimi" 2000 . Schon in "Zerfetzte Segel" zeigte sich das übliche "Strickmuster" der Schriftstellerin: Sämtliche Handlungen in ihren Romanen spielen im Milieu der gehobenen Schicht. Dort wird viel geraucht und eine Flasche Whisky oder Cognac steht immer bereit. Alle Konflikte lösen sich dank der einfühlsamen Hauptprotagonistin in Wohlgefallen auf. Ihrer ersten Publikation folgten in rascher Folge zahlreiche erfolgreiche Romane, die teilweise zunächst als Fortsetzungen in diversen Zeitungen und Illustrierten, erschienen. Gemeinsam mit ihrem Mann, Hans Gustl Kernmayr, den sie im April 1956 heiratete, verfasste sie auch Sachbücher. In der Jugendzeitschrift Bravo nahm sie in den 1960er Jahren (unter den Pseudonymen Dr. Christoph Vollmer und Kirstin Lindstroem) Stellung zu Liebesproblemen. Ihre Ratschläge entsprachen den Wertmaßstäben der damaligen Zeit. So erklärte beispielsweise Dr. Vollmer den Jungen, dass Homosexualität heilbar wäre, durch Injizieren von männlichen Hormonen, und gleichgeschlechtliche Liebe ein Fall für den Psychiater sei. Lesbischen Mädchen wurde vorgeschlagen, ihre tiefe unbewusste Angst vor Männern einfach zu überwinden (vgl. Berger 2006, S. 6). Zudem verfasste Marie Louise Fischer (u. a. auch unter dem Pseudonym Katja Holm und oft in Zusammenhang mit ihrem Mann Hans Gustl Kernmayr) für genannte Jugendzeitschrift Fortsetzungsromane wie "Wildes Blut", "Hotelsekretärin Julia", "Ein Herz für mich allein", "Mädchen ohne Abitur", "Ein Mädchen wie Angelika", "Die unruhigen Mädchen" oder "Küsse deinen Mörder nicht". Dramen rund um Liebe, Eifersucht, Sehnsucht, Verzweiflung, Rache und Sühne... Dramatik pur!

Fischer veröffentlichte über 100 Romane - Schwerpunkt Liebesromane - und wurde in bis zu 23 Sprachen übersetzt. Allein in Deutschland wurden mehr als 70 Millionen ihrer Bücher verkauft. Manche Romane dienten als Vorlage für Fernsehfilme (z. B.: "Das Schicksal der Lilian H." und "Alarm auf Station 2"). Ferner hatte sie ca. 75 Kinder-/Jugendbücher publiziert, hauptsächlich Mädchenbücher, die ungebrochen in der Tradition der Backfischbücher stehen. Besonders erfolgreich war Marie Louise Fischer mit ihren Internatsgeschichten für Mädchen im Alter von 10 - 13 Jahren, die nicht mehr als unterhalten sowie den Abenteuersinn der jungen Leserin und ihre Lust an der Gefahr, an Streichen und Scherzen, am ausgelassenen, von Erwachsenen möglichst unbeaufsichtigten Miteinander ansprechen wollten. Innerhalb des Genres Mädchenbuch schrieb Marie Louise Fischer sowohl Einzel- als auch Fortsetzungsbände, wobei sich letztgenannte Form hoher Beliebtheit erfreute: "Die Lenkungsfunktion der seriellen Fabrikation liegt darin, dass die 'typischen weiblichen Unarten', wie beispielsweise Arroganz, Kritiksucht, Überheblichkeit und Unzufriedenheit, die genüsslich ausgebreitet werden, mit dem Ziel eines braven, anpassungsfähigen und gutartigen Mädchentypus bekämpft werden: Peu a peu entwickelt sich im Laufe der Erzählung das ungebärdete und ungestüme junge Mädchen zu einem sittsamen jungen Teenager" (Berger 2006, S. 11). Wie sich die Schriftstellerin das Benehmen von jungen Mädchen (und auch Jungen) wünscht, ist ablesbar in ihrer Publikation "Jung und liebenswert. Ein fröhlicher Knigge für junge Leute" (1970). 

Original-signierte Karteikarte (Postkartenformat)    Price in Euro 15.- 


 
EVELINE HASLER
1936

Schriftstellerin / Writer

Eveline Hasler studierte Psychologie und Geschichte an den Universitäten in Fribourg und Paris. Anschliessend war sie an ihrem Wohnsitz St. Gallen als Lehrerin tätig.

In den Sechziger- und Siebzigerjahren verfasste sie Kinder- und Jugendbücher, danach auch zunehmend Lyrik und erzählerische Werke für Erwachsene; ihre Romane behandeln meist Stoffe aus der Geschichte der Schweiz und sind stets grosse Erfolge beim Lesepublikum.

Eveline Hasler ist Mitglied des Vereins Autorinnen und Autoren der Schweiz und des Deutschschweizer PEN-Zentrums. Ihr Vorlass befindet sich im Schweizerischen Literaturarchiv in Bern.

Original-signierte Karte (Postkartenformat)    Price in Euro 9.-


ANSELMA HEINE
1855 - 1930

bekannte Schriftstellerin / Famous writer

Anselma Heine war eine Tochter des Mathematikers Eduard Heine. Nachdem dieser einen Ruf als Professor an die dortige Universität erhalten hatte, zog die Familie 1856 um nach Halle (Saale). Anselma Heine wurde mit ihren drei Schwestern durch Hauslehrer unterrichtet. Sie war nach eigener Aussage bereits mit fünf Jahren des Lesens mächtig und verfasste ab ihrem achten Lebensjahr Gedichte und Erzählungen. Sie begleitete ihren Vater auf Reisen nach Oberitalien; nach seinem Tod im Jahre 1881 widmete sie sich ihrer Mutter. Seit Mitte der Achtzigerjahre hielt Anselma Heine sich häufig bei ihrer Schwester, die mit dem Straßburger Anatomen Gustav Schwalbe verheiratet war, im Elsass auf. Texte von Anselma Heine erschienen zuerst in Zeitungen und Zeitschriften, u.a. in "Pan", aber auch in der "Gartenlaube". Nach dem Erfolg ihres ersten Erzählungsbandes im Jahre 1896 und dem Tod der Mutter im gleichen Jahr verließ Anselma Heine Halle (Saale) und ließ sich in Berlin nieder.

In den folgenden Jahrzehnten war Anselma Heine als freie Schriftstellerin und Journalistin tätig. Sie verkehrte in Berliner Künstler- und Literatenkreisen und unterhielt zeitweise einen literarischen Salon in ihrer Wohnung. Neben zahlreichen Reisen, die sie nach Italien, Frankreich und in die Schweiz führten, unternahm sie 1905 eine Reise nach Finnland, 1907 nach Dalmatien, Bosnien und die Herzegowina.

Anselma Heine war Verfasserin von Romanen, Erzählungen, Gedichten und Theaterstücken; daneben schrieb sie Rezensionen, u.a. für die Zeitschrift "Das literarische Echo". Ihre erzählenden Werke haben häufig Frauenschicksale zum Thema und sind geprägt von der Sympathie der Autorin für die Frauenbewegung.

Ihr Grab befindet sich auf dem halleschen Stadtgottesacker (Innenfeld III).
 

Werke

    * Sein Lieblingsgericht, Berlin 1888 (unter dem Namen Feodor Helm)
    * Drei Novellen, Berlin 1896 (unter dem Namen Anselm Heine)
    * Unterwegs, Berlin 1897 (unter dem Namen Anselm Heine)
    * Auf der Schwelle, Berlin 1900 (unter dem Namen Anselm Heine)
    * Bis ins dritte und vierte Glied, Stuttgart 1902 (unter dem Namen Anselm Heine)
    * Aus Suomi-Land, Berlin 1905 (unter dem Namen Anselm Heine)
    * Maeterlinck, Berlin [u.a.] 1905
    * Mütter, Braunschweig 1905 (unter dem Namen Anselm Heine)
    * Vom Markte der Liebe, Berlin 1907
    * Der Wegweiser, Stuttgart 1907
    * Eine Peri, Berlin 1909
    * Die Erscheinung, Berlin 1912
    * Fern von Paris, Berlin 1915
    * Die verborgene Schrift, Berlin [u.a.] 1918
    * Am Abgrund, Berlin [u.a.] 1920
    * Gürtelkämpfer, Berlin 1922
    * Einer sät, ein anderer erntet, Berlin [u.a.] 1922
    * Der Dollar-Bob, Berlin 1923
    * Finnische Novellen, Berlin 1923
    * In schwacher Stunde, Berlin 1923
    * Die Liebe höret nimmer auf!, Berlin 1923
    * Schule des Lebens, Berlin 1923
    * Sich selbst besiegt, Berlin 1923
    * Der Zwergenring, Berlin 1925
    * Mein Rundgang, Stuttgart 1926
    * Die Erscheinung, Berlin 1927
 
 

handschriftlicher und signierter Brief von 1903 (beidseitig beschrieben, gefaltet) im Format 11 x 15 cm
Price in Euro 59.--

OTTO HEUSCHELE
1900 - 1996

Schriftsteller

Nach dem Studium deutscher, französischer, englischer Literatur, Philosophie und Kunstgeschichte an den Universitäten von Tübingen und Berlin, arbeitete er als Lektor im Reclam-Verlag.

Als Lyriker, Erzähler, Essayist und Herausgeber veröffentlichte er eine Vielzahl von Büchern. Daneben war er Mitarbeiter zahlreicher Zeitungen im In- und Ausland.

Durch sein Werk zieht sich die Bewahrung der abendländischen Überlieferung und ihrer schöpferischen Erneuerung. Dies verbindet ihn mit Georg Wilhelm Friedrich Hegel, Friedrich Hölderlin, Eduard Mörike und Friedrich Schiller. Dadurch knüpft er an die Arbeiten von Rudolf Borchardt, Stefan George, Hugo von Hofmannsthal und Rainer Maria Rilke an. Eng befreundet war er mit Reinhold Schneider.

Original-signierte Karte mit Bild (ca. 6.5 x 10.5 cm)    Price in Euro 12.- 

PATRICIA HIGHSMITH
1920 - 1995

Schriftstellerin "Tom Ripley"

Patricia Highsmith schrieb vor allem anspruchsvolle, psychologisch tiefgründige Kriminalromane sowie Kurzgeschichten. Im Vordergrund ihrer Werke steht nicht die Aufklärung von Verbrechen („Whodunnit“), sondern die Umstände („Whydunnit“), die einen unauffälligen Durchschnittsmenschen ins Verbrechen treiben. Sie interessierte sich weniger für die moralischen Aspekte ihrer Geschichten als für das Innenleben ihrer Protagonisten.

Neben ihrem erzählerischen Werk hat Highsmith 1966 den Essay Plotting and writing suspense fiction (eine Art Werkstattbericht) veröffentlicht. 1958 illustrierte sie das Kinderbuch Miranda the Panda is on the Veranda, den Text schrieb ihre Freundin Doris Sanders. 1995 veröffentlichte der Diogenes Verlag einen Band mit Zeichnungen von Patricia Highsmith. Sporadisch versuchte sich Highsmith auch an Drehbüchern, Theater- und Radiobearbeitungen, jedoch nur mit geringem Erfolg.

