ROBBIE
WILLIAMS
1974
Sänger
Williams hat weltweit über 68 Millionen Tonträger
verkauft. Er erhielt mit bislang 15 BRIT Awards mehr als jeder andere britische
Künstler sowie einen Eintrag im Guinness-Buch der Rekorde für
1,6 Millionen an einem einzigen Tag verkaufte Eintrittskarten.
Williams' Eltern trennten sich, als er drei Jahre
alt war. Er wuchs mit seiner sieben Jahre älteren Schwester Sally
bei seiner Mutter Jeanette in Tunstall, einem Vorort von Stoke-on-Trent
(Staffordshire, England) auf. Williams brachte in der Schule eher schlechte
Leistungen und ist den Lehrern vorrangig als Klassenkasper in Erinnerung
geblieben, dagegen fiel er bei Schultheateraufführungen positiv auf.
Sein Unterhaltungstalent erbte Williams (laut
eigener Aussage) von seinem Vater Peter, der als Alleinunterhalter und
zeitweise als Zauberkünstler arbeitete. Dieses Talent stellte Robbie
Williams auch unter Beweis, wenn er in der Kneipe seiner Mutter The Red
Lion die Gäste mit Playback-Showeinlagen zu alten Swing-Klassikern
unterhielt. Nachdem er in den Abschlussprüfungen durchgefallen war,
versuchte Williams sich in verschiedenen Anstellungen. Er absolvierte unter
anderem ein Kurzpraktikum bei BBC Radio Stoke und arbeitete kurzzeitig
als Fensterrahmenverkäufer.
Als seine Mutter 1990 eine Anzeige entdeckte,
in der Jungs für eine Boygroup gesucht wurden, meldete sie den 15-Jährigen
zum Auswahlverfahren an, bei dem die späteren Mitglieder von Take
That ermittelt wurden. Zunächst nur als Ersatz unter Vertrag genommen,
wurde Williams schon bald festes Mitglied von Take That. Die Gruppe wurde
die kommerziell erfolgreichste Boygroup der 1990er-Jahre mit zahlreichen
Top-Ten-Erfolgen in der ganzen Welt und Williams, obgleich lediglich bei
den Songs Could It Be Magic und Everything Changes als Hauptsänger
zu hören, das populärste Mitglied.
Am 17. Juli 1995 wurde bekannt gegeben, dass Williams
nach Drogen- und Partyexzessen die Band verlassen müsse. Er selbst,
unzufrieden mit seiner Rolle in der Gruppe, war nicht mehr bereit gewesen,
sich an die vom Management vorgegebenen strikten – und sämtliche Bereiche
des privaten und öffentlichen Lebens betreffenden – Reglementierungen
zu halten. In Deutschland mussten zeitweise Seelsorge-Hotlines eingerichtet
werden, um enttäuschte Fans zu trösten.
Die verbliebenen vier Mitglieder führten
Take That für ein knappes Dreivierteljahr fort, bevor sich die Gruppe
offiziell am 13. Februar 1996, Williams' 22. Geburtstag, auflöste.
Im Juli 2010 erfolgte nach 15 Jahren eine Wiedervereinigung
von Robbie Williams und Take That.
Vertragliche Vereinbarungen mit dem Management
von Take That beinhalteten, dass eine Robbie-Williams-Solo-Single erst
nach der ersten Solo-Single von Gary Barlow erscheinen durfte. Freedom,
ein George-Michael-Cover, positionierte sich im August 1996 zwar gut in
den Verkaufslisten, hinterließ jedoch ebenso wenig wie die nachfolgenden
Singles einen bleibenden Eindruck. Es erschien dementsprechend auch nicht
auf Williams Debüt-Album Life Thru a Lens (eine Anspielung auf sein
Leben im Focus der Öffentlichkeit), das 1997 in Zusammenarbeit mit
dem Liedschreiber Guy Chambers entstand. Die erste vorab ausgekoppelte
Single war Old Before I Die (eine Anspielung auf Hope I Die Before I Get
Old aus My Generation von The Who), die zweite Lazy Days. Privat widmete
sich Williams weiter seiner Partyleidenschaft. Seine Drogen- und Alkoholsucht
führte im Juli 1997 zu einem Zusammenbruch und einem nachfolgenden
Aufenthalt in einer Entzugsklinik.
