MILAN
JUNGMANN
1922
Schriftsteller
He studied Slavic literature, aesthetics and philosophy at Charles University
in Prague. From 1964 to 1967, he worked as an editor-in-chief of Literární
noviny, later he was in charge of Literární listy and Listy
magazines until they were banished in 1969.
During normalization, he was forbidden to publish in his own country,
and his texts appeared only in exile magazines and the Czech samizdat edition
Petlice.
Milan Jungmann is the author of many reviews and literary studies, which
were published in the collections Obléhání Tróje
(1969), Cesty a rozcestí (Londýn 1988), Pr?hledy do ?eské
prózy (1990), and O Josefu Škvoreckém (1993). In these works
he pays heed to samizdat, exile and official literary production, primarily
contemporary topical prose. His probably most famous article Kunderovské
paradoxy, a polemic on the artistic qualities of the novel Nesnesitelná
lehkost bytí, aroused many heated discussions.
From 1990 to 1994, Milan Jungmann was the President of the Czech Writers
Union. A year later he was awarded the F. X. Šalda Price.
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KAREL
PECKA
1928
- 1997
Schriftsteller
1948 beendete er sein Studium an der Handelsakademie in Budweis und
arbeitete anschließend als technischer Angestellter in der Firma
Tesla. Mit einigen Kollegen aus den Filmstudios Barrandov erstellte und
vervielfältigte er die illegale Zeitschrift Za pravdu (Für die
Wahrheit). Darin kritisierte er den Sozialistischen Realismus in der Kunst.
1949 wurde er beim Versuch der Flucht nach Deutschland gefangen genommen
und zu elf Jahren Gefängnis verurteilt. Er durchlief mehrere Arbeitslager,
darunter die Bergwerke in Kladno, Uranbergwerke in Jáchymov (Sankt
Joachimsthal) und das Arbeitslager Bytíz bei P?íbram. Im
letzteren begann er Geschichten zu schreiben, die mit Hilfe von Arbeitern
aus dem Lager herausgeschmuggelt wurden.
Im Dezember 1959 wurde er entlassen und als Bühnenarbeiter im Nationaltheater
angestellt. Nach erneuter Verfolgung durch das Regime nach dem Prager Frühling
und dem Verbot seiner Bücher arbeitete er als Pumpenwärter. Er
gehörte mit zu den ersten Unterzeichnern der Charta 77. 1981 ging
er als Invalide (Pecka täuschte endogene Depression vor) in den vorgezogenen
Ruhestand, 1988 dann in Altersrente.
1997 erhielt er vom Präsidenten Václav Havel in memoriam
die Tomáš-Garrigue-Masaryk-Orden.
Werke:
Pecka publizierte zunächst in verschiedenen Zeitschriften wie
Host do domu, Literární noviny, Tvá?. Meist waren
es Erzählungen, die sich mit dem Thema politische Häftlinge beschäftigten.
Seit 1965 wurde er literarisch tätig, schrieb daneben auch einige
Drehbücher. 1969 wurde er erneut verboten und veröffentlichte
seine Werke nur im Selbstverlag im Ausland.
Sein erstes im Verlag 68 Publishers erschienenes Buch war Štepení.
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JAN
TREFULKA
1929
Schriftsteller
Der Schriftsteller und Journalist Jan Trefulka wurde am 15. Mai 1929
in Královo Pole (heute ein Stadtteil von Brünn) geboren. Nach
dem Abitur studierte er Literaturwissenschaft und Ästhetik an der
Philosophischen Fakultät der Karls-Universität in Prag. Nachdem
er aus politischen Gründen von der Universität relegiert wurde,
arbeitete er unter anderem als Hilfsarbeiter und Traktorist, nach dem Militärdienst
kehrte er für eine gewisse Zeit zu seinem Studium zurück. Fünf
Jahre war er als Redakteur (und später als Chefredakteur) des Verlags
Krajské nakladatelství in Brünn tätig. Von 1962
bis 1970 war Trefulka Redakteur der monatlich und später alle vierzehn
Tage erscheinenden Zeitschrift Host, wo er im letzten Jahr vor dem Verbot
der Zeitschrift zum Chefredakteur aufstieg. Nach 1970 durfte Trefulka nicht
publizieren und schlug sich als Nachtwächter oder Binder durch, gleichzeitig
war er aktiv an der Entstehung des tschechoslowakischen literarischen Samizdat
beteiligt. 1991 bis 1995 war Trefulka Vorsitzender der Gemeinde der mährisch-schlesischen
Schriftsteller (Obec moravskoslezských spisovatelù), seit
dieser Zeit konzentriert er sich vor allem auf das publizistische Schaffen.
Der geborene Prosaiker Jan Trefulka machte (schon während seiner
Zeit am Gymnasium) erste literarische Gehversuche als Lyriker, erste Anerkennung
verdiente er sich paradoxerweise als Literaturpublizist. Sein Erstlingswerk,
der Erzählungband Pršelo jim štìstí (Es regnete ihnen
Glück), ging von der „antidogmatischen“ Alltagsprosa der sechziger
Jahre aus.
In dem Buch Nálezy pana Minuse (Die Erfindungen des Herrn Minus)
wandte sich der Prosaautor dem Genre des Kriminalromans zu, zu gleichen
Zeit versuchte er sich auch im Bereich der Kinder- und Jugendliteratur,
vor allem jedoch begann er damit, seine späteren Romansynthesen vorzubereiten.
Auch wenn der Autor weiterhin Erzählungen (wie Vrah bez rukavic,
[Mörder ohne Handschuhe]) schrieb, konzentrierte er sich vor allem
auf das Genre des Gesellschaftsromans, zu dessen Leitlinie die Schilderung
der Desillusionierung angesichts der Nachkriegsentwicklung in der Tschechoslowakei
und die Enttäuschung von den sozialistischen Ideen überhaupt
wurde. Diese gestaltete er dann zu einem absurden „Bild der verbrecherischen
Gigantomanie“ aus (wie Richard Svoboda diese Vorstellung des Autors charakterisiert.)
Gleich zu Beginn der siebziger Jahre verlieh Trefulka seiner Position
als Staatsbürger in dem suggestiven Modellroman Veliká stavba
(Großer Bau) sehr überzeugend Gestalt.
Als Trefulkas wichtigestes Werk in der Zeit der zwanzigjährigen
sog. Normalisierung, kann man den autobiografisch konzipierten, psychologischen
Roman Svedený a opuštìný (Die Verführten und
die Verlassenen) werten.
Nach 1989 kann Trefulka endlich seine im Samizdat und Exil veröffentlichten
Romane und Erzählungsbände publizieren (alle erscheinen im Brünner
Verlagshaus Atlantis).
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