Zahlreiche Romane und Storys von Highsmith wurden für Kino oder Fernsehen adaptiert. Außerdem gibt es einige Bearbeitungen ihrer Werke für Rundfunk und Theater.

1991 tauchte ihr Name auf der Vorschlagsliste für den Literatur-Nobelpreis auf, die Wahl fiel aber auf die Südafrikanerin Nadine Gordimer.

Ihre im September 1941 geschriebene Kurzgeschichte The Heroine konnte sie 1944 an die Modezeitschrift Harper’s Bazaar verkaufen, die sie im August 1945 veröffentlichte. Im Sommer 1948 bekam sie ein Stipendium für die Künstlerkolonie Yaddo in Saratoga Springs im Bundesstaat New York, einer Stiftung, die es Künstlern ermöglichen soll, eine Zeit lang in Ruhe zu arbeiten und gleichzeitig durch den Kontakt mit anderen Künstlern neue Anregungen zu bekommen. Hier schrieb sie große Teile ihres ersten Romans Strangers on a Train (deutscher Titel: Zwei Fremde im Zug), der 1950 erschien und großen Erfolg hatte. Alfred Hitchcock kaufte für 6800 $ die Rechte und verfilmte den Roman 1951. Am Drehbuch arbeitete unter anderem Raymond Chandler mit. Durch die Verfilmung ihres Werkes wurde Highsmith über Nacht weltberühmt.

1953 veröffentlichte sie unter dem Pseudonym Claire Morgan den Roman The Price of Salt, die Geschichte einer lesbischen Liebe mit glücklichem Ende. Eine Begegnung mit einer Kundin aus ihrer Zeit als Verkäuferin in der Spielwarenabteilung inspirierte sie zu dem Roman. Diese Frau übte einen merkwürdigen Zauber auf Highsmith aus. Zu einer persönlichen Begegnung kam es jedoch nie – genau wie später mit dem „Vorbild“ von Ripley. Das Pseudonym wählte Highsmith, um nicht als Autorin von lesbischen Geschichten abgestempelt zu werden; erst 1984 bekannte sie sich öffentlich zur Autorschaft. Der Roman hatte ebenfalls großen Erfolg. Von der Taschenbuchausgabe wurde fast eine Million Exemplare verkauft.

Diese beiden frühen Erfolge verschafften ihr eine gewisse finanzielle Unabhängigkeit, die ihr ausgedehnte Reisen ermöglichte. Diese Reisen führten sie vor allem nach Europa und dienten auch der Recherche für neue Romane. Oft suchte sie gezielt Orte auf, die in ihrem neuesten Projekt ein Rolle spielen sollten. Manchmal wurde sie aber auch erst während der Reise zu einem neuen Werk inspiriert, sei es durch den Schauplatz, sei es durch Begegnungen mit Menschen.

Highsmith wird häufig mit ihrer populärsten Romanfigur, Tom Ripley, identifiziert. Ripley ist ein amoralischer hedonistischer Krimineller, der auch vor Mord nicht zurückschreckt. Im Gegensatz zu anderen ihrer Romanfiguren wird Ripley nicht von einem permanenten schlechten Gewissen gequält, sondern handelt nach dem Motto „Der Zweck heiligt die Mittel“. Gleich im ersten Roman, Der talentierte Mr. Ripley (The Talented Mr. Ripley, 1955), ermordet Ripley einen reichen Amerikaner und nimmt dessen Identität an, um mit dessen Geld von nun an ein sorgenfreies Bohème-Leben ohne geregelte Arbeit führen zu können. Das Buch war ein großer Erfolg bei Lesern und Kritikern. Highsmith erhielt mehrere Preise für dieses Buch, u. a. den Preis der Mystery Writers of America, den Edgar Allan Poe Award und den Grand prix de littérature policière.

Zusätzliche Popularität gewann das Buch 1960 durch die Verfilmung von René Clément mit Alain Delon als Ripley (deutscher Filmtitel: Nur die Sonne war Zeuge). Das moralisierende Ende des Films stellte jedoch den Geist der Vorlage vollkommen auf den Kopf. 1999 folgte eine weitere Verfilmung des Stoffes durch Anthony Minghella mit Matt Damon in der Rolle des Tom Ripley (deutscher Filmtitel: Der talentierte Mr. Ripley).

Einige weitere Romane wurden ebenfalls verfilmt: Der amerikanische Freund (1977) mit Dennis Hopper in der Rolle von Tom Ripley war eine Regiearbeit von Wim Wenders nach dem Roman Ripley's Game. Ripley Under Ground wurde im Jahre 2005 von Roger Spottiswoode unter demselben Titel verfilmt, mit Barry Pepper in der Hauptrolle. Ripley's Game entstand 2002 mit John Malkovich als Ripley sowie Ray Winstone, Hanns Zischler und Dougray Scott. Regie führte Liliana Cavani.

Highsmith galt als sehr zurückhaltende Persönlichkeit, die nur wenige Freunde hatte. Zeitlebens mied sie öffentliche Auftritte und Interviews. 

Romane und Erzählungen von Patricia Highsmith wurden bisher in 25 Sprachen übersetzt, darunter die meisten wichtigen europäischen Sprachen (außer Russisch) und ins Japanische. Die ersten Übersetzungen ins Deutsche erschienen erst Anfang der sechziger Jahre beim Rowohlt Verlag, seit 1968 erschienen ihre Werke im Diogenes Verlag, Zürich, der seit 1980 weltweiter literarischer Agent ihrer Werke ist und seit 1993 Eigentümer der Weltrechte an ihrem Gesamtwerk.

Oben: Original-signierte Karteikarte (Postkartenformat)    Price in Euro 35.- 
Unten: Original-signierte Karte (Format 4,5 x 15 cm)   Price in Euro 25.-

WOLFGANG HILDESHEIMER
1916 - 1991

Schriftsteller

Wolfgang Hildesheimer wurde als Sohn jüdischer Eltern in Hamburg geboren. Nach einer Schreinerlehre in Palästina, wohin seine Eltern emigriert waren, studierte er Malerei und Bühnenbildnerei in London. 1946 begann er eine Tätigkeit als Simultandolmetscher und Gerichtsschreiber bei den Nürnberger Prozessen. Er arbeitete danach als Schriftsteller und war Mitglied der Gruppe 47. 1980 hielt Hildesheimer die Eröffnungsrede der Salzburger Festspiele ("Was sagt Musik aus?").

Neben seinen literarischen Werken verfertigte Hildesheimer auch Collagen, die er in mehreren Bänden sammelte (zuerst in Endlich allein, 1984). Ähnliche, auch thematisch verwandte Doppelbegabungen sind im späten 20. Jahrhundert bei Peter Weiss und Ror Wolf nachweisbar.

Oben: Original-signierte Karte (Format ca. 5.5 x 10.5 cm)    Price in Euro 10.-
Unten: Original-signierte Karte (Format 12 x 18 cm)   Price in Euro 15.-

JOE HYAMS
1923 - 2008

Schriftsteller

Hyams war Kriegsberichterstatter im zweiten Weltkrieg, später Kolumnenautor für die New York Herald Tribune in Hollywood, sowie Autor mehrerer Sachbücher, zahlreicher Drehbücher und zweier Romane.

Er schrieb über diverse Hollywood-Größen wie Humphrey Bogart und Lauren Bacall und verfasste eine James Dean-Biografie. Außerdem schrieb er über Zen und Kampfkünste. Hyams war unter anderem Kenpo-Karate-Schüler von Ed Parker und trainierte Jeet Kune Do bei Bruce Lee.

Joe Hyams heiratete 1964 die deutsche Schauspielerin Elke Sommer, von der er 1981 kinderlos geschieden wurde.

Zu seinen Büchern gehören "The Pool", "Accomplices to the Crime: The Arkansas Prison Scandal (verfilmt als "Brubaker" mit Robert Redford), "Murder at the Academy Awards"
 

Original-signiertes Grossfoto (Format A4)    Price in Euro 29.- 

ELLIS KAUT
1920

Schriftstellerin "Pumuckl"

Die gebürtige Stuttgarterin kam durch den Umzug ihrer Eltern in die bayerische Landeshauptstadt. Mit 19 Jahren ehelichte sie den Schriftsteller Kurt Preis und blieb in München. Nach einer Schauspielausbildung wandte sich Ellis Kaut dem Studium der Bildhauerei zu. Seit 1948 betätigt sie sich als freie Schriftstellerin und übernahm in den 1950er und 1960er Jahren Sprechrollen bei Hörspielen. Beim Bayerischen Rundfunk betreute sie Kindersendungen.

Mit ihrer Stiftung zur Förderung des Lesens und der Jugendliteratur regt sie zur Beschäftigung mit Büchern ihres Genres an.

Mit ihren Geschichten über den Kobold Pumuckl, der bei Schreinermeister Eder allerlei Spuk in dessen Werkstatt treibt, hatte Kaut außergewöhnlich großen Erfolg.

Zunächst 1962 als Hörspiel vom Bayerischen Rundfunk gesendet, fanden die Pumuckl-Geschichten bei Kindern auch als Buch, Schallplatte/Kassette, CD oder DVD und als Fernsehserie Anklang. Inzwischen sind rund 100 Geschichten entstanden, in denen Pumuckl für Aufregung und Verwicklungen zuständig ist. Die 52-teilige Fernsehserie, sowie die Hörspielreihe mit Alfred Pongratz und später Gustl Bayrhammer als Meister Eder und Hans Clarin, welcher Pumuckl seine Stimme lieh, sorgte für bundesweite Bekanntheit des Geschöpfes von Ellis Kaut.

Im oberbayerischen Ohlstadt existiert mittlerweile ein Pumuckl-Museum.

Original-signierte Karteikarte mit gedrucktem Pumuckl (Postkartenformat)    Price in Euro 19.- 


 

ARNOLD KÜBLER
1890 - 1983

Schriftsteller

Arnold Kübler wuchs als Sohn eines Gastwirts und Bauern in Wiesendangen auf. Sein Geologiestudium sowie eine Bildhauerausbildung brach er ab.

Nach dem Ersten Weltkrieg arbeitete er als Schauspieler in Dresden und Berlin. Diese Laufbahn musste er nach einer Operation wegen Narben im Gesicht aufgeben. Mit seinem literarischen Schaffen konnte er grössere Erfolge feiern. 

Nach seiner Rückkehr in die Schweiz 1926 wurde er zum Chefredaktor der Zürcher Illustrierten berufen. 1941 gründete Kübler die Kulturzeitschrift "du", die er während 16 Jahren führte. Er betätigte sich in seinen Positionen als Kulturvermittler und Impulsgeber, vernachlässigte aber seine eigenen künstlerischen Ausdrucksformen nicht: 

In den Sechziger Jahren trat er mit grossem Erfolg als Einmannkabarett wieder auf die Schauspielbühne. Daneben war Kübler zeichnerisch und auch literarisch tätig. Auf über 2100 Seiten schilderte Kübler in seinen Öppi-Romanen autobiografische Begebenheiten.