Nachdem mit South of the Border die dritte Single
erschien und ebenso wie das dazugehörige Album die Top Ten deutlich
verfehlte, schien die Solo-Karriere bereits beendet, bevor sie richtig
angefangen hatte. Erst die Veröffentlichung der Single Angels im Dezember
1997 brachte den Anstoß zu einer der kommerziell erfolgreichsten
Popkarrieren der Musikgeschichte. Obgleich sich die Single nirgends an
der Spitze der Verkaufslisten positionierte, gilt sie als die wichtigste
in Williams' Laufbahn, da sie dem Künstler erstmals ein individuelles
Image fern der Boygroupkarriere gab und Williams als ernstzunehmenden Musiker
etablierte: als Anerkennung erhielt er 1998 (und auch in den fünf
Folgejahren) den BRIT Award als Sänger des Jahres. Life Thru a Lens
hielt sich in Folge von Angels 48 Wochen in den britischen Top Ten und
wurde ein Hit in ganz Europa.
Das Nachfolgealbum I've Been Expecting You, ebenfalls
in Zusammenarbeit mit Guy Chambers entstanden, debütierte dagegen
im Oktober 1998 direkt auf Platz eins.[4] Vorausgegangen war die an die
James-Bond-Musik von John Barry angelehnte Single Millennium. Es folgte
eine Serie weiterer erfolgreicher Singles, wie zum Beispiel No Regrets
in Zusammenarbeit mit Neil Tennant von den Pet Shop Boys und Neil Hannon
von The Divine Comedy.
Nach den ersten beiden Alben und dem massiven
Erfolg in Europa folgte der erste in einer Reihe von zumeist erfolglosen
Versuchen, Robbie Williams in den USA zu etablieren. Die vermeintlich erfolgversprechendsten
Tracks der beiden ersten Alben wurden zum Album The Ego Has Landed zusammengefasst,
eine Anspielung auf den Kriegsfilm Der Adler ist gelandet. Allerdings stießen
Williams’ musikalische Vorstöße in den USA auf nur mäßiges
Interesse. Lediglich die Singles Angels und Millennium platzierten sich
dort in den Verkaufslisten, allerdings auf hinteren Plätzen.
Sein drittes Soloalbum und die anschließende
Tournee etablierten Williams endgültig als weltweiten Superstar.
In einer Tourneepause und inspiriert durch seinen
Beitrag zum Soundtrack für den Film Bridget Jones – einer Wiederauflage
von Frank Sinatras Lied Have You Met Miss Jones? – wurde ein komplettes
Album
mit Swing-Klassikern produziert. Gedacht als Hommage an Williams' Vorbild
Sinatra mit dem Versuch, dessen Musik einer jüngeren Generation nahezubringen,
gilt das Album auch als erneuter Anlauf auch in den USA Beachtung zu finden.
Die Vorabsingle Somethin’ Stupid, ein Duett mit
Nicole Kidman (Im Original ein Duett von Frank Sinatra und seiner Tochter
Nancy) entwickelte sich zu einem großen Erfolg, das Album Swing When
You're Winning ebenso. Es positionierte sich weltweit an der Spitze der
Verkaufslisten – allerdings blieb die erhoffte Resonanz aus den USA komplett
aus (trotz der Ansage im Titel I Will Talk and Hollywood Will Listen).
Williams erntete Kritikerlob für seine Sinatra-Wiederauflagen und
erreichte neben seinen „alten“ Anhängern auch eine neue und ältere
Zielgruppe.Swing When You're Winning, das auch Mack the Knife (Die Moritat
von Mackie Messer aus der Dreigroschenoper) enthielt, etablierte Williams
als ausdruckstarken Sänger, dessen Stimme auch bei Konzerten zu überzeugen
wusste. Zu hören zum Beispiel auf Robbie Williams Live at the Albert,
einer der meistverkauften Musik-DVDs.
Nachdem der alte Plattenvertrag ausgelaufen war,
schloss Williams einen Exklusiv-Plattenvertrag mit EMI ab, für den
er die Rekordsumme von 80 Millionen Pfund (damals knapp 127 Millionen Euro)
erhielt und der ihm weitgehende künstlerische Freiheit garantierte.
