GERHARD
ZWERENZ
1925
Schriftsteller |
Gerhard
Zwerenz wird in Gablenz/Sachsen als Sohn eines Ziegeleiarbeiters und einer
Textilarbeiterin geboren. Er begann nach der Schulzeit eine Kupferschmiedlehre,
nahm dann zwei Jahre lang am Zweiten Weltkrieg teil und geriet 1944 nach
seiner Desertion zur Roten Armee bei Warschau in russische Kriegsgefangenschaft.
1948 kehrte er aus der Kriegsgefangenschaft zurück.
Von 1949 bis 1957 war Zwerenz Mitglied der SED.
Von 1952 bis 1956 studierte er Philosophie bei Ernst Bloch in Leipzig und
ist heute neben Hans Heinz Holz und Günther Zehm einer der wenigen
noch lebenden Schüler dieses bedeutenden deutschen Philosophen der
russischen Oktoberrevolution.
Seit 1956 arbeitete Gerhard Zwerenz als freiberuflicher
Schriftsteller. 1957 wurde er aus der SED ausgeschlossen und floh ein halbes
Jahr später nach Westberlin. 1959 verfasste Gerhard Zwerenz "Die Liebe
der toten Männer", eine romanhafte Gestaltung des Aufstandes vom 17.
Juni 1953.
1961 schrieb Zwerenz die Essaysammlung Ärgernisse
- Von der Maas bis an die Memel. Den Essayband Wider die deutschen Tabus
brachte er 1962 heraus, genauso wie Gesänge auf dem Markt und Heldengedenktage.
Ein Jahr später verfasste er Dreizehn Versuche, eine ehrerbietige
Haltung anzunehmen und eine biographische Skizze über Walter Ulbricht.
Mit Casanova oder Der Kleine Herr in Krieg und
Frieden verfasste Zwerenz einen Bestseller. Die Folgejahre thematisierte
er die Sexualität mit Büchern wie Erbarmen mit den Männern.
Ein Roman vom Aschermittwochsfest und den sieben Sinnlichkeiten. 1971 schrieb
er den Roman Kopf und Bauch und den Essayband Der plebejische Intellektuelle.
1973 dann Die Erde ist unbewohnbar wie der Mond, eine Kritik der Lebensverhältnisse
in der Bundesrepublik.
Zwerenz' Freund Rainer Werner Fassbinder verarbeitete
den Roman einige Jahre später zu seinem ebenso – wenn nicht noch stärker
– umstrittenen Theaterstück „Die Stadt, der Müll und der Tod“.
1982 verfasste er dann Antwort an einen Friedensfreund
oder längere Epistel für Stephan Hermlin und meinen Hund und
1989 der Roman Vergiß die Träume Deiner Jugend nicht. Während
seiner schriftstellerischen Tätigkeit schrieb Zwerenz unter dem Pseudonym
Gert Amsterdam auch erotische bis pornographische Literatur. Eines dieser
Bücher, Das Kleingeld der Hetären wurde von der Bundesprüfstelle
für jugendgefährdende Medien 1987 als jugendgefährdend indiziert.
1991 erhielt er den Alternativen Georg-Büchner-Preis.
Die politische Schriften Rechts und dumm ? und Links und lahm schrieb er
1993 und 1994. Von 1994 bis 1998 war Zwerenz über die offene Liste
der PDS Mitglied des deutschen Bundestags. 2004 erschien sein gemeinsam
mit Ingrid Zwerenz geschriebenes neuestes Buch Sklavensprache und Revolte.