Original-Unterschrift auf Rückseite des Fotos montiert (Format ca. 8.5 x 12 cm)    Price in Euro 15.-

MARY LAVATER-SLOMAN
1891 - 1980

Schriftstellerin

Mary Lavater-Sloman war die Tochter einer alteingesessenen Hamburger Reederfamilie. Schon als junges Mädchen kam sie nach dem damaligen Sankt Petersburg, wo sie den Schweizer Ingenieur Emil Lavater kennen lernte, den sie 1912 heiratete. 1913 kam ihre Tochter Warja zur Welt. Von 1914 bis 1919 lebte sie in Moskau, dann, nach einer abenteuerlichen Flucht, in Griechenland. 1922 ließ sie sich mit ihrer Familie in Winterthur nieder und ab 1943 lebte sie in Ascona. Sie starb am 5. Dezember 1980 in Zürich.

Mary Lavater-Sloman ist berühmt geworden durch Darstellungen bedeutender Figuren Europas und besticht in ihren Biografien mit Liebe zum Detail nebst jeder möglichen Quelle, der sie nachgegangen zu sein scheint. Nach einem erfüllten Leben wurden sie auf dem Friedhof Fluntern (Stadtteil von Zürich), Nähe Zoo, beerdigt.

Zu ihren Büchern gehören    "Herrin der Meere, Königin Elisabeth I. von England", "Pestalozzi, Die Geschichte seines Lebens", " Katharina und die russische Seele", " Lucrezia Borgia und ihr Schatten", "Die grosse Flut, Roman aus der Stadt Hamburg", " Das Gold von Troja, Leben und Glück des Heinrich Schliemann", "Richard Löwenherz, König Kreuzfahrer Rebell" und "Jeanne d'Arc, Lilie von Frankreich".
 

1. Original-signiertes Foto (Postkartenformat)     Euro 25.-
2. Original-signierte Klappkarte mit ausführlichem Text (Postkartenformat)    Price in Euro 19.- 
3. handschriftliches Gedicht, signiert (Format 10.5 x 18 cm)    Price in Euro 39.-
4. original-signierte Karte (Format 10.5 x 18 cm)    Price in Euro 15.-

DONNA LEON
1942

Schriftstellerin

Sie ist Autorin von Kriminalromanen, die in ihrem Wohnort Venedig spielen. Nach dem Studium in ihrer Heimat und in Siena sowie Perugia unterrichtete sie Englisch und englische Literatur. Anschließend arbeitete sie als Reisebegleiterin in Rom, als Werbetexterin in London und unterrichtete später an amerikanischen Schulen in der Schweiz, im Iran, in China und in Saudi-Arabien, wo sie wegen der Weigerung, sich bei ihrer Lehrtätigkeit zu verschleiern, nicht mehr arbeiten durfte. Zuletzt war sie an der Außenstelle der Universität Maryland auf dem US-Luftwaffenstützpunkt Vicenza tätig, bis sie sich ausschließlich der Schriftstellerei widmete.

In Deutschland ist sie eine der erfolgreichsten Bestsellerautorinnen. Auf ihren Wunsch hin erscheinen ihre Bücher nicht auf italienisch, damit die Venezianer, von denen sie ihre Geschichten und Anregungen hat, weiter unvoreingenommen mit ihr umgehen. Im Jahre 2003 erhielt sie den unter anderen vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels (Landesverband Bayern), der Bayerischen Staatskanzlei und dem Bayerischen Rundfunk getragenen Internationalen Buchpreis Corine in der Sparte Belletristik. Ihre Leidenschaft gilt der Oper, nach eigenen Angaben besucht sie fast jede wichtige Inszenierung in Europa. Besonders mag sie die Werke von Georg Friedrich Händel.

Der Held in Donna Leons Kriminalromanen, die seit 1992 in einem regelmäßigen jährlichen Rhythmus erscheinen und stets die deutschen Bestsellerlisten anführen, ist der Venezianer Commissario Guido Brunetti.

Der melancholische Polizist und Sympathieträger Guido Brunetti leidet darunter, das Böse nicht aus der Welt schaffen zu können. Seine Frau Paola, Tochter eines Conte aus der Familie Falier, einer der ältesten Familien Venedigs, arbeitet als Professorin für englische Literatur (ähnlich der Autorin selbst) und ist vom Geist der 68er-Bewegung beseelt. Ihre heranwachsenden Kinder Raffaele und Chiara entwickeln in den Romanen stets einen menschenfreundlichen Enthusiasmus, der mit der korrupten und grausamen Welt des Verbrechens kontrastiert. Als komische Figur der Romane fungiert der ungeschickte, eitle und unfähige Polizeichef Venedigs Vice-Questore Patta, der meistens anderer Meinung ist als Brunetti und sich auch nur selten einsichtig zeigt, wenn Brunetti am Ende den Fall auf seine Weise aufgeklärt hat. Weitere Hauptfiguren sind der loyale und umweltbewusste Sergente Vianello (seit dem elften Roman Ispettore und mit Brunetti per Du) und die moderne, attraktive Computerspezialistin Signorina Elettra, die seit dem dritten Roman Pattas Sekretärin ist. Als weiterer Kontrapunkt zu diesen Figuren tritt Sergente Alvise auf, der sich trotz eigener Beschränktheit, dem Hang zur Vorschriftenabhängigkeit und gelegentlichem Übereifer einer gewissen Wertschätzung seitens des Vice-Questore erfreut.

Donna Leon nimmt aktuelle Themen, wie sie in den Zeitungen diskutiert werden, in ihre Romane auf. Einige Beispiele dafür: Bestechung in der Bauverwaltung, Umweltskandale, Rauschgiftverkauf an Jugendliche, Umgang mit Asylanten, Sextourismus oder sexueller Missbrauch von Kindern durch Geistliche.

Brunetti findet immer den Täter und seine Hintermänner, allerdings kommen die Hintermänner immer ungeschoren davon, weil sie über ein weitreichendes Beziehungsgeflecht verfügen. Manchmal kann auch der Täter nicht bestraft werden, weil raffinierte juristische Winkelzüge ihn als unzurechnungsfähig hinstellen.
Commissario Brunettis Arbeitsplatz, die Questura in Venedig.

Original-signierte Karte (Postkartenformat)    Price in Euro 17.- 

ERIC MALPASS
1910 - 1996

Schriftsteller

Eric Malpass arbeitete lange Zeit als Bankangestellter in Mittelengland, bevor er 1947 seine Stelle bei der Zeitschrift BBC antrat. Er wurde Mitarbeiter bei mehreren großen Zeitungen, wie auch des Observer, dessen Kurzgeschichten-Wettbewerb er 1954 gewann. 1960 wurde sein Roman Beefy ist an allem schuld (engl. Originaltitel: Beefy Jones) in Italien mit der Goldenen Palme für das beste humoristische Buch dieses Jahres ausgezeichnet.

Malpass war ein großer Shakespeare-Liebhaber, was in fast allen seinen Romanen deutlich wird. Er verfasste neben den populär gewordenen Gaylord-Romanen Morgens um sieben ist die Welt noch in Ordnung (engl. Originaltitel: Morning´s at seven) und Wenn süß das Mondlicht auf den Hügeln schläft (engl. Originaltitel: At the Height of the Moon) noch fünf weitere Romane dieser Reihe, die aber nicht den Bekanntheitsgrad dieser beiden Bücher erlangten, was wohl auch im Zusammenhang mit der Verfilmung dieser zwei genannten stehen könnte. Eine weitere Erzählung, die ebenfalls in Deutschland als Filmstoff verarbeitet wurde, war Als Mutter streikte (engl. Originaltitel: Oh My Darling Daughter). Die dreiteilige Shakespeare-Biografie Liebt ich am Himmel einen hellen Stern (engl. Originaltitel: Sweet Will), Unglücklich sind wir nicht allein (engl. Originaltitel: The Cleopatra Boy) und Hör ich im Glockenschlag der Stunden Gang (engl. Originaltitel: A House of Women) zeugt unter anderem von seiner Passion für diesen. Fast alle seine Bücher sind humorvolle Familienerzählungen: in denen "[...] Malpass, Glück nicht als Zustand oder Konvention [...] [definiert], [...] sondern als Moment der Zuversicht inmitten all der Unsicherheiten, Zweifel und Fehlschläge, aus denen das normale Leben zu bestehen pflegt.[...]" (Sybil Gräfin Schönfeldt). Bis auf Morgens um sieben ist die Welt noch in Ordnung ist sein ins Deutsche übersetztes Werk im Buchhandel überwiegend vergriffen.

Original-signiertes Foto, Unterschrift auf Rückseite (Postkartenformat)    Price in Euro 25.- 

KATIA MANN
1883 - 1980

Ehefrau des Schriftstellers Thomas Mann

Katia Mann (geborene Katharina Hedwig Pringsheim; * 24. Juli 1883 in Feldafing bei München; † 25. April 1980 in Kilchberg bei Zürich) war die Ehefrau des deutschen Schriftstellers Thomas Mann und Mutter von Erika, Klaus, Golo, Monika und Michael Mann sowie Elisabeth Mann-Borgese. Als jüngstes Kind und einzige Tochter des Mathematikprofessors Alfred Pringsheim und der ehemaligen Schauspielerin Hedwig Pringsheim wuchs sie in äußerst wohlhabenden und liberalen Verhältnissen auf. In Thomas Manns Werken findet sich in mehreren Figuren ein starker Bezug zur Person Katia Mann; darüber hinaus inspirierte sie ihn zu dem Roman Der Zauberberg von 1924 und der Erzählung Die Betrogene von 1953.

Hohe Anforderungen stellten die Eltern an die schulische Ausbildung ihrer Kinder. Während ihre Brüder das Gymnasium besuchten, erhielt Katia Pringsheim ab dem siebten Lebensjahr Privatunterricht und legte 1901 als erste Frau das Abitur in München ab. Frauen waren bis dahin von der staatlichen Abiturprüfung ausgeschlossen, und Katia musste als sogenannte Privatstudierende ein Vorexamen ablegen, um an der Prüfung des Münchener Königlichen Wilhelms-Gymnasium teilnehmen zu können. Von der Münchener Universität, an der ihr Vater lehrte, wurde ihr auf Antrag die Erlaubnis erteilt, Vorlesungen zu besuchen. Erst ab 1903 war Frauen in Bayern, und damit auch ihr, ein reguläres Studium möglich. Katia Pringsheim gehörte zu den ersten sogenannten aktiven Studentinnen und interessierte sich hauptsächlich für die naturwissenschaftlich-mathematischen Fächer, hörte jedoch auch Vorlesungen in Philosophie.

Im Frühjahr 1904 lernte sie durch Vermittlung der gemeinsamen Bekannten Elsa Bernstein den sieben Jahre älteren Thomas Mann kennen. 
Katia Pringsheim willigte schließlich im November 1904 in die Ehe ein. Das Paar heiratete am 11. Februar 1905 standesamtlich in München.