Das Album Escapology entstand ebenfalls in Zusammenarbeit mit Guy Chambers
und ist eine Reflexion seines Lebens als Popstar. Trotz Skepsis einiger
Kritiker, die Williams’ Zenit bereits überschritten sahen,[5] setzte
es sich in vielen Ländern an die Spitze der Hitparaden. Das gleiche
gilt für die Singleauskopplung Feel.
Im Jahr 2003 waren Williams? Konzerte in den größten
Konzertarenen und Fußballstadien Europas innerhalb kürzester
Zeit ausverkauft. Im Sommer trat Williams im Rahmen seiner Welttournee
an drei aufeinanderfolgenden Tagen live vor jeweils 125.000 Zuschauern
im britischen Knebworth auf. Diese Konzerte wurden später als Live-Album
Live at Knebworth und als DVD unter dem Titel What We Did Last Summer –
eine Anspielung auf den gleichnamigen Horrorfilm – veröffentlicht.
Greatest Hits & Autobiografie (2004) [Bearbeiten]
Nach dem Erfolg des 2002 erschienenen Albums Escapology
mit Feel als erfolgreichster Single trennte sich Williams von seinem Co-Autor
und Ideengeber Guy Chambers. Neuer Partner an seiner Seite wurde Stephen
Duffy, der unter anderem 1978 bis 1979 der Sänger der Band Duran Duran
gewesen war. Die erste Zusammenarbeit von Duffy und Williams, die Single
Radio, erschien im Oktober 2004 als eines von zwei neuen Liedern des Greatest-Hits-Albums.
Single und Album erreichten europaweit Nummer-eins-Platzierungen. Das andere
neue Lied Misunderstood stammt vom Soundtrack des zweiten Bridget Jones-Films.
In der ebenfalls 2004 erschienen Biographie Feel
thematisiert Williams seine Drogensucht, seine Ängste und Depressionen.
Im gleichen Jahr warb Williams, dessen Gewichtsschwankungen immer wieder
für Diskussionsstoff sorgten, für die Atkins-Diät. Ebenfalls
2004 wurde er in die UK Music Hall of Fame als einflussreichster Künstler
der 1990er-Jahre („most influental artist of the 90s“) aufgenommen.
Das Album Intensive Care, das im Berliner Velodrom
vor ausverkaufter Halle vorgestellt wurde, setzt die musikalische Entwicklung,
die mit Radio und der Zusammenarbeit mit Stephen Duffy begonnen hatte,
konsequent fort. Intensive Care erhielt schon am Anfang dreifaches Platin.
Tripping, die erste aus dem Album ausgekoppelte Single, ging sofort auf
Platz 1 der deutschen Verkaufslisten – sein erster Nummer-1-Erfolg in Deutschland.
Während 2005 eine neue Dokumentation über
Take That Aufsehen erregte (unter anderem dadurch, dass Williams trotz
anderslautender Ankündigungen einem gemeinsamen Treffen mit den restlichen
Mitgliedern fernblieb), gelang mit Williams mit den Kartenverkäufen
für seine Freiluft-Tour 2006 ein Weltrekord, der auch im Guinness-Buch
der Rekorde Aufnahme fand:
Innerhalb nur eines Tages konnten 1,6 Millionen
Eintrittskarten für seine Konzerte in ganz Europa verkauft werden
– eine Zahl, die sonst keinem Künstler vorher gelungen war.
Die bislang größte weltweite Tournee
startete am 10. April 2006 in Südafrika und setzte sich anschließend
in Europa fort. Insgesamt gab Williams 83 Konzerte in 28 verschiedenen
Ländern vor weltweit über 4,6 Millionen Anhängern. Den krönenden
Abschluss bildete das Londoner Wembley Stadion, wo Williams an zwei Abenden
vor insgesamt 140.000 Zuschauern auftrat.
