PETER
EMIL HUBER-WERDMÜLLER
1836
- 1915
berühmter Industrieller - Gründer der
Maschinenfabrik Oerlikon
Der Sohn eines Zürcher Seidenfabrikanten besuchte Schulen in Zürich
und im Welschland und studierte ab 1855 am Eidgenössischen Polytechnikum
Zürich Maschinenbau. 1858 erhielt er das Diplom als Ingenieur und
ergänzte sein Wissen anschliessend am Conservatoire National des Arts
et Métiers in Paris. Zudem war er längere Zeit in England.
Im damals führenden Industrieland konnte er sich weitere Kenntnisse
erwerben.
Erste Anstellungen hatte er bei den Gebrüdern Sulzer in Winterthur,
die damals von Charles Brown sen. geleitet wurde. In Brown hatte Huber
einen ebenso fachlich hervorragenden wie ihn fördernden Lehrherren.
Danach konnte er seine Kenntnisse bei der Escher, Wyss & Cie. in Zürich
erweitern. 1863 gründete er mit dem englischen Ingenieur M. M. Jackson
die Giesserei P. E. Huber & Co. in Oerlikon. Dieser Betrieb wurde aus
wirtschaftlichen Gründen 1867 an die Firma Daverio, Siewerdt &
Giesker in Rorschach verkauft und 1872 liquidiert.
1876 wurde die Werkzeug- und Maschinenfabrik Oerlikon neu organisiert
und Huber-Werdmüller zum Präsidenten des Verwaltungsrates dieser
Gesellschaft berufen. Er trieb die Entwicklung des Betriebes zielstrebig
voran, gliederte 1884 eine elektrische Abteilung an und setzte Charles
Brown sen. als deren Leiter ein. Brown brachte seine beiden Söhne
Charles und Sidney, zwei hervorragende Ingenieure, mit in den Betrieb.
Öffentlich wurden die Leistungen von Huber-Werdmüller und Oerlikon
mit der Einrichtung einer Trasse zur Gleichstromübertragung von Kriegstetten
nach Solothurn sowie über die Schweizer Grenze hinaus bei der Internationalen
Elektrotechnische Ausstellung 1891 in Frankfurt am Main, wo erstmals die
Drehstromübertragung Lauffen-Frankfurt vorgestellt wurde zu der Oerlikon
die Generatoren geliefert hatte. Später übernahm Hubers Schwiegersohn
Dietrich Schindler-Huber die Leitung des Unternehmens.
Die Entwicklung der elektrischen Abteilung von Oerlikon hatte für
das technische Fortkommen in der Schweiz und in Europa noch eine weitere
Auswirkung. 1886 bestellte der Entdecker der Aluminium-Schmelzflusselektrolyse,
Paul Louis Toussaint Héroult bei Oerlikon eine Dynamomaschine und
kam 1887 selbst nach Zürich, um elektrolytische Versuche zu machen.
Huber-Werdmüller, der schon früh die Bedeutung des Aluminiums
als Werkstoff erkannt hatte, sah die immensen Vorteile des Héroult’schen
Verfahrens. Zusammen mit den ebenso weit blickenden Unternehmerpersönlichkeiten
Georg Robert Neher, Gustave Naville, Präsident der Firma Escher, Wyss
& Cie. in Zürich trieb er seine Idee einer Alumiumfabrik in Neuhausen
am Rheinfall voran.
Die Familie Neher verfügte über die Wasserrechte am Rheinfall,
die für die Stromerzeugung genutzt werden sollten, sowie mit ihrem
ehemaligen Eisenwerk über die Infrastruktur an diesem Standort. Die
Firma Oerlikon, die damals die grössten Gleichstromgeneratoren der
Welt produzierte, installierte diese zur grosstechnischen Herstellung des
Stroms, der für den enormen Strombedarf des Héroult-Verfahrens
notwendig war. Die Escher Wyss & Cie. lieferte die Turbinen. Mit weiteren
Aktionären wurde im Oktober 1887 die Schweizerische Metallurgische
Gesellschaft, aus der dann die Aluminium Industrie AG., Neuhausen (AIAG)
hervorging, die ihrerseits 1963 in Schweizerische Aluminium AG überführt
wurde.
Damit wurde Schaffhausen zur Wiege der Aluminiumindustrie Europas und
Huber-Werdmüller hat diese Entwicklung etwa als Mitgründer der
Kraftübertragswerke Rheinfelden (heutige Energiedienst Holding) und
dem Bau des dortigen Aluminiumwerks (Aluminium Rheinfelden) mit vorangetrieben.
Wirken in öffentlichen Ämtern
Ab 1867 widmete sich Huber in öffentlichen
Funktionen vor allem der Entwicklung der Verkehrsinfrastruktur in der näheren
und weiteren Umgebung von Zürich. Ausgehend vom Amt des Gemeinderats
in der Zürcher Vorortsgemeinde Riesbach, seinem Geburtsort, setzte
er sich als Bauvorstand im Gemeinderat für einen grosszügigen
Strassenausbau ein. Er förderte auch den Bau einer funktionsgerechten
Quaianlage am Zürichsee. Infolge der Erschliessung des Seefeldes hatte
er sich mit den Problemen des Eisenbahnbaus zu beschäftigen und wurde
so Mitglied im Verwaltungsrat der Schweizerischen Nordostbahn. Huber war
wesentlich an der Gründung der Uetlibergbahn beteiligt, wo er sich
gegen grosse Widerstände dafür einsetzte, dass diese Strecke
als Adhäsionsbahn gebaut wurde. Auch die Entwicklung des schienengebundenen
Nahverkehrs in Zürich und Umgebung hat Huber wesentlich mit angeschoben.
So bereitete er die Gründung eines Strassenbahnverbandes Zürich–Riesbach–Enge,
der Zürcher Strassenbahngesellschaft, die zunächst eine Rösslitram
baute. Nach der Stadtvereinigung von 1893 leitete er die Gründung
der Elektrischen Strassenbahn Zürich in die Wege.
Huber-Werdmüller gehörte 1889 zu den
Mitbegründern des Schweizerischer Elektrotechnischer Vereins (SEV)
und wurde 1909 zu dessen Ehrenmitglied ernannt.
original-signierter Brief aus dem Jahre 1901,
gelocht und in der Mitte einmal gefaltet - sehr selten
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