Katia und Thomas Mann bezogen nicht weit von Katias Elternhaus eine Etagenwohnung, die Alfred Pringsheim ihnen eingerichtet hatte. Bereits im November 1905 kam die Tochter Erika zur Welt. Innerhalb von fünfzehn Jahren wurden die sechs Kinder, Erika (1905–1969), Klaus (1906–1949), Golo (1909–1994), Monika (1910–1992), Elisabeth (1918–2002) und Michael (1919–1977) geboren. 1907 hatten sich Thomas Manns Einkünfte bereits soweit verbessert, dass man neben der Stadtwohnung in München ein Wochenendhaus in der Nähe von Bad Tölz bauen konnte. Um den Lebensunterhalt für seine stetig wachsende Familie finanzieren zu können, ging Thomas Mann regelmäßig auf längere Lesereisen. Ab 1910 lebte die Familie Mann in der Mauerkircher Straße 13 in zwei miteinander verbundenen Vierzimmer-Wohnungen, um die inzwischen sechsköpfige Familie und die vier Bediensteten unterzubringen. Erst 1914 zog die Familie Mann in ihr Poschi genanntes Haus in der Poschingerstraße 1 am Herzogpark. Es mangelte nicht an Dienstpersonal wie Köchin, Stubenmädchen, Kinderfräulein und später auch ein Chauffeur.
Davos um 1915

Im Sommer 1911 bekam Katia Mann Lungenbeschwerden und ging 1912 mit der Diagnose "geschlossene Tuberkulose" zur Kur nach Davos. Tatsächlich dürften ihre Beschwerden anderen Ursprungs gewesen sein, denn später angefertigte Röntgenbilder zeigten, dass sie nie an Tuberkulose erkrankt gewesen sein konnte. In den folgenden Jahren wiederholten sich regelmäßig und oft monatelang ihre Sanatoriumsaufenthalte im Hochgebirge. Ihre Briefe aus Davos und Arosa, wo sie im Waldsanatorium Prof. Jessen die Kur verbrachte, inspirierten Mann zu seinem Roman Der Zauberberg. Ihre Kinder blieben währenddessen in München und wurden von Kindermädchen betreut. Klaus Mann über diese Zeit: „In solchen Monaten und halben Jahren herrschten die launischen Damen fast unumschränkt über uns, da unser Vater, wenngleich sehend, nichts von […] erzieherische[m] Furor an sich hatte.“

Ob es sich bei Katia Manns Beschwerden um eine psychosomatische Erkrankung handelte, wie viele es vermuten, ist nicht abschließend geklärt. Dass sie aber in Haushalts- und Erziehungsfragen auf sich allein gestellt war, was eine Überlastung nahelegt, wird aus diversen Quellen deutlich. So hieß es am Ende des Schuljahres 1916/1917 in Klaus Manns Zeugnis: „Der Vater, der Schriftsteller Thomas Mann, erkundigte sich nie nach seinem Sohn, dagegen wiederholt die Mutter, der anscheinend die ganze Erziehung der Kinder obliegt“ und Katia Manns Mutter sollte schon 1906 über den Schwiegersohn geäußert haben, dass er „ein rechter Pimperling“ sei, der „nicht viel verträgt.“Katia Mann sorgte für die gewünschte Stille im Haus. „Wurde draußen im Garten Wäsche aufgehängt, so schloß er die Fenster des Arbeitszimmers und zog die Vorhänge zu.“

Den Ersten Weltkrieg erlebte Katia Mann mit ihrer Familie in München. Thomas Mann war für den Kriegsdienst zwar für untauglich erklärt worden, aber seine Einnahmen waren rückläufig, weshalb Hauspersonal entlassen werden musste. Das Landhaus in Bad Tölz wurde 1917 gegen eine Kriegsanleihe veräußert.

Um während der Kriegsjahre die Familie mit genügend Lebensmitteln und Kohle zu versorgen, war sie oft stundenlang in München unterwegs. Auch die Nachkriegsjahre wurden mit immerhin nun sechs Kindern aufgrund der allgemeinen Wirtschafts- und Versorgungslage zunächst nicht einfacher. Thomas Mann hatte sich während des Krieges mit seinem Essay Gedanken im Krieg deutschnational geäußert und sich aus diesem Grund mit seinem Bruder Heinrich überworfen. Sein Einkommen, insbesondere die Einnahmen aus ausländischen Buchverkäufen, ermöglichten der Familie weiterhin einen vergleichsweise guten Lebensstandard. Katia Mann jedoch beklagte während eines weiteren Kuraufenthaltes: „Ich habe hier soviel Zeit zum Nachdenken, und da denke ich doch manchmal, daß ich mein Leben nicht ganz richtig eingestellt habe, und daß es nicht gut war, es so ausschließlich auf Dich und die Kinder zu stellen.“

Die schulischen Leistungen der Kinder entsprachen nicht den Erwartungen. Bis auf Elisabeth mussten alle vor dem Abitur die öffentlichen Gymnasien verlassen und wechselten auf Privatschulen, oftmals Internate. 1923 brach Klaus die Schule ganz ab und wurde zunächst Theaterkritiker. Auch Erika schlug nicht die gewünschte akademische Laufbahn ein, sondern begann 1924 nach dem nur mühsam bestandenen Abitur eine Schauspielausbildung. 1926 heiratete sie den Schauspielkollegen Gustaf Gründgens, allerdings hielt die Ehe nur bis 1929.

Katia Mann begleitete Thomas Mann in dieser Zeit regelmäßig auf offiziellen Reisen. Bereits 1920 war ihm von der Universität Bonn die Ehrendoktorwürde verliehen worden, 1926 ernannte ihn der Lübecker Senat zum Professor, und 1929 erhielt er den Nobelpreis für Literatur für sein Werk Buddenbrooks.

Von der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 erfuhren sie während einer Erholungsreise in Arosa. Thomas Mann hatte sich mit seinem Appell an die Vernunft, einer Rede, die er 1930 im Berliner Beethovensaal hielt, gegen den Nationalsozialismus gewandt, und auch Erika und Klaus hatten sich noch im Januar 1933 bei der Premiere ihres politischen Kabaretts Die Pfeffermühle als im Sinne der Nationalsozialisten deutschlandfeindlich gezeigt. Um einer Verhaftung zu entgehen, mussten die Ensemblemitglieder untertauchen. Erika und Klaus Mann warnten ihre Eltern brieflich und telefonisch vor einer Rückkehr nach Deutschland. Klaus Mann fuhr am 13. März nach Paris, während Erika die Joseph-Manuskripte ihres Vaters zusammenraffte und in die Schweiz abreiste, wo sie Thomas Mann die aus dem Elternhaus in München geretteten Manuskripte übergab. [8] Das Haus in München wurde noch im selben Jahr enteignet und gegen Thomas Mann ein Schutzhaftbefehl erlassen.

Als Zufluchtsort hatten Thomas und Katia Mann sich zunächst für Sanary-sur-Mer in Südfrankreich entschieden, bis sie sich schließlich im Schweizer Küsnacht für die nächsten fünf Jahre niederließen. Außer Klaus, der in Amsterdam an der Gründung der Zeitschrift Die Sammlung arbeitete, hatte sich dort inzwischen die gesamte Familie versammelt. Ein Teil ihres Hausrats war über Umwege in die Schweiz geschafft worden, und dank Vermögenseinlagen im Ausland war die Existenzgrundlage weiterhin gesichert. Thomas Mann nahm 1934 seine Lesereisen wieder auf, und Katia Mann reiste mit ihm mehrmals in die USA. 1936 wurde ihnen die deutsche Staatsbürgerschaft aberkannt, aber bis auf Erika, die in zweiter Ehe 1935 den englischen Lyriker Wystan Hugh Auden geheiratet hatte, waren die Mitglieder der Familie Mann dank guter Beziehungen zu Präsident Edvard Beneš nun tschechische Staatsbürger. Für das Ehepaar Mann war die Aberkennung ein schwerer Schlag, doch mehr noch setzten Katia Mann familiäre Schwierigkeiten zu. Erika, Klaus und auch Michael hatten bereits zu dieser Zeit Alkohol- und Drogenprobleme, Monika litt an Depressionen und schrieb Katia „fatale“ Briefe[9], wie Thomas Mann in seinem Tagebuch vermerkte. 1938 kam Klaus zur Entziehungskur nach Zürich, da sein Drogenkonsum außer Kontrolle geraten war.

Im März 1938 waren die deutschen Truppen in Österreich einmarschiert. Die Situation jüdischer Flüchtlinge hatte sich auch innerhalb der Schweiz verschärft, und auf ein verkürztes Einbürgerungsverfahren bestand trotz Thomas Manns Prominenz kaum Hoffnung. In dieser unsicheren Lage bot ein von Thomas Manns vermögender Gönnerin Agnes E. Meyer vermittelter Lehrauftrag der Princeton University die Möglichkeit, Europa zu verlassen. Am 17. September 1938 schifften sich Katia und Thomas Mann mit Elisabeth in Southampton auf dem Dampfer Nieuwe Amsterdam Richtung USA ein und wurden dort begeistert empfangen. „Erschütternd war der Empfang […] wir haben so etwas noch nie erlebt. Es ist ja gewissermaßen ein Glück hier in Sicherheit zu sein, aber ich persönlich wäre den Ereignissen doch lieber näher.“ Wie bei jedem Umzug lag es an ihr, das neue Haus nach Thomas Manns Gewohnheiten herzurichten. „Genaue Wiederherstellung des Schreibtisches, jedes Stück […] genau an seinem Platz wie in Küsnacht u. schon in München.“ notierte er zufrieden nur eine Woche nach ihrer Ankunft in Princeton. In Molly Shenstone, der Frau des Physikers Allen G. Shenstone, fand Katia Mann die Freundin ihres Lebens.

Katia Manns Wunsch, den Ereignissen näher sein zu wollen, begründete sich auch in der Sorge um ihre Eltern, die sich noch in Deutschland aufhielten, und die erst am 31. Oktober 1939, einen Tag vor der Schließung der Grenzen, in Zürich eintrafen. Seinen Eltern und Elisabeth war Klaus dauerhaft in die USA gefolgt. Erika war die erste der Familie, die 1937 offiziell in die USA eingewandert war. Die übrigen lehnten eine Emigration zunächst ab. Golo kehrte im Sommer 1939 nach Zürich zurück, und Michael ließ sich nach seiner Hochzeit im März 1939 in London nieder. Monika war in Europa geblieben und heiratete ebenfalls im März in London. Nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs bemühte sich Katia Mann, alle Familienmitglieder ins amerikanische Exil in Sicherheit zu bringen. Michael erreichte unbehelligt im Januar 1940 per Schiff, der Britannic, New York, und Erika flog nach einer Kriegsberichterstattung über das massive Bombardement The Blitz für die BBC London im Oktober 1940 in die USA zurück. Golo war noch im Mai 1940 als Kriegsfreiwilliger nach Frankreich gegangen und dort interniert worden. Er erreichte mit Heinrich Mann und dessen Ehefrau Nelly sowie dem Ehepaar Werfel nach einer dramatischen Flucht zu Fuß über die Pyrenäen zunächst Lissabon. Von dort aus schifften sie sich auf die Nea Hellas ein und gingen am 13. Oktober 1940 in New York von Bord. Monikas Schiff, die City of Benares, war in der Nacht zum 18. September mitten auf dem Atlantischen Ozean von einem deutschen U-Boot versenkt worden, wobei ihr Ehemann Jenö Lányi sein Leben verloren hatte. Sie selbst kam als letztes von Katia Manns Kindern am 28. Oktober 1940 in New York an.

