GIANNA
NANNINI
1956
Sängerin
Gianna Nannini wurde in Siena in der Toskana als
Tochter einer wohlhabenden und traditionsreichen Konditorfamilie geboren.
Nach dem Abitur in Bologna verließ sie mit 18 Jahren das Elternhaus.
Sie studierte zunächst Klavier in Lucca und im Anschluss daran Komposition
in Mailand. 1994 beendete sie ihr Studium der Literaturwissenschaft und
Philosophie mit einer Arbeit über das Thema „Il corpo nella voce“
(„Der Körper in der Stimme“).
Im Alter von 54 Jahren wurde Gianna Nannini am
26. November 2010 Mutter einer Tochter.
Ihr Bruder Alessandro (* 1959) wurde in den späten
1980er Jahren als Autorennfahrer in der Formel 1 bekannt und leitet mittlerweile
das elterliche Unternehmen, die Gruppo Nannini.
Janis Joplin wurde früh zu Gianna Nanninis
Vorbild. Ihrem autobiografischen und introvertierten Debütalbum Gianna
Nannini aus dem Jahr 1976 folgte 1977 das poetische Album Una radura, doch
wurden beide Alben keine großen Erfolge.
1979 kam mit California die erste erfolgreiche
Langspielplatte heraus, deren feministischer Inhalt und provozierendes
Cover in Italien einen Skandal auslösten. Der Titel America sorgte
im katholischen Italien für viel Furore, weil Nannini auf dem Plattencover
die Fackel der Freiheitsstatue gegen einen Vibrator austauschte.
1981 schrieb Nannini die Filmmusik für den
Film Sconcerto Rock und sang das Titellied Ora. Auf ihrem ebenfalls 1981
erschienenen Album G. N. experimentierte sie mit elektronischer Musik und
landete mit dem Titel Occhi aperti einen Hit. Ihr neuer Manager Peter Zumsteg
verhalf ihr zum endgültigen Durchbruch. Mit Latin Lover aus dem Jahr
1982 begann zudem eine fruchtbare Zusammenarbeit mit dem Musikproduzenten
Conny Plank, der schon Ultravox, Eurythmics und Kraftwerk produzierte.
Die Single Latin Lover wurde in Deutschland zu einer ihrer größten
Hits. Gemeinsam entstanden zwei weitere Alben, ehe Plank 1987 überraschend
starb.
Die LP Puzzle (1984) bedeutete auch den Durchbruch
in Italien, wo kurz darauf die Singleauskopplung Fotoromanza für drei
Monate als Nummer eins und Sommerhit des Jahres gefeiert wurde, was ihr
in Italien eine Goldene Schallplatte einbrachte. Puzzle wurde in Italien
zur bis dahin am meisten verkauften Platte einer Sängerin. Beim Musikfestival
„Festivalbar“ trug sie mit dem Abschlusskonzert in der Arena von Verona
den Sieg davon.
1987 produzierte Nannini mit dem deutschen Produzenten
Armand Volker die Single I maschi, mit der sie Italien beim 18. World Popular
Song Festival in Tokio vertrat. Zusammen mit Sting vertonte Nannini im
gleichen Jahr die Dreigroschenoper.
In den Jahren 1987 und 1988 trat die Rocksängerin
auf einer mehrmonatigen Tour durch ganz Europa in ausverkauften Hallen
in Italien, Frankreich, Deutschland und Skandinavien auf. 1988 erschien
das Album Malafemmina.
1990 entstand gemeinsam mit Edoardo Bennato der
Hit Un’estate italiana, den sie bei der Eröffnungsfeier zur Fußballweltmeisterschaft
in Italien im Giuseppe-Meazza-Stadion in Mailand aufführten. 1992
erschien die spanische Version von Maschi e altri und im August 1996 ihr
Best-of-Album Bomboloni mit bekannten Erfolgen und drei neuen Stücken.
2000 schrieb Nannini den Soundtrack zur Zeichentrickverfilmung
von Michael Endes Geschichte Momo, wobei sie wieder mit Elementen elektronischer
Musik experimentierte.
Mit dem Album Aria gingen die Produzenten 2002
neue Wege. Es ist geprägt von elektronischer Musik und Soundeffekten.
Noise-Computer und Vocoder bilden die Grundlage der 13 Lieder. Das Album
wurde in Italien ein Erfolg. Dieses Konzept war gegen Nanninis Willen und
das Album ohne ihre Zustimmung entstanden. Die „wunderschönen Lieder“
im Rockstil, die in zwei Jahren entstanden waren, wurden nach Nanninis
Auffassung „mit viel Elektronik […] bis zur Unkenntlichkeit zerstört“.
Nach der Enttäuschung über Aria übernahm
Nannini alleinige Verantwortung und Regie für das Album Perle (2004).
Musikalisch setzte sie auf ihr Piano und die Musiker des „Solis String
Quartet“ aus Neapel, das aus vier klassischen Streichern besteht, um 14
ihrer Lieblingssongs neu zu interpretieren. Das Album wurde in Italien
ein großer Erfolg.
2005 wurde ihre Autobiografie Io sowohl auf Italienisch
wie auch auf Deutsch veröffentlicht.
Mit Grazie feierte Nannini 2006 ihr 30-jähriges
Bühnenjubiläum und kehrte zur Rockmusik zurück. Das Album
hatte so großen Erfolg, dass es bereits kurz nach der Veröffentlichung
mit Platin ausgezeichnet wurde. Mittlerweile erreichte es mit über
400.000 verkauften Einheiten den Status der italienischen Diamant-Platte;
es war dort die erfolgreichste CD des Jahres 2006 und stand elf Wochen
an der Spitze der Charts.
2007 erschien ein internationaler Werbespot für
den neuen Fiat Bravo, in dem eine akustische Version ihres Titels Meravigliosa
Creatura aus dem Album Perle verwendet wurde. Der Erfolg des Liedes und
des Spots brachte Perle drei Jahre nach der Erstveröffentlichung einen
Wiedereinstieg in die italienischen Top-50 der Verkaufscharts ein.
Im April 2007 erschien das Album Pia come la canto
io, an dem Nannini elf Jahre gearbeitet hatte, und das – wie schon Grazie
– von Wil Malone produziert worden war. Darauf findet sich eine Sammlung
von Songs, die sie für eine Pop-Oper geschrieben hat. Das Orchester,
mit dem Nannini durch Europa tourte, umfasste eine Rockband mit zwei Gitarristen
und das „Solis String Quartet“ aus Neapel. Im November 2007 erschien in
Italien GiannaBest, eine Doppel-CD mit 26 ihrer Hits und drei bisher unveröffentlichten
Titeln, für die sie bereits im Februar 2008 eine Diamant-Platte erhielt.
Original-signiertes Foto im Postkartenformat
Price in Euro 15.-- |