MUNGO
JERRY
1946
Sänger
Mungo Jerry hatte vor der endgültigen Namensgebung im Laufe der
1960er Jahre etliche verschiedene Namen, etwa The Buccaneers, The Conchords,
The Tramps, The Sweet and Sour Band, Camino Real, Memphis Leather und The
Good Earth Rock ’n’ Roll Band.
Erst ab 1970 und mit einem Plattenvertrag bei Pye Records nannte
sich die Band Mungo Jerry. Der Name stammt von einer Figur (einer Katze)
aus T. S. Eliots Book of Practical Cats, auf dem wiederum Andrew Lloyd
Webbers Musical Cats basiert.
Ihre erste EP unter diesem Namen war In the Summertime mit den Zusatztiteln
Mighty Man und Mungo’s Blues, die Platz 1 in Großbritannien erreichte.
Unterstützt wurde der Erfolg vom Medienrummel um Mungo Jerrys Live-Auftritt
beim britischen Hollywood Music Festival in Newcastle-under-Lyme, wo auch
Black Sabbath, Grateful Dead, Traffic, Family und José Feliciano
spielten. Mungo Jerry wurde vom Publikum zur besten Band gewählt und
durfte deshalb ein zweites Mal beim Festival auftreten. Die Medien sprachen
fortan von der „Mungomania“, „Mungo Jerry Fever“, dem größten
Pop-Phänomen seit den Beatles und In the Summertime entwickelte sich
weltweit zum Sommerhit des Jahres 1970 und mit 30 Millionen verkauften
Tonträgern zum bis heute erfolgreichsten Sommersong. Zudem war es
die Single der Popgeschichte, die sich am schnellsten verkaufte mit täglich
bis zu 70.000 Exemplaren allein in Großbritannien.
Das erste Album Mungo Jerry erschien im Juli 1970. Anfang 1971 folgte
die zweite EP Baby Jump, ein Rocktitel ohne Schlagzeug, der ebenfalls Platz
1 erreichte. Das zweite Album war Electronically Tested.
Mit Lady Rose hatte Mungo Jerry im Mai 1971 einen weiteren Top-Ten-Hit.
Das nächste Album war You Don’t Have to Be in the Army mit der gleichnamigen
Single-Auskopplung You Don’t Have to Be in the Army to Fight in the War.
Obwohl zahlreiche Radiostationen das Stück wegen dessen politischer
Aussage nicht spielten, erreichte der Song die Charts.
Nach einer Tournee durch Asien, Australien und Neuseeland 1972 brach
die Band überraschend wegen Streitigkeiten über die weitere musikalische
Ausrichtung auseinander, denn Ray Dorset wollte erstmals einen Schlagzeuger
in die Band einbauen. Zudem nahmen Dorset mit Blue Cold Excursion und Paul
King mit Been in the Pen Too Long Soloalben auf, um ihre eigenen neuen
musikalischen Vorstellungen deutlich zu machen. Als danach zwei Mitglieder
der Band, Colin Earl und Paul King, Dorset 1972 eigenständig entlassen
wollten, da er für die Medien immer mehr der personifizierte „Mungo
Jerry“ wurde, nahm das Management dies endgültig zum Anlass, Ray Dorset
selbst die Band erneuern zu lassen.
Die von der neuen Mungo-Jerry-Formation herausgebrachte Oldtime-Blues-Single
Open Up schaffte es wieder in die britischen Top-20.
Der Rocksong Alright Alright Alright platzierte sich 1973 auf Rang
3 der britischen Singlecharts.
Danach wurde es ruhiger um Mungo Jerry. Ray Dorset selbst zeichnete
sich allerdings als Komponist und Musikproduzent für andere Gruppen
aus und kreierte dabei den „High-Energy-Disco-Sound“. Sein größter
Erfolg war der weltweite Hit Feels Like I’m in Love, den er ursprünglich
für Elvis Presley komponiert hatte – der ihn aber nicht mehr aufnehmen
konnte. Zwischenzeitlich in einer Mungo-Jerry-Version erschienen, veröffentlichte
Dorset ihn 1980 mit der schottischen Sängerin Kelly Marie im Disco-Sound
und machte ihn zu einem Nummer-eins-Hit in vielen Ländern.
Mungo Jerry veröffentlichte nach längerer Alben-Pause mit
Snakebite 1990 ein neues Pop-Album, dem 1997 mit Old Shoes New Jeans ein
Bluesrock-Album feierten 1995 ein grosses Comeback. 1999 erreichte die
Band mit Toon Army – einer Hymne für den englischen Fußballclub
Newcastle United – noch einmal die Hitparade in Großbritannien .
Die letzte Single von Mungo Jerry war im März 2006 Mr. Midnight,
ein Song aus „Phantom of the Opera on Ice“.
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