1941 starb Katia Manns Vater und ein Jahr später ihre Mutter in Zürich im Exil. Beide Todesnachrichten erhielt sie in Kalifornien, wohin sie im April 1941 gezogen waren. Thomas Mann hatte dort mit der Filmgesellschaft Warner Brothers einen Autorenvertrag abgeschlossen, der ihnen nicht nur die finanzielle Unterstützung ihrer Kinder, sondern auch den Unterhalt eines großen Anwesens am San Remo Drive 1150 in Pacific Palisades einschließlich Personal ermöglichte. Katia Mann war mittlerweile durch die Geburt von Fridolin Mann (* 31. Juli 1940), Sohn Michaels, und Angelica Borgese (* 30. November 1940), Tochter von Elisabeth, die 1939 den Italiener Giuseppe Antonio Borgese geheiratet hatte, zweifache Großmutter geworden. Kurz vor ihrem neunundfünfzigsten Geburtstag folgte mit Antony Mann (* 20. Juli 1942) der dritte Enkel, wiederum ein Sohn Michaels. Im selben Jahr traten die USA in den Krieg ein. Erika, Klaus und Golo meldeten sich trotz Missbilligung Katia Manns freiwillig zur amerikanischen Armee und leisteten bis Kriegsende ihren Dienst in Europa. Beide Söhne waren 1943 amerikanische Staatsbürger geworden, Katia und Thomas Mann wurde die amerikanische Staatsbürgerschaft erst im Juni 1944 verliehen, während Erika sie trotz Antrags nicht erhalten hatte.

Im April 1946 wurde Thomas Mann an der Lunge operiert, und Katia Mann schrieb in die Heimat „Eine solche Lungenoperation ist unter allen Umständen ein schwerer Eingriff und in hohem Alter doppelt ernst.“ Ein Krebstumor war bei dem über Siebzigjährigen entfernt worden. Von dem Eingriff erholte er sich so gut, dass sie ein Jahr später auf Vortragsreise nach Europa gehen konnten. Erika, beruflich glücklos, kehrte 1948 in ihr Elternhaus zurück, um Thomas Mann „[…] als Sekretärin, Biographin, Nachlaßhüterin […]“ zu unterstützen. Sie begleitete ihre Eltern auch auf einer weiteren Vortragsreise nach Europa im Jahr 1949, auf der in Stockholm die Nachricht eintraf, dass sich Klaus am 21. Mai in Cannes mit Tabletten das Leben genommen hatte. „Mein Mitleid innerlich mit dem Mutterherzen und mit E. Er hätte es ihnen nicht antun dürfen,“ schrieb Thomas Mann am 22. Mai in sein Tagebuch. Dem Selbstmord gingen bereits mehrere Versuche voraus. An seiner Beerdigung nahm nur sein Bruder Michael teil.

Katia Mann war bereits 1942 an der Gebärmutter operiert worden, und 1950 folgte eine weitere Operation am Unterleib. Kurz darauf ließ sich die vierfache Großmutter – ihre Enkelin Dominica Borgese (* 6. März 1944) kam noch vor Kriegsende auf die Welt –, mit fast 67 Jahren die Brüste straffen. Doch viel Zeit zur Erholung blieb ihr nicht. In Chicago besuchte sie Elisabeth, die sich in einer schweren Ehekrise befand, und stand auch Michael bei, dessen Ehe und Musikkarriere aufgrund einer unglücklichen Affäre mit der Schwester Yehudi Menuhins, Yaltah Menuhin, zu scheitern drohte. Und Erika, durch den Tod ihres Bruders tief erschüttert, glitt weiter in ihre Drogensucht ab. „Es schmerzt mich, daß Erika ihre geliebte Mutter enerviert und deprimiert, ja reizt durch ihre große Bitterkeit.“[16] Hinzu kamen 1951 auch, angesichts des veränderten gesellschaftlichen und politischen Klimas der McCarthy-Ära, erste Überlegungen, nach Europa zurückzukehren.

Mitte 1952 erreichten Katia und Thomas Mann Zürich und mieteten sich übergangsweise in Erlenbach nahe Küsnacht ein. Ihnen vorausgereist waren Golo und Erika. Elisabeth war mit ihrer Familie in die Heimat ihres Mannes nach Florenz gezogen. Borgese verstarb noch 1952 an einem Hirnschlag, und Elisabeth kehrte vorübergehend zu ihren Eltern zurück. Während sich in den USA das Interesse an dem Schriftsteller Thomas Mann allmählich verloren hatte, wurde er in der Schweiz, Deutschland und Italien nun wieder mit Ehrungen und Vortragsanfragen überhäuft, die koordiniert werden mussten.

Im Jahr 1954 fand Katia Mann nach längeren Bemühungen ein Haus in Kilchberg, Alte Landstrasse 39, das Thomas Manns Vorstellungen entsprach. „[…] entschieden angenehm und erfreulich, nicht herausfordernd, aber anständig und bequem.“[ lautete sein Urteil. Im Juli 1955 klagte Thomas Mann im holländischen Seebad Noordwijk gegenüber Katia erstmals über Schmerzen im Bein. Er starb in ihrem Beisein am 12. August 1955 im Kantonsspital in Zürich an den Folgen von Arteriosklerose. Thomas Mann wurde auf dem Kilchberger Friedhof begraben.

Katia Mann blieb mit Erika, die sich um Thomas Manns Nachlass sowie die literarischen Hinterlassenschaften von Klaus kümmerte, in dem Kilchberger Haus wohnen. Erika begleitete Katia Mann auch zu den seltener gewordenen öffentlichen Auftritten, da sie sich, anders als ihre Tochter, weiterhin lieber im Hintergrund hielt. Dass sie „so gar nicht zum […] sich pfauenhaft aufplusternden Typus der Schriftstellergemahlin gehört[e] […]“ wurde in einem Artikel zu ihrem 75. Geburtstag im Badener Tagblatt vom 24. Juli 1958 festgestellt. Gesellschaftlich war es mit Thomas Manns Tod ruhiger um sie geworden, aber einsam war sie in ihren letzten Lebensjahrzehnten nicht. Golo hatte 1965 seinen Lehrstuhl für Politik an der Stuttgarter Universität aufgegeben und machte als freischaffender Historiker das Kilchberger Haus zu seinem Hauptwohnsitz. Auch Elisabeth reiste regelmäßig aus der Toskana an, wo sie als Schriftstellerin und Journalistin arbeitete. Monika hatte sich auf Capri niedergelassen und kam wie Michael nur selten zu Besuch. Letzterer hatte in den USA ein Germanistikstudium aufgenommen, jedoch seine Söhne bei Katia Mann in der Schweiz gelassen. Fridolin, ihr ausgewiesener Lieblingsenkel, wohnte dort bis zum Abschluss seines Musikstudiums.

Im November 1962 wurde nach den hierfür erforderlichen zehn Jahren aus der US-Amerikanerin Katia Mann eine Schweizerin. Zuvor hatte sie wie jeder Antragsteller ausreichend gute Kenntnisse der Landesgeschichte und -kunde nachweisen müssen. Nach mehreren Unfällen wurde ihr 1964 die Fahrerlaubnis entzogen. Bereits seit Anfang der 1930er Jahre war sie eine begeisterte Automobilistin, aber „Technisch eine glänzende Fahrerin, ängstigt[e] sie uns gelegentlich durch übertriebenes Gottvertrauen.“ 1969 starb Erika an einem Gehirntumor und wurde im Familiengrab in Kilchberg beigesetzt. Und nach Ehemann und zwei Kindern verlor sie 1972 mit ihrem Zwillingsbruder einen weiteren wichtigen Menschen. „Wer so lange lebt, muß viele überleben“,  stellte sie im Jahr ihres neunzigsten Geburtstags dazu fest. 1975 jährte sich der zwanzigste Todestag Thomas Manns und Katia öffnete nach Ablauf der Sperrfrist seine Tagebücher. Michael übernahm auf Bitten seiner Mutter die Hauptvorbereitungsarbeit der Veröffentlichung. In der Silvesternacht 1976/1977 starb er an der Kombination von Alkohol mit Barbituraten. Er wurde neben Vater und Schwester bestattet. Sein Tod wurde vor der inzwischen an Altersdemenz erkrankten Mutter geheim gehalten, die damit ihr drittes von sechs Kindern überlebte.

Katia Mann starb im 97. Lebensjahr. Sie wurde im Kilchberger Familiengrab beerdigt.

Original-signiertes Papierfoto (Format 14.5 x 19.5 cm)    Price in Euro 59.- (sehr selten)

ADOLF MUSCHG
1934

Schriftsteller

Adolf Muschg studierte Germanistik, Anglistik sowie Philosophie in Zürich und Cambridge und promovierte über Ernst Barlach.

Von 1959 bis 1962 unterrichtete er als Gymnasiallehrer in Zürich, dann folgten verschiedene Stellen als Hochschullehrer, unter anderem in Deutschland (Universität Göttingen), Japan und den USA. 1970 bis 1999 war er Professor für deutsche Sprache und Literatur an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich.

Seit 1976 ist er Mitglied der Akademie der Künste in Berlin, daneben ist er Mitglied der Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz sowie der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt. 2003 wurde er zum Präsidenten der Akademie der Künste in Berlin gewählt. Von diesem Amt trat er am 15. Dezember 2005 überraschend zurück. Grund für diese Entscheidung seien «unüberbrückbare Differenzen mit dem Senat der Akademie». Der Umzug in den Neubau am Pariser Platz sei nicht dafür genutzt worden, die Aktivitäten der Akademie stärker in die Öffentlichkeit zu tragen.

Original-signiertes Blatt mit montiertem Bild (Postkartenformat)    Price in Euro 7.- 

ERICA PEDRETTI
1930

Schriftstellerin, Malerin

Erica Pedretti wurde 1930 im nordmährischen Šternberk geboren und verbrachte die ersten fünfzehn Jahre ihres Lebens hauptsächlich in Záb?eh, Šternberk, Berlin und Freudenthal. Ihr Vater war der Bühnenautor, Journalist und Besitzer einer Seidenfabrik Hermann Heinrich Schefter. Dieser war als Antifaschist während des Krieges interniert, dieser Umstand konnte die Familie nicht vor der Zwangsaussiedlung bewahren. Im Dezember 1945 fuhren die fünfzehnjährige Erica und ihre Geschwister in einem Rotkreuztransportzug mit Auslandschweizern und KZ-Überlebenden von Warschau über Auschwitz, Prag und München nach St. Margrethen. Die Schweiz war die Heimat ihrer Grossmutter väterlicherseits, die durch die Ehe mit einem Ausländer die Schweizer Staatsbürgerschaft verloren hatte.

In Zürich besuchte sie von 1946 bis 1950 die Kunstgewerbeschule, dort lernte sie ihren späteren Mann Gian Pedretti, aus der Engadiner Künstlerfamilie Pedretti, kennen. 1950 musste die Familie Schefter, da sie in der Schweiz keine Aufenthaltsbewilligung erhielt, das Land verlassen. Es folgte die Emigration in die USA. Zwei Jahre verbrachte Erica in New York und arbeitete als Gold- und Silberschmiedin, ehe sie 1952 endgültig in die Schweiz zurückkehrte und Gian Pedretti heiratete. Das Künstlerpaar lebte 22 Jahre in Celerina im Engadin, wo es nach wie vor ein zweites Atelier unterhält. 1974 siedelten Pedrettis nach La Neuveville um, seit 1985 leben sie dort im selbsterbauten, über dem Bielersee gelegenen Atelierhaus, sie haben fünf Kinder.

