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FILMAUSSTATTUNG & KOSTÜME |
Im allgemeinen werden die Arbeiten von Filmaustattern und Kostümbildnern unter dem Sammelbegriff "Art Direction" zusammengefasst. Im weitesten Sinn kann man die Aufgabe der Art Direction mit derjenigen eines Bühnenbildners vergleichen, doch sind seine Aufgaben durch Foto-Spezial-Effekte wesentlich komplexer. In den ersten Jahren des Films spielte die Ausstattung keine wesentliche
Rolle, hielten sich die Filmemacher doch meist an das Vorbild des Theaters.
Zudem erforderte die damals noch statische Kamera auch keine grossen Kulissen.
Allein die optische Täuschung erfüllte die damaligen Erwartungen
durchaus.
Hollywood griff diese Idee sofort auf und die italienischen Architekten
eroberten Amerika.
In Deutschland wurden die wichtigsten Neuerungen nach dem 1. Weltkrieg
vollzogen - mit dem Expressionismus. Absoluter Höhepunkt dieses Stils
war der Film "Das Kabinett des Dr. Caligari" von 1920, wo ganze Landschaften
und Häuser ins Abstrakte gezogen wurden. Die Koryphäen dieser
Zeit waren Otto Hunte, Hermann Warm, Walter Röhrig, Robert Herlth,
Karl Vollbrecht und Erich Kettelhut. Deutschland hatte in den 20er Jahren
die Spitzensstellung der Filmausstattung inne.
Besondere Achtsamkeit war bei historischen Filmen geboten. Jedes Detail musste stimmen, sei bei den Römern, Wikingern, den Rittern usw. In diesen Sparten fand vor allem der Kostümbildner seine grosse Herausforderung. Die absolute Herrscherin war Edith Head, die mit nicht weniger als 35 Filmen für den Oscar vorgeschlagen wurde und diesen acht mal zugesprochen bekam. Die Abteilung Kostüme ist auch die einzige, bei der der Anteil der beschäftigten Frauen denen der Männer ebenbürtig ist. Vielbeschäftigte "Stars" waren Dorothy Jeakins, Travilla, Irene Sharaff, Jean Louis, Walter Plunkett, Gile Steele, Charles LeMaire, Helen Rose, Julie Harris, Orry-Kelly und Theodora von Runkle. Sie alle gehören zu jenen grossartigen Künstlern, die durch das Entwerfen von fantastischen Kostümen den Zuschauer in ferne Zeiten und Welten entführten. Den Höhepunkt bildete in den 30er Jahren die Musicals, vor allem
jene von Busby Berkeley, der in seinen Filmen traumhafte Kostüme,
atemberaubende Kulissen und eine unnachahmliche Choreographie zusammenführte
und so eine eigene Märchenwelt entstehen liess.
Eben gerade derartige Beispiele, in denen die Kulissen sozusagen gar nicht vorhanden, d. h., computergeneriert/animiert sind, gewinnen immer mehr an Bedeutung. So wurden nicht nur in letzter Zeit drei weitere Star-Wars-Filme gedreht, sondern es entstehen auch immer mehr Filme dieses Genres. Genauso verhält es sich mit Comicverfilmungen wie Batman: Eine Vielzahl weiterer Produktionen, auf Comics basierend, sind bisher entstanden und werden wohl auch weiter entstehen. Es ist nicht verwunderlich, dass aufgrund dieser Popularität es kein Problem darstellt, beispielsweise Partner für Werbeartikel ausfindig zu machen, die etwa Werbetaschen oder andere Produkte mit Bildern, Schriftzügen oder ähnlichen Grafiken darauf herstellen und vertreiben. So existieren - nur um das Beispiel Star Wars noch einmal aufzugreifen - unterschiedlichste Produkte, die das Thema Star Wars verwenden. Allerdings werden nicht nur Werbeartikel dieser Art hergestellt, sondern noch wesentlich mehr: Neben Bettwäsche mit den Helden der Titel darauf gibt es zum Beispiel allerlei Spielzeug in Star-Wars-Form, wie etwa Lego oder Lichtschwerter aus Kunststoff. Den grossen Machern im Hintergrund ist dieser kleine Bericht gewidmet, wenigstens für einen kurzen Augenblick werden ihre Namen im Gedächtnis einiger Leser aufflackern, denn auch sie gehören zu den "Namenlosen" im harten Filmbusiness. |