Werke:
* 1956: Aristotelische und
Brechtsche Dramatik. Versuch einer ästhetischen Wertung (Essays)
* 1959: Die Liebe der toten
Männer (Kiepenheuer & Witsch, Köln)
* 1961: Ärgernisse -
Von der Maas bis an die Memel (Essays) (Kiepenheuer & Witsch, Köln)
* 1962: Wider die deutschen
Tabus (Polemik) (List Verlag, München)
* 1964: Heldengedenktag. Dreizehn
Versuche in Prosa, eine ehrerbietige Haltung einzunehmen (Scherz Verlag,
Bern und München) (1968 als Taschenbuch bei dtv, München)
* 1966: Casanova oder der
Kleine Herr in Krieg und Frieden (Roman) (Bern u. München) (1975 als
Taschenbuch bei dtv, München) (1981 als Taschenbuch bei Moewig Verlag,
Rastatt)
* 1969: Die Lust am Sozialismus
(Heinrich-Heine-Verlag, Frankfurt am Main)
* 1971: Kopf und Bauch. Die
Geschichte eines Arbeiters, der unter die Intellektuellen gefallen ist
(Fischer Verlag, Frankfurt am Main) (1973 als Taschenbuch bei Fischer,
Frankfurt am Main)
* 1973: Die Erde ist unbewohnbar
wie der Mond (S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main)
* 1974: Der Widerspruch. Autobiographischer
Bericht (Frankfurt am Main)
* 1975: Die Quadriga des Mischa
Wolf (S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main)
* 1978: Das Grosselternkind
(Beltz u. Gelberg, Weinheim u. Basel)
* 1978: Die schrecklichen
Folgen der Legende, ein Liebhaber gewesen zu sein. Erotische Geschichten
(Wilhelm Goldmann Verlag, München)
* 1979: Kurt Tucholsky. Biographie
eines guten Deutschen (Bertelsmann Verlag, München)
* 1979: Die Ehe der Maria
Braun (Wilhelm Goldmann Verlag, München)
* 1981: Der chinesische Hund
(Roman) (Wilhelm Goldmann Verlag, München)
* 1981: Die 25. Stunde der
Liebe (Roman) (Wilhelm Goldmann Verlag, München)
* 1981: Das Konzept des plebejischen
Intellektuellen
* 1981: Die lang verlorenen
Gefühle (Moewig Verlag, München)
* 1983: Berührungen.
Geschichten vom Eros des 20. Jahrhunderts (Knaur Verlag, München)
* 1983: Erotische Kalendergeschichten
(12 Bände) (Wilhelm Goldmann Verlag, München)
* 1984: Reise unter die Haut
(Knaur Verlag, München)
* 1984: Die Tierschutz-Lady
(Moewig Verlag, Rastatt)
* 1984: Das Lachbuch (Gütersloh)
* 1984: Lachen, Liebe, Laster.
Erotische Stories" (Wilhelm Goldmann Verlag, München)
* 1985: Die Venusharfe. Liebeslieder,
Zorngedichte, Knittelverse (Knaur Verlag, München)
* 1985: Die DDR wird Kaiserreich.
Thriller (Bastei-Verlag, Bergisch Gladbach)
* 1985: Langsamer deutscher
Walzer. Thriller (Bastei-Verlag, Bergisch Gladbach)
* 1989: Vergiß die Träume
Deiner Jugend nicht (Rasch und Röhring Verlag, Hamburg)
* 1991: Der Alternative Büchnerpreis
1991 (Verlag H.L. Schlapp, Darmstadt)
* 1991: Der legitime Krieg?
(Zimmermann, Berlin)
* 1993: Rechts und dumm (Carlsen
Verlag, Hamburg)
* 1994: Links und lahm. Die
Linke stirbt, doch sie ergibt sich nicht (Carlsen Verlag, Hamburg)
* 1994: Die neue Weltordnung
(Zimmermann, Berlin)
* 1999: Die grundsätzliche
Differenz. Ein Streitgespräch in Wort und Schrift (mit Sahra Wagenknecht)
[Moderation des Gesprächs: Christa Gießler] (Dingsda-Verlag,
Querfurt)
* 2000: Gute Witwen weinen
nicht. Exil. Lieben. Tod. Die letzten Jahre Kurt Tucholskys
Original-signiertes Foto im Postkartenformat
Euro 29.-- |