Erica Pedretti veröffentlicht ihre Texte seit 1970. Sie war ab 1971 Mitglied der Gruppe Olten. Seit ihrer ersten grösseren Ausstellung als bildende Künstlerin 1976 in Solothurn präsentiert sie ihre Werke regelmässig als Einzel- und Gruppenausstellungen. Nach der Samtenen Revolution fanden auch Ausstellungen in Tschechien statt. Zu den Installationen der Künstlerin im öffentlichen Raum gehört die grosse Flügelskulptur am Flughafen Zürich.

Auslandsaufenthalte führten sie unter anderem 1971 nach London; 1988 als Gast an das Istituto Svizzero in Rom; 1989 war sie Writer in Residence an der Washington University in St. Louis; 1994 hatte sie den Swiss Chair an der City University of New York inne. Die Wiener Vorlesungen zur Literatur über Poetik und kreatives Schreiben (1996) galten dem Thema "Schauen und Schreiben" . Im Mittelpunkt der poetologischen Überlegungen stehen die Begriffe Wahrnehmen, Schauen und Anschauen. Sie beruft sich dabei auf Gertrude Stein. Seit 1988 ist sie korrespondierendes Mitglied der deutschen Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt. Das Schweizerische Literaturarchiv in Bern erwarb ihr literarisches Archiv und exemplarische künstlerische Arbeiten.

Ihre Kindheitserfahrungen des Verlusts von Heimat und Identität bilden den Hintergrund ihrer autobiografisch geprägten Arbeiten. In einem weiteren zumeist collagenartig gearbeiteten Prosatext dehnt sie das Motiv der Entfremdung auf die Beziehung zwischen den Geschlechtern aus, indem sie das Verhältnis von Maler und Modell thematisiert. Pedrettis bildnerisches Schaffen ist gekennzeichnet durch eine konsequente Weiterentwicklung von Ausdrucksformen. Bizarre Flügelwesen werden abgelöst durch gerüstartige Objekte und Installationen, die Themen wie Heimat und Asyl aufgreifen. Ihre Serien von Bild- und Wortkompositionen der jüngsten Zeit schaffen eine Verbindung zu den Textcollagen ihrer Prosawerke.

Erica Pedretti erhielt 1984 den Ingeborg-Bachmann-Preis für den Text Das Modell und sein Maler und 1996 den Marie-Luise-Kaschnitz-Preis für den Roman Engste Heimat. Weiterhin wurde sie unter anderem mit dem Grossen Literaturpreis des Kantons Bern (1990), dem Kunstpreis der Stadt Biel (1996), dem Mitteleuropäischen Literaturpreis Vilenica, Slowenien (1999) ausgezeichnet. Sie war die erste Frau, die 1999 den Kulturpreis des Kantons Graubünden erhielt. 2010 verlieh ihr die kantonale deutschsprachige Literaturkommission für die „herausragende aktuelle literarische Arbeit“ fremd genug den Literaturpreis des Kantons Bern. 2005 wurde sie von ihrer Geburtsstadt Šternberk zur Ehrenbürgerin ernannt.  Ihr Roman Engste Heimat wurde unter dem Titel Nechte být, paní Smrti (wörtlich: „Lasst fahren, Frau Tod“) ins Tschechische übersetzt.

Unter dem Motto „was ich vor langem an einem andern Ort begangen habe ...“ – Die ‚Erinnerungstexte‘ der Autorin Erica Pedretti fand vom 28. bis 30. Oktober 2010 an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg ein unter anderem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördertes internationales literaturwissenschaftliches Symposium statt. Die Schwerpunkte galten vor allem der Charakterisierung der experimentellen Schreibweise, der Thematisierung der Deutsch-Tschechischen Geschichte in den Erinnerungstexten, ihrer Stellung innerhalb der Schweizer Literatur sowie der Bedeutung von Schrift, Bild und Figur in ihrem künstlerischen Schaffen. Von den Veranstaltern wurde betont, dass sich inzwischen viele osteuropäische Wissenschaftlerinnen mit den Texten der Schriftstellerin befassten, die den mittelosteuropäischen Raum erschließen, den Pedrettis Prosa reflektiere. 

In ihren autobiographisch geprägten Prosawerken  thematisiert Erica Pedretti die durch Nationalitätenhass, Krieg und Heimatverlust entstandenen Verletzungen. Mit ihrem erzählenden Erinnern stellt sie die grundsätzliche Frage: „Wie lebt ein Mensch an einem fremden Ort (und wärs das Paradies), und hat noch alle Schrecken im Kopf?“ 

Die Schriftstellerin wendet sich in einem Gespräch mit Patricia Zurcher  gegen ein anekdotisches, glattes Erzählen, das angesichts der traumatischen Erfahrungen etwas Verlogenes an sich habe und der Angst nicht gerecht werden könne. Ihr Schreibstil wird als Komposition aus scharfrandigen Bruchstücken beschrieben. Die Leerstellen zwischen den Worten ordnen manche Passagen zu einer „bewegten Textgrafik“. 

Iso Camartin erkennt in seiner Laudatio zum Kulturpreis des Kantons Graubünden die Fäden einer Familiengeschichte, die sich zu einer Textur eines Flickenteppichs verweben: „Man wirft ja nichts weg, sondern zerlegt jeden Fetzen und Lappen wieder zu Fäden, die man für den Teppich neu verwebt. Wer über den Teppich schreitet, tritt auf umgewirkte Familiengeschichte“. Das hier in Zusammenhang mit Pedrettis letztem Roman Kuckuckskind oder Was ich ihr unbedingt noch sagen wollte geäusserte Stilmuster einer biographischen Knüpftechnik lässt sich auf ihre weiteren Erinnerungstexte übertragen. Die Romane und Erzählungen sind vielfältig miteinander verflochten: durch die biografischen Erinnerungen und die geschichtlichen Zeiträume, durch die Topografie der Handlungsorte, die Themen von Heimat, Heimatverlust und Heimatlosigkeit, vor allem aber auch durch die Figuren und deren Schicksale, durch Anna, das Alter Ego der Erzählerin, und deren Lebensleitfigur, den Onkel und Maler Gregor . Nicht zuletzt sind einzelne Romane durch leitmotivische Zitate verwoben, wie unter anderem aus dem spätmittelalterlichen Streitgespräch des Ackermanns mit dem Tod von Johannes von Tepl.

Die Figur der Erzählerin mit ihrer Skepsis gegenüber authentischen Erinnerungen und ihrem Bekenntnis zum fragmentarischen Erzählen ist charakteristisch für diesen hoch reflektierten Erzählstil. Sie versuche, so Erica Pedretti, „das, was während des Schreibens passiert, in die Geschichte einzubringen“, die Erzählerin in Engste Heimat etwa zeige, „dass es sich nicht um eine Biographie handelt, dass es sich wirklich um Fiktion handelt, dass also jemand dasitzt und an etwas arbeitet, das dann diese Geschichte wird, und dass man das nicht rein biographisch liest, obwohl sehr viel biographisches Material verarbeitet ist“ . Damit wird das Erinnern selbst zum Gegenstande des Erzählens. Die hervorgehobene Position der Erzählerin, die von ihrem friedlichen Schweizer Domizil aus ihre Figur ins „Land der alten Ängste und Schmerzen“  auf Spurensuche schickt und reflektierend begleitet, beklagt das Geschehen als geschichtliche Gesetzmässigkeit. Elsbeth Pulver kann daher in ihrer Rezension des Romans Engste Heimat betonen, die letzten Kaptitel hätten „den Tonfall und den grossen Atem einer Elegie“. Deren Klage gelte nicht nur dem einzelnen Menschen; sie gelte vor allem der Tatsache, „dass der Mensch, der doch nach Johannes von Tepl […] das «allervornehmste, allergeschickteste, allerfreieste Werkstück Gottes» ist, immer wieder in den Kreislauf von Gewalt und Gegengewalt gerät, diesen antreibt, von ihm zermalmt wird. Aber auf dem dunklen Grund dieses Geschichtspessimismus wächst die humane und überlegene Betrachtung der geschichtlichen Ereignisse, die das Buch in den Rang eines Meisterwerks erhebt“ . Mit dem Hinweis auf stilistische und formale Bezüge werden vorwiegend die Autorinnen und Autoren des Nouveau Roman Nathalie Sarraute, Marguerite Duras, Robert Pinget oder Claude Simon genannt, auch werden Verbindungslinien und Parallelen zu Autoren wie Zsuzsanna Gahse, Agota Kristof, Libuše Moníková und eventuell auch Herta Müller gesehen, zu „ebenfalls aus Ost- und Mitteleuropa stammenden und nach Westeuropa migrierten Autorinnen, die ähnlich wie Pedretti das Leben ‚in der Fremde‘ zum Thema machen“. 

Camartin sieht in den Werken Erica Pedrettis eine weitere existenzielle Frage nach Heimat und Fremde, vor allem in ihrem Roman Valerie oder Das unerzogene Auge: „Die Frage lautet schlicht: Ist der Mann der Frau eine Heimat? Ist die Frau dem Mann eine Heimat? Zumal dann, wenn beide diese als das Terrain ihres Schaffens, ihres Ausdruckswillens, ihres erfahrbaren Glücks und ihrer Kunst begreifen?“  In kaleidoskopartiger Form sind die Schicksale der Protagonisten Valerie und Franz – Modell und Maler – mit den ästhetischen Reflexionen und einem Bilderzyklus von Ferdinand Hodler verspiegelt. Dieser hält darin das Sterben und den Tod von Valentine Godé-Darel, Modell und Geliebter, wie in einem Bild-Protokoll fest. Pedrettis Roman setzt dem künstlerisch geschulten männlichen Blick auf das Objekt der Sterbenden den unerzogenen Blick des weiblichen Modells entgegen. Der an einem Krebsleiden dahinsiechenden Valerie werden Stimme und Recht verliehen als Entgegnung auf Franz, der sich auf ästhetische Schriften Hodlers beruft. Auch der Zusatztitel Das unerzogene Auge stammt aus dessen Essay Über die Kunst.

Eine tastende, fragmentarische Sprache ist die Ausdrucksform: „Die verschiedenen Ebenen des Erzählens werden übergangslos, bruchstückshaft, keiner erkennbar konstruierten Chronologie oder sonstigen Sukzession folgend ineinander montiert. Erinnerung, Dialogfragmente, Tagebuchnotizen, Phantasien, Berichte, Zitate scheinen wuchernd und unmotiviert zu folgen“ . Erica Pedretti wurde durch die Aufsehen erregende Hodler-Ausstellung (1976/77) Ein Maler vor Liebe und Tod  erschüttert und durch Max Frisch zur dichterischen Gestaltung des Stoffes ermuntert . Mit dem Werk dieses Schriftstellers verbindet sie nicht nur der tagebuchartige Charakter des Romans, sondern auch das Thema Du sollst dir kein Bildnis machen.