Als die Tour sich dem Ende neigte, hatte Williams
die Idee, ein weiteres Album zu veröffentlichen. Rudebox wurde fast
ausschließlich im Dance/Electro-Stil gehalten und enthielt sowohl
musikalisch als auch bei den Songtiteln einige Anspielungen auf die Popkultur
der 80er Jahre. Das Album Rudebox kam zwar in der ersten Woche, genauso
wie die gleichnamige Single, auf Platz 1, fiel dann aber schnell aus den
UK Top 10. In England wurde das Album, trotz Zusammenarbeit mit den Pet
Shop Boys, Mark Ronson, William Orbit und Lily Allen von den Verkaufszahlen
des Comeback-Albums seiner alten Gruppe Take That weit übertroffen.
Im Februar 2007 ließ sich Williams, der
inzwischen in die USA übergesiedelt war, wegen seiner Tablettensucht
in eine Entzugsklinik einliefern, die er nach drei Wochen wieder verließ.
Des Weiteren kündigte er eine längere Pause an. Im Februar 2009
verkaufte Williams seine Villa in Los Angeles und zog, in Vorbereitung
auf ein neues Album, zurück nach England.
Nachdem in der Zwischenzeit immer wieder über
ein mögliches Comeback und eine Wiederaufnahme der Zusammenarbeit
mit Guy Chambers spekuliert worden war, wurde am 5. August 2009 auf Williams'
Website die Veröffentlichung seines neuen Albums Reality Killed the
Video Star für den 9. November 2009 angekündigt.
Die erste Single Bodies ist seit dem 4. September
als Download erhältlich, die Maxi-CD folgte am 9. Oktober 2009. Die
Songs wurden unter anderem in Zusammenarbeit mit Guy Chambers und Mark
Ronson geschrieben.
Am 28. August 2009 wurde Williams zum MTV Greatest
Superstar gekürt. Damit platzierte er sich vor seinen Ex-Kollegen
von Take That. Am 20. Oktober 2009 gab er ein Konzert in London, das in
20 Ländern in 200 Kinos, davon 37 in Deutschland, übertragen
wurde. Dort kündigte er seine nächste Single You Know Me an.
Am 23. Oktober gab Williams ein Überraschungskonzert
vor der Max-Schmeling-Halle in Berlin. Ungefähr 7000 Fans bekamen
kostenlosen Zutritt zu dem einen Tag zuvor bekannt gewordenen Auftritt.
Neben Songs des Albums Reality Killed the Video Star spielte Williams auch
altbekannte Hits wie Feel, Angels und Come Undone. Insgesamt sang er sieben
Lieder.
Am 7. Juni 2010 kündigte Williams auf seiner
Website an, dass am 11. Oktober 2010 ein zweites Greatest-Hits-Album, welches
den Titel In and Out of Consciousness – The Greatest Hits 1990-2010 hat,
erscheinen würde. In zwei CDs verpackt, enthält das Werk insgesamt
39 von Williams größten Hits der letzten 20 Jahre. Zudem wurde
vorab verkündigt, dass die erste Single-Auskopplung Shame zusammen
mit Gary Barlow produziert und aufgenommen wurde. Sie wurde schließlich
am 4. Oktober veröffentlicht.
Der kommerzielle Erfolg in den USA blieb Williams
trotz intensiver Promotion und zahlreicher Auftritte in US-amerikanischen
Talkshows versagt. Ein Schicksal, das er allerdings mit vielen (nichtamerikanischen)
Weltstars teilt, die vom Radio weitgehend ignoriert werden, da sie mit
ihrer Musik nicht in die dort gängigen Formate passen.
Medienkonflikte [Bearbeiten]
Die Deutschland-Auftritte der Welttournee 2006
wurden von den wichtigsten deutschsprachigen Presseagenturen boykottiert:
dpa, AP, AFP und ddp berichteten weder in Bild noch in Text über die
Konzerte. Grund waren Forderungen von Williams' Management, Williams sei
nur noch zu bestimmten Zeiten und aus bestimmten festgelegten Winkeln abzulichten
und die Rechte am Bildmaterial an die Künstlervertretung abzutreten.
SWR3 schloss sich dem Boykott an und verzichtete auf die geplante Übertragung
zweier Konzerte vom Hockenheimring.
Seit 2006 ist Williams mit der türkisch-US-amerikanischen
Schauspielerin Ayda Field liiert. Am 7. August 2010 heiratete das Paar
in Los Angeles.[10] Neben Wohnsitzen in London und Los Angeles besitzt
Williams seit 2010 auch eine Wohnung in Berlin.[11]
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