Als bildende Künstlerin wurde Erica Pedretti in den 1970er Jahren durch ihre zum Teil grossformatigen Flügelwesen bekannt : Skulpturen verdrahtet und geleimt aus Natur- und Kunststoffen wie Schilf, Ruten oder Bambus und Materialien wie Gummi oder mit Plexiglaslösung getränkten Baumwollstoffen. Ihre Objekte lassen weiten Spielraum für Fantasien und Assoziationen: „Sie sind keine «Flugmaschinen», sie gehören viel eher in die Nähe von Fledermäusen oder den hautgeflügelten Samen der Ahornbäume. Sie sind in einem ganz und gar unliterarischen Sinn poetische Wesen“ . Schwebende Gebilde sind ebenso vertreten wie verletzte Flügelformen, überdimensionierte Flederwische oder Flügelreste eines abgestürzten Ikarus.

Weiterhin entstehen in den 80er Jahren skelettartige geometrische Formen: Zylinderröhren und Würfel oder Pyramiden. Die Installation Asyl, eine Skulptur mit sechs achteckigen Zelten aus Eisengestängen und hellblauen durchsichtigen Kunststoffnetzen als schutzloses Dach, kann als aktueller politischer Kommentar im öffentlichen Raum gelten. Mit einem Zelt als tragbarem Zuhause und den Worten der tschechischen Hymne Kde domov m?j („Wo ist meine Heimat?“) an die Wände und auf den Fussboden gesprayt präsentierte sich Erica Pedretti in ihrer ehemaligen Schule, dem verfallenden Augustinerkloster ihrer Geburtsstadt.

Bei den Ausstellungen in Literaturhäusern der Schweiz, Österreichs und Deutschlands wendet sich die Künstlerin in jüngster Zeit einer neuen Kompositionsform, einer Art Palimpsest, zu, die sie Überschreibungen nennt: Sie überschreibt leicht übertünchte Zeitungsseiten, Bilder und Fotos mit den Schreibmustern und Schriftschichten ihrer persönlichen Handschrift. Auf diese Weise wird über das „einem tagtäglich Entgegendröhnende“  eine Art handschriftliches Tagebuch gelegt.

Oben: Original-signierte Karte (Format ca 6.5 x 10.5 cm)    Price in Euro 8.- 
Unten: Original-signiertes Grossfoto (Format A4)   Price in Euro 25.- (sehr selten in dieser Qualität)

GREGOR VON REZZORI
1914 - 1998

Schriftsteller, Schauspieler

Rezzori entstammte einer sizilianischen Familie, die Mitte des 18. Jahrhunderts über Norditalien nach Wien kam. Rezzoris Großvater arbeitete als Architekt im Dienst der österreichisch-ungarischen Monarchie. Sein Vater war Beamter in Czernowitz, daher erhielt die Familie nach dem endgültigen Zusammenbruch der Donaumonarchie 1919 die rumänische Staatsbürgerschaft. Wegen der abermaligen Änderung des Grenzverlaufs wurde Gregor von Rezzori ab 1940 sowjetischer (ukrainischer) Staatsangehöriger. Später lebte er vierzig Jahre lang als Staatenloser und entschied sich dann 1982 für die österreichische Staatsangehörigkeit.

Rezzori besuchte Gymnasien in Kronstadt (Siebenbürgen), Fürstenfeld (Steiermark) und Wien. In Leoben studierte er Bergbau, in Wien Architektur und Medizin. Er unterbrach diese Studien, um seinen Militärdienst in Rumänien abzuleisten. Anschließend blieb Rezzori vier Jahre lang zeichnend und malend in Bukarest und absolvierte ein Kunststudium in Wien. 1938 kam er nach Berlin und begann zu schreiben.

Mit Unterhaltungsromanen führte sich Rezzori in den Literaturbetrieb ein. Nach Kriegsende arbeitete er vor allem als Journalist und Hörfunkautor. Bis 1948 war er beim NWDR beschäftigt (später als freier Mitarbeiter) und erzählte für das Nachtprogramm die ersten seiner Maghrebinischen Geschichten. Diese witzigen, mitunter tolldreisten Anekdoten und Legenden aus dem balkanesischen Phantasieland Maghrebinien begründeten Rezzoris Welterfolg als Schriftsteller. Sie erschienen 1952 in Buchform. Nebenher blieb Rezzori als Drehbuchautor tätig und wirkte in rund einem Dutzend Filme als passionierter Gelegenheitsschauspieler mit (z. B. Viva Maria! 1965). Rezzori war seit 1958 Mitglied des PEN-Zentrums der Bundesrepublik Deutschland.

Aus seiner ersten Ehe mit Priska von Tiedemann stammen drei Söhne. Eine zweite Ehe mit der Malerin Hanna Axmann wurde nach kurzer Zeit geschieden. 1967 heiratete er Beatrice Monti della Corte, die in Mailand die Galleria dell'Ariete zu einer namhaften modernen Kunstgalerie machte. Auch Rezzori befasste sich intensiv mit Kunst. Seine private Sammlung, die auf die Wohnsitze in der Toskana, auf Rhodos und in Mailand verteilt wurde, legte davon Zeugnis ab. Das Feuilleton würdigte Rezzori als Chronisten einer versunkenen Epoche, der das Schreiben mit leichter Hand zur Meisterschaft gebracht hatte.

Original-signiertes Blatt (etwas grösser als A5)    Price in Euro 19.- 

CURT RIESS
1902 - 1993

Schriftsteller

Riess porträtierte in Büchern und Artikeln bedeutende Zeitgenossen und verfasste unter anderem Biografien von Joseph Goebbels, Wilhelm Furtwängler, Gustaf Gründgens, Charles Chaplin und Romy Schneider. Seine zuweilen sehr freien Schilderungen gaben Anlass zur Kritik.

Besondere Bekanntheit erlangte Riess durch seine für den Stern verfasste Artikelserie über die Geschichte der Ufa "Das gab ´s nur einmal", die auch als Buch erschien.

Curt Riess emigrierte 1933 in die USA und kehrte 1945 als Kriegsberichterstatter nach Deutschland zurück. Er war mit der Schauspielerin Heidemarie Hatheyer verheiratet.

Er arbeitete auch unter den Pseudonymen Peter Brandes, C. R. Martin und Martin Amstein.

 Oben: Original-signiertes Zeitungsbild auf Karton montiert (Format A5)    Price in Euro 10.-
Unten: Original-signierter Brief (Format 15 x 21 cm, gelocht)   Price in Euro 15.-

N. O. SCARPIE
1888 - 1980

Schriftsteller

 N. O. Scarpy (eigentlich Fritz Bondy) wuchs als Sohn jüdischer Eltern der deutschsprachigen Minderheit in Prag auf. Der Vater starb früh; der Stiefvater, Heinrich Teweles, war Schriftsteller, Dramaturg am Neuen Deutschen Theater in Prag, Theaterkritiker und ab 1900 Chefredakteur des Prager Tagblatts. Ab 1912 führte auch Scarpie Regie am Neuen Deutschen Theater. Er arbeitete auch als Assistent bei Max Reinhardt.

1918 siedelte er in die Schweiz über, zunächst nach Davos, wo seine Frau Margit und sein Sohn François im Lungensanatorium leben; seine Frau starb dort 1918.

Unter dem Pseudonym N. O. Scarpi (nach Scarpino, einem Flurnamen aus Viganello bei Lugano, wo er damals wohnte) schrieb er erste Theaterstücke und Feuilletons. In der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen lebte er in der Schweiz, Paris, Jugoslawien und Ungarn; 1931 erhielt er die schweizerische Staatsbürgerschaft. Ab 1941 bis zu seinem Tod lebte er in Zürich.

N. O Scarpy ist der Vater von François Bondy und der Grossvater von Luc Bondy.

1: Original-signierte Karte mit montiertem Zeitungsbild (Format A5)    Price in Euro 9.-
2: Original-signiertes Foto (Format A5)    Price in Euro 19.-
3: Original-signierte Karteikarte (7 x 10.5 cm)    Price in Euro 12.-
Unten: Original-signiertes Buch  - Unterschrift im Innenteil   Price in Euro 35.-

URSULA VON WIESE
1905 - 2002

Schriftstellerin, Schauspielerin

Ursula von Wiese war eine Schweizer Schauspielerin, Verlagslektorin, Übersetzerin und Schriftstellerin deutscher Herkunft. Sie veröffentlichte auch unter den Pseudonymen Renate Welling und Sibylle Hilton.

Als Tochter des Soziologen Leopold von Wiese und Kaiserswaldau und der Kunstmalerin Hanna von Gersdorff – eine Großtante mütterlicherseits war die von ihr verehrte Elisabeth von Plotho – war sie Deutsche; durch ihre Heirat 1931 mit dem Dramatiker Werner Johannes Guggenheim erlangte sie das Schweizer Bürgerrecht und wohnte von da an ununterbrochen in der Schweiz. Seit 1951 verbrachte sie zudem alljährlich mehrere Wochen auf Ibiza.

Sie betätigte sich auch als Schauspielerin, wobei sie auch in einigen Spielfilmen auftrat, etwa in Bäckerei Zürrer (57), Café Odeon (59), George! (72) und Jack the Ripper (1976).
 

Prosawerke 
Neun in Ascona. Roman (mit W. J. Guggenheim). Orell Füssli, Zürich 1933 
Der Todessprung. Kriminalroman (als „Renate Welling“). Müller, Rüschlikon/Zürich 1943 
... sagte meine Freundin Ernestine. Glossen. Bergh, Unterägeri 1979 
Sternstundenbuch. 12 Bändchen (zu den 12 Tierkreiszeichen). Amboss, St. Gallen 1982 
Vogel Phoenix. Stationen meines Lebens. Klio, Bern 1994, ISBN 3-906635-02-3 
Der Mann im Mond. Novelle / Die Tensa. Utopische Erzählung (Zwei Bücher in einem Band). Klio, Bern 1998, ISBN 3-906635-03-1 
Alles schon dagewesen. Gesammelte kleine Werke. Mit einem Nachwort von Charles Linsmayer. Nimrod, Zürich 2000 
Tabasco sowie andere amüsante und lehrreiche Geschichten. Mit einem Geleitwort der Lyrikerin Ariane Braml. Nimrod, Zürich 2001 

Kinder- und Jugendbücher
Die drei Ausreisser. Märchen. Müller, Zürich 1940 
Die Geschichte von den Zoccoli. Märchen. Müller, Zürich 1941; SJW, Zürich 1976 
Michel und der Elefant. Erzählung. Müller, Zürich 1942 
Mineli und Stineli und die Zaubergeige. Märchen. Reuss, Luzern 1943 
Jörgen im Urwald. Erzählung. Müller, Zürich 1943 
Törichtes Mädchen. Roman. Falken, Zürich 1944 
Die Geschichte von der Sonnenblume, die lieber eine Mondblume sein wollte. Märchen. SJW, Zürich 1962 
Andreas und der Delphin. Erzählung. SJW, Zürich 1969 
Peter wünscht sich einen Hund. Erzählung. SJW, Zürich 1972 
Das alte Puppenhaus. Märchen. SJW, Zürich 1979 
Die gestohlene Sonne. Jugendroman (mit Irmalotte Masson). Schweizer Autorenverlag, Schaffhausen 1981 
Das Märchen vom errötenden Papier und andere Geschichten. Gesammelte Märchen. Lentz, München 1985 

Sachbücher
Sex-Appeal und Erotik. Kleines Brevier für wahre Liebeskultur (als „Sibylle Hilton“). Müller, Zürich 1948 
Das kleine Buch vom Schmuck. Sanssouci, Zürich 1961 
Ascona – Monte Verità. Auf der Suche nach dem Paradies (= Überarbeitung des Werks von Robert Landmann). Benziger, Zürich 1973; Huber, Frauenfeld 2000, ISBN 3-7193-1219-4 
Die Levi Strauss Saga. Die märchenhafte Geschichte des Mannes, der die Jeans erfand (mit Irmalotte Masson). Kindler, München 1978 
Wir sind schlank, Gott sei Dank. Schweizer Verlagshaus, Zürich 1981 
Kleine Fibel für gutes Deutsch (mit Zeichnungen von Scapa). Benteli, Bern 1984 
Schlank statt krank (mit Dr. Frédéric Belser). Fachverlag, Zürich 1989 
Deutsch am Pranger. Wörter beim Wort genommen. Comenius, Hitzkirch 1999 

Kochbücher
Spießfindigkeiten. Ein Kochbuch für Grill und Kamin mit 100 Rezepten aus aller Herren Länder. Sanssouci, Zürich 1960 
Der verhinderte Kater. Ein Kochbuch für alkoholfreie Getränke mit über 100 Rezepten und Tabellen über den Kalorien- und Vitamingehalt der Früchte und Säfte. Sanssouci, Zürich 1962 
Jedes legt noch schnell ein Ei ... 100 Rezepte für Eiergerichte und Hühnerbraten. Sanssouci, Zürich 1962 
Reste sind doch das Beste. Über 100 Rezepte für Resteverwertung. Sanssouci, Zürich 1963 
Da haben wir den Salat! 100 Salat-Rezepte mit einer Gewürzkunde. Sanssouci, Zürich 1963 
Alles aus Obst. Über 100 Rezepte für warme und kalte Gerichte. Sanssouci, Zürich 1964 
Mit Fisch zu Tisch. Über 80 Fischrezepte. Sanssouci, Zürich 1965 
Gut gewürzt ist halb gekocht. Ein Kochbuch mit 70 Rezepten. Sanssouci, Zürich 1966 
Der immerwährende Suppentopf. Ein Kochbuch mit über 100 Rezepten. Sanssouci, Zürich 1967 
Ein Hoch dem Käse. 50 Käserezepte mit Kalorientabelle sowie dichterischen Lobpreisungen von Jeremias Gotthelf, Willem Elsschot und Werner Bergengruen. Sanssouci, Zürich 1968 

Als Herausgeberin 
Oscar Wilde: Aphorismen. Scherz, Bern 1943 
Die schönsten Liebesbriefe. Scherz, Bern 1945 
Englische Weihnacht. Arche, Zürich 1967 
Weihnacht der Neuen Welt. Arche, Zürich 1969 

Übersetzungen
Ursula von Wiese übersetzte über 300 Werke aus dem Englischen, Dänischen und Französischen, etwa von Hans Christian Andersen, Louis Bromfield, Agatha Christie, A. J. Cronin, Pierre Daninos, Winston Graham, Ben Hecht, Jens Peter Jacobsen, Doris Lessing, Ella Maillart, Mary Shelley oder Donald E. Westlake.

Oben: Original-signiertes Papier-Grossfoto (Format A4)   Price in Euro 15.-
Unten: handschriftliche Notiz mit Unterschrift (Format ca. A6)    Price in Euro 10.-

KARL WITTLINGER
1922 - 1994

Schriftsteller, Drehbuchautor

Am 17. Mai 1922 wird Karl Wittlinger als einziges Kind eines Kunsttischlers in Karlsruhe geboren. Nach seinem Abitur 1940 leistet er seinen Wehrdienst, wird in Afrika eingesetzt, erleidet Kriegsverwundung und französische Gefangenschaft. 1946 beginnt er sein Studium der Germanistik und Anglistik in Freiburg i. Br. und arbeitet zum Broterwerb in verschiedenen Berufen (Heizer, Nachtwächter, Dolmetscher, Hauslehrer). Erste unveröffentlichte schriftstellerische Arbeiten, u.a. fürs Theater, entstehen. 1949 wird er Leiter einer englischsprachigen Studentenbühne und heiratet.

Von 1950 bis 1952 ist Karl Wittlinger Dramaturg und Regieassistent an den Städtischen Bühnen Freiburg. Er entschließt sich 1953, ausschließlich als freier Bühnenautor zu arbeiten. 1956 wird sein Stück Kennen Sie die Milchstraße? an den Städtischen Bühnen Köln uraufgeführt. Das Stück wird ein großer Erfolg, im In- und Ausland vielfach nachgespielt und mit dem Gerhart-Hauptmann-Preis ausgezeichnet. Im Jahr 1962 wird sein Fernseh- spiel Seelenwanderung erstmals vom WDR gesendet und als bestes TV-Spiel des Jahres mit dem Prix Italia und dem Internationalen Preis von Monte Carlo ausgezeichnet. 1968 wird Wittlinger Künstlerischer Beirat des Stadttheaters Konstanz. 1970 zieht er nach Berlin. In den folgenden Jahren entstehen fast ausschließlich Arbeiten fürs Fernsehen, u.a. Fernsehspiele für ZDF und SFB, z. B. "Ein Mann will nach oben" nach Hans Falladas Roman. 1982 übersiedelt er nach Horben bei Freiburg im Breisgau. Am 22. November 1994 stirbt Karl Wittlinger in Lippertsreute.

Karl Wittlinger schrieb zu über 15 Filmen das Drehbuch

Original-signierte Karte (Format 6.5 x 10.5 cm)    Price in Euro 12.-

HEINZ OSKAR WUTTIG
1908 - 1984

Schriftsteller, Drehbuchautor

Als Student gehörte Heinz Oskar Wuttig zu einer Gruppe "junger" Literaten in Berlin, die sich um den Verleger Victor Otto Stomps sammelte. Schon vor dem Krieg kam er mit dem Hörfunk in Kontakt. Nach 1945 schrieb Wuttig doku-fiktionale "Hörfolgen". Sein Stück Nachtwache, 1953 von Peter Thomas beim RIAS inszeniert, wurde mit dem renommierten Hörspielpreis der Kriegsblinden ausgezeichnet. Der Medienwissenschaftler Hans-Ulrich Wagner schreibt über den Autor:

    "Wuttigs Hörspiele sind Milieustudien und Alltagsgeschichten, die weniger einer komplexen psychologischen Motivation folgen als vielmehr einer typologischen Gegenüberstellung. In den 50er Jahren nehmen sie einen festen Platz im Hörspielrepertoire ein."

Später wechselte Wuttig zum Fernsehen und wurde als Drehbuchautor unterhaltsamer Fernsehserien wie Der Forellenhof, Salto Mortale, Alle meine Tiere, MS Franziska und Drei Damen vom Grill bekannt.

Original-signierte Karte (Postkartenformat)   Price in Euro 15.-

HEINZ ZAHRNT
1915 - 2003

Schriftsteller

Zahrnt kam als Sohn von Julius Zahrnt, dem Leiter einer Bankfiliale, und dessen Ehefrau Margarete, geb. Neumann, zur Welt. Nach dem Abitur an einem Kieler Gymnasium studierte er in den Jahren 1933 bis 1938 an den Universitäten Kiel, Marburg und Tübingen Theologie, Philosophie und Geschichte. 

1938 und 1939 legte er seine theologischen Examina ab und arbeite im Anschluss kurzzeitig als Assistent an der Universität Wien. Zwischen 1941 und 1945 diente er als Soldat im Zweiten Weltkrieg. Nach Kriegsende übernahm er zunächst ein Pfarrstelle in Rosenheim, kehrte aber 1946 in seine Heimatstadt Kiel zurück, wo er bis 1951 als Hochschulpfarrer tätig war. Während dieser Zeit promovierte Zahrnt an der Universität Heidelberg über Luthers Geschichtsdeutung zum Dr. theol. Von 1950 an schrieb er 25 Jahre lang für das Deutsche Allgemeine Sonntagsblatt in Hamburg und trug als theologischer Chefredakteur nachhaltig dazu bei, das Blatt als politisches, kulturelles und religiöses Forum zu etablieren.

Von 1960 bis 1999 war Zahrnt Mitglied im Präsidium des Deutschen Evangelischen Kirchentags, darunter von 1971 bis 1973 als dessen Präsident. Mit seinem theologischen Werk gelang es Zahrnt, einem breiten Publikum die Ergebnisse neuzeitlicher Theologie und deren Auseinandersetzung mit der Religionskritik verständlich zu machen.

Er war Mitglied des P.E.N.-Zentrums Deutschland. Sein ältester Sohn ist der Althistoriker Michael Zahrnt.

Original-signierte Karte (Format 6.5 x 10.5 cm)    Price in Euro 9.- 
beiliegend ein Foto im Format A5 - nicht signiert

HEINRICH ZILLICH
1898 - 1988

Schriftsteller

Geboren am 23.5.1898 in Kronstadt (Siebenbürgen), Abitur 1916 am Kronstädter Honterus Gymnasium, Teilnahme am Ersten Weltkrieg in der österreichischen Armee, Zillich verläßt die militärische Laufbahn nicht unmittelbar mit dem Zusammenbruch. Noch 1919 beteiligt er sich an den militanten Auseinandersetzungen die nach der Abtretung Siebenbürgens an Rumänien 1919 in Ungarn aufflammen. 

1920 Berlin Handelsschule, dann Studium der Staatswissenschaften, das er 1923 mit Promotion und Examen zum Diplomkaufmann abschließt. 

Ab 1924 Arbeit als freier Schriftsteller. In Kronstadt gründet er die Kunst- und Literaturzeitschrift Klingsor, die er bis in das Jahr 1939 herausgibt. 

Ab 1936 arbeitet er in Bayern. Seine Arbeit findet erste Anerkennungen: 1932 und 1934 erhält er den Erzählerpreis der Zeitschrift die neue linie, 1937 den Volksdeutschen Schrifttumspreis Stuttgart, den Literaturpreis der Stadt Berlin und die Ehrendoktorwürde der Universität Göttingen. 

Mit Beginn des Zweiten Weltkrieges wird er als Offizier der Wehrmacht zuständig für die Herausgabe der "Feldpostausgaben deutscher Dichtung". 

Nach dem Krieg macht er Karriere im Feld der Vertriebenen-Verbände - als Sprecher, dann Ehrenvorsitzender, der Landsmannschaft der Siebenbürger Sachsen, ab 1959 als Herausgeber der Südostdeutschen Vierteljahresblätter des 'Südostdeutschen Kulturwerks'. 

Im Gegenzug folgen Preise und Würdigungen seitens der rechtsnationalen Verbände wie der Vertriebenenorganisationen: 1953 der Südostdeutsche Literaturpreis, 1968 der Kulturpreis der Siebenbürger Sachsen, 1970 der Mozartpreis der Goethe-Stiftung in Basel. 1977 hält Zillich - Ehrenmitglied des rechtsnationalen 'Deutschen Kulturwerk Europäischen Geistes' (DKEG) - noch auf Einladung der 'Gesellschaft für Freie Publizistik' (GFP) einen Vortrag über die 'Deutschen in Südosteuropa'. 

Original-signierte Broschüre, Original-Unterschrift im Innenteil    Price in Euro 19.- 
(Das Titelblatt der Broschüre zeigt zudem eine gedruckte Unterschrift von Heinrich Zillich)